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Bauen der Zukunft: Dieses Haus in Dübendorf wird total digital gebaut



In Dübendorf entsteht derzeit unter Leitung der ETH Zürich ein Haus, das auf gleich mehreren neuartigen Bautechnologien beruht: Roboter und 3D-Drucker produzieren Mauern, Geschossdecken und bauen Holzbauelemente zusammen.

Auf dem Gelände der Forschungsanstalt Empa in Dübendorf beweisen sich derzeit gleich vier neue digitale Bautechnologien im Praxistest. Dort bauen acht Professuren der ETH Zürich mit Wirtschaftspartnern das sogenannte DFAB House mit drei Geschossen: Das «weltweit erste Haus», das nicht nur komplett mit digitalen Prozessen entworfen und geplant, sondern auch weitgehend mit solchen gebaut wird, wie Matthias Kohler von der ETH am Donnerstag an einem Medienanlass in Dübendorf erklärte.

DFAB House in Dübendorf

Neue gestalterische Möglichkeiten

Das Ziel der ETH-Forschenden: ein voll funktionsfähiges und bewohnbares Haus, das fast komplett mit digitalen Technologien erzeugt wurde. Diese Bautechnologien seien nachhaltiger und effizienter und böten gestalterisch neue Möglichkeiten, so Kohler. «Damit ändern sich auch die Ausdrucksformen der Architektur und unsere Lebensräume.»

Der Bauroboter In situ Fabricator baut mithilfe der Mesh Mould Technologie ein Stahldrahtgitter im Forschungsgebaeude dfab house Ð Empa NEST in Duebendorf (ZH) am Donnerstag, 29. Juni 2017. Auf dem NEST Gebaeude der Empa und Eawag in Duebendorf bauen acht Professuren der ETH Zuerich gemeinsam mit Wirtschaftspartnern das dreigeschossige DFAB HOUSE. Es handelt sich um das weltweit erste Haus, das weitgehend mit digitalen Prozessen entworfen, geplant und auch gebaut wird. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Der Bauroboter «In situ Fabricator» baut mit der Mesh Mould Technologie ein Stahldrahtgitter im Forschungsgebäude dfab house Ð Empa NEST in Dübendorf. Bild: KEYSTONE

Das digital fabrizierte Haus sei quasi die Synthese der ersten Etappe eines insgesamt zwölfjährigen Forschungsprogramms, des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) Digitale Fabrikation, sagte ETH-Forscher und NFS-Direktor Kohler. Das dreistöckige Haus ist Teil des NEST-Gebäudes der Empa und Eawag, einer Plattform, auf der neuartige Bautechnologien in Form von Modulen getestet und so von der Theorie in die Praxis überführt werden können.

Roboter für doppelte gekrümmte Wände

Im Falle des DFAB House werden gleich vier neue Bauverfahren eingesetzt, die an der ETH entwickelt wurden: Mit der sogenannten «Mesh Mould»-Technologie entsteht eine doppelt gekrümmte tragende Betonwand für das Basisgeschoss. Dabei produziert ein zwei Meter grosser mobiler Roboter - der «In Situ Fabricator» - ein Stahldrahtgitter, das als Schalung zum Giessen der Betonwand dient und ihr Stabilität verleiht.

Auf der Wand wird eine Geschossdecke - «Smart Slab» genannt - zu liegen kommen, deren Schalung mithilfe grossformatigen 3D-Sanddrucks hergestellt wird, wie Projektleiter Konrad Graser erklärte. Damit sei möglich, auch sehr komplexe Formen wie Muster oder Aushöhlungen zu gestalten, die mit normalen Fertigungsmethoden gar nicht möglich wären.

Kollege Roboter

Internet der Dinge

Für die Aussenwand stellen die Forschenden mittels «Smart Dynamic Casting» massgeschneiderte Fassadenpfosten her. Den Holzbau für die oberen beiden Stockwerke mit Einzelzimmern setzen kooperierende Roboter mittels «Spatial Timber Assemblies» im Robotic Fabrication Lab der ETH zusammen.

Im Sommer 2018 sollen dann unter anderem Gastforschende der Empa und der Eawag auf den 200 Quadratmetern des DFAB House einziehen und es im Alltag testen. Dann ist es mit den digitalen Technologien aber noch nicht vorbei: Dann kommen neuartige Smart-Home-Lösungen und Technologien aus dem Bereich «Internet der Dinge» zum Einsatz. Vom digitalen Bauen geht das DFAB House dann zum digitalen Wohnen über, erklärte Graser. (whr/sda)

