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Enttaeuschte Basel Spieler im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Basel, am Sonntag, 23. September 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Während die FCB-Spieler geknickt sind, schweben die YB-Fans auf Wolke 7:1. Bild: KEYSTONE

FC Basel nach «Klatsche direkt ins Gesicht» bei YB schon abgeschlagen?

Vier Tage nach dem 0:3 gegen Manchester United liefern die Young Boys in der Super League eine Machtdemonstration ab. Der FC Basel geht im Gipfeltreffen beim Meister mit 1:7 unter. Und liegt schon zwölf Punkte zurück.



Auf sechs Punkte wollte der FC Basel den Rückstand auf die Young Boys verkürzen. Herausgekommen ist ein Debakel sondergleichen, ein 1:7, das diverse Baustellen beim taumelnden FCB offenbarte. 30 passable erste Minuten gipfelten in eine Machtdemonstration der Young Boys und in der höchsten Niederlage des FC Basel seit 2001 und einem 1:8 gegen Sion.

«Wir sind uns bewusst, dass wir an YB aktuell nicht herankommen.»

Marcel Koller, FCB-Trainer

Die YB Spieler freuen sich nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League, des BSC Young Boys gegen den FC Basel, am Sonntag, 23. September 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Das haut den stärksten Berner um: Was für ein Erfolg! Bild: KEYSTONE

Silvan Widmer sprach von einer «Klatsche direkt ins Gesicht, ein Alptraum». Basels Trainer Marcel Koller konnte sich nicht an eine vergleichbare Niederlage in seiner Trainer- und auch Spielerkarriere erinnern, und Fabian Frei gab unumwunden zu: «Physisch sind wir YB klar unterlegen.»

2:0 führten die Young Boys dank zwei Standardsituationen zur Pause im ausverkauften Stade de Suisse. Mit einem Corner hatte Miralem Sulejmani nach einer halben Stunde Christian Fassnacht mustergültig bedient, mit einem unhaltbar abgelenkten Freistoss war der seit Monaten glänzende Serbe wenig später selbst erfolgreich. In der 52. Minute führte ein weiterer Corner von Sulejmani zum 3:0 durch Innenverteidiger Muhamed Ali Camara, der sich nach Kasim Nuhus Abgang im Sommer allmählich als erste Option herauskristallisiert.

«Erschreckende» Naivität

Von da an offenbarten die inferioren Basler Zerfallserscheinungen. Es folgte das 4:0 durch Guillaume Hoarau nach einer Stunde, kurz darauf ein wüstes Frustfoul von Eder Balanta an Nicolas Moumi Ngamaleu, das zu Recht mit der Roten Karte bestraft wurde. Dann das 5:0 von Michel Aebischer nach 70, das 6:1 von Leonardo Bertone nach 80 und das 7:1 von Roger Assalé nach 89 Minuten.

«Im Moment hat der FCB einen Rückstand auf YB. Das hat man in den letzten Wochen schon gesehen, und dieser Unterschied war auch heute zu erkennen.»

Silvan Widmer, FCB-Spieler

Ricky van Wolfswinkels 1:5 (75.) war nur eine Randnotiz. «Erschreckend» nannte Koller die Naivität, mit der seine Schützlinge auch in Unterzahl ohne defensive Absicherung nach vorne stürmten.

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Die Highlights der Partie. Video: YouTube/SRF Sport

Mit dem siebten Sieg im siebten Super-League-Spiel stellten die gegenüber dem Mittwochspiel gegen Manchester United auf zwei Positionen umformierten Young Boys die Weichen bereits auf Titelverteidigung. Von einer Entscheidung kann nach nicht einmal einem Fünftel der Meisterschaft natürlich noch nicht die Rede sein. Vorentscheidend könnte das Duell aber durchaus gewesen sein. «Zwölf Punkte sind eine Menge Holz», gestand Koller, der aber einen in den kommenden Wochen besser werdenden FCB versprach.

Umfrage

Kann der FC Basel die zwölf Punkte Rückstand auf YB noch wettmachen?

  • Abstimmen

1,697

  • Ja, Basel wird noch Meister.8%
  • Nein, YB wird wieder Meister.84%
  • Egal, keines der zwei Teams wird Meister.8%

Vor neun Jahren schaffte der FCB den Turnaround noch

Die Basler könnten sich nun die Saison 2009/10 in Erinnerung rufen. 13 Punkte lagen sie vor neun Jahren nach acht Runden hinter den Young Boys zurück und wurden schliesslich noch Meister. Das YB von damals war aber nicht das YB von heute, und Basel war zwar in der Vorsaison auch nur Zweiter (hinter dem FCZ), aber viel gefestigter als zum jetzigen Zeitpunkt. «Wir haben Talent, aber wir brauchen Zeit und Geduld», so Koller, der gegen die Young Boys in seiner Stammformation auf fünf Spieler unter 22 Jahren setzte und damit scheiterte.

