Schweiz
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Rail passengers running at Loewenstrasse train station in Zurich Main Station, Switzerland, pictured on July 14, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Reisende rennen im Bahnhof Loewenstrasse am Hauptbahnhof Zuerich, aufgenommen am 14. Juli 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bahnhof Löwenstrasse in Zürich: Die weissen Blindenmarkierungen dienen zugleich als Sicherheitslinie, die den Gefahrenbereich anzeigt. 
Bild: KEYSTONE

Sicherheitsrisiko: SBB müssen am Zürcher HB Blindenmarkierungen entfernen



Im neuen Zürcher Durchgangsbahnhof sind zu viele Markierungen für die Blinden angebracht worden. Der Bund weist die SBB an, einige davon wieder zu entfernen, weil sie ein Sicherheitsrisiko für Reisende darstellten. Die Blindenverbände haben nun Beschwerde eingereicht.

«Die aktuellen Linien entsprechen nicht den Vorgaben.»

Olivia Ebinger, Bundesamt für Verkehr

Beim Bau des neuen Bahnhofs habe die SBB eine frühere Version der Vorschriften für die Markierungen von taktilen Linien verwendet, sagte Olivia Ebinger, Sprecherin des Bundesamts für Verkehr (BAV), am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. «Die aktuellen Linien entsprechen nicht den Vorgaben», bestätigte sie eine Meldung der «SonntagsZeitung».

Das BAV hatte aufgrund einer Studie die Markierungsvorschriften angepasst. «Hat es zu viele taktile Linien, nehmen die Reisenden die wichtigen Sicherheitslinien – jene, welche die Perronkante abgrenzen – nicht mehr genügend wahr», sagte Ebinger. Dies hätten wahrnehmungspsychologische Untersuchungen gezeigt.

Die taktil-visuellen weissen Markierungen auf den Perrons der Bahnhöfe haben eine Doppelfunktion. Sie sind einerseits für Sehbehinderte ertast- und wahrnehmbar. Andererseits markieren sie aber auch für die Allgemeinheit den Sicherheitsabstand zur Perronkante. 

Rail passengers walk through the shopping arcade at Loewenstrasse train station in Zurich Main Station, Switzerland, pictured on July 14, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Reisende gehen durch die Ladenpassage im Bahnhof Loewenstrasse am Hauptbahnhof Zuerich, aufgenommen am 14. Juli 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Grössere Bahnhöfe verfügen über ein Wegleitungssystem für Reisende mit Sehbehinderung: Ladenpassage im Bahnhof Löwenstrasse am Hauptbahnhof Zürich.
Bild: KEYSTONE

Der grösste Teil ist korrekt angebracht

Bei den beanstandeten Markierungen im Bahnhof Löwenstrasse gehe es nur um einen kleinen Teil. «90 Prozent der angebrachten taktilen Linien entsprechen den Vorschriften», sagte Ebinger. Diese seien für Menschen mit eingeschränkten Sehfähigkeiten wichtig und richtig und keinesfalls bestritten.

Blindenmarkierungen und Wegleitsystem

Anfang und Ende der Treppenläufe an Bahnhöfen sind mit weisser Farbe gekennzeichnet. Auf den Perrons zeigen weisse Sicherheitslinien, in welchem Bereich man sich sicher aufhalten kann. Vielerorts sind die Linien auch taktil markiert.

Grössere Bahnhöfe verfügen über ein Wegleitungssystem für Reisende mit Sehbehinderung. Auskunft über die Sehbehindertengerechtigkeit einzelner Bahnhöfe gibt es beim SBB Call Center Handicap (Tel. 0800 007 102) oder unter www.sbb.ch/handicap.

Die Blindenverbände haben Anfang Januar Beschwerde eingereicht. Sie monieren beim Bundesverwaltungsgericht einen Verstoss gegen das Diskriminierungsgesetz. Beim BAV zeigte man sich erstaunt darüber. «Wir haben den Blindenverbänden im Dezember eine Begehung und Gespräche vorgeschlagen, um die Situation vor Ort zu besprechen», sagte Ebinger.

Nun hätten sich die Verbände aber noch bevor es dazu kam ans Gericht gewendet. «Für uns war klar, dass wir die falsch angebrachten Markierungen mindestens so lange belassen, bis dieses Treffen stattgefunden hätte», sagte die BAV-Sprecherin. Das BAV hatte die SBB im November angewiesen, die neusten Vorschriften anzuwenden. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Peter Watson 17.01.2016 19:37
    Highlight Highlight "Auf den Perrons zeigen weisse Sicherheitslinien, in welchem Bereich man sich sicher aufhalten kann."

