Schweiz
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26.03.2020, Baden-Württemberg, Konstanz: Ein Paar umarmt sich an der deutsch-schweizerischen Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Das Paar ist durch einen Grenzzaun getrennt und kann sich nur so umarmen und treffen. Dutzende Paare und Familien haben sich an der mehreren hundert Meter langen Grenze, die normalerweise offen ist für Fußgänger und Radfahrer, getroffen, um sich zu sehen. Die Schweizer Polizei und eine Sicherheitsdienst kontrollieren den Abstand der Paare und Familien. Foto: Felix Kästle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Paar umarmt sich nach der Errichtung eines ersten Zauns an der Grenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz. Bild: dpa

Kommentar

Wie die Grenze in unseren Köpfen gefallen ist

Die Grenzen zu Deutschland, Frankreich und Österreich sollen bis 15. Juni offen sein, und (fast) alle freuen sich. Wir sind europäischer, als wir es manchmal wahrhaben wollen.



Seit dem Beitritt zum Schengen-Raum 2008 ist die Schweiz ein Teil des schrankenlosen Europa. Wir gewöhnten uns schnell und gern an das Reisen ohne Grenzkontrollen durch weite Teile des Kontinents. Umso heftiger war der Schock, als mit der Corona-Pandemie die Grenzen von einem Tag auf den anderen dicht gemacht wurden.

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Von der Rückkehr des Nationalstaats war die Rede, einer Re-Nationalisierung Europas. Manche EU-Gegner rieben sich auch hierzulande voller Vorfreude die Hände. Sie dürften einmal mehr falsch liegen. Der Drang zur Grenzöffnung ist so stark, dass sich die EU-Kommission am Mittwoch eiligst bemühte, einen eigenen Öffnungsplan vorzulegen.

Bundesraetin Karin Keller-Sutter aeussert sich ueber eine rasche Grenzoeffnung zu Deutschland, Oesterreich und Frankreich waehrend der Coronavirus Pandemie, am Mittwoch, 13. Mai 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Justizministerin Karin Keller-Sutter verkündet am Mittwoch die Öffnung der Grenzen. Bild: KEYSTONE

Die stark eingeschränkte Reisefreiheit soll schrittweise wiederhergestellt werden. Dabei gilt es, auf die unterschiedliche Betroffenheit durch das Coronavirus Rücksicht zu nehmen. Bereits am Mittwoch einigte sich die Schweiz mit den Nachbarländern Deutschland, Österreich und Frankreich, die Grenzen ab 15. Juni vollständig zu öffnen.

An der deutschen Grenze soll es schon ab Samstag Lockerungen geben. Der «triftige Grund» für eine Einreise könnte ziemlich grosszügig ausgelegt werden. Das stark vom Tourismus abhängige Österreich hätte gerne sofort geöffnet, doch die Franzosen traten auf die Bremse. Sie leiden wesentlich mehr unter der Pandemie als die anderen Länder.

Andere Länder haben ebenfalls Erleichterungen beim Grenzverkehr beschlossen. Diese Entwicklung zeigt, dass Europa stärker zusammengewachsen ist, als die notorischen EU-Gegner wahrhaben wollen. Der freie Personen- und Warenverkehr, der Fremdenverkehr und nicht zuletzt das Zwischenmenschliche haben wesentlich dazu beigetragen.

Grenzgaenger passieren den Zoll von Italien in die Schweiz, am Montag, 9. Maerz 2020, in Chiasso. Inmitten der Coronavirus-Krise bleibt die Grenze zwischen Italien und der Schweiz fuer Grenzgaenger vorerst offen. Die italienische Regierung hatte ein grundsaetzliches Ein- und Ausreiseverbot fuer die mehr als 15 Millionen Einwohner der Regionen im Norden des Landes erlassen. (KEYSTONE/Ti-Press/Elia Bianchi)

Grenzgänger durften auch während der Schliessung einreisen, wie hier in Chiasso. Bild: KEYSTONE/Ti-Press

An kaum einem Ort zeigte sich dies so deutlich wie am Zaun zwischen Kreuzlingen und Konstanz, der nach der Grenzschliessung hochgezogen wurde. Liebespaare, Familien, Freunde konnten sich auf einmal nicht mehr treffen. Es kam zu herzzerreissenden Szenen, bis zu Küssen durch das Drahtgeflecht, weshalb ein zweiter Zaun errichtet wurde.

