Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epaselect epa06427366 Huge amounts of snow are pictured in Zermatt, Switzerland, 09 January 2018. Due to heavy snowfall and rain showers, Zermatt can only be reached by air. Swiss authorities have closed ski slopes, hiking trails, cable cars, roads and train service into the town of Zermatt amid a heightened risk of avalanches, stranding some 13,000 tourists in the town.  EPA/MATEUSZ BOCIAN

Zermatt war in den letzten Tagen regelrecht im Schnee versunken.  Bild: EPA/KEYSTONE

Zermatt ist nicht mehr von der Aussenwelt abgeschnitten



Nach fast zwei Tagen ohne Verbindung zum Rest der Schweiz ist der Walliser Ferienort Zermatt wieder erreichbar. Seit Mittwochabend verkehren wieder Züge. Am Dienstag und Mittwoch waren Helikopter das einzig mögliche Transportmittel.

Wie das ganze Oberwallis war auch der weltbekannte Touristenort seit Montag im Schnee versunken. Alleine in der Simplon-Region fielen am Dienstag innerhalb von 24 Stunden zwei Meter Schnee. Seit Montagabend unterbrachen die Schneefälle die Bahnverbindung.

Neben den Einheimischen mussten auch 13'000 Touristen im abgeschnittenen Ort ausharren. Erst am Mittwoch gab es Entwarnung. Ab 17.15 Uhr verkehrten die ersten Züge zwischen Täsch und Zermatt wieder, wie die Matterhorn Gotthard Bahn mitteilte.

Zwischen Täsch und Visp mussten die Passagiere auf Ersatzbusse umsteigen. Am Donnerstag kann auch diese Bahnstrecke voraussichtlich wieder in Betrieb genommen werden.

Zunächst hätte die Bahnstrecke zwischen Zermatt und Täsch bereits um 11.15 Uhr wieder öffnen sollen. Wegen grosser Schneemengen beim Portal der Galerie «Unnerchriz» war das jedoch nicht möglich.

epa06427274 People with suitcases look at the infoscreen showing cancelled routes at the empty bus station in Zermatt, Switzerland, 09 January 2018. Due to heavy snowfall and rain showers, Zermatt can only be reached by air. Swiss authorities have closed ski slopes, hiking trails, cable cars, roads and train service into the town of Zermatt amid a heightened risk of avalanches, stranding some 13,000 tourists in the town.  EPA/LEANDER WENGER

Warten am Bahnhof Zermatt  Bild: EPA/KEYSTONE

Schneeschleudern reichten nicht

«Die Schneemengen sind zu gross, um mit den normalen Schneeschleudern geräumt zu werden», sagte Barbara Truffer, Sprecherin der Matterhorn Gotthard Bahn, auf Anfrage der sda. Das Bahnunternehmen musste deshalb grosse Baumaschinen auffahren.

Am Dienstag und Mittwoch war Zermatt nur über eine Luftbrücke der Air Zermatt zu erreichen gewesen. Auch am Mittwoch bildeten sich lange Warteschlangen vor der Helikopter-Basis in Zermatt. Die Wartenden wurden von der Gemeinde Zermatt mit einer kalten Platte verpflegt.

Rund 600 Touristinnen und Touristen sind am Dienstag während rund drei Stunden per Helikopter ausgeflogen worden, wie Air Zermatt gegenüber AFP präzisierte. Am Mittwoch waren es ebenfalls mehrere Hundert über den ganzen Tag verteilt. Sie bezahlten 200 Franken pro Person. In der Gegenrichtung waren neu ankommende Gäste unterwegs.

Zermatt rückte während der zwei Tagen weltweit ins Medieninteresse. Noch am Dienstag meldeten sich vor allem Medien aus Europa, am Mittwoch dann aus der ganzen Welt, sagte Gemeindepräsidentin Romy Biner-Hauser auf Anfrage.

Kein Notstand

In einigen Berichten habe der Eindruck entstehen können, dass in Zermatt eine Art Notstand herrsche. «Das ist nicht der Fall», sagte die Gemeindepräsidentin. Trotz der Sperrung herrschte in Zermatt zu keiner Zeit ein Versorgungsnotstand.

«Die Stimmung in Zermatt ist sehr gut, ruhig und geordnet», sagte Romy Biner-Hauser. Härtefälle von Touristen, die sich ein Hotelzimmer nicht mehr leisten könnten, seien der Gemeinde nicht bekannt.

Am Mittwoch wurde auch die akute Lawinengefahr etwas gesenkt. Das WSL-Institut für Schnee und Lawinenforschung setzte sie von Gefahrenstufe 5 auf 4 herab. Nach und nach sollen auch die gesperrten Wanderwege rund um Zermatt wieder geöffnet werden.

epa06428847 Ice skaters in Zermatt, Switzerland, 10 January 2018. Due to heavy snowfall and rain showers, Zermatt can only be reached by air. Swiss authorities have closed roads and train service into the town of Zermatt amid a heightened risk of avalanches, stranding some 13,000 tourists in the town.  EPA/DOMINIC STEINMANN

Die Lage in Zermatt blieb ruhig. Bild: EPA/KEYSTONE

Auch Saas-Fee erreichbar

Auch das Saastal war seit Montagabend von der Aussenwelt abgeschnitten gewesen. Am Mittwochabend um 17 Uhr wurde jedoch auch dort die Strasse zwischen Stalden und Saas-Grund wieder eröffnet.

Im Oberwallis war es auch in Visp zu einem Grossereignis gekommen. Wegen eines Murgangs mussten im Dorfteil Eyholz in Visp rund zwei Dutzend Personen aus ihren Wohnhäusern evakuiert werden. Zudem wurde die Kantonsstrasse gesperrt.

Verletzt wurde niemand. Auch die Schäden an Gebäuden und Infrastruktur blieben in einem überschaubaren Ausmass, wie der Gemeindeführungsstab Visp mitteilte. Er bezeichnete den Murgang als «Jahrhundertereignis». Für die Räumung der Schlammlawine standen während drei Tagen zwischen 50 und 80 Einsatzkräfte im Einsatz.

Auch in Italien sassen wegen der Schneemengen etwa 5000 Menschen fest. Im italienischen Wintersportort Sestriere verschüttete eine Lawine ein Wohngebäude, alle Bewohner wurden gerettet. (cma/sda/dpa/afp)

Hund macht Schneeengel – und löst damit ein Rätsel

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Biden warnt vor weiteren 250'000 Toten in den USA

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schluss mit mildem Wetter: Nächste Woche gibt's bis zu 30 Zentimeter Neuschnee

Der diesjährige November war laut Meteorologen bisher überdurchschnittlich trocken und warm. Zum Start in den meteorologischen Winter soll am Dienstag eine Kaltfront die Schweiz erreichen. Diese bringt demnach wenige Schneeflocken auch bis in tiefe Lagen.

Im zu Ende gehenden November herrschte oft Hochdruckwetter mit Nebel im Flachland und schönem Bergwetter. Im Flachland war es ein bis zwei Grad und in der Höhe drei bis teils über vier Grad wärmer als im Schnitt, wie der Wetterdienst …

Artikel lesen
Link zum Artikel