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Ombudsmann rügt SRF-Satire «Deville Late Night»

Ombudsmann rügt SRF-Satire «Deville Late Night»

27.02.2017, 07:4027.02.2017, 08:09
Dominic Deville ist in seiner Show zu weit gegangen, glaubt der Ombudsmann.
Dominic Deville ist in seiner Show zu weit gegangen, glaubt der Ombudsmann.bild: srf

Die SRF-Sendung «Deville Late Night» hat beim Thema Atomausstieg gegen das Vielfaltsgebot verstossen. Zu diesem Schluss kommt SRG-Ombudsmann Roger Blum in seiner Antwort auf eine Beanstandung vom vergangenen November.

In der Satiresendung am 25. November 2016 widmete sich Moderator Dominic Deville den Themen Energie und Atomstrom - just zwei Tage vor der Abstimmung über die Atomausstiegsinitiative. Ein Zuschauer beanstandet umgehend bei der Ombudsstelle der SRG, der Inhalt der Sendung trage gezielt für die politische Aussage zur Abstimmung bei und mache Stimmung für ein Ja zur Initiative.

In seinem am Sonntag veröffentlichten Schlussbericht hat Ombudsmann Blum der Beanstandung nun beigepflichtet. Vor Wahlen und Abstimmungen würden besondere journalistische Sorgfaltspflichten gelten, und das Vielfaltsgebot sei jede einzelne Sendung auf jede einzelne Sendung anwendbar, auch auf Satiresendungen.

«Propagandasendung für die Initiative»

Die SRF-Comedy-Redaktion hatte argumentiert, die Praxis erlaube der Satire auch tendenziöse Aussagen, welche nicht neutral und ausgewogen seien. «Deville Late Night» sei klar als Satire erkennbar. Dass sich dies allerdings nicht immer für alle Zuschauer einfach erschliesse, äussere sich nicht selten bei neueren Sendungen, deren Format noch nicht abschliessend etabliert sei.

«Deville Late Night» – die zwölfte Folge.Video: YouTube/SRF Comedy

Blum hielt dagegen fest, die beanstandete Sendung «Deville Late Night» sei «mehrfach eine Propagandasendung für die Atomausstiegsinitiative» gewesen: In der bildlichen Anmoderation, im thematischen Schwerpunkt zwischen den Minuten 6:40 und 11:50 sowie am Schluss.

«Niemand verbietet Dominic Deville, für die Atomausstiegsinitiative zu sein, aber er kann seine Sendung nicht zu einer Propagandasendung umfunktionieren, auch nicht in einer satirischen Variante», heisst es abschliessend. Volk und Stände hatten die Atomausstiegsinitiative der Grünen deutlich abgelehnt.

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Nicht unterstützen konnte Ombudsmann Blum dagegen eine mehrteilige Beanstandung, welche verschiedene Publikationen auf SRF News und eine Meldung von Teletext betrafen. Der Beschwerdenführer hatte das Vorgehen bei der Nennung der Nationalität des Täters im Fall des islamischen Zentrums Schwamendingen ZH bemängelt und eine Ungleichbehandlung der Netz-Kommentatoren moniert.

(sda)

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20 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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saukaibli
27.02.2017 11:13registriert Februar 2014
Jetzt ist mir klar, wieso es in der Schweiz keine Chance für eine richtige Satiresendung gibt. Gemäss Ombudsmann darf es also gar keien Satire geben, wenn sogar in so einer Sendung keine tendenziösen Aussagen gemacht werden dürfen. Arme Medienlandschaft in der Schweiz, einfach nur peinlich, dieser Herr Blum.
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Lowend
27.02.2017 10:24registriert Februar 2014
Echt jetzt, aber ausgewogene Satire?

Satire darf doch alles, ausser halt in der Schweiz!

Wenn dass mal keine Satire ist!
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Deverol
27.02.2017 10:00registriert Juli 2016
Es gibt keine grössere Anerkennung für eine Satiresendung, als wenn sie von irgend einem Bünzli gerügt wird.
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