bedeckt, etwas Schnee-1°
DE | FR
20
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Wirtschaft

Reiche in der Schweiz zahlen immer weniger Steuern, Arme immer mehr, sagen die Gewerkschaften

Reiche in der Schweiz zahlen immer weniger Steuern, Arme immer mehr, sagen die Gewerkschaften

13.07.2016, 10:0613.07.2016, 10:23

Die reichsten zwei Prozent der Schweizer Bevölkerung besitzen laut dem Gewerkschaftsbund so viel Vermögen wie die anderen rund 98 Prozent zusammen. Zwar seien die tieferen Löhne gestiegen. Doch Steuern und Abgaben hätten die Fortschritte wieder eliminiert.

Gleichzeitig hätten die höchsten Einkommen von Steuersenkungen profitiert, teilte der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) am Mittwoch zu seinem neuesten Verteilungsbericht vom Juli 2016 mit. Ihre Steuerbelastung sei von 37 Prozent im Jahr 2000 auf heute 32 Prozent gesunken. Die «unsoziale» Steuer- und Abgabepolitik der öffentlichen Hand habe diese Tendenz noch verstärkt.

Unsoziale Kopfsteuer

Die tieferen und mittleren Einkommen seien vor allem durch die Krankenkassenprämien zusätzlich belastet worden, die sich zur «unsozialen Kopfsteuer» entwickelten. Die Prämienverbilligungen hätten die steigenden Kosten nicht ausgleichen können und seien wegen kantonaler Sparmassnahmen sogar noch leicht gesunken. 2014 seien Alleinstehende der untersten Lohnklasse deswegen mit 180 Franken monatlich stärker belastet worden als im Jahr 2000.

Der SGB fordert deshalb mehr Prämienverbilligungen und einen Verzicht auf Sparmassnahmen, eine Korrektur der Steuersenkungen für Reiche und Unternehmen, die Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III und mehr Investitionen in den gemeinnützigen Wohnungsbau, generelle Lohnerhöhungen und mehr Gesamtarbeitsverträge mit guten Mindestlöhnen.

Ausserdem sollen die AHV-Renten um 10 Prozent steigen. Denn die Altersvorsorge wirke durch ihre solidarische Finanzierung stark ausgleichend und verhindere Altersarmut. Gemäss SGB müssten ohne die AHV 95 Prozent der Haushalte für eine gleichwertige Vorsorge viel tiefer in die Taschen greifen. (whr/sda)

Die zehn reichsten Schweizer nach Vermögen im Jahr 2015

1 / 12
Die zehn reichsten Schweizer nach Vermögen im Jahr 2019
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

20 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Firefly
13.07.2016 10:18registriert April 2016
Also sind gar keine Steuererhöhungen oder neue Gebüren nötig, mann muss einfach alle in der Schweiz richtig und nach Gesetz besteuern. Schluss mit Steuererleichterungen und Spezialdeals für Reiche. Aber man redet lieber den Reichen (vor allem Blocher's) nach dem Mund und verteufelt die Asylanten, dies sogenannten Sozialschmarotzer. Doch die wirklichen Sozialschmarotzer sind die Reichen, die jeden Rappen am Fiskus vorbeipolitisieren wo sie nur können.
597
Melden
Zum Kommentar
avatar
Linus Luchs
13.07.2016 11:39registriert Juli 2014
Auf politischer Ebene sorgen die FDP und die SVP dafür, dass die reichen Schmarotzer weiterhin Steuererleichterungen erhalten resp. Steuerflucht mittels Offshore-Konten betreiben können, ohne etwas befürchten zu müssen. Und wer hat dafür gesorgt, dass diese Parteien im Parlament und in den entscheidenden Kommissionen neuerdings Mehrheiten bilden? Deren Opfer: das Stimmvolk. Weil es der neoliberalen und rechtsnationalen Propaganda auf den Leim kriecht oder den Urnen fernbleibt. In unserer Demokratie hätte wir die Möglichkeit, die Blutsauger zu entmachten. Theoretisch.
439
Melden
Zum Kommentar
20
Britische Wirtschaft bleibt ein Jahr in der Rezession

Die britische Wirtschaft hat nach Ansicht des Handelskammerverbunds BCC einen langen Weg bis zu einer Erholung vor sich. Der Verband erwartet, dass die Rezession noch fünf Quartale andauert.

Zur Story