Schweiz
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Fernbus Eurobus

Seit 11 Tagen die Alternative zur SBB: Der Fernbus von Eurobus. Bild: Wolfgang Wagmann/Solothurner Zeitung

Noch war kein Bus voll – durchzogene Bilanz nach erster Schweizer Fernbus-Woche

Seit etwas mehr als einer Woche rollen die ersten Schweizer Fernbusse durch die Schweiz. 7 Erkenntnisse.



Wer ein dickes Portemonnaie einer schnellen Verbindung vorzieht, der hat seit 11 Tagen eine weitere Option. Statt mit dem Zug kann er mit dem günstigeren Fernbus von Bern nach Zürich oder von Olten nach Basel fahren. 3 Linien durch die Schweiz bietet Eurobus seit dem 10. Juni an und vertreibt die Tickets mithilfe ihres deutschen Partners Flixbus.

Das neue Angebot «Swiss Express» freut nicht alle. So wird befürchtet, dass das neue Angebot den Bahnverkehr «torpediert». Eine erste Zwischenbilanz in 7 Punkten.

Wie gross ist der Ansturm?

«Die Passagierzahl steigt täglich. Aber klar hat es noch Luft nach oben», sagt Roger Müri, Leiter Fernbus bei Eurobus. Alles andere hätte ihn auch überrascht. Denn: Die Anlaufzeit sei sehr kurz gewesen und man habe noch weitgehend auf Werbung verzichtet. Die einzige Ausnahme: Das grosse Plakat bei der Zürcher Hardbrücke.

Swiss-Express Werbung

Bild: watson

Genaue Passagierzahlen nennt Eurobus keine. Was aber Müri verrät: Noch war kein Bus bis auf den letzten Platz besetzt. Und: Auf Teilstrecken war der Fahrer auch schon ganz alleine im Bus. 

Welche Strecken sind besonders beliebt?

Eurobus bietet bislang drei Strecken an. Von Genf bis St. Gallen, von Lugano bis Zürich und von Chur bis Sion. 

Eurobus Strecken

Bild: Aargauer Zeitung

Welche der Strecken bislang besonders gut ankommen, darüber schweigt sich Eurobus noch aus. Nicht gut besetzt sind aber häufig die Fahrten zu Randzeiten und an den Streckenenden.

Wer fährt mit dem Fernbus?

Besonders bei ausländischen Reisenden stösst das neue Angebot offenbar auf Anklang. «Diese sind sich das Reisen per Fernbus aus ihren Ländern gewohnt», erklärt Müri. «Es braucht noch Zeit, bis das Angebot auch in den Köpfen der Schweizer ankommt.»

In den nächsten Wochen startet Eurobus eine Marketingkampagne, um das Angebot bekannter zu machen. Teil dieser Kampagne werden auch vergünstigte Tickets sein. 

Gab es Reklamationen?

Es gab Reklamationen bevor der erste Bus über die Strasse rollte. Die Kunden regten sich darüber auf, dass es am ersten Buchungstag noch nicht möglich war, GA- oder Halbtax-Tickets zu kaufen. Das Problem ist mittlerweile gelöst.

Seit die 6 Busse durch die Schweiz rollen, scheint alles fast wie am Schnürrchen zu laufen. Weder beim Bundesamt für Verkehr, noch beim Verband öffentlicher Verkehr sind Reklamationen gegen das neue Angebot eingegangen.

Eurobus selber zieht eine positive Zwischenbilanz nach 11 Tagen. Vor allem hätten die Verspätungen sich bislang in Grenzen gehalten. Zudem: «Die meisten Rückmeldungen der Kunden sind positiv», sagt Roger Müri. «Die Passagiere sind überrascht vom Komfort im Bus und schätzen den persönlichen Kontakt mit dem Chauffeur.» 

Ist der Bus wirklich günstiger als der Zug?

Dazu vergleichen wir die Strecke Zürich – Bern (ohne Sparbillette oder Frühbuch-Rabatt):

Mit dem Zug

Preis: 51 Franken (25.50 Franken mit Halbtax)
Fahrzeit: 56 Minuten

Mit dem Fernbus

Preis: 23 Franken (11.50 Franken mit Halbtax)
Reisezeit: 1 Stunde und 40 Minuten

GA-Besitzer aufgepasst: Zwar gilt auch in den Fernbussen GA und Halbtax, doch es wird unabhängig immer eine Sitzreservierungsgebühr von 5 Franken verrechnet. Diese Sockelgebühr fällt auch bei normalen Tickets an, da in den Bussen aus Sicherheitsgründen nicht mehr Personen mitfahren dürfen, als es Sitze hat.

