Schweiz
Konsum - Detailhandel

Detailhandelsverband wehrt sich gegen Erhöhung der Mehrwertsteuer

ARCHIVBILD ZU CS-STUDIE ZUM SCHWEIZER DETAILHANDEL -- A shopping basket with groceries at the branch of retailer Denner in Rueschlikon, Switzerland, on May 10, 2016. (KEYSTONE/Christian Beutler)

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Steigt die Mehrwertsteuer, steigt der Preis im Kühlregal.Bild: KEYSTONE

Detailhändler zur Erhöhung der Mehrwertsteuer: «Wir sagen Nein»

Der Detailhandelsverband wehrt sich gegen die «Selbstbedienungsmentalität» der Politik.
10.02.2026, 04:2810.02.2026, 04:28
Florence Vuichard / ch media

Ob Armee, AHV oder Bahn: Braucht der Bund für seine Ausbaupläne mehr Geld, dann greift er aufgrund der klammen Finanzlage mit Vorliebe zur Mehrwertsteuer. Dagmar Jenni, die Geschäftsführerin des Detailhandelsverbands Swiss Retail Federation, spricht deshalb bei der Mehrwertsteuer gar von einem «Selbstbedienungsladen». Die Politik mache es sich derzeit sehr einfach: Sie wolle alle Finanzierungsprobleme mit zusätzlichen Einnahmen lösen.

Aargauer Zeitung, 09.02.2026:
Detailhändler stemmen sich gegen Mehrwertsteuererhöhung

Dagmar Jenni, Geschäftsführerin der Swiss Retail Federation.
Dagmar Jenni, Geschäftsführerin der Swiss Retail Federation.Bild: zvg

«Wir sagen Nein»

Doch noch bevor von Bundesrat und Parlament fertig ausgearbeitete Vorlagen für weitere Mehrwertsteuererhöhungen auf dem Tisch liegen, kündet Jenni bereits Widerstand an. «Wir sagen Nein.» Mit diesem «wir» ist insbesondere die Swiss Retail Federation mit ihren 6200 Beschäftigten in 2300 Unternehmen gemeint – aber wohl auch die gesamte Branche mit knapp 340'000 Beschäftigten in rund 34'000 Unternehmen. Denn jede Mehrwertsteuererhöhung verteuert den Konsum und erschwert laut Jenni das Geschäft für den Detailhandel, der ohnehin angesichts der tiefen Margen und der vielen Herausforderungen unter Druck stehe.

Zuoberst im «Sorgenbarometer» der Branche rangiert der angesichts der Konkurrenzsituation immer härter werdende Preiskampf, wie aus einer am Montag in Bern vorgestellten Umfrage des Detailhandelsverbands bei seinen Mitgliedern hervorgeht. Auf den Rängen zwei und drei folgen der Margendruck und die anhaltend schlechte Konsumentenstimmung.

Angeheizt wird der Preiskampf nicht nur im Inland, wo auch die Grossverteiler mit Tiefpreisstrategien punkten wollen, sondern vor allem durch die neue Konkurrenz aus dem Ausland, namentlich aus Asien. So glauben 68 Prozent der befragten Detailhändler, dass Temu, Shein und Co einen «eher» oder «sehr starken» Einfluss auf die hiesige Branche haben. Angesprochen aufs eigene Geschäft wähnt sich rund die Hälfte in Sicherheit und erwartet persönlich keine Umsatzeinbussen aufgrund der neuen Billigkonkurrenz aus China. Das heisst aber umgekehrt, dass die andere Hälfte durchaus von Umsatzverlusten ausgeht. 30 Prozent rechnen mit Einbussen bis zu 3 Prozent, der Rest ist sogar noch pessimistischer.

Weniger Regulierung erwünscht

Grundsätzlich sei die Branche in Bezug auf 2026 «leicht pessimistischer» als noch vor einem Jahr: Drei Viertel der Befragten erwarten für die Branche einen durchschnittlichen Geschäftsverlauf, ein Viertel geht von einem unterdurchschnittlichen Jahr aus. Heruntergebrochen auf das eigene Unternehmen, zeigen sich die Detailhändler dann leicht optimistischer. Hier gehen immerhin 19 Prozent von einem «überdurchschnittlichen Geschäftsverlauf» aus. Fast gleich viele rechnen aber mit einem unterdurchschnittlichen Ergebnis.

Angesichts des verschärften Wettbewerbsumfelds dürfe die Politik die Situation für den Schweizer Detailhandel nicht mit neuen Regulierungen erschweren, sagt Dagmar Jenni. Im Gegenteil: Sie fordert die Abschaffung mehrerer schweizerischer Vorschriften, etwa bei der Produktdeklarierung, die es in der EU nicht gibt. «Wer die Binnenwirtschaft stärken will, darf den Detailhandel nicht zusätzlich belasten.» Und der dürfe auch den Konsum nicht zusätzlich verteuern. Etwa über zusätzliche Mehrwertsteuerprozente.

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Die beliebtesten Kommentare
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_Momo_
10.02.2026 05:38registriert August 2025
Warum möchte der Bund bei finanziellen Engpässen immer auf die MwSt. greifen?

Ganz klar, da die meisten Unternehmen keine MwSt. bezahlen, wird hier einmal mehr wirtschaftsfreundliche Politik betrieben. Dem Arbeiter dagegen kann man ja endlos die Kohle aus dem Sack ziehen.

Nein liebe Politiker, auch die Wirtschaft hat sich finanziell am Staat zu beteiligen, schliesslich profitiert sie genauso wie der Arbeiter. Zum Glück braucht es jedesmal eine Volksabstimmung bei einer gepl. Erhöhung der MwSt., sonst wären wir schon lange bei 20%!
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