Dringliche Aufforderung

Auf beiden Seiten der Grenze hielt sich das Verständnis in Grenzen. Deutsche fühlten sich an die Teilung ihres Landes erinnert. Am Montag forderten der Kreuzlinger Stadtpräsident und der Oberbürgermeister von Konstanz die Regierungen in Berlin und Bern «dringlich» auf, die Grenze zu öffnen und «die massiven Einschränkungen für unsere Bevölkerung aufzuheben».

Als Justizministerin Karin Keller-Sutter am Mittwoch vor den Medien auf den Zaun angesprochen wurde, bemühte sich die Ostschweizerin wortreich, die Verantwortung von sich zu weisen. Sie habe die Errichtung nicht angeordnet. Tatsächlich hatte der Regionale Führungsstab Kreuzlingen den zweiten Zaun gebaut, weil sich zu viele Personen an der Grenze versammelt hätten.

Die Schweiz blockierten

Diese Entwicklung ist nicht ohne Ironie, denn bereits 1939 hatte die Schweiz erstmals einen Zaun zwischen Kreuzlingen und Konstanz errichtet, um Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland abzuschrecken. Er blieb noch lange nach Ende des Zweiten Weltkriegs stehen. Als 1989 die Berliner Mauer fiel, fragten sich die Konstanzer, wozu es den Zaun überhaupt noch brauche.

Deutschland rechts und Schweiz links, ein Maschendrahtzaun trennt noch immer die Ortschaften Kreuzlingen( Schweiz ) und Konstanz ( Deutschland ), obwohl sie laengst zusammen gewachsen sind, er zieht sich der Grenze entlang zwischen Seeufer, Hinterhoefen und Gaerten. Gebaut wurde der Zaun kurz vor dem zweiten Weltkrieg und jetzt scheinen die Tage des heute noch 1,5 km langen Grenzzauns gezaehlt. (KEYSTONE/Regina Kuehne)

Der ursprünglich 1939 errichtete Zaun stand bis vor wenigen Jahren. Bild: KEYSTONE

Es waren die seit dem Krieg auf Igel-Mentalität eingestellten Schweizer, die sich lange gegen den Abbau wehrten. Ab 1999 war es soweit, der Zaun wurde in mehreren Etappen entfernt. Die heutige Forderung nach einer raschen Öffnung zeigt, wie sich die Zeiten geändert haben. Zäune werden nicht mehr als Schutz betrachtet, sondern als Hindernis.

Ferien am Meer?

Das gilt für die meisten Grenzregionen, selbst für das Tessin, das mit Italien in einer Art Hassliebe verbunden ist. Denn man ist in der Schweiz auf die Grenzgänger angewiesen. Umgekehrt freut man sich im nahen Ausland über die zahlungskräftigen Schweizer Einkaufstouristen. Von dort kommt denn auch der grösste Druck auf die Regierungen.

Die Zugehörigkeit zu Schengen hat uns vielleicht europäischer gemacht, als viele wahrhaben wollen. Ein Indiz ist auch die Schlagzeile auf der «Blick»-Titelseite vom Mittwoch. «Ferien am Meer!» verhiess das Boulevardblatt mit dicken Buchstaben. Und reichlich vollmundig, denn noch ist nicht klar, ob und wie Strandferien möglich sein können.

