wolkig, aber kaum Regen
DE | FR
14
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Rassismus

Holocaust-Leugnung: Ostschweizer Sektenprediger Sasek verurteilt

Ivo Sasek
Ivo Sasek hat Holocaust-Verleugnung zugelassen und beklatscht.

Holocaust-Leugnung: Ostschweizer Sektenprediger Sasek verurteilt

09.03.2017, 15:0309.03.2017, 15:35

Der Ostschweizer Sektenprediger Ivo Sasek ist von der Bündner Staatsanwaltschaft wegen Rassendiskriminierung schuldig gesprochen worden. Sasek hatte 2012 in Chur eine Veranstaltung organisiert, an der die deutsche Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz auftrat.

Stolz hatte in der Churer Stadthalle in einem anderthalbstündigen Referat den Holocaust einmal mehr als blosse Erfindung dargestellt. Es fehlten Beweise zu Tatorten, Tötungsmethoden, Totenzahl, Tätern, Leichen oder Spuren eines Mordes, hatte Stolz erklärt. Auch fehlte der Nachweis einer nationalsozialistischen Absicht, die Judenheit ganz oder teilweise zu zerstören.

2015 wurde Stolz für ihre Rede vom Oberlandesgericht München zu einer unbedingten Haftstrafe von 20 Monaten verurteilt. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil ein Jahr später.

Holocaust-Verleugnung zugelassen und beklatscht

Nun wurde mit Ivo Sasek auch der Mann verurteilt, der als Organisator die Rede in Chur erst ermöglicht hatte. Die Bündner Staatsanwaltschaft sprach ihn am letzten Februartag der Rassendiskriminierung schuldig.

Sasek wurde zu einer Busse von 1500 Franken verdonnert und zusätzlich zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 90 Franken, wie Claudio Riedi, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Graubünden, zu einem Bericht in der «WOZ» vom Donnerstag sagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sasek habe der Holocaustleugnerin «eine Plattform» geboten, «um ihre rassendiskriminierenden Ideologien zu verbreiten», befand die Staatsanwaltschaft. Sasek wird insbesondere vorgeworfen, Stolz «während ihrer Rede mit teils holocaustverleugnendem Inhalt nicht unterbrochen zu haben». Vielmehr habe er «ihr im Nachhinein enthusiastisch zugestimmt». Zudem habe er ihren Vortrag nach der Tagung ins Internet gestellt.

Scheinwissenschaftliche Anti-Zensur-Konferenzen

Saseks Anti-Zensur-Koalition veranstaltet seit 2008 jedes Jahr mindestens eine Konferenz. Redner, die als Wissenschaftler angekündigt werden, orientieren dort die durchaus zahlreichen Zuhörer über Fakten, die von den Massenmedien angeblich systematisch unterschlagen werden.

So soll es in Tat und Wahrheit keine krankmachenden Viren geben und auch kein Aids. Impfstoffe sollen vor allem Nervengifte sein und gegen Krankheiten wirkungslos. (whr/sda)

Treffen der Schreibtischmörder: Die Teilnehmer an der Wannsee-Konferenz 1942

1 / 18
Treffen der Schreibtischmörder: Die Teilnehmer an der Wannsee-Konferenz 1942
quelle: dpa dpa-zentralbild / z5466/_britta pedersen
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

14 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
mr91
09.03.2017 16:18registriert Februar 2017
Ich verstehe nicht wie man den Holocaust leugnen kann. Es gibt genug Beweise in Form von Bildmaterial, oder Zeitzeugen, die an dieses dunkle Kapitel erinnern. Es ist ein Hohn allen Opfern gegenüber den Holocaust zu leugnen.
316
Melden
Zum Kommentar
14
«Schweiz wäre in einer Woche weggeputzt» – Rentner fordert in der «Arena» Salzmann heraus
Politiker in allen Lagern sind sich uneinig, was die Neutralität für die Schweiz bedeutet. Sie diskutierten in der SRF-«Arena» darüber, ob man Kriegsmaterial liefern soll oder nicht. Einen starken Auftritt hatte ein Rentner, der mit einer Ukrainerin verheiratet ist, und mit SVP-Salzmann diskutierte.

Die Neutralität der Schweiz steht im Scheinwerferlicht. Der Grund dafür: der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, welcher am 24. Februar bereits ein Jahr lang andauern wird.

Zur Story