Schweiz
Tier

Die legendäre Gorilla-Lady Goma ist im Basler Zolli hochbetagt gestorben

Die legendäre Gorilla-Lady Goma ist im Basler Zolli hochbetagt gestorben

08.06.2018, 09:4508.06.2018, 10:06

Goma, der erste in einem europäischen Zoo geborene Gorilla, ist am 7. Juni im Zoo Basel im Kreise ihrer Familiengruppe altershalber gestorben, teilt der Zoo am Freitag mit. Die betagte Dame, Liebling einer ganzen Generation Baslerinnen und Basler, kam 1959 im Zoo Basel zur Welt. Ihr hohes Alter  war Goma zwar schon lange anzusehen; ausser den üblichen Alterserscheinungen hatte sie aber keine gesundheitlichen Probleme.

Die Gorilla-Dame Goma im Zoo in Basel am Dienstag, 23. September 2014. Goma feiert ihren fuenfundfuenfzigsten Geburtstag. Als erster in einem europaeischen Zoo geborener Gorilla wurde Goma der Lieblin ...
Bild: KEYSTONE

Bis zuletzt war sie von ausserordentlich robuster Gesundheit. In den letzten Wochen wirkte sie aber zwischendurch abwesend und müde und ihr Appetit liess nach. Am Morgen des 7. Juni war sie sehr schwach. Sie ass noch eine Kleinigkeit, legte sich dann aber versteckt in eine Box und reagierte kurz darauf nicht mehr auf die Mitglieder der Gorillagruppe, die immer wieder zu ihr gingen und sie sanft anstupsten. Um 12.15 Uhr tat Goma ihren letzten Atemzug.

ARCHIV --- Am 26. September 1959 haelt der Basler Zoodirektor Dr. Ernst Lang das drei Tage alte Gorillababy Goma in der Hand - das erste in einem europaeischen Zoo und das weltweit zweite ueberhaupt i ...
Als erster in einem europäischen Zoo geborene Gorilla wuchs Goma nach ihrer Geburt im Jahr 1959 in der Familie des damaligen Zoodirektors Prof. Dr. Ernst Lang auf. Auf dem Bild war Goma drei Tage alt.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Ein aussergewöhnlicher Lebenslauf

Über Gomas Geburt und ihre frühe Zeit bei Menschen haben die Medien damals weltweit berichtet. Etwa einjährig bekam Goma Gesellschaft vom gleichaltrigen Pepe. Mit ihm zusammen wurde sie später in ihre angestammte Familiengruppe zurückgebracht. Ihren 1971 geborenen Sohn Tamtam zog Goma ohne menschliche Hilfe gross, was sie erneut international ins Gespräch brachte: Tamtam war der erste Gorilla in zweiter Zoogeneration und das erste Gorillakind, das in einem Zoo vom ersten Tag an in Gesellschaft eines Silberrückens aufwuchs. Tamtam sollte Gomas einziges Kind bleiben.

ZUM TOD DER GORILLA DAME GOMA, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 8. JUNI 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die Gorillafrau "Goma", welche 1959 als erstes Gorillakind in Europa zur Welt ka ...
Goma mit ihrem 1971 geborenen Sohn Tamtam.Bild: KEYSTONE

Zeitlebens bei bester Gesundheit

Zum 50. Geburtstag der weltberühmten Seniorin feierte der Zolli 2009 ein Fest. Im Jahr 2010 zog sie zusammen mit ihrer Gruppe wegen Umbauarbeiten für ein Jahr aus dem Affenhaus aus. Die bei Hin- und Rücktransport durchgeführten Gesundheits-Checks zeigten Gomas für ihr Alter ausserordentlich gute Gesundheit. Bei der Rückkehr ins umgebaute Haus sorgte Goma nochmals für eine Überraschung: Nach den Strapazen des Umzugs zogen sich ihre Artgenossen im neuen Gehege erst einmal erschöpft zurück, um sich zu erholen. Nicht so Goma: Mit grossem Appetit machte sie sich als einzige sofort über die bereit gelegte Mahlzeit her, so, als wäre sie nie fortgewesen.

Die Gorilla-Dame Goma im Zoo in Basel am Dienstag, 23. September 2014. Goma feiert ihren fuenfundfuenfzigsten Geburtstag. Als erster in einem europaeischen Zoo geborener Gorilla wurde Goma der Lieblin ...
Ein Alter von 58 Jahren darf bei Menschenaffen als sehr hoch angesehen werden.Bild: KEYSTONE

Menschen prägten ihr Leben

Als Folge ihrer aussergewöhnlichen Kindheit war Goma ihr ganzes Leben den Menschen verbunden und war deshalb in ihrer Gruppe lange eine Aussenseiterin geblieben. In ihren beiden letzten Lebensjahrzehnten konnte sich Goma erfreulicherweise immer mehr ins Familienleben integrieren und war am Ende eine zufriedene und fürsorgliche Grossmutter. Ein Alter von 58 Jahren darf bei Menschenaffen als sehr hoch angesehen werden. (whr)

Dieses Gorilla-Baby versüsst Tausenden den Tag

Video: srf/SDA SRF
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Al Paka
08.06.2018 10:17registriert Juli 2017
Eine traurige aber gleichzeitig schöne Geschichte.

Danke 😘
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Janis Joplin
08.06.2018 09:50registriert April 2018
Goma, das Töchterchen der Äffin (?) Achille - worüber wir in der Schule noch gelesen hatten. Da merkt man dass man langsam alt wird.
Ruhe nun auch in Frieden Goma!
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
so wie so
08.06.2018 09:52registriert Juli 2015
Goma war eine ganz besondere Persönlichkeit. Jeder mochte sie.
00
Melden
Zum Kommentar
11
Die Schweiz steht am häufigsten am Uno-Folter-Pranger – die Sonntagsnews
Die Titlis-Bahnen haben eine frühere Nachrüstungsempfehlung des Gondel-Herstellers Garaventa nicht umgesetzt und die Schweiz ist weltweit am häufigsten mit Folter-Beschwerden bei der Uno konfrontiert – die Sonntagsnews.
Die Schweiz ist laut einer Auswertung der «SonntagsZeitung» weltweit am häufigsten mit Folter-Beschwerden bei der Uno konfrontiert gewesen. Sie habe sich in den letzten Jahren 133 Mal vor dem Uno-Ausschuss gegen Folter verantworten müssen. Die meisten Klagen stammten von abgewiesenen Asylsuchenden, die ihre Ausschaffung verhindern wollten und Foltergefahr geltend machten. Laut dem Staatsrechtsprofessor Markus Schefer von der Uni Basel bedeute dies nicht, dass es in der Schweiz besonders viele Menschenrechtsverstösse gebe. Vielmehr zeige die hohe Zahl, dass das Rechtssystem hierzulande funktioniere. «Es lohnt sich hier, eine Beschwerde einzureichen, weil die Entscheide der Uno hier ernst genommen werden», sagte Schefer zur «SonntagsZeitung». Ein weiterer Grund für die vielen Beschwerden sei die hohe Dichte an NGOs und spezialisierten Anwälten in der Schweiz sowie, dass Uno-Menschenrechtsverfahren hier relativ gut bekannt seien.
Zur Story