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Alstom-Verwaltungsratspräsident und Ex-Bundesrat Joseph Deiss.
Bild: KEYSTONE

Job-Kahlschlag: Wo steckt eigentlich der Alstom-Präsident und Ex-Bundesrat Joseph Deiss?

Im Jahr 2012 wurde der ehemalige Wirtschaftsprofessor und CVP-Bundesrat Joseph Deiss als Verwaltungsratspräsident geholt. Über den geplanten Kahlschlag bei Alstom wusste er Bescheid. Warum nur nimmt er in der Öffentlichkeit keine Stellung?

Daniel Fuchs / Aargauer Zeitung



Was ist nur mit Joseph Deiss los? Nachdem gestern bekannt geworden ist, dass der US-Konzern General Electric (GE) bei Alstom Schweiz bis zu 1300 Stellen abbauen will, blieb der Alstom-Verwaltungsratspräsident Joseph Deiss stumm. Dabei präsidiert der ehemalige Wirtschaftsprofessor und Alt-Bundesrat der CVP seit 2012 den Alstom-Verwaltungsrat. Anrufe auf seinem Handy, SMS und sogar der offizielle Gang über das CVP-Generalsekretariat in Bern blieben gestern unbeantwortet.

Die Informationen über den geplanten Jobabbau beim grössten Arbeitgeber im Kanton Aargau hatte Deiss aus erster Hand. Gestern kurz vor Mittag tauchte er in Begleitung eines GE-Vertreters im Büro des Aargauer Wirtschaftsdirektors Urs Hofmann auf und überreichte diesem die Hiobsbotschaft.

Deiss auf dem kalten Fuss erwischt?

Neben dem Aargauer Wirtschaftsdirektor Hofmann war sich auch Bundespräsident Johann Schneider-Ammann bis zuletzt sicher, dass GE auf die Schweizer Alstom-Standorte setzen würde. Auch Schneider-Ammann, immerhin Ex-Industrieller und Wirtschaftsminister, gab sich gestern eher wortkarg. Gut möglich, dass der Entscheid der GE-Führung Joseph Deiss ebenso auf dem kalten Fuss erwischte wie die Belegschaft, die Stadt Baden, den Industriekanton Aargau und den Bundespräsidenten.

Dabei begann für Deiss alles so schön: 2012, als er das Mandat als Alstom-Verwaltungsratspräsident angeboten bekam, freute er sich noch sehr darüber. Der Freiburger Ex-Magistrat verwies gerne auf seine Aargauer Wurzeln und seine Verwandten, die einst für den Vorgänger-Konzern von Alstom BBC arbeiteten. In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» verkündete er freudig: «Ich habe mir versichern lassen, dass Alstom den Standort Schweiz weiterentwickeln will. Mein Einsatz kommt also auch der Schweiz zugute.»

Damals konnte Deiss nicht ahnen, was auf die Alstom-Belegschaften noch zukommen würde. Schliesslich stand die Übernahme durch GE erst bevor. Und die Korruptionsvorwürfe, die bis zuletzt immer wieder im Zusammenhang mit dem Alstom-Sitz in Baden genannt wurden, konnte auch Deiss nie ausräumen. 

Seit der Alstom-Übernahme durch GE im November 2015 ist Deiss formell Vorsitzender der Geschäftsleitung. (aargauerzeitung.ch)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • per scientam 16.03.2016 17:04
    Highlight Highlight Was stellt Alstom her? Gasturbinen.

    Im Westen sind gewisse Politische Gruppierungen unterwegs die diese Technologien nicht wollen, in den USA nennt man diese Liberals, bei uns Grüne und SP.

    Das Stellen bei GE gestrichen werden, wenn man versucht den ganzen Energiesektor umzukrempeln, wurde schon vor Jahren vorausgesagt (z.B. Nobelpreisträger Giaever)...

    Es ist weder CVP, SVP oder GE Schuld.

    Sondern die Liberals,Grünen/SP sollen gerade stehen und sagen:
    "Wir wollen eure Technologie nicht mehr. Und deshalb kaufen wir nicht mehr bei euch ein, und deshalb habt ihr keinen Job mehr."

    Punkt.
  • AHTOH 14.01.2016 18:05
    Highlight Highlight Deiss war VRP von Alstom Schweiz, nicht vom Alstom Konzern. Alstom Schweiz hatte ca. 5500 Mitarbeiter, während der ganze Konzern gegen 90000 hatte. Jetzt nach dem Verkauf an GE natürlich viel weniger.
  • kurt3 14.01.2016 17:46
    Highlight Highlight Die Linken und die Gewerkschaften kriegen aber auch nichts auf die Reihe. Die müssten den Entlassenen klar machen , dass sie froh sein können , jemals einen Job gehabt zu haben.
  • herschweizer 14.01.2016 15:21
    Highlight Highlight Laut Obama sind sie die stärkste Wirschaftsnacht der Welt und regulieren dort wo es ihnen zugutekommt. Natürlich mit dem Vermögen jedem für sie wichtigen Entscheidungsträger soweit entgegenzukommen bis er spurt.
  • FrancoL 14.01.2016 14:15
    Highlight Highlight Das Problem liegt nicht nur bei den Herren Deiss, Ammann und Co.
    Die weit verbreitete und von vielen Wirtschaftsbossen verinnerlichte Maxime; Selbst ein leichter Gewinnrückgang ist schon ein Verlust, verunmöglicht eine menschenwürdige Wirtschaft.
    Diese Denkweise lähmt die Herren und verbaut sinnvolle Lösungen und arbeitet gegen eine Wirtschaft die auch für das Gemeinwohl tragbare Lösungen bringen sollte.
    Mit diesem unsinnigen und fahrlässigen Gewinnstreben, an dem auch kleine Leute beteiligte sind, werden wir unsere Wirtschaft an die Wand fahren! Schade!
    • niklausb 14.01.2016 22:26
      Highlight Highlight Ich verstehe so oder so nicht weshalb der Gewinn immer steigen muss und nicht auch mal gleich bleiben darf.
    • FrancoL 14.01.2016 22:36
      Highlight Highlight @niklausb; Dass Sie das nicht verstehen ist ein gutes und höchst erfreuliches Zeichen. Ein Schritt in die richtige Richtung.
  • Brian 14.01.2016 14:07
    Highlight Highlight Bin überzeugt, dass Joseph Deiss irgendwie "hintergangen" wurde, was bei Ami-Konzerne oft vorkommt. Ihn hier zu kritisieren finde ich nicht fair, da man seinen Kommentar zur Lage noch nicht bekommen hat. Da ich ihn persönlich kenne, bin ich überzeugt, dass er verar.... wurde.
    • herschweizer 14.01.2016 15:27
      Highlight Highlight jeder lässt sich kaufen.... wer hats erfunden... der sepp
  • Stephan Locher 14.01.2016 13:36
    Highlight Highlight Könnte es auch sein, dass er sich in Meetings aufhält um Arbeitsplätze zu retten oder andere Massnahmen zu treffen?