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Video: reuters

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 30.06.2017 08:32
    Highlight Highlight Was machen wir nicht alles, um wenigstens mal für einen kurzen Moment lang beeindruckt zu sein...!
    Was fällt dem Hochleistungs-Städter als Nächstes ein:
    Ein Roboter, der die vielen arbeitslos gewordenen Bauarbeiter füttert und medikamentös ruhig stellt?
    Darauf gibt es nur eine Antwort:
    Ab in den Balkan zur seelisch-emotionalen Weiterbildung!
    Regelmässig den Balkan-Blog von Ludmila auf Watson lesen!
  • Naughtious Maximus 29.06.2017 20:10
    Highlight Highlight Moderne Häuser sind Giftschleudern. In der Isolierung, den Möbeln und im Boden sind Stoffe, welche die Bewohner täglich einatmen.
    Die alte Bauweise vor allem mit Stein, ist luftdurchlässig. Ist zwar kühler aber Kälte ist sowieso gesünder.
    • jtk 29.06.2017 21:15
      Highlight Highlight Ja, und Öl hats eh noch genug... ;-)
    • Naughtious Maximus 29.06.2017 22:04
      Highlight Highlight Holz- oder Gasofen tut es auch. Holzhacken gibt ausserdem war.
      Aber hast schon recht, das Rohöl geht zuneige.
    • Schne 30.06.2017 08:00
      Highlight Highlight Was soll an Gas besser sein als an Öl? Welche Giftstoffe sind denn ein derartiges Problem beim Bau? Ist das alles nur Gerede oder kommt da noch was?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 29.06.2017 19:34
    Highlight Highlight Wenn das Schule macht und von grossen int. Baufirmen übernommen wird, dann werden in absehbarer Zeit hunderttausende Maurer, Gipser etc. ihre Jobs in den meisten Industrienationen verlieren.

    Was wird auch ihnen werden?

    Man sieht, dass die Digitalisierung auch manche Berufe erfassen wird, an die man zuerst gar nie gedacht hat.

    Und wenn man den Bestseller des kompetent wirkenden Yuval Noah Harari ("Homo Deus") liest, dann sieht man, dass es bis zu 2050 ganz gewaltige gesellschaftliche Veränderungen und nie gekannte Umwälzungen geben wird, für die es heute noch keinerlei effektive Pläne gibt.
    • Ökonometriker 30.06.2017 07:19
      Highlight Highlight @Angelo C.: Wer auf der Gewinnerseite des digitalen Fortschritts stehen will, muss sich eben bilden. Die Fähigkeit zu programmieren wird so wichtig wie Lesen und Schreiben können.
      Wir werden eben nicht länger mit 20 anfangen zu arbeiten und dann bis 65 durcharbeiten, sondern eventuell erst mit 30 anfangen und immer wieder Pausen zum Weiterlernen machen müssen.

      Die Leute werden sich dann schon anpassen, wenn sie müssen. Heute kann man als Gipser auch ohne Programmierkenntnisse ganz gut leben.
    • Restless Lex 30.06.2017 09:25
      Highlight Highlight @Öko...: Nur leider ist unser gesamtes Schul- und Ausbildungssystem nicht darauf ausgelegt, dass alle studieren können. Ganz im Gegenteil, derzeitig versucht man jungen Frauen die handwerklichen Berufe näher zu bringen und entsprechende Lehrstellen attraktiv zu gestalten. Hinzu kommt, dass nicht jeder programmieren möchte. Dieser Trend geht in die verkehrte Richtung. Die Lösung ist eher darin zu finden, dass wir langsamer und nicht noch schneller werden müssen! Aus diesem Grund dürfen handwerkliche Berufe und entsprechende Qualitäten auch nicht aussterben oder durch Robotik ersetzt werden.
    • Ökonometriker 30.06.2017 13:20
      Highlight Highlight @Restless Lex: Diese Strategie hat in der Geschichte der Menschheit noch nie funktioniert...
      Wahrscheinlich wird es einfach neue Berufe geben, die wir uns jetzt noch gar nicht richtig vorstellen können. Die Roboter müssen gewartet werden, die Unterhaltungsindustrie stellt immer mehr Leute ein, 3D-Modelle wollen erstellt werden.. es wird einfach eine Anpassung brauchen. Aber wir müssen den Leuten die Möglichkeit geben, sich zu bilden - nur so können sie sich anpassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lukkipique 29.06.2017 18:50
    Highlight Highlight War selbst schon drin. Auf den ersten Blick merkt man nichts, bis auf die spezielle Form von aussen. Trotzdem super Sache!
    • Restless Lex 30.06.2017 09:33
      Highlight Highlight Man wird den Unterschied schon merken, wenn es für die Bauunternehmen wirtschaftlich interessanter ist durch Roboter bauen zu lassen als durch Handwerker. Dann wird ein studierter Statiker an einen PC oder Bedienelement gesetzt, welcher die Parameter eingibt und der Robo ersetzt dann 5 bis 10 Mann. Wohin mit diesen Arbeitern? Diese versauern dann bei uns auf dem Arbeitsmarkt. Was wiederum Geld kostet. Geld, welches nicht vorhanden ist, da die grossen Bauunternehmen die fehlenden Steuern nicht ausgleichen. Von der Rente sprechen wir noch nicht mal! Trotzdem eine super Sache!?
    • nick11 30.06.2017 21:37
      Highlight Highlight Und was willst du dagegen tun?
  • Laia 29.06.2017 17:10
    Highlight Highlight Habe den Artikel nicht gelesen, aber im Titel hat es einen Tippfehler..
    • @schurt3r 29.06.2017 17:29
      Highlight Highlight 🙈
      Danke für diese Kommentar!
  • Scaros_2 29.06.2017 16:12
    Highlight Highlight Coole Sache. Das Testen der Zukunft.

Diese ETH-Simulation zeigt, wie wenig vom Aletschgletscher in 80 Jahren noch bleiben wird

Die Klimaerwärmung setzt auch dem grössten Gletscher der Alpen sichtlich zu. ETH-Forscher haben nun simuliert, was vom Aletsch­glet­scher im Jahr 2100 noch zu sehen sein wird. Viel ist es nicht.

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