Spass
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Simone Meiers neues Buch heisst mit Fug und Recht «Fleisch». bild: american meat institute, via twentytwowords

«Fleisch» – Lehrer mit teigigen Figuren und Kopflesben sollten dieses Buch nicht lesen

Danke, Viktor Giacobbo, dass du das Gerücht in die Welt gesetzt hast, Simone Meier habe ein Manuskript in ihrer Schublade liegen. Sie ging danach sofort nach Hause und schrieb diesen skandalös schmissigen Roman mit dem schmackhaften Namen «Fleisch».

Eine kleine Warnung vorab:
Neben den teigigen Lehrern und den Kopflesben (das sind Frauen, die von Männern genervt sind und sich darum eine gleichgeschlechtliche Liebe gedanklich vorstellen, aber dann doch zu grossen Respekt vor den weiblichen Geschlechtsteilen haben) sollten auch eingefleischte Dörfler, Essiggurken, in Cupcakes vernarrte Mädchen, Kakerlaken und Thomas Mann dieses Buch nicht unbedingt lesen. Der ganze Rest: Los! Selbst Vegis dürfen sich dieses Buches annehmen, das mit dem Fleisch ist sehr symbolisch.

Fleisch

bild: American Meat Institute, via twentytwowords

In «Fleisch» sieht der schönste Promi-Pimmel der westlichen Welt aus wie ein besonders appetitliches Stück Kalbfleisch. Er ist ein optimal in der Hand liegender Rachepenis. Für all die eigenschaftslosen Jahre, die die 44-jährige Anna an Max verschwendet hat. An ihre Warum-nicht-Beziehung, in der sich erst das «Warum» irgendwo in der banalen Bequemlichkeit verlor, und die dann zwangsläufig zu einem reinen «Nicht» werden musste.

Auch der weniger grossartige Penis von Max hat seither einen gewissen Stolz entwickelt, weil er jetzt die junge Sue haben darf, die dralle Sue mit den silbernen Haaren. Allerdings muss er dafür bezahlen. 300 Franken die Stunde. Sie ist aber keine Prostituierte. Sue ist nur eine Lesbe, die in einem Kebab-Laden arbeitet und mit dem Geld ihre WG mit Blumentöpfen verschönert.

Fleisch

american meat institute, via twentytwowords

In dieser Wohnung wohnt auch Lilly, mit der Anna am liebsten in einem dieser schicken Ami-Schlitten mit offenem Verdeck ans Ende des Lebens fahren würde. Mit grossen Sonnenbrillen und flatternden Kopftüchern. Und während Lilly ihre Seminararbeit über «den Schrecken des Zwillingsmotivs in der amerikanischen Populärkultur von Stephen Kings The Shining bis zum Fall der Twin Towers» zu verachten beginnt, malt ihr pubertärer Bruder Bilder mit seiner eigenen Kacke. Das ist eben seine Art der Rebellion. 



Die Menschen in diesem Buch scheinen allesamt verrückt zu sein. Doch man gewöhnt sich sehr schnell an ihre lustigen Gehirne. Und dies so sehr, dass sie am Ende gar nicht mehr verrückt wirken, sondern einfach nur wie ein paar Leute, denen auf 250 Seiten rückhaltlos ein ganzer Haufen Menschentum angeworfen wurde.

Fleisch

american meat institute, via twentytwowords

Alle «Fleisch»-Figuren hassen ihre Eltern, das muss naturgemäss so sein, damit aus ihnen etwas Eigenes wird. Sigmund Freud hätte an dieser Stelle ein lautes und stürmisches «Bravo!» geäussert. «Bravo, Frau Meier, die Konsequenz, mit der Sie die Inzestgefahr gebannt haben, ist ganz nach meinem Gusto!» Weniger gebannt ist allerdings der Kastrationsschreck. Für Max zumindest. Der hat durch Anna ein nicht unbeachtliches Stück Mannhaftigkeit verloren:

«Jede Frau behauptete, ein Opfer zu sein, ein mehrfaches, sie fühlte sich schon als Opfer geboren. Und wenn sie überdies so überzeugend waren wie Anna, so autoritär mit einem autoritären Job in einer grossen Stadt, dann schlossen sich ihnen die andern Frauen an wie einem Rattenfänger und sie zogen als Heer aus Opfern übers Land, brandschatzten, marodierten und meuchelten die letzten Reste von Männlichkeit.»
Aus Max' Gedankenwelt in «Fleisch»

Darum ist es geradezu unerlässlich, dass sich Max, wenn nicht schon kastriert, dann doch wenigstens in der Nähe seines Manneszentrums ordentlich mit einem Messer zerfleischt. Heute nennt sich das auch Burnout.

Fleisch

american meat institute, via twentytwowords

So hört der Roman selbstverständlich nicht auf. Jemand kriegt noch einen Stein an den Kopf. Derselbe jemand hat danach sofort Sex im Halbdelirium. Und durch die letzten Zeilen weht die zarte Ahnung, dass Glück sehr wohl möglich ist. Auch wenn Glück nicht viel mehr ist als das Gefühl, dass etwas stimmt. Stimmen könnte.

Simone Meier – «Fleisch»: Gewinn' das Buch!

