Schweiz
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epa07148601 US former vice President and Nobel Peace Prize winner Al Gore speaks at the Grieg investor Conference in Oslo, Norway, 07 November 2018.  EPA/Heiko Junge NORWAY OUT

Besuchte diese Woche Zürich: Friedensnobelpreisträger Al Gore. Bild: EPA/NTB SCANPIX

Al Gore: «Die Hitzetage in Zürich werden stark zunehmen»

Ex-US-Vizepräsident Al Gore zu Gast in der Schweiz: Er warnt vor Klimaextremen und lobt den Forschungsplatz.

Yannick Nock / ch media



Sein Lächeln ist etwas gequält, die Augen schauen müde. Zwölf Stunden dauerte der Flug aus Los Angeles. Für einen Smalltalk ist der ehemalige Vize-Präsident der USA, Al Gore, nach der Ankunft in Zürich trotzdem zu haben. Das ändert sich, als er feststellt, dass sein Gegenüber ein Journalist ist. Sein Blick geht ins Leere, er läuft weg und murmelt: «Heute gebe ich keine Interviews.»

Auf der Bühne ist es wieder der Gore, denn man aus seinen Dokumentationen kennt. Energisch, eloquent, raumeinnehmend. Der 70-Jährige sprach diese Woche auf Einladung des Forschungszentrums Wyss im Museum für Gestaltung in Zürich. Vor Ort war auch der Namensgeber des Zentrums und Mann der vergangenen Woche: Milliardär Hansjörg Wyss. Der gebürtige Berner sorgte mit seiner Ankündigung, eine Milliarde US-Dollar für den Umweltschutz zu spenden, weltweit für Schlagzeilen. Gore ist voll des Lobes ob seines «guten Freundes». Was Hansjörg leiste sei «just amazing». Er tue, was eigentlich die Politiker tun müssten: die Umwelt schützen. Natürlich sparte auch Wyss nicht mit Nettigkeiten. «Hätte es 2000 eine Nachzählung der Stimmen in Florida gegeben, würden wir heute in einer anderen, besseren Welt leben», sagt der 83-Jährige in Anspielung auf den knappen Ausgang der Präsidentschaftswahl vor 18 Jahren. George Bush zog mit hauchdünnem Vorsprung ins Amt ein, Gore musste sich geschlagen geben.

Doch diese Enttäuschung liegt längst hinter ihm. Für seinen Kampf gegen die Klimaerwärmung erhielt er 2007 den Friedensnobelpreis. Wer ihm in Zürich zuhört, weiss warum. Er zählt Flutkatastrophen in Europa auf (Deutschland, Frankreich, England), zeigt wachsende Extremwerte der Temperaturen (samt Wasserlieferungen für durstige Schweizer Alp-Kühe) und sprich von einstigen Jahrtausendereignissen, die mittlerweile jährlich eintreten würden (Mega-Stürme mit meterhohem Hagel in 15 Minuten).

20.08.2018, Hessen, Schluechtern: Vier Rinder stehen auf einer Weide am Ortsrand, deren Graeser wegen der anhaltenden Trockenheit verdorrt sind. (Luftaufnahme mit einer Drohne) (KEYSTONE/Frank Rumpenhorst/dpa)

Hatten diesen Sommer kaum mehr etwas zu Essen wegen der Hitze: Kühe auf einer Weide in Deutschland.  Bild: dpa

Ende der Schweizer Gletscher

Die Schweiz lässt er bei seinen Ausführungen nicht aussen vor. «In Zürich wird die Anzahl Hitzetage stark zunehmen, um 41 Prozent bis 2050.» Und bei den Berggletschern würde jeder hautnah erleben, was die Klimaerwärmung bedeutet. «Das gesamte Eis, der gesamte Schnee der Schweizer Alpen steht auf dem Spiel», sagt er. «Aber werdet nicht depressiv», ruft er den Zuschauern zu. «Was uns Hoffnung macht, dazu komme ich gleich.» Doch zuerst müsse er die Folgen der extremen Dürre benennen, denn sie werden eine neue Bewegung auslösen. «Noch in diesem Jahrhundert wird es eine Milliarde Klimaflüchtlinge geben, wenn wir nicht handeln.» Die ersten politischen Konsequenzen seien bereits sichtbar. «Ob Angela Merkel zurückgetreten wäre, wenn es keine Flüchtlingsbewegung gegeben hätte, wage ich zu bezweifeln.»

