Schweiz
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Heinz Karrer, Praesident Economiesuisse, spricht waehrend der Jahresmedienkonferenz, am Donnerstag, 26. Januar 2017, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Heinz Karrer, Präsident des Wirtschaftsverbandes Economiesuisse, gesteht Schwächen in der Pro-USRIII-Kampagne ein. Bild: KEYSTONE

Interview

Economiesuisse-Chef Karrer: «Der Druck von EU und OECD wird nicht nachlassen»

Heinz Karrer, Präsident des Wirtschaftsverbandes Economiesuisse, bedauert das klare Nein zur USR III und anerkennt die Schwächen der Pro-Kampagne: Die Argumente der Gegner hätten den Stimmbürger stärker zu überzeugen vermögen, die Mobilisierung der bürgerlichen Kreise sei nicht gelungen. Der Bundesrat müsse nun «rasch, aber nicht hektisch» eine neue Vorlage ausarbeiten, fordert Karrer im Interview.



Heinz Karrer, das deutliche Nein zur USR III ist ein Fiasko für Economiesuisse. Was haben die Befürworter falsch gemacht? 
In der Schlussphase haben zwei Themen dominiert, von denen wir offensichtlich das schwächere besetzt haben: Zwar konnten wir aufzeigen, dass es bei der USR III um die langfristige Sicherung von Steuereinnahmen geht, doch das Argument der kurzfristigen Steuerausfälle hat die Stimmbürger letztlich stärker überzeugt. Das war wohl der Hauptgrund für das dieses deutliche Nein. Ich bedauere das sehr.

Sie werfen den Stimmbürgern Kurzsichtigkeit vor?
Nein, nein, im Gegenteil. Wir haben einfach zu wenig deutlich gemacht, dass die USR III notwendig ist für die Schweiz als wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort. Die Frage ist, warum wir das nicht geschafft haben, denn nach unserem Dafürhalten war es klar, dass die USR III notwendig ist. Das haben ja auch die Gegner gesagt.

Dass eine Reform nötig ist, klar, aber der Stimmbürger hat den Inhalt der Reform nicht goutiert. Die Linke bezeichnete die USR III als «bürgerliche Arroganz». Hat man das Paket zu grosszügig geschnürt?
Ich habe nicht das Gefühl. Die Privilegien der USR III als solches sind ja nicht hinterfragt worden, das sind praktisch die einzigen, die international akzeptiert sind. Das haben auch die Gegner nicht bestritten. Vielleicht gibt es das eine oder andere Detail, das man genauer anschauen muss. Aber an den Steuerprivilegien per se hat niemand etwas kritisiert.

Sass der Ärger über die schlechte Finanzprognose bei der USR II dem Stimmbürger noch im Nacken?
Nach der Umsetzung der Unternehmenssteuerreform II wurde das Thema Steuerausfälle stark bewirtschaftet. Dabei sind die Steuereinnahmen danach gestiegen. Dieses Argument haben wir auf den Tisch gebracht, aber es hat zu wenige Stimmbürger überzeugt. Man muss auch sagen, dass die Mobilisierung der bürgerlichen, wirtschaftsaffinen Kreise nicht gelungen ist.

Trotz eines enormen personellen und finanziellen Einsatzes.
Das Budgetthema wird zu stark gewichtet. Die Frage ist ja: Wie findet so eine Diskussion in der Bevölkerung statt und wie in den Medien? Ich glaube nicht, dass das Kampagnenbudget dabei im Vordergrund steht. Letztlich geht es darum, welche Sorge überwiegt – jene über kurzfristige Steuerausfälle oder die über eine Schwächung des Wirtschaftsstandortes Schweiz.

Heinz Karrer (12.2.2017)

Heinz Karrer im Gespräch mit watson-Redaktorin Daria Wild Screenshot: SRF

Die Sorge um Steuererhöhungen beim Mittelstand ist ja auch berechtigt.
Interessanterweise haben aber alle Finanzdirektoren gesagt, es gebe keine Steuererhöhungen, schon gar nicht wegen der USR III. Die einzelnen Kantone hatten schon vorher Diskussionen über Sparprogramme. Diese Diskussion fand in den Kantonen statt, also eigentlich weg von den Themen der nationalen Vorlage. Jetzt fiel das einfach mit der Kampagne für die USR zusammen. Das hat das Ganze für uns sicher nicht einfacher gemacht.