SVP will Kontrollen behalten

Viele Länder bleiben vorsichtig, besonders das leidgeprüfte Italien. Denn die Entwicklung der Infektionskurve bleibt der wesentliche Indikator für das Ausmass der Öffnung von Grenzen und touristischen Einrichtungen. Manchen Epidemiologen treibt allein die Aussicht den Schweiss auf die Stirne, denn mit den Menschen wird auch das Virus mobiler.

Der Traum von offenen Grenzen und Ferien am Strand könnte rasch platzen. Und wie «europäisch» wir sind, wird sich am 27. September bei der Abstimmung über die Begrenzungsinitiative der SVP zeigen. Sie zielt in erster Linie auf die Personenfreizügigkeit, aber die SVP verheimlicht nicht, dass sie dauerhaft Grenzkontrollen einführen möchte.

Ihre Exponenten protestieren gegen die Rückkehr zum Schengen-System am 15. Juni. Nicht ohne zu betonen, dass Touristen und Geschäftsleute willkommen sind, ebenso Fachkräfte aus der EU. Wenn es ums Geld geht, ist eben auch die SVP viel europäischer, als sie sich eingestehen will. Selbst in ihren Köpfen ist so manche Barriere gefallen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Töfflifahrer 16.05.2020 07:35
    Highlight Highlight Sicher bin ich Europäer, auch als Schweizer. Aber das hat rein gar nichts mit der EU zu tun. So wie die sich aktuell präsentiert, will ich da auch nicht hin.
  • XKCD 15.05.2020 17:19
    Highlight Highlight Ja, die "geschlossenen" Grenzen haben viele negative Auswirkungen. Einige wenige positive Aspekte gibts aber dennoch: Kriminaltourismus existiert praktisch nicht mehr. In der Abwägung zu freiem Personenverkehr aber ein vernachlässigbarer Faktor.
  • Sarkasmusdetektor 15.05.2020 16:35
    Highlight Highlight Die Grenzschliessungen waren sowieso von Anfang an Unsinn. Ich wüsste von keinem Land, dass die Grenzen geschlossen hat, bevor das Virus über die Grenze war. Und wenn es erst auf beiden Seiten ist, kann man kontrollieren und Quarantänen verhängen, aber die Schliessung bringt dann nichts mehr.
  • Roelli 15.05.2020 14:48
    Highlight Highlight Das ist dass was mich am Anfang der Krise am meisten Schockiert hat.
    Ich bin 29 Jahre alt und habe nie erlebt das ich nicht ausreisen kann.
    Plötzlich steht jedoch in Bern auf der Autobahn
    „D, I, A, F ausreise nur beschränkt möglich.“
    Da habe ich richtig realisiert wie uns dieses Virus einschränk.
    Passt auf euch auf unf bleibt gesund💋
  • bastardo 15.05.2020 14:38
    Highlight Highlight "Wenn es ums Geld geht, ist eben auch die SVP viel europäischer, als sie sich eingestehen will."