Hoffnung, dass es nicht zu einer Massenflucht aus verdorrten Landstrichen kommt, macht Gore die technische Entwicklung. «Wir sind, was die erneuerbaren Energien anbelangt, viel weiter, als wir es je prognostiziert haben.» Nun gelte es, weiter zu forschen. Darin sei die Schweiz vorbildlich. Neben der Grundlagenforschung würden an den Hochschulen konkrete Ideen entwickelt, um die Welt besser zu machen. Investoren müssen mit Visionen den Weg weisen und herausragende Forschung ermöglichen. Wiederum nennt Gore Milliardär Wyss als bestes Beispiel.

Wie man einen Smalltalk charmanter beendet als Gore, zeigte an diesem Abend übrigens ebenfalls der medienscheue Hansjörg Wyss. «Hatten Sie einen guten Flug?», wird er gefragt. «Wäre ich sonst hier?», sagt er dem Journalisten. Ein freundliches Lächeln. Dann geht er auf die Bühne. (aargauerzeitung.ch)

Aletschgletscher schmilzt nach Hitzesommer - Experten warnen

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pointer 12.11.2018 13:05
    Highlight Highlight «Die Hitzetage in Zürich werden stark zunehmen»
    Ja, wegen Leuten wie ihm, die auf viel zu hohem Fuss leben.
  • bcZcity 12.11.2018 12:57
    Highlight Highlight Lieber eine Milliarde in Verhütungsmittel stecken, der beste Klima- und Naturschutz!
    • Fabio74 12.11.2018 14:35
      Highlight Highlight Und ja nichts bei sich ändern. Bei all jenen die zu viel Ressourcen verbrauchen
    • bcZcity 12.11.2018 16:16
      Highlight Highlight Ich ändere schon viel. Ich gehe nur alle 2-3 Jahre mit dem Flugzeug in den Urlaub, ich habe kein Auto, ich habe keine Kinder, ich esse nur 2x pro Woche Fleisch, ich trage fast immer die selben Kleider und kaufe nur neue wenn es nötigt ist.

      Ich recycle, ich achte auf den Wasserverbrauch, ich habe einen "keine Werbung" Aufkleber am BK.

      In meiner Wohnung gibt es nur LED Beleuchtung - die nur brennt wenn ich sie wirklich brauche. Ich heize im Winter nur auf 20 Grad, ich kaufe viel frisch und Bio und ich rauche und trinke damit ich dieser Erde nicht zu lange zur Last falle. Und was machen Sie so?
  • Faktensindböse 12.11.2018 12:04
    Highlight Highlight Klar ist er wieder auf PR-Tour für Schweinebärmann-Zertifikate. Ist ja auch ein riesen Business.
    Oder war es CO2?
    • Fabio74 12.11.2018 14:36
      Highlight Highlight Man kann auch die Augen verschliessen vor dem Klimawandel.
      Was interessieren schmelzende Gletscher. Auftauender Permafrost. Steigende Meeresspiegel.
    • Schleiger 12.11.2018 21:14
      Highlight Highlight Leider ist das Business mit den CO2 Zertifikaten noch nicht riesig genug...
  • just sayin' 12.11.2018 11:28
    Highlight Highlight ich bin überrascht, dass al gore hier in den kommentaren auch kritisch hinterfragt wird und dass diese kommentare nicht gleich digital ans kreuz genagelt werden.