Hat Ihnen der Gewerbeverband als zweiter grosser Player in den Abstimmungskampf gepfuscht? Deren Kampagne war ein Schuss in den Ofen.
Wir sehen es als grossen Vorteil, dass eine breite Allianz von unterschiedlichen Organisationen vertreten war. Wir beschlossen von Anfang an zusammenzuarbeiten. Es war auch richtig und wichtig, dass verschiedene Tonalitäten da waren. Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht alle gleich gut ankommen. Aber insgesamt sehe ich es als einen grossen Vorteil, dass Gewerbler und KMU auch vertreten waren. Das war eine gute Voraussetzung.

Richtig schlecht sah es für die Befürworter erst aus, als sich Evelyne Widmer-Schlumpf eingeschaltet hat. War das der Wendepunkt?
Das hat sicherlich eine Rolle gespielt, wie stark, ist noch zu beurteilen. Es war schon so, dass recht lange grosse Unsicherheit herrschte – die Leute haben zu einem Ja tendiert oder zu einem Nein, waren aber noch nicht entschieden. Solche Voten wie jenes von Evelyne Widmer-Schlumpf waren dann sicher nicht hilfreich und führten zu zusätzlicher Verunsicherung. Aber es gab ja noch noch viele andere Voten.

Wie geht es für Economiesuisse weiter?
Wir müssen diesen Entscheid akzeptieren, allem Anschein nach hält eine deutliche Mehrheit diese Reform für nicht okay. Jetzt sollten wir eine neue Vorlage ausarbeiten, zügig, aber nicht hektisch. Der Druck von EU und OECD wird nicht nachlassen und der jetzige Zustand bedeutet unerfreulicherweise Rechtsunsicherheit. Die wollen wir möglichst kurz halten. Aber ich gehe davon aus, dass der Bundesrat die neue Vorlage rasch angehen wird.

Prognostizieren Sie, dass jetzt reihenweise Unternehmen ihre Koffer packen?
Ich hoffe, es sind nicht zu viele, die Sorge um Abwanderung ist da. In den nächsten ein, zwei Jahren werden sich jene Unternehmen, für die Steuerprivilegien matchentscheidend sind, Gedanken machen, ob sie in der Schweiz bleiben, oder überhaupt in die Schweiz ziehen wollen. Das betrifft vor allem mobile Unternehmen, die relativ einfach Standortentscheide fällen können. Es ist schwierig zu sagen, welchen Effekt dieser Entscheid haben wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass er einen haben wird, ist allerdings gross.

Magdalena Martullo-Blocher kündigte an, Arbeitsplätze nach Asien zu verlegen, wenn die USR III abgelehnt wird. Gibt es weitere konkrete Beispiele oder sind das leere Drohungen?
Die Zahlen zeigen klar, dass immer weniger Unternehmen in die Schweiz ziehen. Das ist relativ deutlich und es ist offensichtlich, dass Entscheide wie der gestrige nicht hilfreich sind. Da braucht es keine Einzelbeispiele dazu.

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54Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 14.02.2017 06:36
    Highlight Highlight Wir lassen uns weder vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) richten noch von der EU erpressen!
  • Thinkdeeper 13.02.2017 22:42
    Highlight Highlight Ein New Deal ist schon lange überfällig...
  • Thinkdeeper 13.02.2017 21:52
    Highlight Highlight Magdalena geh doch in Deine Heimat zurück.
    Wir brauchen keine Unternehmer die Erpressung und Nötigung als legitim betrachten und deren Relugion schnelles Geld und 2stellige Wachstumsrate ist. Wir brauchen Unternehmer die gewillt sind nachhaltig Mitarbeiter und der Gesellschaft zu dienen, Dividenden im Unternehmen lassen und Volksvermögen für schlechte Zeiten äufnen.
  • x4253 13.02.2017 14:34
    Highlight Highlight M.MB will mit der EMS Chemie weg?
    Bitte: Dort gehts lang -->
    • rodman 13.02.2017 17:14
      Highlight Highlight Ich verstehe ja, was Du meinst. Trotzdem machst Du es Dir ein bisschen gar einfach: Was passiert dann aus den 1,100 Mitarbeiter in Domat/Ems? Auch gleich weg?
    • x4253 13.02.2017 18:46
      Highlight Highlight Ja, es war ein bisschen einfach. Dennoch, wenn ein Konzern wie die Ems-Chemie ihr Geschäft nur betreiben kann wenn sie massive Steuerprivilegien erhält, dann gibt es unter dem Stich drei Varianten:
      1. Bilanz deponieren, Konkurs anmelden
      2. Den Laden verkaufen
      3. Abwandern