    Genau, nur die SVP. Bei allen anderen Parteien steht die Nächstenliebe zuoberst und das liebe Geld ist denen schnurzpiepsegal.
    • Steibocktschingg 15.05.2020 20:32
      Highlight Highlight Nein, aber bei der SVP kommt nach dem Geld nur noch der Narzissmus ihres Führers und der Huldigung seiner Person durch die ihm treu ergebenen Parteielite. Bei den anderen Parteien kommt danach wenigstens noch was Gescheiteres als ein unschweizerischer, undemokratischer, fast schon krankhafter Personenkult. Zum Beispiel die Sorge um all die KMU, um die Geringverdiener, um die Grenzregionen, etc.
  • BöserOnkel 15.05.2020 14:23
    Highlight Highlight Hab ich was verpasst? Waren die Grenzen früher dicht? Hab ich als Kind mit meinen Eltern gar nicht praktisch jedes Land in Europa bereist? War dies alles nur Wunschdenken? Zumindest wenn ich Blunschis Text lese, muss dem so sein, den anscheindend glich ein Grenzübertritt früher einem Wunder. Fast wie die Teilung des roten Meers.
    Das ist mal wieder ein ausgemachter Humbug, den du da schreibst. Freier Personenverkehr hat unbestritten seine Vorteile, aber hat sich dadurch irgendwas grundsätzliche am Leben von Otto Normalbürger geändert?
    • Hiker 15.05.2020 15:01
      Highlight Highlight Ich gebe Dir gerne den guten Rat einmal in die Ukraine einzureisen. Nicht jetzt nach Corona aber wenn dereinst die EU wieder offen ist. Dann kannst Du gerne noch einmal auf Deine Ansichten über die Zustände von früher zurückkommen. Ich vermute mal Du bist zu jung um auch nur die geringste Ahnung davon zu haben wie es früher war. Es gab auch für jedes Land eine andere Währung. Da konntest Du jedesmal das Währungsrisiko selber tragen! Von nichts eine Ahnung aber Hauptsache grosse Klappe. Ihr wiedert mich an.
    • BöserOnkel 15.05.2020 17:23
      Highlight Highlight Ich war mehrfach in der Ukraine und auch in Russland wo Visapflicht herrscht. Selbst in China. Und was soll an der Einreise dort kompliziert sein? Vielleicht brauch im am Flughafen etwas länger. Das war’s dann aber auch! Also erklär mir mal, was die Personenfreizügigkeit grundlegend an deinem Leben geändert hat? Und grosse Klappe haben, aber den Unterschied zwischen Währungsunion und Personenfreizügigkeit nicht kennen, gell du Held! Zumal auch Währungswechsel heutzutage dank Kreditkarten völlig problem- und risikolos ist. Wie war das mit von nichts eine Ahnung haben?
    • Hiker 16.05.2020 02:24
      Highlight Highlight Gerne böser Onkel. Ich gehe im Dezember mit einem Hilfswerk jeweils in die Ukraine um den Menschen dort Hilfsgüter zu bringen. Es ist jedes mal ein Abenteuer ein und auch wieder auszureisen. Keine Ahnung was Du mir hier zu erzählen versuchst, aber es entspricht nicht der Wahrheit das die Einreise einfach so funktioniert. Im Gegenteil, wir mussten letztes mal 200 km Umweg fahren weil es Probleme an der Grenze gab. Ein hoch auf die Grenzkontrollen Du Held! Du hast nicht den Schimmer einer Ahnung. Warst vermutlich noch nie in der Ukraine. Trauriger Kommentar!
    Weitere Antworten anzeigen
  • fools garden 15.05.2020 14:07
    Highlight Highlight Der Kern unserer Familie, seit meinen Großeltern, liegen im Südtirol, Nordtirol, Deutschland, Deutschschweiz, Tessin.
    Ich wohne seit 20 Jahren in Frankreich.
    Ich kann mir Grenzen wahrlich schlecht vorstellen und sie tragen auch nicht wirklich zu meinem Wohlbefinden bei.
  • DemonCore 15.05.2020 14:00
    Highlight Highlight Die Grenzen müssen alle wieder geöffnet werden und in Zukunft müssen viel höhere Hürden herrschen.

    Reisebeschränkungen zur Epidemiebekämpfung sind eine gute Idee, aber sie müssen sich an epidemologischen Erkenntnissen orientieren, nicht an mehr oder weniger zufällig verlaufenden nationalen Grenzen.
  • El Vals del Obrero 15.05.2020 13:32
    Highlight Highlight Wie sieht es eigentlich in Büsingen (deutsche Enklave in der Schweiz) oder Campione (italienische Enklave in der Schweiz) aus?