Ist die Kritik am Fernbus verstummt?

Nein. Zu den grössten Kritikern des neuen Angebtos gehört die Gewerkschaft des Verkehrspersonal (SEV). Sie befürchtet zwei Dinge, wie Präsident Giorgio Tuti zu watson sagt.

Was wird noch verbessert?

Spätestens auf den nächsten Fahrplanwechsel im Dezember wird Eurobus die neuen sechs Busse einsetzen und damit einen weiteren Punkt der Konzession erfüllen. Die neuen Fahrzeuge sind ausgerüstet mit einer Rampe und bieten im Innern Platz für zwei Rollstühle. Die Erfüllung des Behindertengleichstellungsgesetzes war eine der Auflage für die Konzession.

Die Routen bleiben vorerst so wie sie sind. Gemäss Eurobus sind im nächsten halben Jahr keine groben Änderungen geplant.

Bus verpasst? Scheiss Wetter? Keine Milch mehr?

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Video: watson/Lya Saxer

Du denkst, dass die Leute in deinem Zug komisch sind?

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59
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    Alle Leser-Kommentare
  • Magnum44 21.06.2018 19:16
    Highlight Highlight Ganz geil, Zürich-Lugano via Basel und dafür bezahlen einige sogar noch Geld :D
  • TheBean 21.06.2018 17:19
    Highlight Highlight "man habe noch weitgehend auf Werbung verzichtet"

    Oh, darum habe ich also eine Werbe-E-Mail von Eurobus erhalten... zudem ging diese Werbe-E-Mail an einen E-Mail-Alias (eigene Domain), den ich noch nie irgendwo benutzt habe (info@...).

    Woher wohl diese Daten kommen? Alle Whois-Einträge auf .ch Domains und als Alias "info" ausprobiert? Scheint mir unlauter zu sein...
    • Olaf44512 21.06.2018 17:53
      Highlight Highlight Was laberst du da?
  • nakasara 21.06.2018 15:36
    Highlight Highlight ich bleib beim e-Bike, das macht der sbb längst Konkurrenz. ich fahre seit ca. 6monaten kein zug mehr. fahre vielleicht 1h länger als mit dem zug, habe aber sport gemacht die natur gesehen und massenhaft co2 gespart. nur bei regen ist es halt minder angenehm. härtet allerdings ab....also ab aufs bike ihr pussys!
    • PicaZHo 21.06.2018 17:51
      Highlight Highlight Sport gemacht mit einem E-Bike?😂
  • EvilBetty 21.06.2018 15:00
    Highlight Highlight Fast 9 Stunden von Zürich nach Lugano? 😂
    • c_meier 21.06.2018 15:24
      Highlight Highlight Geiz ist halt wohl immer noch geil.... :)
  • Pasch 21.06.2018 14:33
    Highlight Highlight Find ich super! Endlich mal wieder von Basel nach Zürich feiern gehen. Auto ist keine Option, Zug viel zu teuer für den Zweck! Das ganze für +-20.- wird demnächst ausprobiert!
    • Bits_and_More 21.06.2018 15:23
      Highlight Highlight Tipp: Schau dir mal die Abfahrzeiten an, gross ist die Auswahl nicht.
      Zudem ist das bisschen Ersparnis im Vergleich zu einer Nacht Ausgang nur marginal.
    • zettie94 21.06.2018 15:33
      Highlight Highlight Wenn du dein Sparbillet früh genug kaufst, geht es mit dem Zug sogar günstiger...
    • EvilBetty 21.06.2018 15:50
      Highlight Highlight Dafür mehr als doppelt so lange unterwegs... Und wieso man von Basel nach Zürich feiern gehen soll, erschliesst sich mir auch nicht so recht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tomtom64 21.06.2018 14:02
    Highlight Highlight Habe so meine Zweifel, ob die mit diesem Streckennetz und dünnen Fahrplänen Erfolg haben werden. Denke dazu ist der Schweizer OeV mit seinen meist gut bis sehr gut abgestimmten Fahrplänen und der meist zuverlässigen Pünktlichkeit zu starke Konkurrenz.

