Schweiz
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Corinne Schaerer, Geschaeftsleitungsmitglied der Gewerkschaft UNIA, rechts, hat sich zusammen mit Kolleginnen symbolisch einen Bart angeklebt, um ihrer Forderung nach Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern Nachdruck zu verleihen, am Rand der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 11. September 2018 vor dem Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Mit Bärten gegen die Lohnungleichheit von Mann und Frau. Bild: KEYSTONE

«Zeit für eine Lohnerhöhung? Lass dir einen Bart wachsen!»



Die Gewerkschaft Unia kämpft weiter gegen ungleiche Löhne für Männer und Frauen. Nach einem kürzlich publizierten fiktiven Jobinserat mit unterschiedlichem Lohnangebot für Frauen und Männer startete sie am Dienstag mit rosa Bärten eine «provokative» Kampagne.

So wurden die Politikerinnen und Politiker, die sich am frühen Dienstagmorgen zur Session ins Bundeshaus begaben, von Frauen und Männern mit aufgeklebten Bärten empfangen. Auf Schildern machten sie auf die Lohnunterschiede aufmerksam. So verdient einem Transparent zufolge beispielsweise ein Coiffeur 4300 Franken, während eine Coiffeuse 3440 Franken bekommt.

Aktivistinnen der Gewerkschaft UNIA haben sich symbolisch rosa Baerte angeklebt, um ihrer Forderung nach Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern Nachdruck zu verleihen, am Rand der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 11. September 2018 vor dem Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Bild: KEYSTONE

«Das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern beträgt in der Schweiz immer noch durchschnittlich 20 Prozent», schreibt die Gewerkschaft in der Mitteilung zur Aktion. Mit dieser sollten die Politikerinnen und Politiker für das Thema sensibilisiert werden. Insbesondere die Mitglieder des Nationalrats, denn dieser behandelt am 24. September die Revision des Gleichstellungsgesetzes.

Im August hatte sich die zuständige Kommission des Nationalrats nur mit dem Stichentscheid der Kommissionspräsidentin dafür ausgesprochen, dass grosse Unternehmen prüfen müssen, ob sie Frauen und Männern für gleichwertige Arbeit einen gleichen Lohn zahlen.

Aktivistinnen der Gewerkschaft UNIA haben sich symbolisch Baerte angeklebt, um ihrer Forderung nach Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern Nachdruck zu verleihen, am Rand der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 11. September 2018 vor dem Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Bild: KEYSTONE

Sie war damit dem Ständerat gefolgt, der sich in der Sommersession im zweiten Anlauf dafür ausgesprochen hatte, Unternehmen mit 100 oder mehr Angestellten zu Lohngleichheitsanalysen zu verpflichten. Der Bundesrat schlägt eine Grenze von 50 Angestellten vor. In der diese Woche angelaufenen Herbstsession geht das Geschäft nun in den Nationalrat.

Die Kampagne besteht gemäss der Mitteilung aus «provokativen» Plakaten mit der Botschaft «Zeit für eine Lohnerhöhung? Lass dir einen Bart wachsen!». Weiter werde auf Social Media ein Video verbreitet. Am 22. September gibt es in Bern zudem eine nationale Demonstration. Die Lohngleichheit war bereits am Tag der Arbeit am 1. Mai das grosse Thema. (whr/sda)

24 krass sexistische Werbungen, die tatsächlich mal gedruckt wurden

Würdest du dem Internet sagen, wie viel du verdienst?

