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ZUM START DER EISHOCKEY NATIONAL LEAGUE A-SAISON 2016/17 AM MITTWOCH, 7. SEPTEMBER 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZU DEN WICHTIGSTEN TRANSFERS ZUR VERFUEGUNG - Switzerland's Christian Marti controls the puck, during the IIHF 2016 World Championship preliminary round game between Russia and Switzerland, at the Ice Palace, in Moscow, Russia, Saturday, May 14, 2016. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Christian Marti: Nationalspieler ist er schon.  Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

ZSC-Verteidiger Christian Marti und sein erster Schritt auf dem Weg, ein «Böser» zu werden

In zwei Sportarten ist es hilfreich, «böse» zu sein. Im Eishockey und im Schwingen. ZSC-Verteidiger Christian Marti (23) ist drauf und dran, ein «Böser» zu werden.



«Böse» bedeutet im Schwingen «gut». Schwingerkönig Matthias Glarner ist «böse.» Im Eishockey steht die Bezeichnung für einen Verteidiger, der hart einsteigt.

Wer «böse» ist, wird respektiert, sorgt dafür, dass seine Mitspieler nicht herumgeschubst werden und wenn er auf dem Eis steht, heben seine Gegenspieler den Kopf wie ein Hund im Roggenfeld und achten sorgfältig darauf, nicht in einen Check zu laufen.

ALS VORSCHAU AUF DIE AM MITTWOCH, 7. SEPTEMBER 2016, BEGINNENDE EISHOCKEY NATIONAL LEAGUE A SAISON, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Geneve-Servette's Goran Bezina, left, fights with Ambri-Piotta's Adrien Lauper, right, during the game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and HC Ambri-Piotta, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Friday, January 22, 2016. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Goran Bezina (l.): Ein Musterbeispiel für einen «bösen» Verteidiger. Bild: KEYSTONE

Nicht viele Schweizer Verteidiger geniessen bzw. genossen den Ruf, «böse» zu sein und werden bzw. wurden wegen ihrer Härte ligaweit gefürchtet. «Böse» waren etwa Ivan Griga (Gottéron, in den Zeiten der russischen Flugjahre), Edgar Salis (heute ZSC-Sportchef), Martin Steinegger (heute Biels Sportchef) oder Goran Bezina (Servette, neu bei Zagreb in der KHL).

Gross und schwer reicht nicht

Als «böse» gelten heute eigentlich nur noch Beat Forster (Davos) und Timo Helbling (Zug) und einige der jungen HCD-Verteidiger könnten «böse» werden. Es genügt eben nicht, gross und schwer zu sein (wie Servettes Eliot Antonietti). Der Ruf muss sich erst durch den Willen zur kompromisslosen Härte erarbeitet werden. Ein Provokateur oder ein Hitzkopf zu sein, genügt nicht.

Zurich's Christian Marti, left, fight for the puck with Ingolstadt's Martin Buchwieser, right, during the Champions Hockey League Group D hockey match between Switzerland's ZSC Lions and Germany's ERC Ingolstadt in Weinfelden, Switzerland, Tuesday, 16 August, 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Christian Marti lernt sich beim ZSC auch international durchzusetzen. Bild: KEYSTONE

Nun ist mit Christian Marti ausgerechnet ein Verteidiger drauf und dran, ein «böser» zu werden, der bis 2012 in Klotens Laufkultur ausgebildet worden ist. Den letzten Schliff hat er allerdings in den vergangenen vier Jahren in der Rumpelkultur von Servette und in Nordamerika erhalten. Im letzten Frühjahr hat er in Moskau seine erste WM bestritten und verteidigt jetzt für die ZSC Lions.

Drei Spielsperren drohen

Christian Marti ist gross (192 cm), kräftig (95 kg), mutig, intelligent, und für seine mächtige Postur erstaunlich beweglich. Er ist kein Provokateur, aber in den Zweikämpfen macht er keine Gefangenen. Beste Voraussetzungen, um «böse» zu werden. In Langnau hat er soeben mit einem fürchterlichen Check den kräftigen Nationalstürmer Yannick-Lennart Albrecht zusammengefaltet (22/188 cm/88 kg). Dafür ist er von den guten Schiedsrichtern in der 30. Minute mit einem Restausschluss in die Kabine geschickt worden. Es drohen eine bis drei Spielsperren.

Tigers Goalie Ivars Punnenvos, und der Langnauer Yannick-Lennart Albrecht retten auf der Linie, waehrend dem Meisterschaftsspiel in der NLA, zwischen den SCL Tigers und dem HC Davos, am Freitag 20. November 2015 in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Yannick-Lennart Albrecht (oben): Musste gegen die ZSC Lions ziemlich unten durch. Bild: KEYSTONE

Nach dem Spiel war Christian Marti sichtlich froh und erleichtert, dass er sein «Opfer» nicht verletzt hatte. «Wir haben Albrecht bis zum Ende des zweiten Drittels auf der Bank behalten und ihn erst wieder eingesetzt, als wir sicher waren, dass er keine Gehirnerschütterung erlitten hat», sagte Langnaus Trainer Scott Beattie. Im letzten Drittel stürmte Yannick-Lennart Albrecht wieder.

