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epa07089409 Belgium's Romelu Lukaku (2-L) celebrates with teammates scoring the 1-0 lead during the UEFA Nations League soccer match between Belgium and Switzerland at the King Baudouin Stadium in Brussels, 12 October 2018.  EPA/JULIEN WARNAND

Belgien jubelt gegen die Schweiz Bild: EPA/EPA

«Die Niederlage ist nicht verdient» – Schweiz unterliegt Belgien trotz guter Leistung

Die Schweiz ist im Kampf um den Gruppensieg in der Nations League in Rücklage geraten. Die SFV-Auswahl unterlag in Brüssel dem WM-Dritten trotz einer guten Leistung 1:2.



Romelu Lukaku entschied in der 84. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends das Duell vor knapp 40'000 Zuschauern im Stade Roi Baudouin, als er nach einem Doppelpass mit Dries Mertens Yann Sommer erneut bezwang. Kurz zuvor hatten Vincent Kompany und der Mittelstürmer von Manchester United aus aussichtsreicher Position das 2:1 noch verfehlt.

«Der Ball rutscht mir unten durch. Gut sieht man dabei nicht aus. Kann man halten. So ein Spiel muss man nicht verlieren. Schade, dass wir uns für eine gute Leistung nicht belohnen.»

Yann Sommer über den ersten Gegentreffer.

Lange hatte es danach ausgesehen, als könnten die Schweizer auch gegen den WM-Dritten ein positives Resultat erzielen - wie bereits in der Vorbereitung der WM gegen Spanien oder an der Endrunde in Russland gegen Brasilien. Mario Gavranovic hatte mit dem Ausgleich zum 1:1 in der 78. Minute die Schweizer Mannschaft für einen über weite Strecken guten Auftritt belohnt. Der 28-Jährige von Dinamo Zagreb schoss nach einer Freistossflanke von Xherdan Shaqiri und glänzender Kopfballvorlage von Nico Elvedi im 18. Länderspiel seinen 6. Treffer.

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Das 1:0 der Belgier durch Lukaku Video: streamja

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Das 1:1 der Schweiz durch Gavranovic. Video: streamja

Ein zweites Mal schafften es die Schweizer aber nicht mehr zurückzukommen, auch wenn Shaqiri in der Schlussminute noch einmal Thibaut Courtois prüfte. Am Ende feierten die Belgier einen verdienten, aber keinesfalls zwingenden Sieg. Erst nach dem Führungstreffer von Lukaku, der Sommer mit einem Schuss unter dem Körper hindurch erwischte, kam ihre hochgelobte Offensive in Schwung.

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Das 2:1 der Belgier durch Lukaku. Video: streamja

Die Schweizer boten dem Favoriten über weite Strecken Paroli und erspielten sich ihrerseits mehrere gute Abschlussgelegenheiten. Die besten vergaben Steven Zuber (55./61.) und Captain Granit Xhaka mit einem Weitschuss (69.). Haris Seferovic hatte sich bereits in der 8. Minute die Chance zur Verfügung geboten, als er aus zwölf Metern nach schöner Vorarbeit von Xhaka und Shaqiri den Ball nicht richtig traf. Es war der beste Angriff der Schweizer, die spielerisch einige Akzente setzen konnten. Sie blieben aber ein Muster ohne Wert.

«Schade, haben wir das Unentschieden nicht über die Zeit bringen können. Von der Leistung her ist diese Niederlage nicht verdient. Auch heute waren wir in der Schusszone, dort müssen wir uns noch steigern. Wenn wir weiter so arbeiten, werden wir auch positive Resultate erzielen.»

Mario Gavranovic

Trotz der Niederlage bleibt der Schweiz die Chance zur Korrektur. Wer im Kampf um den Einzug in das Final Four der Nations League im Juni 2019 die Nase vorne haben wird, entscheidet sich im Rückspiel zum Abschluss der Gruppenphase am 18. November in Luzern.