      Da nun die Finanzokalypso eingetreten ist (aus sicht M.MB), soll sie die Konsequenzen ziehen. Wahrscheinlicher ist aber, dass es nur gebell war in der Hoffnung das Stimmvieh erzittert und fügt sich.
      Abgesehen davon:
      Benutzer Bild
  • rodman 13.02.2017 11:15
    Highlight Highlight Ich finde Karrers aussagen soweit ganz in Ordnung (uuu Blitze...)

    Auch die neue USR III b wird die Problematik haben, dass die Steuerstatusprivilegien aufgehoben werden. Und wieder wird man sich die Frage stellen, welche Goodies wird der Bund diesen Gesellschaften dafür geben. Und wieder wird es je nach Kanton (insb. BS, ZG, Westschweiz) zu einen riesigen Druck führen, die Steuern generell zu senken. Und wieder wird die Linke erbost eine erfolgreiche Kampagne dagegen fahren. Und die OECD wird irgendeinmal die Zügel anziehen. So stellen wir unserem Erfolgsmodell selber ein Bein.
    • R&B 13.02.2017 12:54
      Highlight Highlight Sie unterschätzen die Intelligenz der SP und der Stimmenden, die die USR3 abgelehnt haben. Unnötige Steuergeschenke wurden in der USR3 nicht akzeptiert. Es geht nicht an, dass die CVP, FDP und SVP sich in der Bundeskasse selber bedienen. Die USR3 war eigentlich eine versteckte Korruption.
      Darum CVP, FDP, SVP: selber Schuld! Nachsitzen und nun eine intelligente USR3 ausarbeiten.
    • 3fuss 13.02.2017 13:13
      Highlight Highlight Du schriebst: "Auch die neue USR III b wird die Problematik haben, dass die Steuerstatusprivilegien aufgehoben werden."
      Dagegen haben die Stimmbürger nichts einzuwenden. Es besteht noch die Möglichkeit, die vom OECD und der EU beanstandeten Steuerprivilegien ganz ersatzlos zu streichen. Auch dagegen hat der gewöhnliche Stimmbürger nichts einzuwenden.
    • rodman 13.02.2017 13:42
      Highlight Highlight @3fuss natürlich können wir die Privilegien ersatzlos streichen. Technisch machbar. Wirtschaftspolitisch würde ich davon - dringend - abraten.

      Und nein, einer verwaltungsgesellschaft ist es ziemlich egal, wie viel es stau in ch gibt und wie gut die luftqualität bei uns ist. Ihre Geschäftstätigleiten sind nur im ausland und in der schweiz sind sie, weil die besteuerung optimal ist.