Der ZSC braucht für den Meistertitel böse Verteidiger

Christian Marti ist, wie die meisten «Bösen» im Eishockey, neben dem Eis friedfertig, freundlich und wirkt so, als könnte er nicht einmal eine Fliege verscheuchen. «Ich wollte Albrecht checken, klar. Aber ich bin dabei nicht hochgesprungen und wenn, dann unbewusst.» Die Sache ist ihm nicht recht, fast wirkte er so, als habe er ein wenig ein schlechtes Gewissen. Erst später wird er erkennen, dass er in Langnau soeben den ersten Schritt auf dem Weg zur Reputation gemacht hat, «böse» zu sein.

Wenn die ZSC Lions wieder Meister werden wollen, brauchen sie auch einen oder zwei «böse» Verteidiger.

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    Alle Leser-Kommentare
  • AllknowingP 14.09.2016 08:40
    Highlight Highlight Hab mir den Hit nun ca. 10mal angeschaut. Ich kann keine Regelwidrigkeit erkennen. First Point of Contact ist auch nie und nimmer der Kopf. Nach mir nicht einmal eine 2min Strafe. Wenn die Liga das noch mit Spielsperren ahndet dann müssen wir aufhören !
  • exeswiss 13.09.2016 18:46
    Highlight Highlight ich finds widerlich, dass es hier tatsächlich leute gibt die ein ellbogencheck gegen den kopf als 100% korrekt ansehen, kein wunder steigert sich die anzahl gehirnerschütterungen. zusätzlich springt er bei seinem check ab was unerlaubter körpereinsatz bestätigt und den check gegen den kopf zur folge hat. bei 2 gleichgrossen spielern, trifft man nicht ohne weiteres den kopf des gegners ohne ellbogeneinsatz oder abheben.
    • TS87 13.09.2016 19:41
      Highlight Highlight Kann nicht sehen wo marti da abgesprungen ist
      Bei 2 min für dino kasst du ja noch mals den check sehen
    • Altorez 13.09.2016 23:33
      Highlight Highlight Eigentlich dürfen wir beide als Fans der jeweiligen Clubs das gar nicht beurteilen. Man hat immer etwas die Club-Brille auf. Aber ich habs mir jetzt nochmals angeschaut und wirklich versucht es objektiv zu betrachten. (Bei 2 Minuten für Dino gibts wie oben scon erwänt den Check aus 2 verschiedenen Blickwinkeln) Ich sehe keinen Absprung und der Ellbogen ist am Körper. Und soweit ich das aus diesen Perspektiven beurteilen kann geht er nicht gegen den Kopf. Ausserdem gabs den Restausschluss ja nicht wegen Check gegen den Kopf sondern wegen unerlaubtem Körperangriff. Wie siehst du das exeswiss?
    • exeswiss 14.09.2016 00:02
      Highlight Highlight den rest ausschluss gab es weil der check "von unten nach oben kam" das heisst nicht unbedingt das er abgesprungen ist sondern das der check nach oben ausgeführt wurde -> richtung kopf darum hebt er auch nach dem check ab. und von wegem perspektiven, ich habe den check von meinem platz aus ca 6 m entfernung von der seite also im 90grad winkel zu den beiden gesehen. war also etwa auf gleicher höhe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • corona 13.09.2016 18:32
    Highlight Highlight Habs nicht gelesen aber wird er Schwinger?
  • Altorez 13.09.2016 17:03
    Highlight Highlight Der Check war hart aber fair .. Würden Ovi, Doughty oder Shea Weber für jeden solchen Check einen Restausschluss + Spielsperren bekommen würden die da drüben alle paar Spiele ca. 3 Minuten spielen :D
  • John McClane 13.09.2016 16:15
    Highlight Highlight Sorry Klaus Zaugg, aber diese Aktion hätte von den "guten Schiedsrichtern" niemals mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe geahndet werden dürfen. Der Check war vollkommen korrekt und sauber ausgeführt. Hart - ja, aber absolut im Rahmen der Regeln. Nur weil es den Gegenspieler unvorbereitet erwischt ist es noch lange keine Regelwidrigkeit.
  • Darkside 13.09.2016 15:33
    Highlight Highlight Ein völlig korrekter Check war das. In NA hätte das keinen gekümmert. Unsere untauglichen Refs treiben den Spielern die internationale Härte ja mit voller Absicht aus.
  • Züzi31 13.09.2016 15:30
    Highlight Highlight Klar bin ich froh hat sich Albrecht nicht verletzt, aber der Check war 100% korrekt. Schon die Strafe und dazu der Restausschluss waren lächerlich. Spielsperren? Come on now....

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