DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Versoffen, verspekuliert, verhaftet – das Pech der Schweizer Lotto-Millionäre

Ein Zürcher gewinnt 157 Millionen Franken bei Euromillions und stellt damit einen neuen Lotto-Rekord auf. Doch der plötzliche Reichtum hat längst nicht alle glücklich gemacht. 5 Beispiele.
20.12.2017, 08:5320.12.2017, 09:33
Nicola Imfeld / Nordwestschweiz
Nicht selten klebt an den Glückskugeln auch eine Portion Pech.
Nicht selten klebt an den Glückskugeln auch eine Portion Pech.Bild: KEYSTONE

Hast du dir schon einmal überlegt, was du alles machen würdest, wenn du plötzlich Lotto-Millionär wärst? Eine Weltreise gönnen? Einen Ferrari kaufen? Ein Haus bauen? Oder doch eher das Geld in Wertschriften anlegen? 

Ein Zürcher hat bei Euromillions 157 Millionen Franken gewonnen – und könnte sich damit so ziemlich alles leisten.

Doch dass ein Lotto-Gewinn nicht immer glücklich macht, zeigen folgende Beispiele:

Der erste Lotto-Millionär

Es gibt nur ganz wenige Geschichten über Schweizer Glückspilze, die an die Öffentlichkeit gelangten. Der berühmteste Schweizer Lotto-Millionär war auch gleich der Erste: Werner Bruni gewann 1979 1.7 Millionen Franken. 

Der Berner Oberländer Installateur verspekulierte sich in der Folge mit einem Mehrfamilienhaus und war sieben Jahre später pleite. 2010 veröffentlichte Bruni das Buch «Lottokönig: Einmal Millionär und zurück». 2014 verstarb der erste Schweizer Lotto-Millionär – mehrheitlich verarmt.

Job gekündigt und untergegangen

Der Schwyzer Telefon-Monteur Dieter Heiniger war bei seinem Lottogewinn 39 Jahre alt. Er gewann 1.8 Millionen Franken, kündigte seinen Job und versuchte sich als Geschäftsmann. Heiniger kaufte einen unrentablen Nachtklub und versuchte sich als Bootsverleiher in Israel. Anstatt viel Geld zu verdienen, lief sein Boot auf ein Riff und ging unter. 

Im «Guinnessbuch der Rekorde»

Ein Tüftler aus der Ostschweiz wollte seinen Gewinn reinvestieren und steckte das ganze Geld in ein Kinderspiel-System aus Plastik-Klötzli. Mit einer 21 Meter langen Eisenbahn-Hängebrücke schaffte er es ins «Guinnessbuch der Rekorde». Später kam er mit den Steuerbehörden in den Clinch, was letztlich eine Gefängnisstrafe zur Folge hatte, wie die NZZ 2006 berichtete.

Abgestürzt

Auch dem Aargauer Leo Lüthi (†49) brachte das Geld kein Glück. Der Fabrikangestellte hatte 1986 im Deutschen Lotto 3.2 Millionen Mark abgeräumt. Statt das Geld sicher anzulegen, verfiel Lüthi dem Alkohol. 1995 starb er an einem Herzversagen. Sein restliches Vermögen (fast 900'000 Franken) vermachte Lüthi gemäss dem «Blick» dem Behindertenheim im aargauischen Bremgarten.

Zurückgezogen und bescheiden

Unter all diesen traurigen Geschichten gibt es aber auch ein positives Beispiel, welches öffentlich wurde. Im Jahr 1990 gewann der Solothurner Jakob S. 5.5 Millionen Franken und posierte im «Blick». Zu Beginn genoss der Maler den Medienrummel. 

Doch dann wurde dem damals 46-jährigen Junggesellen, der noch bei seiner Mutter wohnte, alles zu viel. Er zog sich zurück und kündigte seinen Job. Ansonsten lebte Jakob S. ganz normal weiter. Nur ein Haus und ein teures Rennvelo leistete er sich bis zu seiner Pensionierung. 

Info
Dieser Artikel erschien erstmals im November 2016 anlässlich des damaligen Rekord-Jackpots von fast 50 Millionen Franken im Schweizer Zahlenlotto. (meg)

 

Auf diese Liste reichts dem Zürcher mit seinem Gewinn noch nicht ...

Die Reichsten in der Schweiz

1 / 13
Die Reichsten in der Schweiz
quelle: epa / thord nilsson
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Der erste Schweizer Franken
Franken oder Gulden? Diese Frage spaltete die Schweiz Mitte des 19. Jahrhunderts. Schliesslich wurde es der Franken, doch bereits an der Gestaltung der neuen Landeswährung entbrannte wieder ein Streit.

Es war zum Verzweifeln. Wer 1849 durch den jungen Bundesstaat reiste, musste entweder mindestens zehn Portemonnaies haben, oder dauernd in die Wechselstube rennen. In Zürich bezahlte man mit Dukaten oder Taler, in Schwyz wollten sie Rappen und in Chur wurde das Abendessen in Batzen verrechnet. Dass dies keine Zukunft hatte, war allen klar.

Zur Story