      By the way: Luzern kündigt Sparrunde an, weil die budgetierten Mehreinnahmen aus der USRIII ausbleiben. Dumm gelaufen, zahlt hat der Mittelstand...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Makatitom 13.02.2017 11:00
    Highlight Highlight Nicht keine, sondern gar keine Einsicht zeigen Karrer, Bigler, Maurer und die FDP. Nein, die Steuerprivilegien, welche von euch noch in das Paket geschmuggelt wurden, heisst niemand gut. Und auf die paar Arbeitsplätze, die Trulla-Blocher noch in Ems anbietet und die sowieso zu 75 Prozent mit billigen Ausländern besetzt sind, können wir getrost verzichten. Soll sie doch nach Asien, zu den Fabriken, welche ihr Vater schon vor der EWR-Abstimmung gekauft hat. Dort muss sie aber gehorchen lernen, und kann sich nicht einfach gesetzte kaufen
    • rodolofo 13.02.2017 12:03
      Highlight Highlight Sie haben doch schon die Off-Shore-Steuerparadiese mit den Tausenden von Briefkasten-Firmen, die beim Skandal mit den "Panama-Papers" aufgeflogen sind, worauf "unser" Bundesrat, Ueli Maurer erklärte, dass man diese Möglichkeit der Kapitalverschiebung erfinden müsste, wenn es sie nicht schon gäbe.
      Reichen all diese Schlupflöcher, die einen gross angelegten, LEGALEN DIEBSTAHL durch das Zusammenwirken von Globalem Geldadel (Mafia) und gekauften, lokalen Komplizen aus Politik und Wirtschaft ermöglichen, denn noch nicht?
      Was müssen sie denn sonst noch alles zusammenraffen in ihrer masslosen Gier?!
    • Makatitom 13.02.2017 13:15
      Highlight Highlight Genau! Deshalb werde ich auch jede zukünftige USR ablehnen, wo nicht mindestens Ansatzweise diese Steuerschlupflöcher gestopft werden. Beispielsweise durch eine Besteuerung der aus der Schweiz abfliessenden Beträge an Lizenz-, Patent- oder Fakturafirmen oder an Briefkästen in Panama, Jersey etc. Auch dass die FDP-Tante eine Kapitalgewinnsteuer kategorisch ausgeschlossen hat, ist nicht gerade vertauensbildend
  • henkos 13.02.2017 10:55
    Highlight Highlight Was mich an der Debatte am meisten ärgert ist, dass die USR III als Verteidigung der Schweiz gegen die OECD verkauft wird. Fakt ist aber, dass die Schweiz als OECD-Mitglied selbst an der Erarbeitung der gemeinsamen Steuer-Standards mitgearbeitet hat und die neuen Standards auch für EU-Staaten zwingend sind. Das Bild "Schweiz vs. EU / OECD" ist völlig falsch.
  • karl_e 13.02.2017 10:06
    Highlight Highlight Nach der Umsetzung der Unternehmenssteuerreform II seien die Steuererträge stark gestiegen, meint der Herr Karrer. Vermutlich werden wir dank dieser gestiegenen Steuereinnamen ständig von neuem mit Sparübungen beglückt, die wie immer vor allem den unteren Mittelstand treffen.
    • Duweisches 13.02.2017 19:57
      Highlight Highlight Er meint auch, mit dieser Reform hätte die Schweiz langfristig Steuertechnisch profitiert. Bei diesen Rechenkünsten wundern mich seine Führungs-"erfolge" in der Wirtschaft nicht.
  • 3fuss 13.02.2017 10:06
    Highlight Highlight Herr Karrer beweist in diesem Interview, dass man sich jede Welt schön reden kann, so sehr, dass man Schizophrenie diagnostizieren muss.
    Die Economiesuisse hat die Abstimmung nicht verloren, weil die USR III zu wenig gut erklärt wurde, sprich: das Volk dumm ist, sondern weil eine starke Mehrheit weder der Economiesuisse noch den Bürgerlichen Glauben schenkte. Die Stimmbürger haben der FDP, SVP dem Economiesuisse und dem Gerwerbeverband ihre Kompetenz in Wirtschaftsfragen abgesprochen. Das passiert sonst nur der SP. Das macht diese Niederlage fundamental. Es ebnete den Weg für einen CH-Trump.
  • Theor 13.02.2017 09:47
    Highlight Highlight Dann sollen die Unternehmen halt in ein marodes Europaland ziehen, von denen man nicht weiss, ob es die EU in 5 Jahren noch gibt. Mal ehrlich, diese Drohung ist lächerlich. Der Zustand der EU ist zehn mal morbider als die der Schweiz. Wenn Unternehmen lieber tiefere Steuern als ein sicheres Umfeld wollen, sollen sie halt abhauen.
  • N. Y. P. D. 13.02.2017 09:16
    Highlight Highlight Heinz Karrer, Präsident des Wirtschaftsverbandes Economiesuisse:
    Vielleicht gibt es das eine oder andere Detail, das man genauer anschauen muss.

    Da es nur um Details geht, wovon auch Herr Bigler ausgeht, haben wir die USR III relativ knapp mit 60% Nein gewonnen.

