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Tigers Head Coach Scott Beattie im Eishockey Platzierungsspiel der National League A zwischen den SCL Tigers und dem HC Lausanne, am Dienstag, 15. Maerz 2016, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Scott Beattie soll Langnau in der nächsten Saison zum Erfolg führen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Langnaus Schicksal in den Händen zweier Gambler – die Chancen auf Erfolg stehen 50:50

Tigers-Sportchef Jörg Reber vertraut seinem Bauchgefühl und setzt nächste Saison auf Scott Beattie als Cheftrainer. Dadurch wird die kommende Kampagne der Langnauer zum Glücksspiel, was aber nicht zwingend den Misserfolg bedeutet.



Ein Gambler ist nicht nur ein Glücksspieler. Ein Gambler steht auch für einen Mann, der mehr seinen Instinkten, seinem Bauchgefühl als Strukturen und Lehrmeinungen vertraut. Im Eishockey sind «Sniper» (schlaue Vollstrecker) sehr oft Gambler. Sie überlisten das gegnerische System, weil sie ihrem Instinkt vertrauen.

Jörg Reber, SCL Tigers

SCL-Sportchef Jörg Reber.
Bild: SCL Tigers

Manchmal sind auch Trainer und Sportchefs Gambler, weil sie bei ihren Entscheidungen ihrem Bauchgefühl vertrauen. In Langnau haben sich zwei Gambler gefunden: Sportchef Jörg Reber und sein Trainer Scott Beattie.

23.02.2016; Zuerich; Eishockey NLA - ZSC Lions - SCL Tigers; Trainer Benoit Laporte (Langnau)
(Steffen Schmidt/freshfocus)

Musste Scott Beattie weichen: Benoît Laporte.
Bild: Steffen Schmidt/freshfocus

Vor einem Jahr vertraute Jörg Reber seinem Bauchgefühl und liess den Vertrag mit Aufstiegstrainer Bengt-Ake Gustafsson auslaufen. Er gambelte. Und gewann. Er feuerte im richtigen Zeitpunkt Gustafsson- Nachfolger Benoît Laporte, holte Scott Beattie und Langnau sicherte in seinem dramatischen Finale vorzeitig den Ligaerhalt. Die Fans waren begeistert, es kamen mehr Zuschauerinnen und Zuschauer als je zuvor in der Geschichte des Langnauer Hockeys (seit 1946) und die Buchhaltung schreibt schwarze Zahlen.

Nun gambelt Jörg Reber erneut. Er behält Scott Beattie. Weil die Spieler den Kanadier mögen. Nach dem Rumpelpsychologen Benoît Laporte nun also der «Spielerversteher» Scott Beattie. So wie Jörg Reber ein gutes Gespür dafür hat, wie seine Mannschaft tickt, so hat sein Trainer ein gutes Gespür dafür, wie er ein Maximum aus seinen Spielern herausholen kann.

Überschaubare Kosten

Die Frage ist, ob die Spieler wirklich reif sind für einen Trainer, der ihnen taktische und spielerische Freiheiten gibt. Die Mannschaft ist nominell eine der schwächsten der Liga. Müssen die Langnauer da nicht einen strengen taktischen Zuchtmeister haben?

Die Chancen stehen 50:50, dass Jörg Rebers Rechnung erneut aufgeht. Entscheidend wird sein, dass es ihm gelingt, die beiden Ausländerpositionen neben Chris DiDomenico und Ville Koistinen erstklassig zu besetzen. Und letztlich ist das Risiko ja überschaubar: Scott Beattie verdient weniger als 200'000 Franken netto. Er ist der günstigste (nicht der billigste, das Wort hat einen negativen Beigeschmack) Trainer der Liga. Wenn er gefeuert werden muss, so bleiben die Kosten überschaubar. Funktioniert es nicht, so muss Langnaus Sportchef bloss den richtigen Zeitpunkt für den Trainerwechsel finden.

Oder ist es unseriös, das Schicksal der SCL Tigers zwei Gamblern zu überlassen? Nein, sicher nicht. Schliesslich ist Eishockey ja auch ein Glücksspiel.

Tigers Topscorer Chris DiDomenico jubelt zum 1:0, waehrend dem sechsten Playout-Finalspiel der NLA zwischen den SCL Tigers und dem EHC Biel, am Donnerstag, 31. Maerz 2016, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Langnaus Topskorer Chris DiDomenico. Bild: KEYSTONE

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • faustus 15.04.2016 12:15
    Highlight Highlight Kommende Saison kann Herr Reber gar nichts falsch machen!?
    Unser Eismeister hat den letzten Qualiplatz bereits an Lausanne vergeben und falls Kloten noch die Segel streichen muss und Ambri den Trainer zu spät feuert und es Bern im letzten Spiel dann doch nicht über den Strich schaffen sollte, ja dann liebe Freunde steht dem Durchmarsch Langnaus wie von Gondelei prophezeit nichts aber auch gar nichts mehr im Wege.
    Ich freue mich auf all die wundersamen Dinge die da kommen werden; oder halt auch nicht.
  • lushütte 14.04.2016 16:04
    Highlight Highlight Hoppla im Aemmitau hets Optimischte..guet so.. das darf me sy, weme nächhär d entüschig wegsteckt.
    Jüre Räber hat bisher viel mehr richtig gemacht als falsch. Vertrauen wir ihm auch in Sachen "Beattie", das kann sehr wohl gut heraus kommen.
    Die Tigers werden mit ihrem Kader auch in der nächsten Saison
    nicht zu den Playoff-Kandidaten gehören, aber eine Überraschung liegt sehr wohl drin. Knackpunkt wird die Besetzung der beiden Ausländerpositionen sein, da ist Reber gut beraten vorsichtig und realistisch zu entscheiden.
    Clark würde ich durch einen "wuchtigeren" Center ersetzen.
  • Gondeli 14.04.2016 15:06
    Highlight Highlight Egal wer Trainer ist/wird - nächstes Jahr kopieren die Tigers den grossen Bruder: 8. Platz nach der Quali und dann MEISTER! Mit Scott und dem jetzt positiven Umfeld durchaus möglich. Vor allem haben die Tigers mit DiDo und Ciacchio zwei Schlüsselpositionen hochkarätig besetzt!
    • bendr 14.04.2016 16:09
      Highlight Highlight So viel Unsinn wie du immer über die Tigers schreibst geht auf keine Kuh... ähh Katzenhaut.
  • Against all odds 14.04.2016 14:36
    Highlight Highlight Nur dass ich es richtig verstehe: KZ sagt also der Reber ist ein Gambler und hat alles richtig gemacht? Er feuerte zuerst den Gustafsson und dann seinen Nachfolger auch noch. Meiner Meinung nach macht man alles richtig, wenn man gar keinen Trainer entlassen muss. Aber das ist Zaugg'sche Logik. Schön für den Reber, erstes Lob für die Verpflichtung und ein zweites für die Entlassung von Laporte. Solange alle nach der Pfeife einiger Spieler tanzen, können sie Trainer anstellen wie sie wollen, es ändert sich nichts.
    • sidthekid 14.04.2016 18:19
      Highlight Highlight Gustafsson wurde nicht entlassen. Glaubts endlich....

Eismeister Zaugg

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