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Eishockey: Schweizer Junioren stehen im Halbfinal der U20-WM

Switzerland's Luca Wyss, right, celebrates his goal past Sweden with teammates Sandro Schmid and Matthew Verboon during the second period of a world junior hockey championships game in Victoria,  ...
Luca Wyss (rechts) erzielt das 2:0 für die Schweiz.Bild: AP/The Canadian Press

Sensationeller Sieg gegen Schweden: Schweizer Junioren stehen im WM-Halbfinal

03.01.2019, 07:0803.01.2019, 16:42

Die Schweizer Junioren greifen an der U20-Weltmeisterschaft in Vancouver und Victoria nach einer Medaille. Das Team von Trainer Christian Wohlwend gewann im Viertelfinal gegen Schweden 2:0.

Die Schweizer spielten in der Vorrunde in allen vier Partien auf sehr hohem Niveau, dennoch schaute bloss gegen Dänemark (4:0) ein Sieg heraus. Ausgerechnet im Viertelfinal gelang nun aber der fällige Exploit.

Yannick Brüschweiler brachte den Aussenseiter in der 16. Minute mit seinem zweiten Turniertor in Führung. Der Stürmer der GCK Lions konnte ungehindert vom eigenen ins gegnerische Drittel fahren und liess sich die Chance nicht entgehen. In der 34. Minute zeigten sich die Schweizer vor dem schwedischen Gehäuse äusserst hartnäckig und wurden mit dem 2:0 von Luca Wyss belohnt. Der Langenthaler bestritt sein erstes Spiel an dieser U20-Weltmeisterschaft – eine schöne Geschichte.

Hinten war der eine grosse Sicherheit ausstrahlende Luca Hollenstein eine Bank. Der Keeper der EVZ Academy blieb dank 41 zum Teil mirakulösen Paraden zum zweiten Mal an diesem Turnier ohne Gegentor und weist nach drei Einsätzen eine Abwehrquote von sensationellen 97,75 Prozent aus. Der 18-jährige Hollenstein musste sich einzig den Tschechen zweimal geschlagen geben.

Die Genugtuung war Wohlwend nach der Partie anzusehen. Der Sieg gegen die Schweden ist ein veritabler Coup, erreichten diese doch nach dem Viertelfinal-Out 2006, als sie gegen Finnland (0:1) ebenfalls keinen Treffer zu Stande gebracht hatten, stets die Runde der besten vier. Der zuvor letzte Schweizer Sieg gegen die Skandinavier datiert vom 4. Januar 2003 (5:3). Danach setzte es neun Niederlagen in Folge ab. Am aktuellen Turnier waren die Nordländer zuvor ungeschlagen, bezwangen sie auch Finnland (2:1) und die USA (5:4 n.V.).

Der Sieg der Schweizer ging absolut in Ordnung. Es war von Anfang an zu sehen, dass sie an einen Erfolg glaubten. Für Wohlwend sind die Leistungen der Mannschaft schlicht «sensationell». Der ganze Staff mache einen fantastischen Job, nur darum sei ein solcher Erfolg möglich. Lobende Worte fand er auch für die Schweizer Trainer, welche die Spieler ausgebildet hätten.

Bereits 1998 hatten die Schweizer im Viertelfinal gegen Schweden gewonnen, damals 2:1 nach Penaltyschiessen und mit dem späteren NHL-Goalie David Aebischer im Tor. Danach holten sie Bronze. Es ist bis heute die einzige Medaille an diesem Anlass. Insofern ist das Weiterkommen gegen die Skandinavier ein gutes Omen.

Seither schafften die Schweizer einzig noch 2002 und 2010 den Einzug in den Halbfinal. Um erstmals den Final zu erreichen, ist ein Sieg gegen Gastgeber Kanada oder Finnland gefordert. Gegen die Nordamerikaner hielten die Schweizer in der Vorrunde sehr gut mit und verloren lediglich 2:3. So oder so ist nach der grandiosen Leistung im Viertelfinal träumen erlaubt. Ausserdem könnten die Spieler Wohlwend das schönste Geburtstagsgeschenk machen, feiert dieser doch am 4. Januar, am Tag der Halbfinals, seinen 42. Geburtstag. (sda)

Das Telegramm

Schweden – Schweiz 0:2 (0:1, 0:1, 0:0)
Victoria – 5946 Zuschauer. - SR Anderson/Heikkinen (USA/FIN), Hynek/Nikulainen (CZE/FIN).
Tore: 16. Brüschweiler (Burger) 0:1. 34. Wyss (Sandro Schmid, Verboon) 0:2.
Strafen: 6-mal 2 Minuten plus Spieldauer (Bemström) gegen Schweden, 5-mal 2 plus 10 Minuten (Verboon) gegen die Schweiz.
Schweiz: Hollenstein; Gross, Le Coultre; Aebischer, Berni; Burger, Moser; Müller, Kuraschew, Eggenberger; Brüschweiler, Sigrist, Nussbaumer; Verboon, Sandro Schmid, Wyss; Leuenberger, Tanner, Lehmann; Gerber.
Bemerkungen: Schweiz ohne Geisser (verletzt), Barandun (nicht eingesetzt), Zaetta (überzähliger Goalie) und Akira Schmid (Ersatztorhüter). (vom/sda)

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