    Sind die eingesperrt? Oder dürfen sie im Transit in ihr Mutterland reisen? Oder zählen sie epidemologisch zur Schweiz und dürfen dafür nicht in ihr Land?
    • misohelveticos 15.05.2020 14:07
      Highlight Highlight Einmal dort schauen:
      https://www.buesingen.de/de/Aktuelles-zum-Corona-Virus

      Wer eine Meldebescheinigung aus Büsingen (bestätigt, dass er dort seinen Wohnsitz hat) vorweisen kann, hat wenig Probleme und darf sowohl in die CH als auch nach D einreisen, auch wenn diese Person nicht die dt. Staatsangehörigkeit hat.
    • marchinon 15.05.2020 14:08
      Highlight Highlight Die Büsinger dürfen nach Deutschland einreisen. Es hat dort in der Nähe sogar einen Grenzübergang, der explizit nur für den Grenzübertritt von in Büsingen wohnhaften Personen geöffnet ist. Zudem können sich die Büsinger/innen natürlich innerhalb der Schweiz frei bewegen.
  • RichiZueri 15.05.2020 13:15
    Highlight Highlight Finde den Beitrag falsch und an den Haaren herangezogen.
    1. Ist eine Grenzkontrolle nicht annähernd dasselbe wie geschlossene Grenzen.
    2. Ist europäisch zu sein und sich so zu fühlen nicht mit einer EU-Angehörigkeit gleichzusetzen.
    3. Als Beispiel einen Zaun aus der Nazizeit zu nehmen und mit der Corona Situation zu Vergleichen, ist im Ursprung nun wirklich nicht vergleichbar.
    4. Stellen ein paar SVP Hardliner so oder so nicht die generelle Meinung dar.
  • Donald Trump 15.05.2020 13:10
    Highlight Highlight Okay folks.... Wozu einen Zaun, wenn man eine Mauer haben kann? I'll make the mexicans pay for the wall. Wieso baut ihr nicht eine Mauer und lasst die Deutschen zahlen? Ihr seht ja, was eine Mauer nützt: America is great again!
    • Varanasi 15.05.2020 14:42
      Highlight Highlight Die Deutschen haben gewisse Erfahrungen mit Mauern. Ich befürchte, die werden für so ein Ding nicht zahlen wollen.
    • Hiker 15.05.2020 15:03
      Highlight Highlight Varanasi nö denk ich auch nicht, kä luscht! 😁
  • De-Saint-Ex 15.05.2020 13:05
    Highlight Highlight „Wenn es ums Geld geht, ist eben auch die SVP viel europäischer, als sie sich eingestehen will. Selbst in ihren Köpfen ist so manche Barriere gefallen“... falsch, wenn es ums Geld (scheffeln) geht, gibt und gab es bei der SVP keine Barrieren... nie. Insgeheim betet die SVP, dass ihre Initiative abgelehnt wird. Aber man muss halt die xenophobe Wählerschaft bedienen...
    • balzercomp 15.05.2020 15:14
      Highlight Highlight Ja, aber möglichst knapp. Die Annahme der MEI war ganz klar für die SVP-Führung ein Unfall.
    • Steibocktschingg 15.05.2020 20:36
      Highlight Highlight Ausgeschlachtet hat sie diesen Unfall aber dennoch. Und mehrfach die PFZ kündigen oder sonst wie loswerden, trotz wiederholter Bekräftigung der PFZ durch die Stimmberechtigten wollte sie auch. Macht es die EU einmal so, dass es eine zweite Abstimmung über eine dazwischen angepassten Vorlage gibt, ist es "abstimmen, bis das Ergebnis passt". Selbstverständlich gibt es keinerlei Spuren von Bigotterie und Doppelmoral bei der volksfernen Classe politique der SVP.
  • DerRaucher 15.05.2020 12:59
    Highlight Highlight Ich hoffe das dem ein oder anderen bewusst geworden ist, was für ein Luxus offene Grenzen sind.
    • DemonCore 15.05.2020 13:51
      Highlight Highlight Nein. Offene Grenzen sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Grenzen sind erstmal ein Rückschritt und ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

      Eher sind geschlossene Grenzen ein Luxus, den wir uns nicht länger leisten sollten.
    • balzercomp 15.05.2020 15:15
      Highlight Highlight Sie dürfen es heute nicht mehr sein. In Europa darf es keine geschlossenen Grenzen mehr geben.
  • Auric 15.05.2020 12:31
    Highlight Highlight Ich bin alt genug um mich an ein Europa ohne Schengen zu erinnern.

