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FC Barcelona: Probleme mit Financial Fair Play – und die nächste Gefahr

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Kann er am Samstag schon für Barça spielen? Noch ist Dani Olmo angeblich nicht registriert.Bild: www.imago-images.de

Wieder Probleme mit dem Financial Fair Play – und nun droht Barça das nächste Ungemach

Der einzige nennenswerte Neuzugang darf nach aktuellem Stand nicht für den FC Barcelona spielen. Der Abstand zu Real Madrid dürfte kaum kleiner werden und derweil sitzt schon der nächste Konkurrent im Nacken der Katalanen. Das erwartet dich in der neuen Saison in La Liga.
15.08.2024, 17:0015.08.2024, 19:52
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Die letzte Saison beendete der FC Barcelona auf Platz zwei, klar geschlagen vom ewigen Rivalen aus Madrid, der schon vier Runden vor Schluss als Meister feststand. Die Katalanen hatten mehr damit zu tun, den zweiten Platz gegenüber Girona zu verteidigen als mit dem Kampf um einen Titel. Und auch aktuell scheint wenig für Barça zu laufen.

So blitzte der Klub von Präsident Joan Laporta bei EM-Star Nico Williams ab, der öffentlich zum Wunschziel auserkoren wurde. Der spanische Flügelspieler bevorzugt einen Verbleib bei Athletic Bilbao, wo er in Zukunft die Nummer 10 tragen wird. Im letzten Test setzte es für das neu von Hansi Flick trainierte Team dann eine 0:3-Niederlage gegen Monaco ab. Zudem plagen die Blaugrana bereits wieder Probleme mit dem Financial Fair Play der spanischen Liga. Gemäss spanischen Medien konnte der FC Barcelona Dani Olmo – den einzigen nennenswerten Neuzugang – deshalb nicht sofort registrieren.

14.07.2024, Berlin: Fu�ball, UEFA Euro 2024, EM, Finale, Spanien - England, Olympiastadion Berlin, Spaniens Nico Williams bejubelt sein Tor zum 1:0. Foto: Tom Weller/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bleibt vorerst wohl in Bilbao: Nico Williams.Bild: keystone

Aktuell gibt es widersprüchliche Berichte, ob Olmo rechtzeitig fürs erste Saisonspiel in Valencia (Samstag, 21.30 Uhr) bei der spanischen Liga registriert werden kann. Dabei hatte Laporta vor rund einem Monat noch grossspurig angekündigt, genügend Geld für eine Verpflichtung von Nico Williams zu haben. Dass es im Falle von Olmo nun doch zu Komplikationen kommt, wirft daher kein gutes Licht auf den Präsidenten und seinen Klub. Spätestens am 2. Spieltag gegen Bilbao solle der 26-jährige Europameister dann aber mittun können.

Die Hoffnung liegt vor allem auf den Supertalenten und Flick

Ob Olmo aber der entscheidende Faktor sein kann, um Barça wieder ins Meisterrennen zu bugsieren, darf kritisch betrachtet werden. Der offensive Mittelfeldspieler ist zweifelsohne ein hervorragender Fussballer, wie er bei Leipzig und an der EM mit Spanien zeigte, doch fehlt er häufig verletzt. Ausserdem kann das Kader trotz Supertalenten wie Gavi, Pedri oder Lamine Yamal auch sonst auf einigen Positionen nicht mit Real Madrid mithalten.

So liegt es vor allem an Trainer Flick, für neue Impulse zu sorgen und Barcelona doch zu einem Meisterkandidaten zu machen. Der 59-Jährige führte Bayern in der Saison 2019/20 zum Triple, arbeitete anschliessend aber erfolglos als deutscher Nationaltrainer. Nun steht er vor einer weiteren schweren Aufgabe. Zumal der Satz «Die Konkurrenz schläft nie» auf keinen Klub so gut passt wie auf Real Madrid.

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Trainer Hansi Flick soll dem Klub von Präsident Joan Laporta (l.) neues Leben einhauchen.Bild: keystone

Die Königlichen verkündeten im Juni – kurz nach dem Gewinn der Champions League und der Meisterschaft – mal eben die Verpflichtung von Kylian Mbappé, dem womöglich besten Fussballer der Gegenwart. Natürlich birgt ein solcher Transfer auch Gefahren. Nur arbeitete der Klub unter der Führung von Präsident Florentino Perez und Trainer Carlo Ancelotti in den letzten Jahren viel zu gut, als dass man sich ernsthaft vorstellen kann, dass Mbappé das Team schlechter machen wird. Am Mittwochabend gab die neuste Version der Galacticos mit dem 2:0-Erfolg im europäischen Supercup gegen Atalanta Bergamo schon mal eine Kostprobe davon, was Barça und Co. erwartet.

