DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Mann fotografiert die neue LED-Anzeigetafel, welche den alten Generalanzeiger mit mechanischen Fallblattanzeige ersetzt, im Hauptbahnhof in Zuerich, am Dienstag, 20. Oktober 2015. Die SBB hat die neue LED-Anzeigetafel wurde in der Nacht vom 19./20. Oktober 2015 im Zuercher Hauptbahnhof installiert. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Hallt schon bald eine neue Computer-Stimme durch den Zürcher Hauptbahnhof? Bild: KEYSTONE

Verschwindet die Frauen-Stimme? SBB planen neues Durchsage-System

Jeder kennt die Stimmen, die aus den Lautsprechern an Bahnhöfen hallen. Sie könnten bald anders klingen: Momentan suchen die SBB neue, modernere Lösungen für ihre Durchsagen. 

Philipp Felber / Nordwestschweiz



Aus der Ferne braust der Zug heran. «Gleis 7. Einfahrt des Intercity 5 nach Aarau, Zürich», erklingt die vertraute Stimme aus dem Lautsprecher. Gerade Berufspendlern, aber auch allen anderen Zugreisenden ist die Stimme aus den Lautsprecherdurchsagen bestens bekannt. Damit könnte bald Schluss sein: Die SBB planen nun ein neues System für die Durchsagen. Ab September 2019 soll die neue Lösung schweizweit eingeführt werden.

Ob dabei die bestehenden Stimmen in das neue System übernommen werden, ist laut den Ausschreibungsunterlagen noch nicht entschieden. Momentan suchen die SBB eine Firma, welche die entsprechende Software entwickelt. Weiter Details gaben die SBB gestern auf Anfrage nicht bekannt. Fest steht jedoch, die SBB setzen auf Automatisierung: «Text-to-Speech-System» ist das Zauberwort. Damit werden geschriebene Texte in gesprochene Sprache umgewandelt.

Stimme bleibt wohl weiblich

Damit verschwinden wohl die bekannten Stimmen der SBB. Heute werden Durchsagen im Zug und an den Bahnhöfen aus 10'000 einzelnen Tonfragmenten zusammengefügt, die im Vornherein von professionellen Sprecherinnen eingesprochen wurden. Das Einsprechen dauerte jeweils Monate.

Die SBB wollen mit der Umstellung für die «Zukunft gerüstet sein». Die heutigen Ansagen sind seit über 15 Jahren im Einsatz. Ein grosses Problem bei bestehenden Text-to-Speech-Lösungen ist die Sprechmelodie, welche bisweilen holprig und unnatürlich klingt.

«Der Grund, weshalb die Sprecherinnen weiblich sind, ist psychologisch. Studien zeigen, dass weibliche Tonlagen sympathischer rüberkommen. Und das bei beiden Geschlechtern.»

Die Vision der SBB: In einem weiteren Schritt soll das neue System weitgehend automatisch situations-, zeit- und bedürfnisgerecht die Passagiere informieren, wie es in den Ausschreibungsunterlagen heisst. Das System wird dabei von Daten gefüttert, welche automatisch in Sprachnachrichten umgewandelt werden. Ob weiterhin die Zugchefs die Ansagen im Zug vornehmen, um auf Verbindungen und Verspätungen hinzuweisen, ist nicht klar. Es könnte also durchaus sein, dass künftig nicht mal mehr ein freundlicher Guten-Morgen-Gruss oder eine nette Entschuldigung für Verspätungen durch die Züge hallen.

Wieso Sprecherinnen weiblich sind

Falls sich das System bewährt, wollen die SBB die Durchsagen auch anderen Bahnen zur Verfügung stellen. Erste Gespräche dazu wurden offenbar schon geführt, konkrete Plänen würden aber nicht vorliegen, schreibt die SBB in den Ausschreibungsunterlagen.

Ob weiterhin eine weibliche Stimme eingesetzt wird, liessen die SBB in den Unterlagen offen. In einem Blogeintrag der SBB heisst es aber: «Der Grund, weshalb die Sprecherinnen weiblich sind, ist psychologisch. Studien zeigen, dass weibliche Tonlagen sympathischer rüberkommen. Und das bei beiden Geschlechtern.»

Bereits im Frühling 2019 soll ein erstes Pilotprojekt gestartet werden, um das System zu testen. Dabei müsste eine neue Lösung mindestens so gut funktionieren wie die alte, schreiben die SBB.

Pro Tag laufen in der Schweiz zwischen 20'000 und 30'000 Ansagen über die Lautsprecher. Dies an rund 800 Bahnhöfen der SBB, 130 der BLS und in Tausenden Zügen von SBB und BLS. 

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

CO₂-Gesetz könnte kippen: Städte verzeichnen tiefe Stimmbeteiligung

Die Städte melden tiefe Stimmbeteiligungen. Das CO2-Gesetz wird angesichts Umfragewerte durch die Schlussmobilisierung entschieden werden.

Am kommenden Sonntag steht fest, wie sich die Klimapolitik der Schweiz entwickeln wird. Die Stimmbevölkerung entscheidet in einem Referendum über das CO2-Gesetz, dessen Chancen derzeit alles andere als gut stehen. Dies zeigen die repräsentativen Umfragen von gfs.bern und SRF, die vor der Abstimmung veröffentlicht wurden.

Gründe für die schlechten Chancen dürften in der urbanen, städtischen Bevölkerung zu finden sein: Diese befürwortet zwar gemäss jüngsten Umfragen mehrheitlich das …

Artikel lesen
Link zum Artikel