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Der Champions-League-Traum ist geplatzt – PSG steht vor unsicherer Zukunft

PSG's Kylian Mbappe walks at the end of the Champions League round of 16 second leg soccer match between Bayern Munich and Paris Saint Germain at the Allianz Arena in Munich, Germany, Wednesday,  ...
Grosse Enttäuschung beim grossen Hoffnungsträger: Kylian Mbappé nach dem Ausscheiden aus der Champions League.Bild: keystone

Der Traum ist wieder geplatzt – PSG steht vor einer unsicheren Zukunft

Mit grossen Ambitionen ist Paris Saint-Germain auch in dieser Saison gestartet, nun ist der französische Klub wieder früh aus der Champions League ausgeschieden. Wie lange reicht die Geduld der Klubbesitzer noch?
09.03.2023, 12:5010.03.2023, 10:04
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Einmal mehr ist Paris Saint-Germain frühzeitig aus der Champions League ausgeschieden. Der Klub in katarischen Händen gewann seit der Saison 2012/13 mit zwei Ausnahmen zwar stets die französische Meisterschaft, wartet aber nach wie vor auf einen internationalen Titel. Wie schon im letzten Jahr ist PSG trotz grosser Ambitionen im Achtelfinal ausgeschieden.

«Das ist im Moment unser Maximum. Wir werden uns hinterfragen müssen», sagte ein sichtlich enttäuschter Kylian Mbappé nach dem Ausscheiden gegen Bayern München. Mbappé, der wie sein kongenialer Sturmpartner Lionel Messi grösstenteils blass geblieben war, sah einen Gegner, «der das Zeug dazu hat, die Champions League zu gewinnen». Und damit deutlich besser war als seine eigene Mannschaft.

Nach dem Ausscheiden gerät natürlich auch Trainer Christophe Galtier in die Kritik. Der 56-jährige Franzose sprach nach der 0:2-Niederlage im Rückspiel von einem «taktischen Sieg» von Bayern-Coach Julian Nagelsmann. Um über seine Zukunft als PSG-Trainer zu sprechen, sei es zu früh, meinte Galtier und fügte an: «Es hängt von der Vereinsführung und dem Präsidenten ab.»

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Steht angeblich vor dem Aus: PSG-Coach Christophe Galtier.Bild: keystone

Für heute hat PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi gemäss «Relevo» ein Meeting einberufen. Demnach sei der Katarer wütend über die Leistung der Pariser, er wolle Galtier seines Amtes entheben. Als Favorit auf die Nachfolge gelte Thomas Tuchel, der den Verein in der Saison 2019/20 in den Champions-League-Final führte und ein halbes Jahr später entlassen wurde.

Sollte Tuchel den Job übernehmen, steht ihm eine ähnlich schwere Aufgabe bevor, wie sie Galtier bisher vergeblich zu lösen versuchte. Die beiden Spiele gegen Bayern haben die Probleme bei PSG einmal mehr schonungslos offengelegt. Die Balance im Kader ist alles andere als optimal. In der Offensive verfügen die Hauptstädter zwar über drei der besten Spieler im Weltfussball, doch fehlt es an Stabilität in der Verteidigung. In keiner der acht Champions-League-Partien dieser Saison spielte Paris zu null. Als Abwehrchef und Captain Marquinhos am Mittwochabend verletzt vom Feld musste, wurde er durch Nordi Mukiele, einen gelernten Aussenverteidiger, ersetzt. Galtier hatte gar keine andere Option – ausser den 17-jährigen El Chadaille Bitshiabu, der wenig später zu seinem Debüt in der «Königsklasse» kam.