    Auch wenn unser Zug gestern Abend für die Strecke Bern-Luzern statt der üblichen 61 Minuten ganze 2 3/4 Stunden benötigte, bleibe ich dem OeV treu
    • meine senf 21.06.2018 14:46
      Highlight Highlight Kommt sicher auf das Kundensegment an. Für den normalen Pendler oder Tagesausflügler bringt es sicher nichts.

      Für jemand der für eine längere Zeit irgendwohin verreist kommt es hingegeben oft nicht mehr so sehr auf die Tageszeit an.

      Wenn man z.B. als Basler zwei Wochen im Tessin verbringen will, macht es auf den Gesamtaufenthalt bezogen ja nicht mehr so viel aus, ob der Bus am Vormittag oder am Nachmittag ankommt und ob die Reise 2 Stunden länger dauert.

      Wenn man hingegeben täglich zu vorgegebenen Zeiten von Olten nach Bern und zurück pendeln muss, ist das sehr entscheidend.
    • leu84 21.06.2018 14:56
      Highlight Highlight Wenn es auf der Autobahn einen Unfall gibt, dann steht der Bus auch still und die Fahrgäste müssen im Bus sitzen bleiben.
  • jk8 21.06.2018 14:01
    Highlight Highlight Werden dann auch die Toiletten Rollstuhlgängig? Als das nämlich beim Zug der Appenzellerbahnen nicht möglich war, haben die Behindertenorganisationen getobt...
  • Henri Lapin 21.06.2018 13:43
    Highlight Highlight Die Grafik zeigt keine Verbindung Lugano-Zürich
    • leu84 21.06.2018 14:57
      Highlight Highlight Doch. Siehe die rote Linie. Zürich via Basel-Flughafen nach Lugano
    • Charlie Brown 21.06.2018 15:52
      Highlight Highlight Doch. Via Basel.
  • Posersalami 21.06.2018 13:12
    Highlight Highlight Eine Zumutung, dass diese Stinker jetzt auch noch in die Zentren fahren müssen und da ihren Dreck in die Luft pusten.

    3kg CO2 pro Platz und 100km und das noch schön gerechnet!
    https://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/verkehr-co2-ausstoss-bahn-bus-umwelt-100.html

    Im Vergleich zum Zug ein riesiger Rückschritt. Aber Hauptsache billig, nach mir die Sintflut.
    • Pachyderm 21.06.2018 14:32
      Highlight Highlight Deine Quelle rechnet für den Zug mit 4.5 kg CO2 pro 100 Personenkilometern. ;-)

      Dass der deutsche Strommix mit dem schweizerischen nicht direkt vergleichbar ist; und die Emissionen an verschiedenen Orten anfallen ist mir bewusst. Aber so schlecht wie du es hinzustellen versuchst ist die Umweltbilanz von Fernbussen gar nicht.
    • kruemelmonstah 21.06.2018 14:42
      Highlight Highlight Naja, ob ein leerer Bus im Vergleich mit einem leeren Zug wirklich soviel besser dasteht vermag ich jetzt mal stark anzuzweifeln. Meines wissens braucht man mehr Energie, desto mehr Masse man bewegen will. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, ob er den CO2 Ausstoss als Kriterium für seine Reise wählt oder doch eher die Dauer oder Abfahrtszeit. Es dauert aber sicherlich nicht lange, bis Herrn Girod auch noch zu diesem Thema seinen Senf dazugibt.
    • zettie94 21.06.2018 15:35
      Highlight Highlight Im Vergleich zum Zug ist es ein Rückschritt, im Vergleich zum Auto aber ein Fortschritt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pachyderm 21.06.2018 13:10
    Highlight Highlight Das GA zu "akzeptieren" war sicher eine gute Idee von den Busbetreibern - so kriegen sie Geld aus dem GA-Topf, während von den GA-Besitzern sicher niemand den (für sie) teureren und langsameren Bus wählen wird.
    • kruemelmonstah 21.06.2018 14:45
      Highlight Highlight Unsere Führung ist ja schon dumm, aber gleich so? Wenn kein einziger GA Besitzer damit fährt, kassieren sie trotzdem Pauschal ihren Anteil am GA Topf?Das nenn ich mal Wirtschaft... Falls nicht verwerte ich ihre Aussage als irreführend.
    • Bits_and_More 21.06.2018 15:02
      Highlight Highlight Doch warum soll ein GA Besitzer den Bus nehmen? Preislich gibt es keinen Unterschied, das GA ist ja schon bezahlt.
      Zeitlich hat der Bus länger, Gefahr durch Verzögerung wegen Stau ist wohl auch grösser als die Möglichkeit, dass ein Zug ausfällt.
    • Astrogator 21.06.2018 15:27
      Highlight Highlight Das GA mussten sie akzeptieren, ist Bedingung für eine Konzession als ÖV-Unternehmen. Der Verteilschlüssel basiert auf erhobenen Fahrgastinformationen. Für die Fernbusse wird sich das nicht lohnen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Volande 21.06.2018 13:10
    Highlight Highlight Ist natürlich auch eine Strategie, das einzige Plakat grad vor die Watson-Redaktion zu hängen 😬
  • Loeffel 21.06.2018 13:07
    Highlight Highlight Moment mal... Das sind ja normale Buse? Die fahren wahrscheinlich sogar noch auf unseren normalen Strassen? Die können wahrscheinlich nicht mal an den Staus vorbei? Omg! Wer würde sich so was antun wollen? 😱
    • leu84 21.06.2018 14:59
      Highlight Highlight Und man denke an die Ruhezeiten der Chauffeure.
  • maljian 21.06.2018 12:53
    Highlight Highlight Welchen Grund gibt es den Bus zu nutzen, wenn man ein GA hat?