    Wegen mir können die gerne die Personenkontrollen wieder aufnehmen, die können auch mit Infrarot Thermometer nach Fieberkranken suchen, alle Grenzübergänge die ich kenne sind großzügig ausgebaut und haben mehrer Spuren, das Chaos das auch schon früher ab und zu da herrschte lag an den fehlenden Zöllnern und geschlossenen Spuren (oder schlicht Faulheit/Arroganz)
    Also hört endlich auf die Steuerzahler einzusperren, sperrt lieber die Verbrecher ein.
  • soulpower 15.05.2020 12:12
    Highlight Highlight Ein etwas schiefer Nebeneffekt der Corona Krise: die Leute sind irgendwie nationalistischer geworden, nicht nur die Schweiz. Alle haben zuerst darauf geschaut, dass sie als erste Masken bekommen, dann der Hype darüber, dass alle in ihr Land zurückkehren sollten weil man nirgendwo anders sicher sei, die totale Abriegelung aller Grenzen. Man kann nur hoffen, dass dies nicht bleibende "nationalistische" Schäden ergibt.
    • Vecchia 15.05.2020 13:04
      Highlight Highlight Die "Nationalisten", die bei jeder Gelegenheit mit dem Schweizerkreuz-T-Shirt herumlaufen und sehr gerne in Deutschland einkaufen um ihr Schweizer Portemonnaie zu schonen, sind genauso bereit die Grenzen zu übertreten, wie vor der Krise.
      Wo Geld eine Rolle spielt, hört Nationalismus auf.
    • winglet55 15.05.2020 13:29
      Highlight Highlight @ Vecchia, nicht zu vergessen die Klientel, die im Edelweiss Hemd „ Made in Portugal“ herumläuft und sich als Eidgenossen outen möchten.
    • Hiker 15.05.2020 15:09
      Highlight Highlight Ganz zu schweigen davon, was zum Geier ein Eidgenoss genau sein soll?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magenta 15.05.2020 12:01
    Highlight Highlight Als Europäerin gefühlt habe ich mich schon immer. Die Schweiz liegt ja schliesslich in Europa. Aber ich fühle mich nicht der EU zugehörig, und das ist ein Unterschied.
    • Toni.Stark 15.05.2020 12:45
      Highlight Highlight So geht es vielen in der Schweiz! Auch die Zusammenarbeit mit dem Ausland stört niemanden. Aber stören tut uns eine bürokratische Zentralregierung, die alles über einen Kamm scheren will.
    • DemonCore 15.05.2020 13:56
      Highlight Highlight Falsch. Die EU ist die Union der Europäer. Ein guter Europäer ist nicht grundsätzlich gegen die EU. Klar ist man nicht mit allem einverstanden. Wenn ich mit Bern nicht einverstanden bin, fordere ich auch nicht gleich die Auflösung der Schweiz.

      Auch die grössten EU Gegner müssen anerkennen, dass die EU über die Jahrzehnte reale und mentale Grenzen abgebaut hat und Frieden und Stabilität geschaffen hat. Bessere Alternativen haben unsere Superpatrioten nie vorgestellt.
    • misohelveticos 15.05.2020 14:20
      Highlight Highlight @Toni.Stark sollten mit "bürokratischer Zentralregierung" die EU-Institutionen gemeint sein, zeigt das nur, dass Du die Parolen von Eu-Ahnungslosen nachplapperst.
      Macht aber nichts, ob Leute wie Du und Magenta, wirklich die schweizer Mehrheitsmeinung darstellen, wird sich am 27.09. zeigen. Wenn Ihr Euch dann selbst innerhalb eines Jahres aus dem privilegierten Binnenmarktzugang rauskatapultiert, soll es mir Recht sein. Die EU funktioniert ohne die Schweiz, ob die Schweiz ohne die EU funktioniert darf bezweifelt werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 15.05.2020 11:49
    Highlight Highlight Es ist halt immer eine Frage der Perspektive:

    Ein z.B. Zürcher oder Innerschweizer (und 90% der nationalen Medien sind halt mittlerweile dort konzentriert) denkt bei einem Zaun in Kreuzlingen (oder auch Basel) an "die Deutschen" und "die Schweizer".