    Wenn man nun die Linien entfernt, wird sich ein Blinder sicher fühlen und womöglich aufs Gleis fallen. Bis der Blinde den Weg zurück aufs Perron gefunden haben wird …

    Aber Hauptsache man kann wieder irgendetwas verändern. #Unverständlich
  • Päsu 17.01.2016 17:47
    Highlight Highlight So eine Saudumme Idee. Als nächstes muss die SBB wohl jedem sehbehinderten eine Person zur Verfügung stellen die sie/ihn durch die Bahnhöfe führt. Und das weil am Perron keine Markierungen sind...
  • Gipfeligeist 17.01.2016 16:03
    Highlight Highlight Jetzt sagt mir bitte nicht auch noch das am HB Züge fahren. Denkt doch nur mal an die Gefahr für spielende Kinder!
  • Marco Rohr 17.01.2016 15:56
    Highlight Highlight Schön, dass wir keine anderen Probleme haben. Die Schweiz, das Land der Luxusprobleme!
  • Wupsie 17.01.2016 14:07
    Highlight Highlight habe gerade mit einem englisch bekannten über diesen Artikel diskutiert. er war der meinung, dass wenn es nicht real wäre dieses "probelm" es schon fast lustig wäre. naja what ever, wir haben ja gott sei Dank sonst keine Probleme in diesen land...
    • atomschlaf 17.01.2016 15:46
      Highlight Highlight Wir haben wesentlich gravierende Probleme in diesem Land, bloss scheint man dies in Bundesbern noch nicht gemerkt zu haben. Sonst müssten viele Prioritäten anders gesetzt werden, sowohl was die Gesetzgebung als auch was die Verwaltung angeht.
    • atomschlaf 17.01.2016 17:26
      Highlight Highlight @Rendel: Es ist ja wohl eher das BAV, das die Anliegen der Blinden abtut!
  • wir-2 17.01.2016 13:17
    Highlight Highlight Erst richtig und vollständig lesen, dann urteilen. Es ist ein ganz normaler Vorgang im Baugeschäft. Vorher bekannte Normen wurden an einigen Stellen nicht eingehalten. Das muss bereinigt werden. Mehr nicht. Die SBB und der Bund machen kein grosses Aufsehen darum.
    • Karl33 17.01.2016 14:33
      Highlight Highlight teile deine meinung. ist ja nicht so, dass hier jemand neue vorschriften machen will. sondern es sind heute soviele sicherheitsvorschriften vorhanden, dass jene vorschriften für blinde und jene für nicht-blinde in konflikt zueinander geraten. und die beschäftigen jetzt die gerichte. wenn man schon kritisieren möchte, müsste man konsequenterweise weniger regeln für sicherheit und haftung fordern. soweit so gut. bis sich der nächste umfall ereignet, dann rufen alle wieder nach mehr vorschriften und engagement des staats...
  • Maon 17.01.2016 13:17
    Highlight Highlight Man könnte die Sicherheitslinien am Gleis einfach Gelb anstatt Weiss färben, dann würden sie wieder auffallen
    • Peter Watson 17.01.2016 19:33
      Highlight Highlight Auch in der Schweiz: In Zürich Oerlikon hört man alle zwei Minuten "Bitte Vorsicht, Zugdurchfahrt Gleis X" :-)
  • Timmy :D 17.01.2016 13:07
    Highlight Highlight Vielen Dank, jetzt kann ich als sehender auch den letzen bitzen Verstand ausschalten und umhergehen während ich auf mein Handy glotze. Diese Linien haben eh nur verwirrt und nichts gebracht. *Ironie off*
  • Tilman Fliegel 17.01.2016 12:57
    Highlight Highlight Schildbürger.
  • Micha Moser 17.01.2016 12:57
    Highlight Highlight Absolut bescheuert. Empathie und einfühlvermögen ist wohl nicht so ihr ding.
  • atomschlaf 17.01.2016 12:49
    Highlight Highlight Ich wüsste nicht, was man an diesen Linien als Normalsichtiger nicht wahrnehmen sollte. Die Linien sind deutlich zu sehen und stellen offensichtlich eine Art Abgrenzung vor der Perronkante dar.
    Das BAV scheint zu viel unterbeschäftigtes Personal zu haben. Lächerlich!
    • j0nas 17.01.2016 14:19
      Highlight Highlight Es geht im Artikel auch nur darum, das die Linien nicht mehr wahrgenommen werden, wenn es zu viele davon gibt. Ich frag mich, wieso die Linien an der Perronkante nicht einfach eine andere Farbe bekommen.
    • atomschlaf 17.01.2016 14:28
      Highlight Highlight Es gibt pro Perronkante einen Satz an Linien. Ansonsten gibt es die Leitlinien für Sehbehindert, die aber nicht parallel zur Perronkante verlaufen. Es ist mir ein Rätsel, wie man diese nicht unterscheiden können soll.
      Da werden künstlich Probleme geschaffen, die keine sind.
    • j0nas 19.01.2016 09:29
      Highlight Highlight Es geht nicht um die bewusste Wahrnehmung der Linien. Selbst wenn du dich nicht bewusst auf die Linien an der Perronkante achtest, wirst du diese nicht einfach so überschreiten. Wenn nun der ganze Bahnhof voll damit ist, wirst du diese unbewusst nicht mehr wahrnehmen.