    kritisch hinterfragen (im gegensatz zum blindem slogans-runterbeten) finde ich super!
  • EhrenBratan. Hääää! 12.11.2018 10:48
    Highlight Highlight Fliegt übern grossen Teich um von der Klimaerwärmung zu predigen. Genau mein Humor! 🧐
    • m. benedetti 12.11.2018 11:34
      Highlight Highlight Immerhin ist er der erste Klimamilliardär, da könnte er sich sogar einen Privatjet leisten.
  • LeChef 12.11.2018 09:30
    Highlight Highlight Ich hab persönlich nichts dagegen wenns etwas wärmer wird...
  • Dragona 12.11.2018 08:05
    Highlight Highlight Wyss tut nicht das was eigentlich Politiker tun sollten, sondern das was er als ethisch vernünftig sieht.
    Menschen wie Al Gore sollten sich als Privatpersonen eben genau bei solchen Menschen wie Wyss bemühen Gelder zu erhalten und nicht bei den Poilitikern, die zwar gerne auf der Bühne stehen aber nur das Geld der Bürger ausgeben werden. Wyss konnte einen unvorstellbaren Reichtum unter anderem deshalb ansammeln, weil die Gesetze es ermöglichten. Zeit etwas zurückzugeben. Herr Wyss hat dies anscheinend erkannt.
    • word up 12.11.2018 11:02
      Highlight Highlight @Dragona: warum denkst du, dass wyss hier nur aus ethischen gründen handelt? wyss hat die wichtigkeit zu handeln erkannt, und kein schlechtes gewissen!

      umweltschutz gehört in die politik! gelder sollten genügend und vor allem sinnvoll investiert werden. leider gibt es aber politiker, die sich um die ästhetik der landschaft ab windrädern sorgen - auf strom aber will niemand verzichten!

      es ssollte uns allen wichtig sein, auf unsere sensible umwelt acht zu geben und nicht reiche dafür zu belangen! so funktioniert das nicht!

      danke herr wyss!
  • koks 12.11.2018 07:54
    Highlight Highlight Wieviel kostete Gores Auftritt? Ein sechststelliger Betrag wie üblich (Umweltschutz für die Elite)?
  • Muselbert Qrate 12.11.2018 07:53
    Highlight Highlight Al Gore und seine Follower. Ein Fall für Hugo Stamm?
  • Flötist 12.11.2018 05:35
    Highlight Highlight “«In Zürich wird die Anzahl Hitzetage stark zunehmen, um 41 Prozent bis 2050.»”

    Puh, gut wohne ich aussrhalb von Zürich.
    • Raphael Stein 12.11.2018 09:49
      Highlight Highlight Ausserhalb?
      Keine Angst, die Vororte werden bloss überschwemmt.

      Von Hitzeflüchtlingen.
  • Silent_Revolution 12.11.2018 02:11
    Highlight Highlight In erneuerbare Energien zu investieren und Landteile für den Naturschutz aufzukaufen ist so ziemlich alles was bei solchen Typen an "Visionen" aufkommt.

    Selbst leben sie auf grossem Fuss, jetten um die Welt, leben in Villen, zelebrieren den Materialismus und verzeichnen einen Ressourcenverbrauch der auch mit grünsten Technologien weit über dem verträglichen Mass liegt und wohl etwa 30 - 40 Schweizer Durschnittsbürgern entspricht.

    Ausschweifend lebende Menschen tragen den grössten Teil zum menschgemachten Klimawandel bei. Somit sind Hansjörg Wyss und Al Gore immer mehr Problem als Lösung.
    • Fabio74 12.11.2018 14:38
      Highlight Highlight @e7#9 wwr kontrolliert mit dezentraler Energieversorgung die Welt?
      Heute kontrollieren die Atom und Öllobby das Land
    • matcha 12.11.2018 18:54
      Highlight Highlight Soll doch seine reden in den USA schwinge und auch dort seine ratschläge erteilen. Dann muss er weniger rumfliegen.

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