Schweiz
St Gallen

Brandstiftung, Brand, Sargans, Gericht, Verurteilung

6 Jahre Gefängnis, 7 Jahre Landesverweisung für Brandstifter von Sargans

20.11.2017, 10:4920.11.2017, 11:02
Mehr «Schweiz»
Brandstiftung vom Juli 2016.
Brandstiftung vom Juli 2016.kapo sg

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat einen 35-jährigen Mann der mehrfachen Brandstiftung und des Betrugsversuchs schuldig gesprochen, wie es am Montag bekanntgab. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren.

Zudem wird der Deutsche, der in der Schweiz verheiratet ist, für sieben Jahre des Landes verwiesen. Mit dem Strafmass blieb das Gericht unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Sie hatte zehn Jahre Freiheitsentzug und zehn Jahre Landesverweisung gefordert. Das Gericht musste sich für sein Urteil einzig auf Indizien stützen. Für die Brandstiftungen gab es weder Augenzeugen noch Geständnis.

Der Beschuldigte hatte stets seine Unschuld beteuert: Er habe nichts mit den Bränden zu tun, sagte er auch mehrmals an der Hauptverhandlung vom vergangenen Donnerstag. Der Verteidiger betonte vor Gericht das Prinzip «im Zweifel für den Angeklagten».

Feuer in der Schreinerei des Verurteilten.
Feuer in der Schreinerei des Verurteilten.Kapo sg

Keine Zweifel an der Schuld

Die Richterinnen und Richter hatten nun aber keine Zweifel an der Schuld des Mannes. Unmittelbar nach dem letzten Brand Ende November wurde er festgenommen. Die Polizei hatte ihn beim Brandort beobachtet.

Im Juli, im August und im November 2016 hatte der junge Mann in Sargans siebenmal Feuer gelegt. Fünfmal brannte es auf dem Gelände mit verschiedenen Lokalitäten von Kleinunternehmen, unter anderen hatte er selbst dort seine Schreinerwerkstatt. Zwei weitere Brände gab es in einem Unterstand und in einem Schuppen in der Umgebung. Personen oder Tiere wurde weder gefährdet noch verletzt.

Aktuelle Polizeibilder: Raser hatte Schutzengel

1 / 95
Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt
2.3.2020, Bremgarten (AG): Mehrere Feuerwehren rückten nach Bremgarten aus, nachdem ein Brand in einer Liegenschaft ausgebrochen war. Personen wurden keine verletzt. Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
bild: kapo Aargau
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Nach den zwei ersten Bränden – in seiner Werkstatt – legte der Schreiner seiner Versicherung eine Schadensmeldung vor. Dies wurde ihm als Betrugsversuch angelastet. Gezahlt hat die Versicherung nicht.

Schuldenberg von über 180'000 Franken

Der 35-Jährige, der ohnehin chronisch pleite war, steht nun auch noch vor einem schier unüberwindlichen Schuldenberg. Zu den Schulden, die er vor seiner Festnahme schon hatte, kommen immense weitere Beträge, die er wohl kaum je wird abzahlen können.

Das Gericht überband dem Beschuldigten die Verfahrenskosten. Die Staatsanwaltschaft machte Kosten von 51'000 Franken geltend, und die Gebäudeversicherung forderte 131'000 Franken für die verursachten Brandschäden. Und auch der private Verteidiger muss bezahlt werden – ein Bekannter hatte dem Schreiner dafür ein Darlehen gewährt. (sda)

Wie Polizist Schaffner die 80er-«Bewegig» unterwanderte

Video: watson
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Krach zwischen SRG und der Stadt Zürich: Wer sagt die Wahrheit im Streit um das ESC-Aus?
Die SRG nahm die Stadt Zürich vergangene Woche überraschend aus dem Rennen für die Austragung des nächsten Eurovision Song Contest. Diese hält wenig von den Begründungen der TV-Macher.

«United by Music» lautet das Motto des Eurovision Song Contest (ESC). Von Verbindendem dürfte aber wenig zu spüren gewesen sein im Videocall zwischen den Vertretern der Stadt Zürich und der SRG am Freitagmorgen. Die SRG überbrachte die Nachricht, dass es Zürich nicht auf die Shortlist für die Austragung des ESC im nächsten Jahr geschafft hat, Basel und Genf hingegen schon. Über das Warum streiten sich nun die Parteien.

Zur Story