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Schirm-Wurf im Cup-Spiel: Die Reaktion von FCZ-Trainer Moniz ist heftig

Cup Stimmung im Stadion Herti beim Schweizer Fussball Cup 1/32 Finalspiel zwischen Zug 94 und dem FC Zuerich vom Sonntag, 18. August 2024 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Von der Tribüne im Zuger Herti-Stadion flog ein Schirm in Richtung FCZ-Trainer Ricardo Moniz.Bild: keystone

FCZ-Trainer stellt nach Schirm-Wurf seine Zukunft in Zürich infrage: «Absoluter Tiefpunkt»

19.08.2024, 08:1219.08.2024, 14:17
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Kuriose Szene beim Cup-Spiel zwischen Zug 94 und dem FC Zürich: FCZ-Trainer Ricardo Moniz wurde in der zweiten Halbzeit beinahe von einem Schirm getroffen, der ein Zuschauer in seine Richtung geworfen hatte – nicht irgendein Zuschauer, sondern der Vater von FCZ-Stürmer Labinot Bajrami (19).

Der Grund: Bajrami wurde in der 62. Minute beim Stand von 2:0 für den Superligisten eingewechselt, nur um 18 Minuten später wieder ausgewechselt zu werden. Der Grund für die Höchststrafe laut Moniz: Der Stürmer sei nicht wie von ihm gefordert ins Pressing gegangen und habe ihn dann bei einer Anweisung auch noch angeschnauzt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Moniz das «Stilmittel» Einwechslung und baldige Wiederauswechslung einsetzt. In vorherigen Spielen mussten auch Jonathan Okita und Doron Leidner schon dran glauben. «Aber so etwas habe ich noch nie erlebt», gab der Niederländer nach dem 2:0-Sieg in Zug zu Protokoll. Es sei traurig, dass die Sicherheit für einen Trainer nicht gewährleistet werden könne. «Das ist ein absoluter Tiefpunkt für den Schweizer Fussball», sagte Moniz.

Er habe erst später erfahren, wer es war, der den Schirm geworfen habe. «Dann erklärt das alles, wenn die Leute so wenig einstecken können, obwohl sie bei uns alle Möglichkeiten haben. Dann sieht es schlecht aus für die Talente», so Moniz. Der FCZ-Trainer geht sogar so weit, seine eigene Zukunft in Zürich infrage zu stellen: «Ich akzeptiere das natürlich nicht. Ich muss mir jetzt mit meiner Familie überlegen, wie es weitergehen wird in Zürich.»

Er wolle keinen Streit, aber die Gesundheit eines Trainers dürfe nicht auf dem Spiel stehen. «Ich schätze die Schweiz enorm als ruhiges und sicheres Land. So ist es eine traurige Geschichte.»

Nach dem Vorfall versuchte FCZ-Präsident Ancillo Canepa auf der Tribüne zu schlichten. Der Schirmwerfer wurde von den Zuschauerrängen geführt. Der FC Zürich reagierte am Sonntagabend noch mit einem offiziellen Statement: «Wir verurteilen diese Aktion aufs Schärfste und werden uns gemeinsam mit Ricardo Moniz rechtliche Schritte vorbehalten. Zudem ist es dem FC Zürich ein Anliegen darauf hinzuweisen, dass dem Gastgeber Zug 94 keine organisatorischen Verfehlungen vorgeworfen werden können.» (abu)

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80 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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wasps
19.08.2024 08:10registriert Januar 2022
Stadionverbot für den Vater, und wenn der Junior sich nicht benimmt, raus aus dem Kader.
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Inelaferi
19.08.2024 08:35registriert August 2019
Wieso überrascht mich das nicht bei Fussballspielen! Bereits bei Spielen der Junioren mischen sich Väter der Spielenden verbal ein und drohen mit Gewalt gegenüber den Schiedsrichtern und den gegnerischen Mannschaften. Solche Leute muss man zwingend aus den Stadien verbannen und mit massiven Geldbussen sanktionieren. So etwas hat mit Sport nichts zu Tun!
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pack13
19.08.2024 08:27registriert Januar 2023
Ein „Normalo“ würde hier Stadionverbot bekommen. Hoffentlich trifft es den Vater ebenso!
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80
    Also doch: Kein Frauenhockey – kein Direktsponsoring mehr von der Postbank
    Im letzten Herbst hat die Postbank (PostFinance) angekündigt, künftig nur noch NL-Klubs mit Direktsponsoring zu alimentieren, die ein Frauenteam in der höchsten Liga betreiben. Nun folgt die offizielle Bestätigung, dass diese «Drohung» tatsächlich wahr gemacht wird.

    Die Kommunikations-Abteilung der PostFinance bestätigt auf Anfrage: «Ja, das Konzept wird wie angekündigt umgesetzt.» Und im Detail wird ausgeführt: «Unsere Ligapartnerschaften mit der National League und der PostFinance Women’s League stehen im Mittelpunkt unseres Engagements. Alle Klubs beider Ligen profitieren weiterhin von der Topscorer-Prämie, die direkt an die Klubs ausgezahlt wird. Zusätzlich engagieren wir uns gezielt im Sponsoring von einzelnen Klubs. Ab der nächsten Saison ist eine der Voraussetzungen für ein solches Sponsoring, dass der Klub sowohl in der National League als auch in der PostFinance Women’s League ein Team stellt. Mit den betroffenen NL-Klubs haben wir bereits vor über einem Jahr das Gespräch gesucht und unsere Strategieanpassung frühzeitig kommuniziert. Die Partnerschaften mit dem HC Ambri-Piotta und dem SC Bern sind verlängert worden.»

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