Variables System

Eine «Überraschung» hatte Vladimir Petkovic vor dem Spiel auf die Frage nach dem Spielsystem angekündigt. Spielt die Schweiz wieder mit einer Dreierkette wie gegen England oder kehrt sie zum gewohnten System mit vier Verteidigern zurück? Der Nationaltrainer hielt Wort. Er schonte den leicht am Oberschenkel verletzten Manuel Akanji und verschrieb der Mannschaft ein sehr variables System, das keinem exakten Schema zuzuordnen war.

«Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Danach kam Belgien besser ins Spiel. Auf den Treffer haben wir gut reagiert. In unserer besten Phase haben wir das 1:2 erhalten. Gegen die Grossen sind wir frech, haben viel Ballbesitz und dann verlieren wir. Meist verlieren wir die Spiele wegen einem Tor. Auf diesem Niveau wird der kleinste Fehler bestraft.»

Granit Xhaka

Michael Lang spielte zwar rechts in der Defensive, rückte aber bei Ballgewinn sofort nach vorne, während auf der anderen Seite Ricardo Rodriguez sich eher zurückhielt. Und im Mittelfeld besetzten vor Captain Xhaka und hinter der Sturmspitze Seferovic besetzten Denis Zakaria, Remo Freuler und Zuber die Räume sehr variabel. Und Shaqiri genoss seine Freiheiten und versuchte, das Offensivspiel der Schweizer anzukurbeln. Es ginge um Spielprinzipien und nicht um Spielsysteme, hatte Petkovic gesagt. Eine Antwort, was der 55-jährige Tessiner darunter versteht, gab die erste Halbzeit im Duell mit der Weltnummer 1.