    Die Anwohner dort denken aber nur an "die Konstanzer" und "die Kreuzlinger", unabhängig davon wie die "Schweizer Mentalität" als Gesamtes ist.

    Es ist schon ein Privileg, wenn die Stadtgrenze nicht Teil von nationalen Politiken ist. Als Gedankenexperiment könnte man sich ja vorstellen,dass die Grenze z.B. zwischen Zürich und Wallisellen verlauft.
    • Auric 15.05.2020 12:33
      Highlight Highlight ganz genau so ist das, man kann sich ja mal ausdenken wenn die aus Pratteln nicht mehr nach Basel dürfen, wenn die aus Hergiswil nicht mehr nach Luzern
    • Kai Stamm 15.05.2020 12:56
      Highlight Highlight Die «Schweizer Mentalität» ist ohnehin eine Illusion. Ein Wortkonstrukt um zusammenzuhalten, was in der Mentalität nicht zusammenhält. Die Mentalität des Konstanzers entspricht bswp. der des Kreuzlingers wesentlich stärker als die des Kreuzlingers der des Genfers, Tessiners oder Bündners.
    • Merida 15.05.2020 14:10
      Highlight Highlight Bei den Rheinfeldnern und Laufenburgern wird nicht mal aus der Bezeichnung klar, in welchem Land sie leben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • koalabear 15.05.2020 11:44
    Highlight Highlight Es gibt trotzdem einem grossen Unterschied, trotz Grenzkontrollen konnten die Grenzen mit gültigem Ausweis jederzeit passiert werden. Jetzt sind die Grenzen geschlossen, unabhängig des Zauns.
    • Pafeld 15.05.2020 12:14
      Highlight Highlight Naja. Sehr viel flüssiger läuft der Verkehr mit Kontrollen auch nicht als jetzt. An den Grenzübergängen herrscht längst nicht mehr der Andrang, den viele noch von den 90er Jahren im Kopf haben. Die BGI ist und bleibt eine Mogelpackung, die sich an einem überromantisierten Vergangenheitsbild orientiert, das so nicht existierte. Wir haben keine Grenzmauer um unser Land. Wer illegal einreisen will, hatte immer genug Möglichkeiten.
  • Ortega Peru 15.05.2020 11:39
    Highlight Highlight Weitaus schlimmer ist eine andere Grenze, die in den Köpfen vieler Menschen gefallen ist. Die Grenze, die schwachsinnige Theorien von gesicherten Fakten abgrenzt. Die abstrusen Theorien, die sich inzwischen zu Corona und anderen Themen im Internet verbreiten und auch immer mehr Zuspruch finden, verursachen bei mir grosses Kopfzerbrechen und Angst.
  • du_bist_du 15.05.2020 11:37
    Highlight Highlight Auch ich befürworte ein miteinander und den unkomplizierten Grenzverkehr. Dies aus pragmatischen Gründen

    Wie aber der Autor darauf kommt, dass alle ausser der SVP Grenzen doof finden erschliesst sich mir nicht.
    Weil die Blickredaktion wiedereinmal für das Volk spricht? Weile einige Liebespaare nun benachteiligt werden? Ebenso setzt der Autor wirtschaftliche Vernunft (freier Warenverkehr, Grenzgänger) gleich mit einem tiefen, interkulturellen Wunsch nach allgemein offenen Grenzen. Ehhh... das muss nicht zusammenhängen.

    Vielleicht verstehe ich auch einfach den Artikel nicht.

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