Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Betrunkener Ex-Radprofi Jan Ullrich raste nicht vor Unfall 



epaselect epa06203958 Former German racing cyclist Jan Ullrich arrives for his trial in the town of Weinfelden, Switzerland, 14 September 2017. Jan Ullrich was involved in an accident with three vehicles on 19 May 2014.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Jan Ullrich vor Gericht. Bild: EPA/KEYSTONE

Ex-Radprofi Jan Ullrich ist nicht gerast, bevor er vor drei Jahren bei Mattwil TG betrunken einen schweren Verkehrsunfall verursacht hat. Dem 43-Jährigen droht eine bedingte Freiheitsstrafe von 17 Monaten.

Der Ex-Radprofi Jan Ullrich steht nochmals vor Gericht, weil er vor drei Jahren in Mattwil TG betrunken und mit weit übersetzter Geschwindigkeit einen schweren Verkehrsunfall verursacht hatte. Die Staatsanwaltschaft beantragt nun eine bedingte Freiheitsstrafe von 17 Monaten und eine Busse von 10'000 Franken. Diese Strafe ist leicht tiefer als die im abgekürzten Verfahren vorgeschlagene.

Das Bezirksgericht Weinfelden TG wies diesen Urteilsvorschlag zwischen der Staatsanwaltschaft und Ullrich vor zwei Jahren zurück und verlangte eine nochmalige Untersuchung. Das Gericht liess prüfen, ob Ullrich möglicherweise ein Raser-Delikt begangen haben könnte. Zudem wurde untersucht, ob der Ex-Radrennfahrer wegen Medikamenten nicht fahrtüchtig war.

Mehrere Flaschen Wein getrunken

Bei der Befragung gab Ullrich zu, dass er an jenem Tag Alkohol konsumiert hatte. Laut Untersuchung hatte er bei der Fahrt mindestens 1,8 Promille Alkohol im Blut.

«Ich fühlte mich fahrtüchtig», sagte der Beschuldigte auf die Frage der Richterin, weshalb er sich in diesem Zustand ans Steuer gesetzt habe. Es sei spontan ein Freund auf Besuch gekommen, und mit ihm zusammen habe er mehrere Flaschen Weisswein getrunken. Dann habe ihn sein Handy an einen Termin erinnert, den er wahrnehmen musste.

Weiter wurden verschiedene Medikamente im Blut des Ex-Radprofis nachgewiesen. Er habe damals einen Bandscheibenvorfall gehabt, weshalb er Valium einnahm. Weil er nicht habe schlafen können, habe er viel mehr Valium geschluckt als empfohlen. «Aber am Tag des Unfalls nahm ich keine Medikamente», sagte Ullrich vor Gericht.

Ullrich lebt seit Anfang Jahr auf der Mittelmeerinsel Mallorca und als selbständiger Unternehmer. Laut Staatsanwaltschaft verdient der 43-Jährige 6,5 Millionen Franken pro Jahr.

Kein Beweis für Fahruntüchtigkeit

Die Geschwindigkeit vor dem Aufprall auf ein Auto, das vor der Unfall-Kreuzung bei Mattwil stand, betrug laut dem Staatsanwalt 132 km/h. Es handle sich deshalb auf der mit Tempo 80 limitierten Strecke nicht um ein Raserdelikt, sondern «nur» um einen Geschwindigkeitsexzess.

Dem Fahrer sei bewusst gewesen, dass er mit seiner Fahrweise andere Verkehrsteilnehmer massiv gefährde. «Es war nur Zufall, dass bei dem schweren Unfall niemand getötet oder schwer verletzt wurde», sagte der Staatsanwalt. Der Beschuldigte habe sich rücksichtslos verhalten. Er wusste, dass er reichlich Wein getrunken und zudem eine hohe Dosis beruhigende Medikamente eingenommen hatte. In seinem Rausch habe er sich massiv überschätzt.

Dass der Beschuldigte wegen Medikamenten nicht fahrtüchtig war, könne man ihm nicht beweisen, sagte der Staatsanwalt. Dass er betrunken war, gab der Ex-Radprofi von Anfang an zu. Ebenso gestand er, dass er bereits einige Stunden vor dem Unfall alkoholisiert Auto gefahren war.

Eklat bei Verhandlungsbeginn

Die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Weinfelden begann mit einem Eklat. Statt im Gerichtssaal sollten die Medienschaffenden die Verhandlung per Videoübertragung vom Nebensaal beobachten.

Nachdem sich die Journalistinnen und Journalisten gewehrt hatten, unterbrach die Richterin die Verhandlung, und die Medienschaffenden durften doch in den Verhandlungssaal. Mit 20 Minuten Verspätung ging die Verhandlung weiter. Die Richterin begründete die Zulassung der Medienschaffenden im Gerichtssaal mit der schlechten Tonqualität im Nebensaal. (sda)

Man kann auch ohne Alkohol Spass haben. Hab ich mal gehört

Play Icon

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Per Rohrpost auf den Friedhof – wie die Wiener ihr Leichenproblem «begraben» wollten

Link to Article

Solidarität mit «Gilets Jaunes»: Wenn Linke das Wutbürgertum «umarmen»

Link to Article

Brexit – diese unbarmherzigen Cartoons bringen das Chaos auf den Punkt

Link to Article

Vergiss Partys, Speed-Dating und Tinder: Bei Glühwein lernt man sich kennen!

Link to Article

Wie Bush senior sich den Broccoli vom Halse hielt

Link to Article

Das tun die Kantone im Kampf gegen den Terrorismus

Link to Article

Fahrplanwechsel und 7 weitere Dinge, die nur uns Schweizer ernsthaft beschäftigen

Link to Article

Ein Bild, viel zu schade fürs Archiv: So reiste die Fussball-Nati vor über 20 Jahren

Link to Article

Mit diesem einfachen Trick kannst du günstiger auf ausländischen Webseiten einkaufen

Link to Article

Danach suchen Schweizer und Schweizerinnen auf Pornhub am meisten

Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

«14 Uhr: Claras Haut ist rot»: Kitas informieren Eltern neu per Liveticker über ihre Kids

Link to Article

Selbst Trump spricht nun von einem Impeachment

Link to Article

«Hi-Tech-Roboter» in russischer Fernsehshow entpuppt sich als verkleideter Mensch

Link to Article

Tumblrs neuer Pornofilter ist ein riesiger Fail – wie diese 19 Tweets beweisen

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 18.09.2017 01:44
    Highlight Highlight Irgendwie ist mir Jan Ullrich aber voll sympathisch. Vielleicht ist es den Richtern genau so gegangen 😎
  • Spooky 16.09.2017 01:32
    Highlight Highlight Wer glaubt, dass jeder vor dem Gesetz gleich ist, ist ja sowieso nicht mehr ganz dicht.

    Wer sich einen Staranwalt leisten kann, kommt besser weg.

    Gopferdami, macht die Augen auf, ihr armen Schlucker!

Beinahe-Crash: Zürcher Obergericht korrigiert Bezirksgericht und verurteilt Fluglotsen

Der Skyguide-Fluglotse, der einen Beinahe-Zusammenstoss zweier Flugzeuge verursacht hatte, wird für seinen Fehler bestraft. Das Zürcher Obergericht hat ihn am Mittwoch zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Der 36-Jährige wird wegen fahrlässiger Störung des öffentlichen Verkehrs zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 210 Franken verurteilt. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.

Der Skyguide-Mitarbeiter hatte im März 2011 zwei Swiss-Maschinen mit insgesamt über 260 Menschen an Bord …

Artikel lesen
Link to Article