    Von einem Verwaltungsrat eines Multinational erwarte ich in so einer Situation jedenfalls eher, dass er sich um die Firma/die Angestellten kümmert, als dass er Lokalzeitungen Interviews gibt.
  • Marcs 14.01.2016 13:01
    Highlight Highlight Auf dem kalten Fuss? Aha, also nicht auf dem falschen. Spielt ja bei Schönwetterkapitänen nicht so eine Rolle, denn erst im Sturm sind ihre wahren Fähigkeiten erkennbar. Oder eben nicht. Ein schwacher Trost für die Betroffenen..
  • niklausb 14.01.2016 12:47
    Highlight Highlight Wirtschaftsprofessor sagt doch schon alles, für solche Führungshelden sind Angestellte bloss zahlen. Aber um es mit Iron Maiden zu sagen: " i am not a number, i am a free man!"
    • ramonke 14.01.2016 13:47
      Highlight Highlight und wo arbeitet der free man denn?
    • Sheez Gagoo 14.01.2016 15:29
      Highlight Highlight Gar nicht. Darum ist er free.
    • niklausb 14.01.2016 22:19
      Highlight Highlight Frei im Geist aber leider auch gefangen in der Arbeitswelt also trotz allem auch eine Nummer. Wobei es Zeit wird diesen Hsg und sonstigen Hs Leuten widermal zu vergegenwärtigen wer die Arbeit leistet aus denen sie ihre dicken Bonis generieren....
  • Scaros_2 14.01.2016 12:43
    Highlight Highlight Mir kann doch keiner glaubhaft machen, das all diese studierten BWL-Politiker stets auf dem Falschen Fuss erwischt werden. Wie kann man VRP von Alstom sein und von so was kalt erwischt werden. Als VRP musst du doch überall Augen und Ohren haben und wissen was in deinem Umfeld, deinem Laden und übergeordnet abläuft. Man braucht verbündete die einem Dinge zuflüstern und und und. Da oben in den Chefetagen läuft das nicht anders als in der Politik.

    Ausser die Herren Deiss, Schneider-Amman & Co. haben nicht verstanden was Politik in Unternehmen ist - gut möglich.
    • Beresina 14.01.2016 13:32
      Highlight Highlight Grundsätzlich sind die Herren Deiss, Schneider-Ammann etc. wirtschaftsfreundlich, d.h. liberal, wenn nicht neoliberal, eingestellt. Es interessiert sie also mehr der Geldbeutel der Arbeitgeber, als der des Arbeiters. Die wissen ganz genau wie (amerikanische) Konzerne wirtschaften, nur werden sie dies öffentlich nie so kommunizieren!
    • ramonke 14.01.2016 13:49
      Highlight Highlight googeln sie foch mal was herr schneider amman für einen hintergrund hat!
    • Scaros_2 14.01.2016 14:11
      Highlight Highlight Mir absolut klar welche Hintergründe diese 2 Herren haben. Es ist viel eher himmeltraurig wie so was es an die Spitze der Schweizer politik schafft und man diese auch noch walten lässt. Mich nervt es das es in der Schweiz schlicht keine Mittel gibt solche Inkompetenz zu entlassen. Ich hab so ein richtigen Groll auf solche Menschen und erzeuge richtig innere agressionen wenn ich solchen Politikern zuhöre muss wenn sie wie gestern SM dann fast schon verständnis haben "weil sich die Lage verändert habe" Die Lage ist immer anders, 6 Monate später...immer selbst das Datum ist ein anderes *huch*

436 Angestellte betroffen: General Electric will Produktion in Oberentfelden einstellen

Der US-Industriekonzern General Electric (GE) setzt zu weiteren Einschnitten in der Schweiz an. Die Stromnetzsparte GE Grid Solutions will die Produktion in Oberentfelden AG einstellen. Davon wären 436 Angestellte betroffen, teilte GE am Freitag mit.

Allenfalls könnten 57 Stellen erhalten bleiben, heisst es weiter. Diese Stellen stammten hauptsächlich aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, Logistik, Verkauf sowie Dienstleistungen zur Betreuung der installierten Basis in der Schweiz.

Grund …

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