Fabio Celestini, trotz des klaren 8:0 gegen den FC Subingen, es steht etwas anderes im Vordergrund: Man spürt schon den Geist von Xherdan Shaqiri.
Fabio Celestini: Nein, nein. Wir waren voll und ganz auf unsere Aufgabe im Cup fokussiert. Was ich von meiner Mannschaft erwartet habe nach den ersten beiden Siegen in der Meisterschaft, war eine gute Leistung, war, professionell und seriös aufzutreten, egal wer der Gegner ist. Das habe ich gesehen, und ich glaube, das war ein wichtiges Signal für die Mannschaft selbst. Zur anderen Sache: Klar, sind wir zufrieden, aber Shaq war heute noch nicht bei uns.
Was gewinnen Sie als Trainer mit dem Rückkehrer Shaqiri dazu?
Das muss man nicht gross erklären, was er uns geben kann. Qualität, einen super linken Fuss, letzte Pässe, stehende Bälle, seine Schussqualität. Und er bringt Selbstvertrauen mit. Wenn du so einen Spieler auf dem Feld hast, dann wächst insgesamt der Glaube daran, Spiele gewinnen zu können. Diese Verpflichtung ist ein grosses Zeichen des Vereins, ein Signal, dass wir mit unserem klaren Plan auf einem guten Weg sind. Shaq kommt nach Hause, und ich glaube, er verspürt grosse Lust, etwas zu bewegen mit uns.
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Ausserdem ist er ein positiver Typ.
Darüber kann ich nicht viel sagen, weil ich ihn bisher nur einmal kurz getroffen habe und ihn noch nicht gut kenne. Wir haben in einem Café im Joggeli fünf Minuten miteinander gesprochen. Jetzt beginnen wir die Zusammenarbeit und wollen gemeinsam eine erfolgreiche, eine fantastische Mannschaft aufbauen. Und eines darf man nicht vergessen: Eine Mannschaft besteht aus vielen und nicht nur aus einem. Aber für uns ist es ein Geschenk, Xherdan Shaqiri zu haben. Ich freue mich.
Wann haben Sie Shaqiri im Joggeli angetroffen?
Im Juli, nach der Europameisterschaft.
Und da haben Sie nicht über eine mögliche Rückkehr gesprochen?
Nein. Vielleicht war es noch nicht der passende Moment. Es war im Juli, jetzt sind wir im August.
Das heisst, Sie haben jetzt unmittelbar vor der Vertragsunterzeichnung nicht mehr mit Shaqiri gesprochen?
Nein. Ich habe mich auf den Schweizer Pokal fokussiert.
Wurden Sie involviert in den Rückholprozess? Immerhin kann so eine Verpflichtung auch etwas durcheinanderbringen in einer Mannschaft.
Ja, wir machen das zusammen. Ich trainiere die Mannschaft, ich habe aber auch viele Gespräche mit (Sportdirektor) Daniel Stucki und (Präsident) David Degen. Und wenn man die Möglichkeit hat, Xherdan Shaqiri zu bekommen, und er will es auch zu einhundert Prozent, dann muss man das probieren. Daniel und David haben nach einer schwierigen Saison einen super Job gemacht, für die Fans, für die Stadt, für die Euphorie. Man spürt, dass sich damit etwas verändert, und ich hoffe, wir können das auch auf dem Platz vermitteln und erfolgreich sein.
Welche Informationen haben Sie über Shaqiris aktuellen Fitnesszustand? Viel gespielt hat er bei und nach der Euro nicht.
Wir werden Tests machen, um zu sehen, wo Shaq steht. Das wird vermutlich nicht bei hundert Prozent sein. Dann werden wir wie mit jedem normalen Spieler einen Plan aufstellen.
Eine Frage, die sich stellt: Welche Position könnte Shaqiri denn in Ihrem System einnehmen?
Das müssen Sie sich nicht überlegen. Das ist mein Job! (lacht) Für einen guten Spieler hat es immer einen Platz. Das ist kein Problem.
Werden Sie womöglich eine Anpassung der Grundformation vornehmen?
Wenn man nur mit einem Stürmer spielt, hast du vielleicht ein Problem vorne. Aber wenn du mit drei spielst, stellt sich, glaube ich, diese Frage so nicht. Wo hat er an der Europameisterschaft gespielt? Als falsche Neun, auf der rechten Seite. Wir müssen überlegen, wie Shaq seine Qualitäten einbringen kann. Es ist meine Aufgabe, einen Spielplan und die beste Lösung für die Mannschaft zu finden. Das ist doch das Lustige an der Arbeit als Trainer.
Taulant Xhaka sagt, dass er diese Verpflichtung auch deshalb als wertvoll erachtet, weil es bisher zu wenige erfahrene Spieler hatte.
Wir haben neben Hitz, Frei und Xhaka eine junge Mannschaft, und ich hoffe, dass die Routiniers mit Xherdan alle gemeinsam ihre Erfahrung und eine Siegermentalität vermitteln können. Sie müssen Vorbilder sein, sie müssen, das ist auch klar, Leistung auf dem Feld bringen, und sie müssen den Jungen die Richtung weisen.
Das andere Dauerthema ist Thierno Barry. In Subingen macht er einen Hattrick. Wird er morgen oder übermorgen noch beim FCB sein?
Das ist Fussball. Das kann hier in Basel passieren, das kann mit einem anderen Spieler irgendwo anders passieren. Die letzten Tage einer Transferperiode sind immer schwierig. Wir müssen einfach bereit sein, wenn etwas passiert. Barry war jedenfalls voll fokussiert auf dieses Spiel in Subingen. Als ich ihm zur Pause gesagt habe, dass wir wechseln, wollte er eigentlich nicht. Noch einmal: Im Fussball ist alles möglich, und wir werden sehen, was passiert.
Wenn man Ihre Worte interpretieren darf: Sie sind darauf eingestellt, dass Sie Barry verlieren könnten.
Ich höre viele Gerüchte. Es kann passieren oder auch nicht. Und wenn ich jetzt sage, nein, er bleibt bei uns, dann kann es sein, dass in einer Stunde ein unglaubliches Angebot auf dem Tisch liegt, bei dem wir Ja sagen müssen. So ist Fussball nun mal. Uns bleibt nur, gelassen zu bleiben und weiterzuarbeiten.
Was bekommen Sie denn von der Euphorie mit?
Ich war am Freitagabend noch ein bisschen in der Stadt spazieren. Und klar, man spürt, dass etwas passiert ist. Auch das 6:0 in Genf hat einige Euphorie ausgelöst. Wir müssen einfach mit den Füssen auf dem Boden bleiben. Aber die Fans wollen nach einem schwierigen Jahr und einem schwierigen Start in die neue Saison auch ein bisschen Freude haben. Und dazu trägt die Rückkehr von Xherdan Shaqiri bei.