Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

18 Ziegen gestohlen – dafür müssen Tierschutz-Aktivistinnen jetzt bezahlen



Die Herde aus Gaemsen und Berg-Ziegen beim Alpabzug auf dem Puscen Negro, 1343 m, im Tessin am Samstag, 28. November 2015. Die Familie Monaco bringt ihre 70 traditionell gezuechteten Ziegen in einem Alpabzug zu ihrem Bauernhof in Gambarogno im Bezirk Locarno. (KEYSTONE/TI-PRESS/Francesca Agosta)

Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Zwei Tierschutz-Aktivistinnen sind am Donnerstag vom Bezirksgericht in Nyon VD zu unbedingten Geldstrafen verurteilt worden. Die Frauen hatten im vergangenen März 18 Ziegen gestohlen, um deren Tod auf der Schlachtbank zu verhindern.

Die Aktivistinnen im Alter von 21 und 22 Jahren standen als Vertreterinnen der militanten Bewegung «269life Libération Animale Suisse» vor Gericht. Sie waren im vergangenen März vor dem Morgengrauen in einen Schlachthof in Rolle VD eingedrungen, um Fotos von den Zuständen im Schlachthof zu machen und 18 Ziegen zu befreien.

Das Gericht verurteilte die beiden Frauen deshalb wegen Hausfriedensbruchs und unrechtmässiger Aneignung zu Geldstrafen ohne Bewährung. Ausserdem müssen sie dem Viehzüchter für die gestohlenen Ziegen eine materielle Entschädigung in der Höhe von rund 11'000 Franken zahlen.

Elisa Keller, die jüngere der beiden und Sprecherin der Bewegung, wurde zusätzlich der Nötigung für schuldig befunden, weil sie an weiteren Aktionen beteiligt gewesen war. So hatte sie einen Schlachthof im waadtländischen Vich besetzt und den Strassenverkehr in Aubonne VD blockiert, um die Bevölkerung auf die Anliegen der Tierschutzbewegung aufmerksam zu machen.

Keller wurde zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 30 Franken ohne Bewährung verurteilt, während ihre Mitstreiterin eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken aufgebrummt bekam. Auch ihre Strafe wurde ohne Bewährung ausgesprochen.

Eher leichtes Vergehen

Der Gerichtspräsident stufte das Vergehen der beiden als relativ leicht ein. Die Aktivistinnen hätten die physische Integrität anderer nicht verletzt, unterstrich er.

Trotzdem ging er beim Strafmass über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus. Dieser hatte eine bedingte Strafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken beantragt. Der Viehzüchter, der die Aktivistinnen verklagt hatte, hatte wegen Bandendiebstahls eine unbedingte Strafe verlangt.

Die beiden Frauen hatten für ihre Aktion vor Gericht keine Reue gezeigt und erklärt, dass sie ihren Kampf für die Tiere fortsetzen würden. Die geretteten Ziegen führten heute ein glückliches Leben.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Keller sagte, sie sei enttäuscht über das Urteil. Ein Rekurs sei wahrscheinlich. (aeg/sda)

Fussball-Training im Ziegenstall

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Über 4000 Infizierte im Kanton Waadt – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Coronavirus bei Tiger in Zoo nachgewiesen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Landesverweis: In Schweiz geborener Türke muss Land verlassen

Das Bundesgericht hat die strafrechtliche Landesverweisung für einen in der Schweiz geborenen, 21-jährigen Türken bestätigt. Der Verurteilte hatte einen anderen jungen Mann grausam gequält und erniedrigt.

Das Waadtländer Kantonsgericht verurteilte den Türken zu einer Freiheitsstrafe von 38 Monaten und sprach zusätzlich eine Landesverweisung von zehn Jahren aus. Es befand den jungen Mann der Sachbeschädigung, der versuchten Nötigung, der Freiheitsberaubung und weiterer Straftaten für schuldig.

Wie …

Artikel lesen
Link zum Artikel