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Obwohl er eine Klage wegen Rassendiskriminierung am Hals hat, sorgt Jean-Luc Addor erneut mit Hardliner-Forderung für Schlagzeilen.
Obwohl er eine Klage wegen Rassendiskriminierung am Hals hat, sorgt Jean-Luc Addor erneut mit Hardliner-Forderung für Schlagzeilen.
Bild: KEYSTONE

Nach Terroranschlägen fordert dieser Nationalrat: «Schweizer, bewaffnet euch!»

Nach den verschiedenen Terror-Ereignissen der letzten Tage fordert SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor eine Lockerung des Waffengesetzes. Damit ruft er Kritiker auf den Plan.
25.07.2016, 04:2925.07.2016, 06:21
    Wallis
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In die Betroffenheit nach dem Terroranschlag in Nizza und dem Amoklauf in München mischen sich nun auch Instrumentalisierungsversuche von Politikern. An vorderster Front steht dabei der Walliser SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor. Im Blick fordert er: «Schweizer, bewaffnet euch!» Die mörderischen Ereignisse der letzten Wochen hätten gezeigt, dass «die Staaten die Sicherheit ihrer Bürger nicht mehr gewährleisten können – so auch die Schweiz

Waffen für alle

Der SVP-Hardliner sorgt mit seinen Provokationen immer wieder für Schlagzeilen. Nach dem Mord an der Genfer Sozialtherapeutin schrie er sogleich nach einer Wiedereinführung der Todesstrafe. Sein schnelles Mundwerk brachte ihm jüngst auch eine Klage wegen Rassendiskriminierung ein. Der Grund: Nach einer Schiesserei in einer St.Galler Moschee 2014, die ein Menschenleben forderte, twitterte Addor: «Wir wollen mehr davon!» 

«Bewaffnete Schweizer können Menschenleben retten.»
SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor

Und nun die Forderung nach schärferen Waffengesetzen. Der Neo-Nationalrat liess es sich auch nicht nehmen für das Titelbild mit gezogener Waffe zu posieren. Mit einem Vorstoss will er erreichen, dass die Schweizerinnen und Schweizer ohne grosses Tam Tam eine Waffe mit sich herumtragen und im Notfall auch benutzen dürfen. Heute braucht es einen Waffentragschein. «Bewaffnete Schweizer auf den Strassen können den Terror zwar nicht verhindern, aber durch beherzten Einsatz der Waffe Menschenleben retten und so das Leid lindern», behauptet der Walliser.

Überlegst du dir auch, eine Waffe anzuschaffen?

Einsamer Rufer in der Wüste

Hardliner Addor beisst bei den Linken mit seinem Anliegen erwartbarerweise auf Granit. Die SP-Politikerin Chantal Galladé befürchtet, dass bei einer Gesetzeslockerung Terroranschläge noch blutiger würden, wenn jeder Passant plötzlich drauflosballern würde. Aber auch Parteigenossen winken ab. SVP-Nationalrat Walter Wobmann jedenfalls wehrt sich gegen einen «Wilden Westen in der Schweiz». (rwy)

Waffenbesitz in der Schweiz: So sieht's rechtlich aus
Für den Besitz einer Waffe braucht es in der Schweiz einen Waffenerwerbsschein. Grundsätzlich kann dieser jeder mündige Bürger ab 18 Jahren beantragen. Den Schein erhält man jedoch nur gegen Angabe eines plausiblen Erwerbsgrundes. Verwehrt wird dieser zudem, wenn das Strafregister einen Eintrag wegen gewalttätiger Handlungen oder wiederholt begangener Verbrechen enthält. ​Mit dem Schein ist das Tragen einer Waffe jedoch nicht erlaubt. Dafür braucht es einen Waffentragschein. (rwy)
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