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So schnell soll das Gratis-Internet der SBB werden

Die Bundesbahnen wollen Gratis-Internet in den Zügen — Unterlagen zeigen: Es soll richtig schnell werden

Philipp Felber / az Aargauer Zeitung



Die SBB wollen künftig Gratis-Internet in den Zügen anbieten. Letzte Woche hat SBB- Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar dies in einem Interview mit der NZZ angekündigt. Im zweiten Halbjahr 2018 soll es nähere Infos geben.

Neue Unterlagen zeigen nun, dass die SBB keine halben Sachen machen und ihren Kunden ziemlich schnelles Internet zur Verfügung stellen wollen. Eine Herausforderung wird dabei die technische Ausgestaltung sein. Denn ein klassisches WLAN wie etwa im Postauto wird es nicht geben.

Wer heute im Zug ein Video streamen will, muss Geduld haben, ein teures Abo besitzen oder Abstriche in der Qualität machen. Das soll künftig besser werden.

ARCHIV - ZUM THEMA DER ORGANISATION DER BAHNINFRASTRUKTUR AN DER FRUEHLINGSSESSION AM MONTAG, 28. MAI 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -Eine EC-Zug unterwegs auf dem SBB Streckenabschnitt zwischen Aarau und Olten, aufgenommen am 4. Februar 2016 in Aarau. Mit dem Vierspurausbau Olten-Aarau (Eppenbergtunnel) beheben Bund und SBB eines der groessten Nadeloehre im Mittelland. Das Projekt umfasst als zentrales Element den neuen, ueber drei Kilometer langen Eppenbergtunnel sowie umfangreiche Massnahmen zu dessen Anbindung zwischen Olten und Aarau. (KEYSTONE/Gaetan Bally

Schnell wie die Züge: Die SBB wollen beim Internet Gas geben. Bild: KEYSTONE

Unterlagen, welche der «Nordwestschweiz» vorliegen, zeigen die Pläne der SBB. «Das langfristige Ziel ist, für jeden Reisenden 20 Megabit pro Sekunde Downstream bei guter Verfügbarkeit zu erreichen», heisst es. Die Internetverbindung soll also genug schnell werden, um Videos in Zukunft störungsfrei zu downloaden.

Als Beispiel: Wer eine Datei, etwa ein normales Handybild, mit der Grösse von 1 Megabyte herunterladen will, muss bei einer Verbindungsgeschwindigkeit von 8 Megabit pro Sekunde eine Sekunde warten, bis das Bild geladen ist.

Bereits vor zwei Jahren hat Bundesrätin Doris Leuthard auf die Wichtigkeit von guter Internetverbindung im Zug hingewiesen. «Vom Service her ist es wichtig, im Zug WLAN zu haben. Dann steigt die Attraktivität der Bahnen weiter», sagte sie gegenüber dem Blick.

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Die offizielle Haltung der SBB: «Wir setzen auf das Mobilfunknetz mit einem dichten Antennennetz und modernen Signalverstärkern im Zug. Die meisten Kunden haben ein Smartphone mit Flatrate», sagte SBB-Chef Andreas Meyer damals dem «Blick». Wer also keine Flatrate hat oder über Laptop oder Tablet ohne Mobilverbindung surfen will, bleibt aussen vor.

Kein Wlan

Entscheidend ist, wie das Internet künftig bei den Nutzern landen soll. Bis jetzt sorgen sogenannte Repeater an den Zügen für schnellere Mobilfunkverbindung. Die Repeater werden nun auch eingesetzt, um die angestrebte Downloadgeschwindigkeit fürs Gratis-Internet zu ermöglichen.

Das SBB-Internet wird nicht über WLAN übermittelt, wie letzte Woche in den Medien vermutet wurde. SBB-Sprecher Christian Ginsig bestätigt dies auf Anfrage. Weitere Details zur Ausgestaltung sollen im zweiten Semester 2018 folgen.

«Am wahrscheinlichsten ist, dass die SBB eine App anbieten, die den Internet-Zugang ermöglichen wird», sagt Ralf Beyeler, Telekommunikationsexperte des Vergleichsportals «Moneyland.ch». Im Hintergrund sage die App dem Mobilfunk-Anbieter, dass sich der Kunde im Zug befindet und deshalb das Datenvolumen nicht verrechnet werden soll.

Für Kunden wäre eine solche Lösung praktikabel. Auch wenn der Zugang eventuell mit dem Kauf oder der Nutzung der SBB-App verbunden würde. Neben Passagieren, welche keine Internetflatrate haben, profitieren auch solche mit günstigeren Mobile-Abos.

Andere sind schon weiter

Bei solchen Abos wird teilweise nur eine bestimmte Datenmenge pro Monat schnell übertragen. Ist die Menge aufgebraucht, wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Oder aber die Verbindungsrate ist ständig langsam. So wie bei einem günstigeren Flatrateangebot der Swisscom, wo die Downloadgeschwindigkeit auf 5 Megabit pro Sekunde beschränkt ist. Für solche Zugfahrer wären die SBB-Pläne ein echter Fortschritt.

Während sich die SBB schwertun, Gratis-Internet im Zug anzubieten, haben dies andere ÖV- Betriebe schon länger umgesetzt. Seit 2012 kann etwa in vielen Postautos auf WLAN zurückgegriffen werden, sagt Postauto-Mediensprecher Urs Bloch auf Anfrage. Die Download- Geschwindigkeit liege bei bis zu 7 Megabit pro Sekunde. In den kommenden Jahren sollen die Postautos zudem mit besseren Routern ausgestattet werden, damit schnelleres surfen möglich ist.

