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Unternehmer Tavares ist überzeugt: «Dank solchen Angeboten werden immer mehr Leute auf ein eigenes Fahrzeug verzichten» bild: kumpan electric

Wie O-Bikes, aber schneller: Im April kommen die ersten Verleih-Roller in die Schweiz

Neben den umstrittenen O-Bikes werden bald auch Miet-Töffs das Bild der Schweizer Städte prägen. Die ersten E-Scooter im Sharing-Prinzip werden hierzulande voraussichtlich ab April durch Genf rollen.



Sie sind der neuste Trend am Velohimmel: Leih-Velos, die man mieten und abstellen kann, wo man will. Bekannteste Vertreter des Konzepts sind die umstrittenen O-Bikes. Nun erhalten die praktischen Zweiräder Konkurrenz der schnellen Sorte: Das Schweizer Start-Up Go-Green-City will in Genf ab April 50 E-Scooter per Sharingdienst zur Miete stellen. 

Das Unternehmen plant, die Miet-Stromroller gemeinsam mit dem deutschen Scooter-Hersteller Kumpan electric auf die Strassen zu bringen. Es wird das erste solche Angebot in der Schweiz

Zwar sind auch in anderen Städten E-Scooter-Anbieter auf den Startplätzen, doch konkrete Startdaten hat noch keiner bekanntgegeben. Der Zürcher Tiefbauamt-Vorsteher Filippo Leutenegger (FDP) gab bereits im Dezember auf Anfrage bekannt, dass die Stadt vier Leih-Stromroller-Angebote für ein Pilotjahr zulässt. Bis heute tummeln sich auf den Zürcher Strassen aber noch keine entsprechenden E-Roller.

In den europäischen Metropolen sind Sharing-Angebote für E-Scooter bereits seit letztem Jahr auf dem Vormarsch: In Berlin und Paris bieten gleich mehrere Firmen die wendigen Zweiräder zum spontanen Mieten an. 

Im Kanton Genf spricht man seit letztem Herbst über den Verleih von elektrischen Motorrädern. Der für den Transport verantwortliche Genfer Staatsrat Luc Barthassat liess gegenüber der Westschweizer Zeitung «20 minutes» verlauten, dass die Einführung eines Roller-Verleihs in Planung sei. Er stehe in Verhandlungen mit privaten Unternehmen, die das System betreiben sollen. Startdatum, Anbieter sowie weitere Details verriet er damals nicht. 

Kollege Loro ist kein Freund von O-Bike

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Video: watson/Laurent Aeberli, Emily Engkent

Aus einem Schreiben Barthassats, das watson vorliegt, geht nun hervor, dass der Chef des Start-Ups, Jose Tavares, für einen Pilotversuch die Bewilligung des Kantons erhalten hat. 

Tavares hat grosse Pläne: «Wir werden die 50 Scooter verteilt in der ganzen Stadt Genf aufstellen. Wird in den darauf folgenden Wochen klar, dass eine grössere Nachfrage besteht, werden weitere Roller folgen.» Er geht stark davon aus, dass dies der Fall sein wird.

Das Angebot sei als Ergänzung der öffentlichen Verkehrsmitteln gedacht, so der Unternehmer: Seine Vision sieht folgendermassen aus: «Die Leute nehmen Zug, Bus oder Tram zum nächsten verfügbaren E-Roller und steigen dort um, um flexibler und näher an ihr Ziel zu gelangen.» Tavares ist überzeugt, mit seinem Projekt auch gegen die Verkehrsüberlastung anzukämpfen: «Dank solchen Angeboten werden immer mehr Leute auf ein eigenes Fahrzeug verzichten.»

Mit 45 Stundenkilometer durch die Calvin-Stadt

Bei den E-Scootern des Start-Ups handelt es sich um dieses Modell mit Namen 1954RI: 

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bild: kumpan electric

Die E-Roller fahren bis zu 45 Stundenkilometer schnell, in einer Box unter dem Rollersitz stehen jeweils zwei Helme zur Verfügung – ein grosser und ein kleiner. Lokalisiert und gestartet werden die Motorräder per App. «Wir wollen den Genfern qualitätsreiche, deutsche Ingenieurskunst bieten», lobt Christoph Klöpping, Schweiz-Verantwortlicher von Kumpan electric, seine E-Roller. Tankstellen oder längeres Aufladen auf Parkplätzen seien damit nicht nötig. «Die Mitarbeiter in Genf werden die leeren Akkus regelmässig gegen volle austauschen», sagt er. 