    Ich hoffe, dass ihr Bürgerlichen in euch geht, einen Marschhalt einlegt und dann mit den Linken und Grünen eine ausgewogene Vorlage zustande bringt.
  • ElendesPack 13.02.2017 09:05
    Highlight Highlight Ich halte diese "Internationalen Unternehmen, die wegen der Steuerprivilegien in die Schweiz kommen" für eine Urban Legend. Die Privilegien sind doch jeweils nur noch das Sahnehäubchen obendrauf, nebst all den anderen Standort-Annehmlichkeiten, die die Schweiz vor allem für Topverdiener zu bieten hat.
    Und welche Arbeitsplätze will die Martullo denn wohl nach Asien verlegen? Gäbe es hierzu Shareholder-freundliche Optionen, hätte das wohl der Christoph schon lange vorher gemacht.
    M.E. alles Panikmache.
    • henkos 13.02.2017 10:52
      Highlight Highlight Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Natürlich hat die Schweiz eine hohe Lebensqualität und eine gute Infrastruktur, aber das haben andere europäische Staaten auch. Ich denke eher, dies ist das Sahnehäubchen, während die Steuersituation der primäre Standortvorteil ist.
    • ElendesPack 13.02.2017 14:06
      Highlight Highlight Als würden die anderen europäischen Länder keine Deals eingehen. Die machen das einfach intransparent, während es in der Schweiz transparent praktiziert wird.
    • Duweisches 13.02.2017 20:03
      Highlight Highlight In kaum einem europäischen (geschweige denn weltweiten) Land herrscht politisch eine solche Sicherheit und Stabilität. Die Schweiz ist nicht erst seit der Nazizeit eine Geldnation, der Schweizer Franken ist stabil, die Wirtschaftslage ebenso.
      Welches andere Land bietet solche Vorzüge?
  • Snaggy 13.02.2017 08:55
    Highlight Highlight Um das gings ja auch nicht, sondern um die vielen eingebauten Steuerschlupllöcher. Nicht ablenken geschätzter Herr Karrer!
    • rodolofo 13.02.2017 09:44
      Highlight Highlight Von wie vielen "Zahlungsschwachen" wird Karrer noch geschätzt ?
      Auch die "Mittelständler" wollen dem Vertreter von "Big Business" nicht mehr so richtig folgen...
      Ich schätze, Karrer ist mittlerweile ziemlich unbeliebt in der Bevölkerung, also bei der KUNDSCHAFT!
      Sehr bedrohlich für einen Geschäftsmann...
  • Asmodeus 13.02.2017 08:47
    Highlight Highlight Honest Interviews

    "Wie geht es nun weiter?"
    - "Ach wir werden schon noch Schlupflöcher finden um die Bevölkerung zu f.....
    Wichtig ist, dass unsere CEOs weiterhin Geld in unsere Dienste investieren und sich den nächsten goldenen Arschkratzer leisten können"



    Und zum Thema Firmen die abhauen weil der Steuervorteil der Hauptgrund war in die Schweiz zu kommen..... das ist genau die Art von "Firma" die sowieso kaum Arbeitsplätze schafft und gerne verschwinden darf.

    Die Economiesuisse will nicht, dass der Mittelstand motzt? Dann sorgt dafür, dass es in 20-30 Jahren noch einen gibt.
  • thatstheshit 13.02.2017 08:45
    Highlight Highlight "Die Zahlen zeigen klar, dass immer weniger Unternehmen in die Schweiz ziehen. Das ist relativ deutlich und es ist offensichtlich, dass Entscheide wie der gestrige nicht hilfreich sind. Da braucht es keine Einzelbeispiele dazu."
    Sag(t)en auch ande Befürworter der USR. Aber Namen nennen will niemand. Komisch...?!
  • Töfflifahrer 13.02.2017 08:39
    Highlight Highlight Ich glaube Herr Karrer hat es immer noch nicht verstanden. Die Privilegien seien nicht hinterfragt worden und die "kurzfristigen" Ausfälle seiten höher gewichtet worden. Einerseits ist die Dauer dieser Ausfälle unbekannt und indem die Finanzierung dieser Ausfälle wohl durch uns "normale" Steuerzahler erfolgen würde, sind die Privilegien durchaus in Frage gestellt.
    Dazu kommt, dass sehr viele der sog. Wirtschaftselite und auch der Politik nicht mehr Glauben. Wir durften zu lange zuschauen, wie die Wirtschftsführer sich die Taschen füllten, wir aber mittlerweile Reallohnverlust hinnehmen müssen.
  • Michael L. 13.02.2017 08:37
    Highlight Highlight " Aber an den Steuerprivilegien per se hat niemand etwas kritisiert"