  • Sanchez 17.01.2016 12:48
    Highlight Highlight Ja, diese vielen Linien machen mich ganz konfus.. Wie damals in der Kindheit in der Turnhalle, als ich vor lauter gefährlichen und bunten Linien am Boden weder ein noch aus wusste..
    Ironiemodus aus. Man kann ob so viel Regulierungswahn nur noch den Kopf schütteln!
  • Thinker 17.01.2016 12:42
    Highlight Highlight Mal ganz ehrlich: als sehender ist doch egal ob da eine Linie ist oder nicht, wenn der Zug kommt, lauf nicht davor... so einfach wurde mir das damals beigebracht und noch lebe ich.
    Die Markierungen sind weder verwirrend noch zu breit.
    Lieber hab ich breite Markierungen, die die Personen die darauf angewiesen sind weiter innen auf dem Peron halten und so ihre sicherheit garantieren als dünnere die schwieriger zu ertasten sind.
    Ganz ehrlich wer von den Sehenden Pendlern stellt sich an die Sicherheitslinie hin? Ich Pendle seit 12 Jahren und hätte sowas noch nie beobachtet.
  • Dekiii 17.01.2016 12:39
    Highlight Highlight Diese Problematik ist völliger Schwachsinn! Ich habe noch nie gehört das diese Markierungen jemanden stören. Sogar im Gegenteil, sie können als Abstand zum Gleis gebraucht werden. Aber nein die Schweizer Behörden schlagen sich wiedermal mit total unwichtigen Themen rum.
  • AJACIED 17.01.2016 12:39
    Highlight Highlight Mein Gott, viel wird gemotzt, dass man zuwenig machte. Jetzt motzt man, weil zuviel (wegen Gesetz!?!?!) gemacht wurde.
    Ich nix mehr verstehen Welt. Ich nix wollen mehr sagen weil mein Kopf langsam balabala.
  • 7immi 17.01.2016 12:36
    Highlight Highlight ist doch perfekt, eine markierung, die gleich zwei funktionen erfüllt! und wenn ich die leute beobachte, die zu nahe am gleis stehen, hat das wohl weniger mit der linie als mit der dummheit ebendieser reisenden zu tun. diese massnahme verschlingt geld für nix.
  • Mehmed 17.01.2016 12:34
    Highlight Highlight Es scheint klar, dass man nicht für alle Interessensgruppen die perfekte Welt bauen kann. Blinde haben andere Bedürfnisse als Sehbehinderte und andere als Sehende. Genauso haben Rollstuhlfahrer oft andere Bedürfnisse als alte Menschen (Der Streitpunkt sind da etwa die 3cm Bodenschwellen vs. schwellenfrei). Solche Konflikte sind vorprogrammiert und müssen halt mit Augenmass gelöst werden.
    -
    Mich irritiert oft die verbissene Kompromisslosigkeit der einzelnen Verbände; dass der Blindenverband grad vor Gericht zieht, anstatt das Gespräch mit den anderen Akteuren zu suchen, ist symtomatisch.
  • jeanny841 17.01.2016 12:33
    Highlight Highlight Ein weiteres Beispiel, dass mit unseren Steuergeldern zu viele Verwaltungsbeamte beschäftigt werden, die Zeit haben, solchen Unsinn "auszubrüten"!
  • suiMARC 17.01.2016 12:31
    Highlight Highlight Realsatire
  • Bijouxly 17.01.2016 12:29
    Highlight Highlight huuu... habe mich von den blindenmarkierungen schon immer sehr verwirrt gefühlt! ein grosses sicherheitsrisiko und erst die blindenstöcke, die sollte man bitte auch gleich verbieten!
    • atomschlaf 17.01.2016 12:47
      Highlight Highlight Genau. Vor allem die enorme Stolpergefahr wegen den Blindenstöcken!!

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