Erschwerend kommt für PSG hinzu, dass im Spiel gegen den Ball häufig drei Spieler fehlen: Mbappé, Messi und Neymar. Das Star-Ensemble im Sturm lässt die Hintermannschaft häufig alleine, wenn der Gegner im Ballbesitz ist. In der Liga führt das selten zu Problemen, gegen die besten Teams in Europa wird es Paris aber häufig zum Verhängnis. Auch deshalb investierte der Klub vor der Saison viel Geld ins Mittelfeld. Fast 100 Millionen Euro wurden für Vitinha, Fabian Ruiz, Carlos Soler und Renato Sanches ausgegeben – wirklich ausbezahlt gemacht hat sich bisher keiner der Neuzugänge.

epa10467124 Neymar (L) and Lionel Messi (R) of PSG react prior to the UEFA Champions League Round of 16, 1st leg match between Paris Saint-Germain and Bayern Munich in Paris, France, 14 February 2023. ...
Sind sie im Sommer weg? Neymar und Lionel Messi (r.).Bild: keystone

Und so stellt sich den Verantwortlichen um Al-Khelaifi und Manager Luis Campos einmal mehr die Frage: Wie weiter? Zumal zuletzt immer häufiger über einen Abgang von Neymar, der aufgrund einer Verletzung für den Rest der Saison ausfällt, spekuliert wurde. Auch Messi könnte Frankreich im Sommer verlassen. Dann bliebe nur Mbappé übrig, um den sie im Parc des Princes ein Team aufbauen können, das alle Titel gewinnen kann. Keine so schlechten Vorraussetzungen – aber wie lange bleibt der 24-Jährige in Paris?

«Mein Ziel ist es, die Meisterschaft zu gewinnen. Dann sehen wir weiter.»
Kylian Mbappé

Am Mittwoch beruhigte Mbappé Klub und Fans – nur um die Spekulationen gleich selbst wieder anzuheizen. Ob das Ausscheiden seine Zukunft beeinflussen würde, wurde er gefragt. «Nein, nein. Dahingehend bin ich entspannt. Mein Ziel ist es, die Meisterschaft zu gewinnen», antwortete Mbappé. «Dann sehen wir weiter.» Sein Vertrag läuft bis 2025, der Flügelspieler hat angeblich rund 400 Millionen Gründe, diesen zu erfüllen. Doch die Gerüchte um einen Wechsel zu seinem Lieblingsklub Real Madrid reissen nicht ab.

Kylian MBAPPE PSG, skeptisch,Gestik, Aktion,Einzelbild,angeschnittenes Einzelmotiv,Halbfigur,halbe Figur. Fussball Champions League / FC Bayern Muenchen-Paris Saint Germain PSG 2-0, Achtelfinale Rueck ...
Kylian Mbappé heizt die Spekulationen um einen Wechsel nach Madrid selbst an.Bild: www.imago-images.de

Der Klub steht also unter Druck, will er mit Mbappé weiter um die grössten Titel kämpfen. Uli Hoeness, Ehrenpräsident von Achtelfinal-Gegner Bayern, sprach vor dem Rückspiel zudem einen weiteren heiklen Punkt an. «Das ganze Geld, das in den Klub gepumpt wurde, sollte ja irgendwann zum Champions-League-Sieg führen», sagte der 71-Jährige im Interview mit der «tz», «je länger sich dieses Ziel hinauszögert, desto nervöser werden die in Katar.»

Und so stellt sich die Frage: Wie lange reicht die Geduld von Al-Khelaifi und Co.? Und was passiert, wenn der Geduldsfaden reisst?

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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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TanookiStormtrooper
09.03.2023 13:24registriert August 2015
Jetzt müssen die Kataris ja kein Geld mehr in diesen Verein pumpen. Die französischen Stimmen für ihre WM haben sie ja bekommen und sie haben die letzten Jahre sicherlich auch mitgeholfen, dass man ihnen diese Farce nicht weggenommen hat.
Experiment misslungen, einen Champions League Titel kann man sich im Gegensatz zu einer WM nicht kaufen.
Obwohl, mit ein bisschen Sachverstand wäre es wohl möglich. Dazu muss man aber nicht einfach die Spieler kaufen, die auf der Playstation die höchsten Wertungen haben.
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Pümpernüssler
09.03.2023 13:44registriert Juli 2018
Das nennt sich Karma.
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Nicosinho
09.03.2023 14:23registriert Februar 2014
einfach herrlich die Qataris scheitern zu sehen!
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