Die Tabelle

Bild

bild: srf

Das Telegramm

Belgien - Schweiz 2:1 (0:0)
Stade Roi Baudouin, Brüssel. - 39'049 Zuschauer. - SR Mateu Lahoz (ESP).
Tore: 58. Romelu Lukaku (Meunier) 1:0. 76. Gavranovic (Elvedi) 1:1. 84. Romelu Lukaku 2:1.
Belgien: Courtois; Alderweireld, Kompany, Vermaelen (73. Boyata); Meunier, Tielemans, Witsel, Carrasco (76. Chadli); Mertens (93. Thorgan Hazard), Romelu Lukaku, Eden Hazard.
Schweiz: Sommer; Lang, Schär, Akanji, Rodriguez; Xhaka; Zakaria (83. Edimilson Fernandes), Freuler (87. Fassnacht), Zuber; Shaqiri; Seferovic (69. Gavranovic).
Bemerkungen: Belgien ohne De Bruyne, Dembélé und Vertonghen (verletzt), Schweiz ohne Bürki, Embolo, Mbabu, Mehmedi (verletzt), Djourou, Dzemaili und Lichtsteiner (nicht im Aufgebot). (abu/sda)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 13.10.2018 22:04
    Highlight Highlight Super Spiel der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft gestern!
    Das war immerhin Belgien, für die auch die Holländer fanen, seitdem sie sich nicht mehr qualifizieren!
    Das Resultat ist nicht so wichtig, wenn so gut gespielt wird.
  • Clife 13.10.2018 02:02
    Highlight Highlight Ein Sieg wär aber auch nicht verdient. Alles in Allem sieht es so aus, als wäre Belgien effizienter nach vorne gekommen. Siehe Statistiken
  • Zeit_Genosse 13.10.2018 00:47
    Highlight Highlight Dieser Einleitungssatz kann ich nicht mehr hören. Verloren ist verloren.
  • Nelson Muntz 12.10.2018 23:40
    Highlight Highlight Sieg gegen Island und ein 1:0 oder 3:1 gegen Belgien und wir sind Gruppensieger!
  • oh snap 12.10.2018 22:30
    Highlight Highlight Die Kommentatorin geht ja huren ab 😝
  • Puce98 12.10.2018 22:25
    Highlight Highlight Lang ist heute auch nicht wirklich in Hochform, da hat mir Mbabu gegen die Isländer besser gefallen.
    • Mia_san_mia 12.10.2018 22:44
      Highlight Highlight Das ist so.
    • Nelson Muntz 12.10.2018 23:42
      Highlight Highlight Lang genügt gegen kleine Gegner, a Captain Lichtsteiner oder Mbabu kommt er nicht ran.
  • Pümpernüssler 12.10.2018 22:17
    Highlight Highlight Seferovic soll endlich zurücktreten.... Wenn er der beste Stürmer der einen Schweizer Pass hat sein soll, dann weiss ich auch nichtmehr... Nurnoch peinlich.
  • Eric Lang 12.10.2018 22:06
    Highlight Highlight Kann mir Jemand sagen, wie viele Spiele lang wir uns noch über das Unvermögen von Seferovic aufregen müssen?
    Da kann man gerade so gut nur mit 10 Spielern antreten, an der Effektivität ändert sich nichts.
    Und die XS Pylone, sollte einmal aufhören davon zu träumen, Freistosstore wie CR7 schiessen zu können.
    • Mia_san_mia 12.10.2018 22:45
      Highlight Highlight Davon muss er nicht träumen, dass macht er schon lange... Und sogar ohne peinlichen Anlauf.
    • Nelson Muntz 12.10.2018 23:39
      Highlight Highlight Wieso bietet man den Eric Lang nicht auf, er kann alles besser! Am besten grad als Spielertrainer, denn er weiss alles besser als Vlädu.
    • Yakari 13.10.2018 00:43
      Highlight Highlight Also er schiesst die Freistösse eigentlich wie CR7, der schiesst die auch nur wegen seinem Status. Viele gehen bei ihm nicht rein, da wären bei Real deutlich bessere Kandidaten gewesen.
  • äti 12.10.2018 21:42
    Highlight Highlight Saschas geniale Analysen im Kriegsreporter-Modus. 😁
  • Puce98 12.10.2018 21:41
    Highlight Highlight Ich würde gern Fassnacht sehen, vielleicht kann der etwas reissen...
    • Mia_san_mia 12.10.2018 22:45
      Highlight Highlight Da hatte er zu wenig Zeit...
  • kärli 12.10.2018 21:37
    Highlight Highlight Zuber finde ich heute sehr schwach. Da muss mehr kommen. Und Seferovic wie immer ohne Bindung zum Spiel.
  • maxi #sovielfürdieregiongetan 12.10.2018 21:35
    Highlight Highlight was für ein geiles spiel....ich war immer gegen diese sinnlose nationsleague....aber wow die deppenländerspielpause ist ein knaller... so geil... was ein leckerbissen.
    • Illuminati 12.10.2018 22:41
      Highlight Highlight Ironie? Sorry null biss im Spiel.
      Schöne Ballsstaffeten ja aber das hat eben mit auch mit dem fehlenden Biss zu tun.
      Typisches testspiel halt, da kann die uefa diesen wettbewerb noch so aufbauschen...
    • maxi #sovielfürdieregiongetan 12.10.2018 23:45
      Highlight Highlight nix ironie... grossartig💪🏼💪🏼
  • let,s go 12.10.2018 20:52
    Highlight Highlight Genau wie ich befürchtet habe.
    Seferovic schiesst seit langem wieder mal ein Tor... und..steht sofort wieder in der Startelf.

    Dies nervt gewaltig.
    • let,s go 12.10.2018 21:06
      Highlight Highlight Ich weiss wirklich nicht, was es braucht, um Petkovic von der fixen Idee, Seferovic abzubringen.
      Dies hat uns schon im Polenspiel vermutlich den Sieg gekostet.
    • Okguet 12.10.2018 21:20
      Highlight Highlight Es sollte immer der Formstärkste spielen, finde ich jedenfalls. Desshalb ging es mir auch immer so gegen den Strich, dass Seferovic in schlechten Zeiten spielte. Aber in guten soll er auch die Chance haben, sich wieder zu empfehlen.
      Und ausserdem wenn er in Form ist, kann er sehr gut sein, er hat auch schon einige Tore für die Nati geschossen!
    • felixJongleur 12.10.2018 21:29
      Highlight Highlight Warts nur ab.
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