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Crans Montana: Finanzielle Unterstützung für Brandopfer

A woman reacts as approximately a thousand people gathered to pay tribute to the victims of the tragedy in Crans-Montana and to call for "justice and truth", Saturday, January 31, 2026, in L ...
Eine Frau nimmt am 31. Januar am Trauermarsch für die Toten und Verletzten der Brandkatastrophe von Crans-Montana teil. Auch einen Monat nach dem Brand warten Angehörige auf finanzielle Unterstützung.Bild: KEYSTONE

Über 100 Crans-Montana-Opfer müssen weiter auf finanzielle Unterstützung warten

Der Kanton Wallis hat den Opfern und Angehörigen der Brandkatastrophe von Crans-Montana 10'000 Franken versprochen. Darauf warten sie noch immer. Der Walliser Verantwortliche erklärt sich.
02.02.2026, 18:1902.02.2026, 18:43

Warum dauert das so lange? Das fragten sich in den letzten Tagen viele Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana und ihre Angehörigen.

Auch über einen Monat nach der Katastrophe, bei der über 40 Menschen starben und über 100 teils schwer verletzt wurden, haben sie die vom Kanton Wallis versprochene Soforthilfe nicht erhalten. Und das, obwohl der Walliser Staatsrat schon am 14. Januar entschieden hatte, den Familien aller Verstorbenen sowie allen Verletzten 10'000 Franken zur Verfügung zu stellen.

«Wir haben die abgeschlossenen Anträge an die Bank weitergeleitet», sagt Jérôme Favez auf Anfrage von watson. Er ist als Chef der Sozialen Dienste des Kantons Wallis für die Koordination der Hilfszahlungen verantwortlich.

«Die Bank wird die Zahlungen bis Mitte der Woche abwickeln.»
Jérôme Favez

Bis jetzt haben die Sozialen Dienste des Kantons 45 Anträge bewilligt. Darunter sind acht aus Frankreich, sechs aus Italien und einer aus der Schweiz.

Vinicio Nardo, der Anwalt der Familie von Chiara Costanzo, die beim Brand in Crans-Montana gestorben ist, sagt gegenüber watson: «Die Familie von Chiara hat noch kein Geld bekommen.»

Favez sagt, dass «aus geographischen und sprachlichen Gründen» für die italienischen Opfer die Opferhilfestelle des Kantons Tessin zuständig sei. Auch hier sollen die Unterstützungsbeträge noch diese Woche fliessen.

The father of a victim holds a child in her arms as approximately a thousand people gathered to pay tribute to the victims of the tragedy in Crans-Montana and to call for "justice and truth" ...
Unter den Toten und Verletzten waren auch Italiener. Sechs von ihnen erhalten ab Mittwoch 10'000 Franken Unterstützung.Bild: keystone

45 bewilligte Anträge, also. Bleiben aber immer noch 111 Opfer oder Hinterbliebene, die Anspruch hätten. Warum erfährt nur ein Bruchteil der Betroffenen Unterstützung?

Favez argumentiert mit «unverzichtbaren administrativen Überprüfungen». Bis wann die restlichen Betroffenen, die Anspruch haben, mit den 10'000 Franken rechnen können, lässt er offen.

Opfer sollen selbst tätig werden

Es gibt aber auch gute Nachrichten für die Opfer von Crans-Montana und ihre Liebsten. Die finanzielle Unterstützung ist mit den 10'000 Franken nicht erschöpft.

Das Schweizerische Opferhilfegesetz (OHG) sieht vor, dass Opfer und ihre Angehörigen zum Beispiel auch bei den Arzt- und Medikamentkosten, der Rechtsberatung und den Kosten für Unterkunft und Transport unterstützt werden. «Bei den vom Kanton Wallis zur Verfügung gestellten 10'000 Franken handelt es sich lediglich um eine erste Notfallhilfe zur Deckung der dringendsten Kosten», sagt Favez.

Man bemühe sich, die Beträge so schnell wie möglich freizugeben. «Wir empfehlen Betroffenen, sich so schnell wie möglich bei der kantonalen Opferberatungsstelle zu melden». In der Mitteilung vom 14. Januar hatte der Walliser Staatsrat noch geschrieben, der Kanton werde sich bei den Betroffenen melden.

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Video: watson/lucas zollinger
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    Eckhardt
    02.02.2026 18:54registriert Juni 2024
    Nach einem Monat (!) klappt es bei den meisten Opfern/Opferfamilien immer noch nicht.
    Ich schäme mich; in erster Linie für das Wallis, jedoch auch für die Schweiz.
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    02.02.2026 18:43registriert August 2025
    10K. Reicht knapp für die Beerdigungen, Fahrt- und Wohnkosten für die Eltern in den diversen Spitälern.

    Oberpeinlich...
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    Tatwort
    02.02.2026 19:25registriert Mai 2015
    Es ist ein Trauerspiel. Es fing schon unmittelbar nach der Katastrophe an. Private mussten betroffenen Familien helfen, Unterkünfte in der Nähe ihrer Liebsten zu finden.
    Ebenso bei der finanziellen Unterstützung. Einigen Opfern wurde - wieder von Privaten - Geld gespendet, welches bereits angekommen ist, während die kantonalen Amtsschimmel versuchen, über die administrativen Hürden zu hoppeln.
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