Der Kampf ums Streaming ist alles andere als entspannend

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Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 05.06.2018 09:36
    Highlight Highlight Sogar in Tschechien, Polen, Slowenien und Kroatien klappts mit dem Wlan in den Zügen, und die fahren teils schön durch die Pampa. (By-the-way sehr zu empfehlen!)

    Warum jetzt wieder dieses gebastel mit einer lustigen zusätzlichen App? Macht doch einfach "W-LAN"!! Die Geschwindigkeit lässt sich auch dort drosseln. Aber ich riech schon. SBB - Warum einfach wenns umständlicher geht?
    • Donald 05.06.2018 10:12
      Highlight Highlight Wer will heute schon noch WLAN? Jeder, der Internet will hat es über Mobile. Auch Touristen mit EU-Datenkarten (surfen sogar günstiger hier, als wir Schweizer). Dieses WLAN im Zug, ist einfach ein No-Issue.
    • The Destiny // Team Telegram 05.06.2018 10:30
      Highlight Highlight Warum schwierig wenn man so viel einfacher jeden einzelnen Nutzer identifizieren und loggen kann?
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 05.06.2018 09:11
    Highlight Highlight Irgendwie wirkt es kompliziert. Und wie laden sich die Tourisen die App ohne Internet herunter?
  • Donald 05.06.2018 08:39
    Highlight Highlight Toll, habt ihr wieder einmal Ralf Beyeler gefragt... wie stellt er sich diese "App im Hintergrund" technisch genau vor?
  • aglio e olio 05.06.2018 08:26
    Highlight Highlight Und die Kosten dafür stecken letztlich in den Billetpreisen. Gehört das zum Auftrag der SBB? Wer schnelles Internet will, kann sich ja einen passenden Anbieter suchen.
  • Madison Pierce 05.06.2018 08:14
    Highlight Highlight Schade, mit WLAN hätte sich so mancher die zweite SIM-Karte fürs Notebook sparen können.
    • aglio e olio 05.06.2018 15:22
      Highlight Highlight Tethering ist keine Option?
  • Rectangular Circle 05.06.2018 07:16
    Highlight Highlight «Wer heute im Zug ein Video streamen will, muss Geduld haben, ein teures Abo besitzen oder Abstriche in der Qualität machen. Das soll künftig besser werden.»

    Vor ein paar Jahren hätte ich dieser Aussage vorbehaltslos zugestimmt. Aber heute setzt einem auf gut ausgebauten Strecken eigentlich nur noch das Datenvolumen eine Limite. Streamen klappt problemlos und ohne Ruckeln.

    Wo es manchmal noch müsahm ist, ist in eher ländlichen/Bergregionen.
    • Dubio 05.06.2018 09:00
      Highlight Highlight Oder zwischen Olten und Basel. Da hapert es gewaltig (zum Teil wegen Tunnels, zum Teil auf offener Strecke).
    • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 05.06.2018 09:46
      Highlight Highlight Winterthur -> Schaffhausen, willkommen im Loch 🕳
  • Freilos 05.06.2018 07:16
    Highlight Highlight Ich reise zwar nicht mit dem ÖV, finde das aber trotzdem eine richtig coole Sache. Bravo!
  • pun 05.06.2018 06:52
    Highlight Highlight Auf meiner Pendelstrecke hat man während 30 Minuten Fahrt 10 Minuten keinerlei Swisscom-Netz. Glaube erst, wenn die Repeater funktionieren, dass diese Wohltat bei uns in der Thurgauer Provinz auch ankommt.
    • p4trick 05.06.2018 10:59
      Highlight Highlight Versuchs mal mit Sunrise, funktioniert laut meinen Erfahrungen weitaus besser im Zug.
    • Brummbaer76 05.06.2018 12:27
      Highlight Highlight Der Reapeat nütz auch nur dann etwas, wenn das Netz der Anbieter genügend ist. Ohne Netz nützt der Repeater nichts und gibts auch kein Wifi.
  • Evan 05.06.2018 06:40
    Highlight Highlight Wer es so dringend braucht soll es doch ganz einfach selber bezahlen 🙄 Das fördert auch den Konkurrenzkampf unter den Anbietern, wenn mehr Leute ein unbegrenztes Datenvolumen kaufen.
  • Francis Begbie 05.06.2018 06:32
    Highlight Highlight Was für eine Geldverschwendung. Jeder der regelmässig im Zug unterwegs ist und keine Datenflat hat ist selverschuld. Das Geld wäre in LTE Repeatern einiges besser investiert.
    Will mich nicht bei der SBB registrieren müssen un das Wifi verwenden zu können. Später will das Handy dann immer mit diesem Wifi verbinden. Kenne das. Da die Verbindung zum Router ohnehin nicht verschlüsselt sein wird, wird das Ganze zudem Unsicher wie ein Hotel-Wifi. Toll.
    • Filzstift 05.06.2018 07:01
      Highlight Highlight Du hast den Artikel nicht gelesen. SBB wird eben nicht WLAN verwenden. Dafür was anderes (lesen nachholen!) was m.E. nicht weniger umständlich ist.
    • HabbyHab 05.06.2018 07:06
      Highlight Highlight .. einfach WLAN ausschalten? Dann gibt es auch nichts, womit sich dein Handy verbinden will.. ausserdem wird es ja eben genau KEIN WLAN werden.
    • penetranz 05.06.2018 07:17
      Highlight Highlight wer sich in einm öffentlichem Wlan nicht selbst um dei Sicherheit kümmert ist selber schuld.
      So aufwändig ist es ja nicht.
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