Schweiz
Musik

Knackeboul über die SMAs: «Vaterlandskitsch, gesponsert von Schweizer Fleisch»

Knackeboul über die SMAs: «Vaterlandskitsch, gesponsert von Schweizer Fleisch»

17.02.2017, 13:3617.02.2017, 13:57
Der Berner Rapper David Kohler, alias Knackeboul anlaesslich eines Fototermins, am Dienstag, 28. Mai 2013, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Mehr Vielfalt, weniger Swissness: Rapper Knackeboul möchte die Swiss Music Awards umkrempeln.Bild: KEYSTONE

«Vaterlandskitsch und plumpe Ländlerromantik, gesponsert von Schweizer Fleisch»: Mit drastischen Worten rechnet der Rapper und Publizist Knackeboul in einer Kolumne mit den Swiss Music Awards (SMA) ab.

Seinen Beitrag in der «TagesWoche» beginnt Knackeboul, der mit bürgerlichem Namen David Kohler heisst, mit den Worten: «Hiermit verwirke ich vielleicht meine Chance auf einen Swiss Music Award.» Und Knackeboul schiebt nach, manchen erscheine er wohl als Neider, weil er es an den SMA noch nie über eine Nomination hinaus geschafft habe.

Aber für den 34-jährigen Berner Rapper und Moderator hat die Preisverleihung einen zu kommerziellen Charakter: Der Preis sei eher ein «Swiss Folklore Award oder meinetwegen Swiss Pop Award». Die vielseitige Schweizer Musikszene repräsentiere er aber mitnichten, so der Grundtenor in Knackebouls Kolumne, die durchaus politisch verstanden werden darf.

Im Kern wirft er den Machern der Preisverleihung vor, zu sehr auf Kommerz und Swissness zu fokussieren. Oder wie er es ausdrückt: «Unter den Gewinnern dieser Awards gab es mehr Trachtenträger als an der Ski-WM in St. Moritz.» Gerade in Zeiten eines «global wütenden Populismus'» sollten Künstler keine Klischees verbreiten. Und kantige, aufmüpfige Künstler, die fehlten an den SMA.

World of watson

Zahlreiche Gewinner der diesjährigen Swiss Music Awards, die am 10. Februar in Zürich über die Bühne gingen, stammen aus der Volksmusik- und Schlagersparte oder sind Mundart-Künstler: Beatrice Egli, Kunz, Schluneggers Heimweh oder Trauffer.

Jetzt auf

(aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
So viel mehr Miete wird für eine Neubauwohnung in Schweizer Städten verlangt
In einigen Schweizer Gemeinden sind neue Wohnungen um mehr als 70 Prozent teurer als Bestandswohnungen. Anhand von Daten des Lausanner Unternehmens Lookmove lassen sich die Mieten in über hundert Schweizer Städten vergleichen.
Die meisten von uns kennen es wohl: Die Wohnungssuche in der Schweiz ist alles andere als einfach. In der Stadt erst recht nicht – und eine neue Wohnung zu finden, grenzt fast schon an ein Wunder. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Leerstände in Gebäuden, die vor weniger als zwei Jahren gebaut wurden, sind in unserem Land äusserst selten. Das zeigten bereits Daten des Bundesamts für Statistik im letzten Herbst.
Zur Story