Ein weiterer Konkurrent aus der Hauptstadt

Real Madrid geht also erneut als klarer Favorit in die Saison, Barcelona könnte hingegen wieder alle Hände voll zu tun haben, wenigstens die Rolle als erster Verfolger zu behalten. Denn auch Atlético Madrid hat ordentlich aufgerüstet. Neben Europameister Robin Le Normand, der die in der Vorsaison für ein Team von Diego Simeone ungewöhnlich anfällige Defensive festigen soll, wurden gleich zwei torgefährliche Stürmer verpflichtet. Obwohl Alexander Sörloth, für 32 Millionen Euro aus Villarreal gekommen, in der letzten Saison 23 Tore erzielte, ist Julian Alvarez der klare Königstransfer.

75 Millionen Euro blätterten die Rojiblancos für den Argentinier von Manchester City hin. Weitere 20 Millionen könnten in Form von Bonuszahlungen noch hinzukommen. Alvarez deutete bei den Skyblues sowie im Nationalteam bereits an, dass er sowohl als Mittelstürmer als auch etwas weiter hinten – dann vor allem als Vorbereiter – einsetzbar ist. In der letzten Saison kam er auf 19 Tore und 13 Assists. Neben ihm wird natürlich auch Antoine Griezmann weiterhin ein wichtiger Faktor für Atlético sein. Funktioniert das Zusammenspiel, könnte auch das zweite Team aus der Hauptstadt am FC Barcelona vorbeiziehen.

Hinter dem Spitzentrio machen sich vor allem die beiden baskischen Klubs sowie Girona, das Überraschungsteam der Vorsaison, Hoffnung auf den verbleibenden Champions-League-Platz. Athletic Bilbao konnte sein Team, inklusive seiner drei Europameister, zusammenhalten und will dem Triumph in der Copa del Rey weitere Erfolge folgen lassen. Auch Real Sociedad musste abgesehen von Le Normand keinen wichtigen Spieler abgeben und wird erneut um die europäischen Plätze spielen. Spannend wird, wie Girona mit den Abgängen mehrerer Leistungsträger wie Artem Dowbyk (AS Roma), Savinho (Manchester City) und Yan Couto (BVB) umgehen wird. Noch ein Platz in den Top 3 wäre ein echter Kraftakt.

Nati-Star Rodriguez stösst zu den beiden bisherigen Schweizern hinzu

Ebenfalls in diese Gruppe vorstossen will Ricardo Rodriguez mit Betis Sevilla. Nach drei Saisons in der Europa League muss Betis nun mit der Conference League vorliebnehmen. Der Sprung von Platz 7 zurück in die Top 6 scheint aber definitiv möglich. Möglicherweise müssen sich Rodriguez und Co. dazu neben Villarreal und Valencia auch gegen einen weiteren Schweizer durchsetzen. Der FC Sevilla mit Djibril Sow erlebte zwar eine sehr schwache Saison, doch hätten sie eigentlich die Mittel, um wieder um die Europacup-Plätze mitzuspielen.

epa11546634 Swiss player Ricardo Rodriguez poses during his presentation as new player of Real Betis in Sevilla, Spain, 12 August 2024. EPA/JOSE MANUEL VIDAL
Ricardo Rodriguez spielt neu bei Betis Sevilla.Bild: keystone

Für den dritten Schweizer in der Primera Division, Eray Cömert, wird es vor allem darum gehen, mit Aufsteiger Valladolid die Klasse zu halten. Nach seinem Jahr in Nantes wird der 26-jährige Innenverteidiger von Valencia ein weiteres Jahr verliehen.

Während dem FC Barcelona an der Spitze also weiterhin Ungemach droht – ob mit oder ohne Olmo zu Beginn –, winkt in La Liga auch am anderen Ende der Tabelle Spannung. Den Anfang in die Saison 2024/25 machen Athletic Bilbao und Getafe bereits am heutigen Donnerstag (19 Uhr). Später könnte Ricardo Rodriguez gegen Girona (21.30 Uhr) am von der spanischen Liga komplett zerstückelten 1. Spieltag seine Pflichtspiel-Premiere für Betis Sevilla feiern.

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quelle: keystone / mariscal
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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jason848
15.08.2024 18:43registriert Juni 2019
Toller Artikel, mega :)
bitte nochmal so einen für PL & BL, und Serie A 😁 (und von mir aus ligue1...)
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