«Am meisten enttäuscht mich, dass wir auseinandergefallen sind, dass wir eine Rote Karte wegen einer Disziplinlosigkeit erhielten und wir uns nicht mehr richtig ins Zeug legten. Es gibt keine Ausreden. Wir waren richtig schlecht.»

Fabian Frei, FCB-Spieler

Basels Trainer Marcel Koller sitzt auf der Spielerbank vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Basel, am Sonntag, 23. September 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Geht die Arbeit nicht aus: Basels Trainer Koller. Bild: KEYSTONE

Weiter geht es für die nur noch auf Platz 7 rangierten Basler am Mittwoch zuhause gegen Luzern. Gleichtags empfangen die makellosen Young Boys St.Gallen. Der einzige Berner Wermutstropfen bei der sonntäglichen Gala war: der verletzungsbedingte Ausfall von Kevin Mbabu nach einem Foul von Noah Okafor. Ersten Erkenntnissen zufolge kam der Nationalspieler wohl mit einer Fuss-Verstauchung davon.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bruno Wüthrich 24.09.2018 07:37
    Highlight Highlight Erschreckend, wie sehr der FC Basel in lediglich etwas mehr als einem Jahr "verstrellert" wurde. Hier wurde von sicher scheinenden 100 geradewegs in Richtung Null kutschiert.

    Dafür macht es umso mehr Freude, diesem YB zuzuschauen. Eigentlich war das 0:3 zuhause gegen ManU nur ein Umfaller. Etwas Lehrgeld bezahlt, aber mit der derzeitigen Klasse ist es den Bernern durchaus zuzutrauen, dass sie auch in der CL lernen und bessere Resultate liefern können.

    Derzeit haben die Basler den Bernern nichts Gleichwertiges entgegen zu setzen. Ihr Rückstand ist nicht nur in Punkten gemessen gewaltig.
  • Sir Konterbier 23.09.2018 22:41
    Highlight Highlight Nach einem 7:1 sollte man vielleicht eher fragen ob man sich noch für die europäischen Plätze qualifizieren kann und ob man von Abstiegssorgen verschohnt bleibt.
    • Asmodeus 23.09.2018 23:14
      Highlight Highlight Schon so. Anstatt von 13 Punkten hinter YB sollte man von 5 Punkten vor Xamax reden.
    • Nelson Muntz 23.09.2018 23:29
      Highlight Highlight Bei Achilles wars die Ferse, Bei Samson die geschnittenen Haare und beim FCB der Sportchef.
    • DerRaucher 23.09.2018 23:53
      Highlight Highlight Wird halt noch eine Weile dauern bis man sich daran gewöhnt hat, dass Basel eben kein Titelkanidat mehr ist und momentan eher nach hinten blicken sollte. Das Basler Selbstverständnis hat sich über die ganzen Jahren natürlich auch bei den Medien eingebrannt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Don Alejandro 23.09.2018 22:16
    Highlight Highlight So ist das (Fussball)leben. Es tut der Liga gut, wenn sie aufgemischt wird. Chapeau, YB. Grüsse von einem FCZler.
  • Harry Schlender 23.09.2018 21:56
    Highlight Highlight vor 9 jahren hatte der fcb aber auch eine ganz andere mannschaft und mentalität. der fcb dieser saison ist schlicht zu schwach zusammengestellt, klare leaderfiguren fehlen, auch wenn einige sich darin versuchen (f.frei). zu gut und zu breit ist das berner kader und die winnermentalität, die basel jahrelang ausgezeichnet hat, ist an die aareschlaufe weitergewandert. sofern ybs team in der winterpause nicht komplett auseinanderbricht (was ich nicht glaube), wird yb der titel kaum zu nehmen sein.
  • Thurgauo 23.09.2018 21:42
    Highlight Highlight Ich bin zwar kein Fussballfan, aber wenn man gesehen hat, wie sich FCB-Fans in den letzten Jahren in den sozialen Medien aufgeführt haben, ist ein bisschen Schadenfreude schon dabei. 😅 Kann die YB-Fans da verstehen, da darf man sich auch mal freuen.
  • EhrenBratan. Hääää! 23.09.2018 21:18
    Highlight Highlight Gute Nacht und Gelbschwarze Träume💛🖤

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