    Nein, niemand fand die Zinsbereinigte Gewinnsteuer übertrieben. NIEMAND 😄

    Und es gibt auch noch weitere Punkte mit Korrekturbedarf, die in der breiten Öffentlichkeit aber etwas weniger Beachtung fanden:

    https://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/unternehmenssteuern-schweiz-ist-seit-1990-steuerlich-immer-wettbewerbsfaehiger-geworden-ld.142221
  • gnp286 13.02.2017 08:21
    Highlight Highlight Ja. Und genau deshalb sollen sich alle Akteure davor hüten, die Vorlage zu überladen und/oder die Bürger zu bescheissen. Punkt.
  • Philipp Burri 13.02.2017 08:21
    Highlight Highlight Martullo Blocher von der selbsternannten Büezer und Heimatschutzpartei verlegt Arbeitsplätze ins Ausland weil sie wohl in drei Jahren ein Dividenden- und Kapitalgewinnsteuerchen bezahlen muss... ahaha aber schön weiter SVP wählen und Gölä Konzerte besuchen ihr Lemminge.
    • TheMan 13.02.2017 10:18
      Highlight Highlight Man soll Fairerweise auch sagen, Ohne Blocher keine Emsy-Chemie. Blocher hat diesen Chemiekonzern übernommen, als dieser fast Bankrot war. Er hat so viele Arbeitstellen abgesichert. Somit ist er gegenüber Linken Teppichetagensitzer doch besser. Da diese entweder A. Die Firmen ins Ausland verlagert haben. Oder B. Die vor allem Ausländische Arbeitskräfte einstellen. Du darfst auch A. und B. zusammenbringen.
  • Posersalami 13.02.2017 08:18
    Highlight Highlight "(...) Finanzdirektoren gesagt, es gebe keine Steuererhöhungen (...) Die einzelnen Kantone hatten schon vorher Diskussionen über Sparprogramme."
    Ja und wo liegt jetzt für mich der Unterschied zwischen Steuererhöhung und Leistungsabbau? Am Ende des Tages habe ich einfach weniger Geld in der Tasche, wenn ich vom Leistungsabbau betroffen bin.


    "(...) werden sich jene Unternehmen, für die Steuerprivilegien matchentscheidend sind(...) "
    Wenn dann das Ausland nachzieht und die Steuern senkt, müssen wir dann wieder nachziehen? Ich würde es bevorzugen, diese Unternehmen gar nicht erst anzulocken.
  • Knut Atteslander 13.02.2017 08:14
    Highlight Highlight Der Karrer ist doch ein sonderbarer Mensch.
    Die USR3 war "uns" ja von "aussen" auferlegt worden, die Wirtschaftsverbände waren mit dem Status Quo glücklich.
    Jetzt ist es plötzlich waaaahnsinnig schlimm und alle Firmen wollen abwandern. Da fragt man sich schon, was in dieser Reform so alles versteckt war...
  • Tepesch 13.02.2017 08:03
    Highlight Highlight Die Steuerausfälle wären nur durch Steuererhöhungen für Privatpersonen oder durch die Ansiedlung von mehr Firmen kompensierbar gewesen (was wieder mehr Zuwanderung bedeutet hätte).
    • Asmodeus 13.02.2017 09:49
      Highlight Highlight Oder starke Reduktion der Sozialhilfe und Bildung
  • the.oracel 13.02.2017 07:45
    Highlight Highlight Karrer, die EU ist am Zerfallen. Den Leuten immer Angst machen, bringt gar nichts. Frankreich, Griechenland werden die nächsten sein, die die EU verlassen. Das Banksystem der EU ist eh ausgeblutet (Deutsche Bank / Italienische Banken, Griechenland). Merkel wird dieses Jahr abgsetzt. Also haben die andere Probleme.
  • Döst 13.02.2017 07:45
    Highlight Highlight Herr Karrer blendet bewusst aus, dass ein grosser Teil der Bürgerlichen gegen USR3 gestimmt hat, weil er und sein Verband mit der Nichtumsetzung der MEI das Stimmvolk aufs übelste betrogen hat, und nun eine erste Quittung erhalten hat. Einsicht ist der Weg zur Besserung. Herr Karrer ist leider noch nicht mal bei der Einsicht.
  • Z&Z 13.02.2017 07:43
    Highlight Highlight Was sagt der da? "alle Finanzdirektoren" hätten gesagt, es gäbe keine Steuererhöhungen? Wo war er die letzten Wochen?
    Und das die Blocher sagt, dass sie nach Asien abwandern will, ist ja nicht wirklich eine Überraschung.
  • Steely Dan 13.02.2017 07:36
    Highlight Highlight Das sieht aber nicht danach aus, als würde der irgendwas einsehen wollen.
  • Scaros_2 13.02.2017 07:35
    Highlight Highlight Die Blocher geht also nach Asien. Momol da hat der Christoph aber super Kinder erzogen. Momol, Einigkeit, zusammenhalt, "Schweizervolk" - Aber nicht Switzerland first.
    Top!

