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Doppeladler an Serbien-Fans: Kosovo-Journalist von EM ausgeschlossen

Kosovarischer Journalist zeigt serbischen Fans den Doppeladler – UEFA schliesst ihn aus

19.06.2024, 17:2519.06.2024, 17:25

Erinnert ihr euch noch an die WM 2018 in Russland und an das Schweizer Gruppenspiel gegen Serbien? Damals jubelten Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka und Stephan Lichtsteiner nach dem 2:1 von Shaqiri in der 90. Minute mit dem albanischen Doppeladler. Eine Reaktion auf stundenlange Provokationen und Pfiffe seitens der serbischen Fans.

Nun scheint es so, als hätte auch die EM 2024 ihre Doppeladler-Affäre – heuer allerdings ohne Schweizer Beteiligung. Bei Serbiens Turnierauftakt gegen England (0:1) war auch der kosovarische Journalist Arlind Sadiku im Stadion. Und als er vor den serbischen Fans stehend berichtete, liess er sich zu ebendieser Doppeladler-Geste hinreisen.

Während kosovarische Fussballkreise die Aktion goutierten, scheint der europäische Fussballverband UEFA weniger Freude daran zu haben. Berichten zufolge, haben die Organisatoren Sadiku die Medienakkreditierung entzogen und ihn als Journalist vom Turnier ausgeschlossen.

Auf Facebook hat Sadiku zum Vorfall Stellung genommen. Er schreibt: «Mit einem Adler zu feiern, ist keine Straftat. Ich habe niemanden beleidigt oder provoziert. Ich bin einfach stolz auf das Symbol, das uns repräsentiert.» Seinen Ausschluss aus dem Turnier nennt er einen «gefährlichen Präzedenzfall».

Im Rahmen des Spiels gegen England sorgten die serbischen Fans einmal mehr für Provokationen. Sie nahmen Fahnen mit ins Stadion, die Kosovo und andere Regionen des Balkans als Teil Serbiens bezeichneten und zündeten vor dem Stadion albanische Fahnen an. Der kosovarische Fussballverband hat bei der UEFA eine offizielle Beschwerde wegen «politischen, chauvinistischen und rassistischen Botschaften» seitens der serbischen Fans eingereicht.

Am Tag nach dem Spiel hat die UEFA auch eine Untersuchung gegen Serbien eingeleitet. Dabei ging es aber um angebliche rassistische Beleidigungen gegen einen englischen Spieler. Der Abschluss dieser Untersuchung steht noch aus. Mittlerweile hat der Kontinentalverband mitgeteilt, dass gegen Serbien auch wegen anderen Aktionen während des gleichen Spiels ermittelt wird. Auch gegen den albanischen Verband wurde eine Ermittlung eingeleitet, nachdem es beim Spiel gegen Italien zum Ablassen von Feuerwerkskörpern und politischen Spruchbändern gekommen ist.

Arlind Sadiku hat derweil angekündigt, das Spiel zwischen Kroatien und Albanien (Hier geht's zum Spielbericht) von der Zuschauertribüne aus zu verfolgen. (abu)

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