Überlastung der Abstellplätzen?

Das Besondere an den neuartigen Sharing-Angeboten ist: Die Benutzer müssen ihr Fahrzeug nicht an einem fixen Standort zurückgeben, sie können es einfach auf Parkplätzen in der Nähe ihres Zielorts stehen lassen. Das stösst immer wieder auf Kritik, auch bei diesem Projekt: Plätze, auf denen Motorräder abgestellt werden dürfen, seien in Genf bereits jetzt rar, teilt der Verband Transport und Umwelt mit.

Ausserdem sind diese Abstellplätze in Genf in gewissen Fällen auf Trottoirs eingezeichnet, was ebenfalls für Unmut sorgt. Die Präsidentin des Verbands, die Grüne-Nationalrätin Lisa Mazzone, sagt: «Trottoirs sind für Fussgänger vorgesehen. Ich befürchte, dass der Platz nun noch knapper wird. Zudem tummeln sich in Genf bereits sehr viele Roller auf den Strassen – oftmals auch auf den Velostreifen.»

Mazzone bezweifelt ausserdem, dass die Leute wegen solchen Angeboten in Zukunft auf ein eigenes Fahrzeug verzichten. Gefördert gehörten laut ihr deshalb vielmehr Leih-Velo-Angebote. Mazzone: «Sie sind ökologisch und bestens geeignet für den Stadtverkehr.» 

Go-Green-City bleibt von seinem Konzept überzeugt und plant bereits weitere Schritte. In mehreren Schweizer Städten stünden sie in der letzten Planungsphase, so Tavares.

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    Alle Leser-Kommentare
  • xname 17.02.2018 20:59
    Highlight Highlight Ich weiss nicht so recht..
    Wer schon mal einen Fremden Helm an hatte, kennt die Geruchskulisse.
    Immerhin kennt man dann noch den Besitzer.
    Aber von absorbiertem Schweiss von keine Ahnung wievielen Menschen umgeben zu sein.
    Nö, nicht mein Ding.
    Glaube, das wurde nicht ganz durchdacht, selbst wenn Desinfektionmittel und Deo beiliegt, was den Ekel eher noch bewusster macht
  • mly 16.02.2018 12:16
    Highlight Highlight Na ja, ich bin nicht mehr bike-fit, darum vielleicht nicht so ganz schlecht...
    Ich wohne ausserhalb von Winterthur und fahre meist mit meinem schweren Motorrad nach Zürich oder Winterthur, um nicht mit dem Auto gehen zu müssen. Im Zusammenspiel mit dem ÖV, würde ich dies garantiert als Alternatives Angebot prüfen! Ich würde gerne auf eigene Fahrzeuge verzichten. Ich bin auch bei car-sharing, was aber nicht wirklich eine vollumfängliche Alternative ist.
  • Driver7 16.02.2018 12:10
    Highlight Highlight Rollerfahrer ohne Erfahrung (Auto-Führerschein reicht) und ohne richtige Ausrüstung.. das wird lustig..! Die Fahren ja nur 45km/h.. jepp dann haltet mal bei 45km/h die Hand ohne Handschuhe auf den Beton..
  • dmark 16.02.2018 11:47
    Highlight Highlight Roller in Genf? Ist teilweise ein echtes Chaos. Da wird kreuz und quer gefahren, sowie rechts und links überholt. Irgendwie funktioniert es aber. Wundert mich allerdings dennoch, dass da nicht mehr passiert.
  • Alterssturheit 16.02.2018 10:58
    Highlight Highlight Grundsätzlich macht es vielleicht schon Sinn. Aber das bevorstehende Chaos gibt mir zu denken. Schon um das abstellen der Leihvelos scheren sich viele Nutzer nicht, und dann noch die Töfflis dazu....
    Muss Oma und Opa halt schauen, wo sie zu Fuss noch durchkommen.
  • Swizzi 16.02.2018 10:50
    Highlight Highlight Schweinerei!
    Es reicht schon mit den gelben O-Bikes, die überall herumstehen. Bei uns wird ein demoliertes defektes Rad, obwohl mehrmals gemeldet, seit Wochen nicht abgeholt und verschandelt das Quartierbild.