    Zum rest. Für mich sind solche Interviews einfach inhaltlos. Es ist nicht schlecht. Es gibt mir einfach nur keine neuen Infos. Das meiste sind leere Worthülsen. Hackt doch mal nach bei den Themen, seid penetrant, nervtötend und fühlt auf den Zahn.
  • TschGadEis 13.02.2017 07:26
    Highlight Highlight "Aber an den Steuerprivilegien per se hat niemand etwas kritisiert."

    Was?! Haben alle Vertreter der Pro-Seite den Bezug zur Realität komplett verloren??
  • Majoras Maske 13.02.2017 07:20
    Highlight Highlight Nein Herr Karrer, die verschiedenen Tonalitäten waren für Sie sicher nicht hilfreich.
    Ausserdem stimmt es nicht, dass die neuen Privilegien der USR3 nicht kritisch hinterfragt wurden. Die zinsbereinigte Gewinnsteuer gehört raus, die Lizenzbox muss in ihrer Definition verschärft werden und die Forschungskosten können von mir aus abgezogen werden, aber sicher nicht zu 150%.
    Und wenn man Unternehmen weniger besteuert, dann müssen zwingend die Aktionäre wieder stärker besteuert werden um die Ausfälle für den Mittelstand abzufedern. Das Volk ruft nach Steuergerechtigkeit mit dem "Nein".
  • rodolofo 13.02.2017 07:12
    Highlight Highlight Oon! Böse, böse EU aber auch!
    Und was ist mit Karrer?
    Der will uns jetzt offensichtlich mit einer trotzigen Verweigerungshaltung bestrafen!
    Dabei wäre es ganz einfach: Die Vorschläge von Bundesrat und SP als Grundlage nehmen, ein wenig "märten" (aber nicht zu lange!) und schön haben wir einen akzeptablen Kompromiss!
    Hintertürchen werden verriegelt, Schlupflöcher zu gemacht und abgedichtet, faule Tricks wie die Abzugsmöglichkeit von 150% Forschung-Investitionen (als "Forschungen" gelten auch Degustations-Essen in Luxus-Restaurants und Nachtclub-Besuche) werden ersatzlos gestrichen.

«Google kann heute schon erkennen, ob ein Mensch depressiv ist»

Ärzte lassen sich von Algorithmen beraten, Diagnosen werden mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt: Digital Health ist das neue Zauberwort im Gesundheitswesen. Was das bedeutet, erklärt Alfred Angerer, Professor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Um das Thema «eHealth» ist es in letzter Zeit eher ruhig geworden. Täuscht dieser Eindruck?Ich würde das Gegenteil behaupten und mich zur Aussage versteigen, dass es bald sehr, sehr laut werden wird. Aber zunächst müssen wir klären, wovon wir sprechen.

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