    Einziger Grund, den ich mir vorstellen könnte, wenn man dadurch nicht umsteigen muss.
    • sheimers 21.06.2018 14:30
      Highlight Highlight Oder wenn man zu zweit ist und der Andere zu geizig für ein Bahnbillet ist. Oder wenn man zur Abwechslung eine andere Strecke fahren will. Oder weil man den Zug verpasst hat und nicht warten will.
    • esmereldat 21.06.2018 14:41
      Highlight Highlight Wenn man mit jemandem (oder mehreren Personen) reist, der kein GA hat und es insgesamt billiger kommt. Ist ja auch für GA Besitzer günstig, für 5 Stutz von St. Gallen nach Genf zu fahren.
    • zettie94 21.06.2018 15:38
      Highlight Highlight Es gibt tatsächlich einzelne Strecken, wo sich der Bus lohnt. Z. B. Vevey - Bulle. Der Bus fährt aber nur zweimal am Tag, also wird man ihn in der Regel ja doch nicht brauchen können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • sheimers 21.06.2018 12:31
    Highlight Highlight Die Begründung der Reservierungspflicht mit GA leuchtet mir nicht ein. Beim Postauto geht es auch ohne. Die Stadtbusse sind oft überfüllt, man muss stehen, weil es keine Sitzplätze hat. Die Reservierung ist wohl nur eine Ausrede, um doppelt abzukassieren. Ich hoffe sie verschwindet ebenso schnell wie der unsägliche "Schiffsfünfliber".
    • ghawdex 21.06.2018 14:51
      Highlight Highlight Im Postauto gibt es Stehplätze. Im Fernbus dürfen aber vermutlich nur soviele Personen mitfahren wie Sitzplätze vorhanden.
      Das Postauto ist Regionalkverkehr. Der >Fern<bus nutzt aber zB auch die Autobahn.
    • Globidobi 21.06.2018 15:35
      Highlight Highlight Mein Moonliner nutzt auch die Autobahn und dabei stehen die meisten Leute zudem Betrunken.
    • zettie94 21.06.2018 15:49
      Highlight Highlight Auf der Autobahn besteht ein Verbot von Stehplätzen und eine Gurtentragpflicht.
      Im konzessionierten Linienverkehr gilt die Gurtentragpflicht nicht und es können Stehplätze bewilligt werden - dann darf aber nur noch 80 statt 100 gefahren werden.
      Fernbus und Postauto ist beides konzessionierter Linienverkehr, kommt also rechtlich aufs gleiche raus.
      Auch Postauto hat aber Linien mit Reservationspflicht, z. B. die Eilkurse am San Bernardino.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Globidobi 21.06.2018 12:30
    Highlight Highlight Also kann man mit dem GA entweder schneller und "gratis" Zug fahren oder bezahlt 5.- für das Stehen im Stau 🤔

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