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Un ouvrier de Bombardier marche a cote du nouveau train lors de la premiere presentation du nouveau train a deux etages de Bombardier pour les CFF ce lundi 8 juin 2015 a Villeneuve. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Bild: KEYSTONE

«Auch langfristig nicht so verlässlich»: Soll die SBB aus Bombardier-Vertrag aussteigen?



Nach jahrelanger Verspätung rollen die Doppelstockwagen von Bombardier seit Dezember 2018 endlich auf Schweizer Schienen. Doch wegen technischen Problemen können sie nur begrenzt eingesetzt werden. Die SBB und der kanadische Bahnbauer weisen sich gegenseitig die Schuld zu.

Andreas Meyer, CEO SBB, links, und Laurent Troger, Praesident Bombardier, waehrend einer Medienkonferenz nach einer Sitzung mit der Kommission fuer Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats KVF-N, am Montag, 11. Februar 2019 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

BB CEO Andreas Meyer (links) und Bombardier-Präsident Laurent Troger trafen sich im Februar zum Krisengespräch in Bern. Bild: KEYSTONE

Ruedi Beutler, einst Leiter der Flottenbeschaffung beim SBB-Personenverkehr, ist nun als Berater tätig. Er zweifelt an der Zuverlässigkeit des «Pannenzugs»: «Die Züge werden auch langfristig nicht so verlässlich verfügbar sein, wie die SBB das gewohnt sind», zitiert Schweizer Radio und Fernsehen.

Die Anschaffung des FV-Dosto war die teuerste in der Geschichte der SBB. Die Züge sollen während 40 Jahren zum Einsatz kommen. Laut Beutler wird es aber noch teurer. Er schätzt, dass in diesem Zeitraum rund drei Milliarden Instandhaltungskosten anfallen werden.

Andere Alternativen

Der Berater zieht deshalb einen Ausstieg aus dem Vertrag in Betracht – es gäbe andere Alternativen. Man könnte «von der Ausschreibung des Regio-Doppelstockzuges profitieren, da hat es genügend Optionen für mehr Züge».

Dafür müsste die Stadler Rail AG aber zuerst einen Fernverkehrszug entwickeln. Das könnte einige Jahre in Anspruch nehmen, da die Firma bislang nur Rollmaterial für den Regionalverkehr herstellt.

Der «Pannenzug»:

Eine andere Möglichkeit wäre, dass Bombardier Eigentümer der gelieferten Züge bleibt und sie der SBB zur Verfügung stellen könnte. Laut SRF würde der kanadische Bahnbauer nur dann Geld erhalten, wenn die Züge auch tatsächlich funktionieren.

So oder so: Für die SBB fallen bei beiden Optionen Mehrkosten an. Und der Imageschaden ist auch vorprogrammiert. Allerdings wäre dieser kleiner, als «wenn es langfristig zu Verspätungen und Ausfällen auf den Fernverkehrsstrecken der Bundesbahnen kommt». (vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • amIsanta 06.03.2019 09:15
    Highlight Highlight Klar läuft das suboptimal mit diesen Zügen. Aber das wäre jetzt schon auch oberdämlich, diese einfach zu verschrotten. Man denke nur mal an Kosten und Umwelt, selbst wenn hin und wieder ein Zug liegen bleibt. Beim Pendolino ging das dann auch irgendwie.
    • IchSageNichts 06.03.2019 13:21
      Highlight Highlight Betonung auf irgendwie....
  • Caturix 06.03.2019 08:07
    Highlight Highlight Und was ist der Unterschied von Fernzügen zu Regional ? Was ist mit den Stadler Inter City sind die nicht für den Fernverkehr ?
    • maylander 06.03.2019 09:51
      Highlight Highlight Züge die über 160km/h fahren müssen zusätzliche Anforderungen erfüllen. Die Nächste Stufe ist dann bei über 250km/h.
      Daneben gibt es identische Züge für Nah- und Fernverkehr, die sich nur in der Innenausstattung unterscheiden.
  • maylander 06.03.2019 06:06
    Highlight Highlight Die SBB haben eine eierlegende Wollmilchsau bestellt und bekommen jetzt diese geliefert.
    Vielleicht ist die SBB ja gar nicht so speziell und kann sich das nächste mal dazu herablassen ein Zug von der Stange zu kaufen.
  • Bauer auf der Lauer 06.03.2019 05:31
    Highlight Highlight Boah Train-sharing?
    Wäre voll dabei, dann hätte ich freie Gleise wenn ich zur Uni fahre :D
  • LordEdgar 06.03.2019 05:29
    Highlight Highlight „Dafür müsste die Stadler Rail AG aber zuerst einen Fernverkehrszug entwickeln. Das könnte einige Jahre in Anspruch nehmen, da die Firma bislang nur Rollmaterial für den Regionalverkehr herstellt.“

    Ziemlich schlecht recherchiert, da Stadler für die SBB ja bereits einen Fernverkehrszug herstellt:
    https://www.stadlerrail.com/media/pdf/smile_sbbd.pdf
    • bintang 06.03.2019 11:02
      Highlight Highlight Stadler würde innert kürzester Zeit den 511 mit einem Giruno kombinieren und das würde ganz sicher funktionieren.
  • bintang 06.03.2019 01:49
    Highlight Highlight Wieso hat dieser sogenannte Experte Beutler nicht V O R der Beschaffung auf seine nun kommunizierten Probleme mit diesem Zug hingewiesen? Das ist für mich eine ganz billige Nummer! Die Frage ist vielmehr, kann die SBB noch aussteigen? Wenn Ja, dann sofort. Jeder Tag der hier noch weiter investiert wird, jeder Km der sen Fahrgästen weiter zugemutet wird ist nicht zu verantworten. Vielleicht sollte man in erster Linie das exzessive Ausmustern von Rollmaterial stoppen. In der jetzigen Situation ist altes Material besser wie Keines. Triff eine Entscheidung CEO, hab Eier!

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