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News aus Banalistan: Wir müssen reden, lieber «Blick» – über die Kardashians

philipp dahm



Willkommen, werter, medienkompetenter User! Du kennst ja das Sprichwort: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Kennste? Kennste?

Das gilt gerade und besonders für die Schweizer Presselandschaft, in der Kritik eigentlich grundsätzlich als Medienschelte, Verbrechen und Vaterlandsverrat verstanden wird.

Dennoch müssen wir reden, lieber «Blick». Über diesen Kardashian-Artikel. Es soll ja Leute geben, die sich über diese US-Prominenz fürchterlich aufregen. «Warum berichtet Ihr überhaupt darüber?», mäkeln die einen. «Gibt es nichts Wichtigeres?», mosern die anderen. Plus plakativ-pöbeliger Frage: «Echt jetzt?»

Recording artist Kanye West, left, and television personality Kim Kardashian, right, attend Harper's Bazaar Icons celebration during NYFW Spring/Summer 2017 at the Plaza Hotel on Friday, Sept. 9, 2016, in New York. (Photo by Andy Kropa/Invision/AP)

Kanye West und Kim Kardashian im September in New York. Bild: Andy Kropa/Invision/AP/Invision

Nun könnte man entgegenhalten, dass jene User die Artikel ja nicht lesen müssen. Oder antworten, dass man nicht immer News über AHV-Alarm, Mord in Moldawien oder die Zinkkrise in Zentralasien lesen kann. Aber nach diesem Blick-«Bericht» über jene Kardashians hast du gegen solche Leute keine Argumente mehr.

Du so?

Und damit sind wir finalmente beim Thema: Es gibt in dem besagten Artikel nur eine Aussage. Und diese Aussage ist ... 

Bild

screenhot blick.ch am 5. oktober 2016

Die Kardashians äussern sich auf Social Media nicht zum Überfall in Paris. Ist die Tatsache, dass jemand nichts sagt, eine Meldung wert? Eigentlich nicht, aber auch watson bringt ja dann und wann auch News aus Banalistan. Vielleicht steckt der Teufel bei dem «Blick»-Artikel ja im Detail?

epaselect epa05513634 US entertainers Kim Kardashian (R) and Kayne West (L) arrive on the red carpet for the 33rd MTV Video Music Awards (VMA) at Madison Square Garden in New York, New York, USA, 28 August 2016.  EPA/JASON SZENES

Hier lachen Kim und Kanye alle ihre Probleme weg. Einfach so! Bild: JASON SZENES/EPA/KEYSTONE

Wir erfahren, dass Kim Kardashian 84,2 Millionen Follower auf Instagram und 48,3 Millionen Twitter hat. Und auf eben jenen Kanälen zum Vorfall schweigt. Ach so, das hatten wir schon ... Und dass sie nach eigenen Angaben schon mal 1500 Selfies pro Tag macht.

Und wir als medienkompetente Füchse so:

Und sonst? wie geht es weiter?

«Kein Statement zur Schreckensnacht in Paris, keine Outfit-Posts, keine neuen Bilder.»

 Kollegen vom «Blick»

epa04494164 US celebrity personality Kim Kardashian arrives at Spice Market in Melbourne, Australia, 18 November 2014. Kardashian is in Australia on a promotional tour.  EPA/JULIAN SMITH AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Kein neues Outfit ... Wenn Kim immer dieses Kleid tragen würde, wäre das WIRKLICH ein Problem. Bild: EPA/AAP

Ja, wissen wir jetzt ja. Und? Auch die Kardashian-Sippe hat nichts verlautbart. Puh, aber irgendwas muss es doch geben!!!

«Lediglich Caitlyn Jenner postete heute ein Instagram-Foto.»

Uff, dem Himmel sei Dank. 

«Auch hier: Kein Wort zu den gestrigen Geschehnissen, die die gesamte Familie erschütterten.»

Danke für nichts! Also weiter im Text!

«Blick» spekuliert nun, die Kardashian habe aus ihren Fehlern gelernt (*prust* *wieher*) und poste nichts mehr, weil sie zuvor die Gauner via Snapchat erst überhaupt auf ihre fetten Klunker aufmerksam gemacht habe. Dazu wird jedoch ein Foto von Instagram gezeigt. Vielleicht wegen der Bijouterie, vielleicht aber auch wegen des Bildausschnitts.

Bild

Deine Reaktion?

Kim Kardashian und die Mode

Wir müssen entsetzt feststellen: Bis hierher war nicht viel Fleisch am Knochen. Und auch am Ende bleibt es mager. Die Frage, ob Madame «ihre Zeigefreude auf Social-Media drosseln» werde, wird umgehend mit Nein beantwortet. Zumindest ist da der letzte Satz konsequent – im Sinne der Anklage:

«Wie lange sich Kim Kardashian noch an die Social-Media-Sperre hält, wird sich wohl eher früher als später zeigen.»

Amen! Es wird sich zeigen. ALLES wird sich zeigen!!!

Wir fassen also zusammen – natürlich zusammen:

Das Fazit?

PS:

Erstens: «Null-Artikel» sind keine Erfindung der Kollegen vom «Blick». Die kochen auch nur mit (jenem) Wasser, an dem sich auch watson schon deftig verbrüht hat.

Zweitens: Der grösste potenzielle Aufreger wäre ein möglicher Aufschrei über Sexismus – wegen des Kardashian-Fotos. Aber: Nicht die Autorin des Artikels (nein, es war kein Mann) hat das Bild so geschnitten, sondern die Kardashian selbst.

Drittens: Gruss an Geli! 😉

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