Kuriose Szene beim Cup-Spiel zwischen Zug 94 und dem FC Zürich: FCZ-Trainer Ricardo Moniz wurde in der zweiten Halbzeit beinahe von einem Schirm getroffen, der ein Zuschauer in seine Richtung geworfen hatte – nicht irgendein Zuschauer, sondern der Vater von FCZ-Stürmer Labinot Bajrami (19).
Der Grund: Bajrami wurde in der 62. Minute beim Stand von 2:0 für den Superligisten eingewechselt, nur um 18 Minuten später wieder ausgewechselt zu werden. Der Grund für die Höchststrafe laut Moniz: Der Stürmer sei nicht wie von ihm gefordert ins Pressing gegangen und habe ihn dann bei einer Anweisung auch noch angeschnauzt.
Es ist nicht das erste Mal, dass Moniz das «Stilmittel» Einwechslung und baldige Wiederauswechslung einsetzt. In vorherigen Spielen mussten auch Jonathan Okita und Doron Leidner schon dran glauben. «Aber so etwas habe ich noch nie erlebt», gab der Niederländer nach dem 2:0-Sieg in Zug zu Protokoll. Es sei traurig, dass die Sicherheit für einen Trainer nicht gewährleistet werden könne. «Das ist ein absoluter Tiefpunkt für den Schweizer Fussball», sagte Moniz.
Er habe erst später erfahren, wer es war, der den Schirm geworfen habe. «Dann erklärt das alles, wenn die Leute so wenig einstecken können, obwohl sie bei uns alle Möglichkeiten haben. Dann sieht es schlecht aus für die Talente», so Moniz. Der FCZ-Trainer geht sogar so weit, seine eigene Zukunft in Zürich infrage zu stellen: «Ich akzeptiere das natürlich nicht. Ich muss mir jetzt mit meiner Familie überlegen, wie es weitergehen wird in Zürich.»
Er wolle keinen Streit, aber die Gesundheit eines Trainers dürfe nicht auf dem Spiel stehen. «Ich schätze die Schweiz enorm als ruhiges und sicheres Land. So ist es eine traurige Geschichte.»
Nach dem Vorfall versuchte FCZ-Präsident Ancillo Canepa auf der Tribüne zu schlichten. Der Schirmwerfer wurde von den Zuschauerrängen geführt. Der FC Zürich reagierte am Sonntagabend noch mit einem offiziellen Statement: «Wir verurteilen diese Aktion aufs Schärfste und werden uns gemeinsam mit Ricardo Moniz rechtliche Schritte vorbehalten. Zudem ist es dem FC Zürich ein Anliegen darauf hinzuweisen, dass dem Gastgeber Zug 94 keine organisatorischen Verfehlungen vorgeworfen werden können.» (abu)