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Video: srf

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toni.Stark 11.09.2018 14:28
    Highlight Highlight Der Mythos lebt weiter!
  • lucasm 11.09.2018 13:27
    Highlight Highlight Bezahlen die damen mit bart danach auch 3% mehr steuern, arbeiten ein jahr länger, verzichten auf ihre witwenrente, sterben 5 jahre früher und berappen jene gesundheitskosten, die sie verursachen? Das wäre gleichberechtigung.
  • Amateurschreiber 11.09.2018 13:06
    Highlight Highlight @Watson:
    Könnt ihr mal dem Beispiel mit dem Coiffeurlohn nachgehen? Das würde mich sehr interessieren! Denn es gibt allgemein die zwei Vorurteile (?), dass Männer als Coiffeure mehr verdienen und als Kunden weniger bezahlen als Frauen (Pink Tax).
    Überspitzt formuliert müsste also eine Coiffeuse, die Männer frisiert am wenigsten verdienen und ein Coiffeur, der Frauen frisiert, am meisten.
  • DerSimu 11.09.2018 12:00
    Highlight Highlight Ich als Mann, der sich keinen Bart wachsen lassen kann, empfinde die unmöglichen Beauty-Standards der Unia als sexistisch.

    *ironie off*
  • FritzO 11.09.2018 11:51
    Highlight Highlight Und wieder stellt sich die Frage warum keine Firma nur Frauen einstellt und somit 20% Lohnkosten einspahrt...
  • Ökonometriker 11.09.2018 11:21
    Highlight Highlight Jemand sollte den Politikern mal sagen, dass eine mangelhafte Datenlage welche eine saubere Miteinbeziehung aller konfundierenden Faktoren in das Modell verhindert, nicht bedeutet, dass Diskriminierung vorliegt.

    Es gibt einen Unterschied zwischen mangels Daten 'unerklärbaren Unterschieden' und Diskriminierung. Ist das für Juristen wirklich so schwer zu verstehen?
  • D(r)ummer 11.09.2018 11:20
    Highlight Highlight Ich schäme mich für meine (dummen) Mitmänner, die davon überzeugt sind, dass Frauen weniger verdienen sollen.
    Aus völlig stupiden Gründen (z.B. Militärdienst, Männer sind körperlich belastbarer bla bla bla)

    Hört auf!
    Wollt ihr euren geliebten Frauen die grünen Ferien, die ihr selber auch hasst, aufzwingen?
    Der Baum, der vom Kunde bestellt wurde, wird nicht leichter gemacht, nur weil eine weibl. Angestellte vom Gärtner für diesen Auftrag eingeteilt wurde! Usw. undsofort

    Wenn Frauen dasselbe leisten wie Männer, jedoch weniger verdienen... dann werden sie ausgenutzt! Punkt.



    • AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________ 11.09.2018 13:24
      Highlight Highlight @D(r)ummer: Endlich mal ein vernünftiger Kommentar. 👍
    • Ramon Sepin 11.09.2018 14:38
      Highlight Highlight Wer hasst Grüne Ferien? Ich kenne niemanden? Nur diejenigen die Einen Scheiss Job haben hassen es.
    • Knety 11.09.2018 15:20
      Highlight Highlight Noch nie habe ich das von einem Mann so gehört.
      Aber ich wünsche dir weiterhin viel Spass beim Strohmann bauen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • johnny lässig 11.09.2018 11:14
    Highlight Highlight Ach herjee...
    Lohngleichheit steht im Gesetz. Alles andere ist schlecht verhandelt...
    Wo im Gesetz nicht gleichberechtigung herrscht:
    Pensionsalter / Dienstplficht u.v.m
    • Ramon Sepin 11.09.2018 14:36
      Highlight Highlight Im Gesetzt steht auch das Rassismus verfolgt wird. Trotzdem wird es gemacht. Und Ja es die Lohngleichheit steht im Gesetz wird jedoch NICHT konsequent umgesetzt

AHV, IV und Co. prall gefüllt: Kapital der Sozialversicherungen erreicht fast eine Billion

Die Sozialversicherungen haben sich im Jahr 2017 positiv entwickelt. Die Einnahmen stiegen um 3.2 Prozent, während die Ausgaben nur um 1.7 Prozent wuchsen. Damit resultierte ein Ergebnis von 20 Milliarden Franken.

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