    Wir brauchen das hier nicht. Vor allem keine Firmen, die in der Schweiz die Infrastruktur belasten und nicht einmal Steuern zahlen, da sie die Einnahmen direkt ins Ausland abführen.

    Die Politik ist in diesem Thema gefordert, aber leider einmal mehr total überfordert.
    • Swizzi 16.02.2018 12:37
      Highlight Highlight @HonigTroll
      Ihr Name spricht für sich. Nichts zum Thema zu sagen, dafür andere beschimpfen, Tunnelblick und dazu noch Schreibfehler.

      Sie müssen sehr unglücklich sein. Das Unglück spricht "förmtlich" aus Ihnen.

    • Swizzi 16.02.2018 13:14
      Highlight Highlight @HonigTroll
      Mein lieber Honigtroll

      Trolle findet man so bei Kindern zwischen 13 - 25 Jahren. Halt eben Pubertätsleidende. ;) Ein halbwegs vernünftiger Erwachsener wird wenig Spaß am trollen finden.
    • Hercules Rockefeller 16.02.2018 13:48
      Highlight Highlight @Swizzi

      Du bist sicher der (oder die?) Erste, der die ausländischen Firmen willkommen heisst, die in der CH nur Steuern zahlen. Und die Aussage mit dem Quartierbild komplettiert deinen Comment als ultra-whack 😂
    Weitere Antworten anzeigen
  • Picker 16.02.2018 10:35
    Highlight Highlight Finde dies eine Schnapsidee: Vor allem sicherheitstechnisch, mit bloss 2 verschiedenen Helmen etc. würde für mich sowas nie in Frage kommen (von der Hygiene mal ganz abgesehen...).
  • zoink 16.02.2018 10:11
    Highlight Highlight Gibts bereits ein Mietmodell für Särge ? Ich sehe die ersten Gelegenheitsfahrer ohne Ausrüstung bereits jetzt wegen Unfällen in den Schlagzeilen.
    • EvilBetty 16.02.2018 11:52
      Highlight Highlight Dress for the slide, not for the ride 😉
  • Der Tom 16.02.2018 10:07
    Highlight Highlight Grundsätzlich finde ich das toll! Auch die Velos sind super praktisch. Das wird aber leider viele verletzte und vielleicht auch tote geben. Ungeübte Velofahrer sind schon gefährlich genug finde ich.
  • Bits_and_More 16.02.2018 10:02
    Highlight Highlight Ich bin nur etwas skeptisch was die Helme angeht. Ein Helm der nicht passt hat eine verminderte Schutzleistung, zudem kann schon ein Sturz aus geringer Höhe einen Helm stark schwächen.
    Ich hoffe mal, dass diese regelmässig beim geprüft / gereinigt werden.
    • zoink 16.02.2018 15:54
      Highlight Highlight na klaaaaaaar ;)
  • coheed 16.02.2018 10:02
    Highlight Highlight Mietvelos und Mietmofas sind ja schön und gut, aber ich die Velos belegen Tagelang Veloparkplätze ohne, dass sie jemand braucht, mit den Mofas wird das ja noch viel schlimmer... Es kann nicht sein, dass Firmen tausende von Velos auf öffentlichem Grund verteilt ohne dafür zu sorgen, dass sie richtig abgestellt werden können. So richtig ausgefeilt ist das System noch nicht...
    • Evan 16.02.2018 17:55
      Highlight Highlight Auch Privatautos benutzen ewig Parkplätze ohne dass sie jemand braucht. Ziemlich sicher sogar längere Zeit als ein Gefährt, welches von mehreren Benutzern gefahren wird. Ist also nichts neues. Solche Dienste verringern sogar das Problem, dass du ansprichst.
  • WayneTheBrain 16.02.2018 09:59
    Highlight Highlight Warum Mazzone glaubt, dass durch solche Angebote kaum Leute auf ihr Fahrzeug verzichten werden leuchtet mir nicht ein. Dies trifft doch eher bei teuren Scootern und Autos zu als bei günstigen Velos. Für die meisten Stadtmenschen lohnt es sich z.B. bereits jetzt Sharoo statt einem eigenen Auto zu nutzen. Das werden immer mehr Leute verstehen und sie in Zukunft vom teuren Kauf abhalten!
  • Evan 16.02.2018 09:36
    Highlight Highlight 50 sind ganz sicher nicht genug. Aber ich finde es gut, dass es immer mehr solche Dienstleistungen gibt. Hoffentlich schon bald in anderen Städten.

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