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Frauen-WM: Viele Schweizer Hoffnungen ruhen auf Ana Maria Crnogorcevic

Switzerland's Ana Maria Crnogorcevic poses for a portrait at the Swiss team hotel in Dunedin, New Zealand on Sunday July 16, 2023. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Crnogorcevic posiert im WM-Trikot der Nati.Bild: keystone

Viele Schweizer Hoffnungen ruhen auf Rekordspielerin Ana Maria Crnogorcevic

Fast 150 Spiele fürs Nationalteam und über 70 Tore. Das ist die Statistik von Ana Maria Crnogorcevic. Die Schweizer Rekord-Nationalspielerin und -Torschützin hat dreimal die Champions League gewonnen. Die Nase in die Luft streckt sie aber höchstens bei einem Kopfball.
20.07.2023, 19:53
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Vor der Medienkonferenz im neuseeländischen Dunedin schaut Ana Maria Crnogorcevic erst, ob der Mediensprecher einen guten Platz hat. Dann lächelt sie in die Runde. Die Fragen zu verschiedensten Themen beantwortet die 32-Jährige eloquent. Kritische Fragen kontert sie mit Fröhlichkeit. Der Lokaljournalistin gibt sie in geschliffenem Englisch Auskunft.

«Ich kann mich schnell anpassen», sagt Crnogorcevic denn auch auf die Frage nach ihrer neuen Spielposition im Mittelfeld. Erstmals im zentralen Mittelfeld habe sie Anfang Jahr gegen Polen gespielt. Mitten im Spiel, in der zweiten Halbzeit, habe Trainerin Inka Grings zu ihr gesagt: «Du bist jetzt auf dem Achter.»

Ganz Profi habe sie sich kurz «okay» gedacht und auf der Position gespielt. Auch wenn es eine der schwierigsten Positionen für sie sei, wie Crnogorcevic sagt. Für sie sei sie «Gold wert», lobte Grings Crnogorcevic an der Pressekonferenz vor dem ersten WM-Einsatz. Am Freitagmorgen um 7 Uhr (Schweizer Zeit) trifft die Schweiz auf die Philippinen.

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Selfie mit der Teamkollegin: Crnogorcevic mit Fabienne Humm (links) im WM-Stadion in Dunedin.Bild: keystone

Turnus auf dem Platz gewohnt

Es helfe ihr, dass sie bereits auf vielen Positionen gespielt habe, sagt die Berner Oberländerin. Ihr Debüt im Schweizer Nationalteam gab Crnogorcevic 2009. Bei ihrem ersten Einsatz gegen Schweden spielte sie am rechten Flügel. Gut einen Monat später lief sie als linke Sturmspitze auf – nur um wieder rund einen Monat später als Mittelstürmerin auf dem Platz zu stehen.

Was wäre ihre bevorzugte Position? «Das ist schwierig», sagt sie und überlegt. Es hänge schliesslich auch von den Gegnerinnen und dem Team ab. «Bei Barcelona macht die Aussenverteidigung enorm viel Spass.» Dort habe sie die Freiheit «über innen, über aussen, durch die Mitte nach vorne zu gehen». Die Geschwindigkeit dieser Aufzählung unterstreicht ihre Begeisterung.

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Mit Barcelona gewann Crnogorcevic kürzlich die Champions League und den Meistertitel.Bild: keystone

Ursprung im Angriff

Im Nationalteam würde sie sich im Sturm aufstellen. «Dort habe ich als Kind immer gespielt», sagt sie. 2001 begann Crnogorcevic als Elfjährige beim FC Steffisburg Fussball zu spielen. Acht Jahre später kam das Aufgebot für das Schweizer Nationalteam. Zum Start ihrer Karriere in der Schweizer Equipe spielte die Berner Oberländerin für den FC Thun. Kurz danach ging es für sie in den Norden von Deutschland zum Hamburger SV. Rund drei Jahre später, 2011, wechselte sie zu Eintracht Frankfurt. 2015 gewann sie mit Frankfurt die Champions League.

Gut sieben Jahre spielte Crnogorcevic in der Stadt am Main, bevor es sie über den grossen Teich zog. Rund zwei Jahre war sie beim Portland Thorns FC in den USA engagiert. Seit 2020 spielt sie für den FC Barcelona. Zwei Mal gewann sie mit dem spanischen Team die Champions League. Crnogorcevic habe Fussballgeschichte geschrieben, lässt der Verein in ihrem Spielerinnen-Porträt wissen.

Unverletzt bis an die EM

Ob sie an der Weltmeisterschaft in Dunedin Fussballgeschichte schreiben wird, wird sich zeigen. Für die erfahrene Crnogorcevic liegt die WM im Stellenwert ein Prozent über der Europameisterschaft. «Es ist für jede Nationalspielerin das Nonplusultra, und für mich natürlich auch.»

Ihre Zukunftspläne hängt sie an den bestimmenden Faktor Gesundheit. Sie hofft, bis 2025 verletzungsfrei zu spielen. Die EM vor Heimpublikum sei ein klares Ziel von ihr. Zuerst gilt es, sich an der WM zu beweisen. Ob im Sturm oder auf einer anderen Position, scheint ihr nicht allzu wichtig. «Wenn ich dann keine Tore schiesse, ists auch doof», sagt Crnogorcevic und lacht. Selbstüberschätzung klingt anders. (ram/sda)

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