Wenn Simone Meier nicht gerade Bücher schreibt, schreibt sie Artikel für watson. Folgerichtig ist dies ein sehr inzestuöser Bericht, verfasst von einer Simone-Meier-Verehrerin, die tagtäglich neben ihr sitzt. Und weil dem so ist, werd' ich euch etwas verraten:

Simone Meier isst viel Fleisch, aber im Büro macht sie sich immer über Sushi her. Und Fisch macht gescheit. Und redegewandt. Vielleicht hat das ein bisschen Einfluss gehabt auf ihre verführerische Schreibe, aber das ist nur eine Vermutung.

Also, macht bei der Verlosung mit und gewinnt das Buch mit dem bunten Strauss an halbverrückten Menschen drin:

Verlosung von «Fleisch» – so machst du mit:

Sende uns dein gezeichnetes, gebasteltes, gephotoshopptes, gebratenes oder wie auch immer angerichtetes Fleisch-Bild und gewinne eins der drei Bücher! Wir freuen uns über eure Kunstwerke.

Datei hochladen
  • Ausgewählte Dateien

Falls du keine Lust auf Wettbewerb hast, kannst du «Fleisch» hier bestellen. Das Buch ist im «Kein & Aber»-Verlag erschienen.

Die Buchvernissage findet am 6. März im Zürcher Kaufleuten statt.

Mehr Bücher und Menschen, die du ums Verrecken kennen musst:

Die Schweiz im Untergrund: Tunnel, Bundesratsbunker und militärische Allmachtsphantasien

Link zum Artikel

«Kuss» – Simone Meier über ihr neues Buch, fiese Turnlehrer und Zombies

Link zum Artikel

Mit diesen 15 Lektüretipps hat dein Sommer tausende von guten Seiten!

Link zum Artikel

9 gigantische Schweizer Steine, die auf deinen Besuch warten

Link zum Artikel

Wer diese circa 34 Bücher nicht kennt, hat den Sommer verpennt 

Link zum Artikel

Drei Schweizer Sachbücher, bei denen ihr bestimmt nicht einschlafen werdet!

Link zum Artikel

22 Kinderbücher, die du früher verschlungen hast

Link zum Artikel

Der Mann mit Kaiserin Sisis Milchzahn und den Milliarden, die in Winterthur verrotten

Link zum Artikel

«Maggy! Wenn du in zehn Sekunden noch da bist, drücke ich die Delete-Taste». Claude Cueni, Schweizer Starautor und frischgebackener «Kortison-Onkel», legt mit «Pacific Avenue» erneut einen rasanten Mix aus Traum und Wirklichkeit vor

Link zum Artikel

«Da dachte Nina nach, ob sie biosexuell ist» – wenn Jugendliche schreiben, kommt das nicht immer richtig heraus

Link zum Artikel

«Servus Wolf Haas, haben Sie einen Lieblingsschriftsteller?» – «Eigentlich hat's mich deprimiert, ein Buch zu lesen»

Link zum Artikel

An Halloween beschloss Miranda July, dass es Zeit war, zu sterben

Link zum Artikel

Bücher gehören einfach unter jeden Baum – vor allem diese 7 Exemplare 

Link zum Artikel

Weil es genug hässliche davon gibt: Hier kommen 7 wirklich schöne Kinderbilderbücher 

Link zum Artikel

Dana Grigorcea macht die besten Stalin-Witze – und nebenbei hat sie einen Roman über das fast vergessene Bukarest geschrieben

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 31.01.2017 22:00
    Highlight Highlight Tönt vielversprechend!
    🐗🐗🐗🐗🐗🐷🐷🐷🐷🐷🐷🐷🐷🐗🐗
  • Nausicaä 31.01.2017 13:22
    Highlight Highlight Da kommt bei mir die Frage auf, ob ich 'teigig' bin.
    Duden meint zu teigig: so, dass es weich ist und man es kneten kann."eine teigige Masse"
    Ich bin weich, aber nicht zu kneten. Ich bin beruhigt.
  • azoui 31.01.2017 11:39
    Highlight Highlight 20 Kröten für die eBook Version - Mama mia!
    • Walter Sahli 31.01.2017 12:31
      Highlight Highlight Zahle ich gerne für ein Buch einer einheimischen Autorin.
    • Acacia 31.01.2017 12:57
      Highlight Highlight Ja wirklich, warum sollte man heutzutage für seine eigene Arbeit auch noch Geld kriegen dürfen. Mir zahlt auch niemand was für dass ich alle Filme vor dem angucken auch noch selber mühsam vom Internet streamen muss...
    • azoui 31.01.2017 13:14
      Highlight Highlight Ich zahle auch gern für Bücher und für Authoren, einheimisch oder nicht.
      Aber mit dem Preis für das eBook wird die Printausgabe querfinanziert.
      Frau Meier erhält für jede verkaufte Ausgabe, ob Print oder eBook genau gleichviel.
    Weitere Antworten anzeigen

Wenn Frauen über Autoren schreiben, wie sonst nur Männer über Autorinnen schreiben

Alles fing damit an, dass sich eine Journalistin über eine Rezension im «Tages-Anzeiger» aufregte. Darin schrieb ein älterer Mann über das Buch einer sehr jungen Frau. Vor allem aber schrieb er darüber, wie er das Aussehen besagter sehr junger Frau auf dem Foto im «New Yorker» empfand. Sie sehe darauf aus «wie ein aufgeschrecktes Reh mit sinnlichen Lippen».

Die Frau heisst Sally Rooney – sie ist 28 Jahre alt und eine mit Literatur-Preisen überhäufte Bestseller-Autorin aus Irland.

Aber anstatt in …

Artikel lesen
Link zum Artikel