Schweiz
Wallis

Viel Spannung und Dramatik erwartet bei Walliser Wahlen

Le conseiller d’Etat valaisan Oskar Freysinger lors de la conference de presse, pour la presentation du manuel de dix theses sur l'ecole, ce mardi 1 mars 2016, Espace Porte de Conthey a Sion. Ce  ...
Stellt sich heute zur Wiederwahl: Oskar Freysinger (SVP).Bild: KEYSTONE

Viel Spannung und Dramatik erwartet bei Walliser Wahlen

05.03.2017, 06:3605.03.2017, 08:12

Das Wallis wählt heute Sonntag den Regierungsrat und das Kantonsparlament neu. Mit Spannung erwartet wird vor allem der Ausgang der Staatsratswahlen: In den Startlöchern stehen 13 Kandidierende.

Bei den Walliser Regierungsratswahlen kämpfen so viele Kandidatinnen und Kandidaten wie noch nie um die fünf Sitze. Dass jemand das absolute Mehr im ersten Wahlgang erreicht, ist deshalb eher unwahrscheinlich. Der zweite Wahlgang findet am 19. März statt.

Von den fünf bisherigen Regierungsmitgliedern treten drei wieder an: Esther Waeber-Kalbermatten (SP), Oskar Freysinger (SVP) und Jacques Melly (CVP). Die beiden CVP-Staatsräte Jean-Michel Cina und Maurice Tornay kandieren nicht mehr. Die CVP will diese beiden Sitze mit Christophe Darbellay und Roberto Schmidt verteidigen.

Das Abschneiden von Darbellay wird mit besonderer Spannung erwartet: Der frühere Parteipräsident der CVP Schweiz erhielt in seinem Bezirk Martigny überraschend Konkurrenz vom letztjährigen CVP-Grossratspräsidenten Nicolas Voide, der auf einer gemeinsamen Liste mit der SVP antritt. Zwischen Darbellay und Voide wird es zu einem direkten Zweikampf kommen, da aufgrund der Kantonsverfassung nur ein Vertreter pro Bezirk in die Regierung gewählt werden kann.

Darbellay hatte ausserdem vier Monate nach seiner Nomination als Regierungsratskandidat durch die CVP Wallis im vergangenen September im «SonntagsBlick» beichten müssen, dass er eine aussereheliche Affäre hatte und zum vierten Mal Vater wird. Seine Frau hat ihm diese Geschichte nach seinen eigenen Angaben verziehen, ob das mehrheitlich katholische Walliser Stimmvolk dasselbe tut, wird sich weisen.

Neues Wahlsystem

Für die Neubesetzung der 130 Sitze im Kantonsparlament hat sich ebenfalls eine Rekordzahl von Frauen und Männern aufstellen lassen. Hier kämpfen 279 Kandidatinnen und Kandidaten um einen der Sitze.

Das deutschsprachige Wallis hat in der nächsten Legislaturperiode aufgrund der Bevölkerungsentwicklung noch Anspruch auf 34 Sitze (vier weniger als bisher), die Romands dürfen 96 Sitze besetzen.

Ausserdem wird der Grosse Rat im Wallis erstmals nach dem neuen System der doppelt-proportionalen Vertretung gewählt. Grund dafür ist ein Bundesgerichtsentscheid vom Februar 2014. Das höchste Gericht hatte das bisherige Wahlsystem wegen der teilweise zu kleinen Wahlkreise für verfassungswidrig erklärt.

Der Doppelproporz korrigiert dies nun: Die Sitze werden in einem ersten Schritt auf Ebene des Wahlkreises unter den politischen Kräften verteilt und anschliessend in den Unterwahlkreisen verteilt. (sda)

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