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Hakan Yakin, rechts, jubelt mit Stephane Chapuisat, links, nach seinem Tor zum 1-0, waehrend Irland's Torhueter Shay Given, Mitte, die Welt nicht mehr versteht, beim Fussball  EM-Qualifikationsspiel Schweiz gegen Irland in Basel, am Samstag, 11. Oktober 2003. Mit einem 2-0 hat sich das Schweizer Team fuer die EM 2004 in Portugal qualifiziert. (KEYSTONE/Walter Bieri)  [BAS107]

Zwei, die dabei sind: Stéphane Chapuisat (links) und Hakan Yakin. Bild: KEYSTONE

Diese 11 Fussballer gehören als erste in eine Schweizer «Hall of Fame»

Inspiriert vom grossen Nachbar Deutschland haben wir uns Gedanken über eine Ruhmeshalle des Schweizer Fussballs gemacht. Diese Nationalspieler würden wir als erste wählen.



Deutschlands Elf

Der Deutsche Fussballbund hat eine Ruhmeshalle ins Leben gerufen und die ersten elf Spieler ausgewählt, welche dort aufgenommen werden. Eine 26-köpfige Jury bestimmte die Mannschaft, die aus neun Weltmeistern, dem Europameister Matthias Sammer und dem titellosen Uwe Seeler besteht:

Zur Auswahl standen nur Fussballer, deren Karriereende mindestens fünf Jahre zurückliegt. «Wir haben hart um jeden einzelnen Namen gerungen», sagte Manuel Neukirchner vom Deutschen Fussballmuseum in Dortmund.

Die Schweizer Elf

Welche elf Spieler würden die erste Schweizer Mannschaft formieren, die in eine Hall of Fame aufgenommen würde? Wie bei den Nachbarn gilt: Ein Spieler muss für die Berücksichtigung schon vor fünf Jahren zurückgetreten sein. Wir haben uns ebenfalls für ein Drei-vier-drei-System entschieden.

Erich Burgener

Torhüter, 64 Länderspiele (0 Tore) zwischen 1973 und 1986.

Erich Burgener, Torhueter der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, aufgenommen im Jahr 1978. (KEYSTONE/Str)

Bild: KEYSTONE

Lange bevor es zum Standard wurde, agierte Goalie Burgener schon oft wie ein zweiter Libero. Der Walliser spielte nie für den FC Sion, stattdessen gewann er mit Lausanne den Cup und mit Servette wurde er Meister und Cupsieger. Mit der Nationalmannschaft konnte er sich nie für ein grosses Turnier qualifizieren, aber er war Captain beim 1:0-Sieg über Italien nach dessen WM-Titel 1982, ein 2:1-Sieg über England im Jahr zuvor war ein anderes Highlight. Später arbeitete Burgener als Goalietrainer der Nati.

Alain Geiger

Verteidiger, 112 Länderspiele (5 Tore) zwischen 1980 und 1996.

ZUR FIFA FUSSBALL WELTMEISTERSCHAFT 2014 IN BRASILIEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL MIT EINER HISTORISCHEN SCHWEIZER AUSWAHL ZUR VERFUEGUNG - Der Schweizer Fussballnationalspieler Alain Geiger waehrend dem Spiel der Schweizer Fussballnationalmannschaft gegen England an der Europameisterschaft 1996 im Wembley, England, aufgenommen am 8. Juni 1996. Die Schweiz spielt 1:1 unentschieden. (KEYSTONE/Str)

Bild: KEYSTONE

Der Abwehrspieler, der mit Servette, Xamax und Sion Meister wurde, gab 1980 schon als 20-Jähriger sein Länderspieldebüt. Nach einem mittelmässigen Jahrzehnt des Schweizer Fussballs war Libero Geiger an der WM 1994 Captain jener Mannschaft, die sich nach 28 Jahren des Wartens erstmals wieder für ein Turnier qualifiziert hatte. Nach der erstmaligen EM-Teilnahme der Schweiz trat er 1996 aus der Nati zurück.

Patrick Müller

Verteidiger, 81 Länderspiele (3 Tore) zwischen 1998 und 2010.

Portrait von Patrick Mueller, Spieler des Schweizer Fussball-Nationalteams, aufgenommen am 24. Maerz 2009 in Feusisberg. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Als 21-Jähriger sorgte Müller mit einem Knaller gegen Jugoslawien erstmals im Natidress für Furore. Bereits 1999 kaufte Juventus seine Transferrechte, in Turin spielte er allerdings nie. Der italienische Rekordmeister parkierte ihn gleich bei GC, das ihn ein Jahr später für 12,75 Millionen Franken an Olympique Lyon weiterverkaufte. Dieser Transfer machte Müller zum bis dahin teuersten Schweizer Fussballer. Müller wurde sechs Mal französischer Meister und war in der Nati unverzichtbarer Stammspieler bei der EM 2004, der WM 2006 und der EM 2008.

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Müllers Tor gegen Jugoslawien. Video: streamable

Severino Minelli

Verteidiger, 80 Länderspiele (0 Tore) zwischen 1930 und 1943.

Fritz Szepan und Severino Minelli mit Schiedsrichter Ekling an der WM 1938. Die Schweiz schlägt Grossdeutschland mit 4:2.

Bild: Keystone

Es heisst, dass der Sohn italienischer Einwanderer aus Küsnacht ZH in seiner Blütezeit einer der besten Verteidiger der Welt war. Minelli war beim 4:2-Sieg über Grossdeutschland an der WM 1938 – einem der wertvollsten Erfolge der Schweizer Fussballgeschichte – der Captain. Seine 80 Länderspiele bildeten lange die Schweizer Bestmarke, bis sie 1987 vom jetzigen Rekordnationalspieler Heinz Hermann geknackt wurde. Mit Servette wurde er Meister, mit GC holte er 13 Titel (5 Meisterschaften und 8 Cupsiege).

Ciriaco Sforza

Mittelfeldspieler, 79 Länderspiele (7 Tore) zwischen 1991 und 2001.

Portrait des Schweizer Fussball Nationalspieler Ciriaco Sforza im Trikot der Nationalmannschaft fuer die Weltmeisterschaften in den USA, aufgenommen im April 1994. (KEYSTONE/Str)

Bild: KEYSTONE

Der Aargauer zählte in den 1990er-Jahren zur erweiterten Weltklasse. Sforza war der Spielmacher der Nati-Generation, welche sich 1994 für die WM in den USA und 1996 für die EM in England qualifizieren konnte. Noch legendärer ist aber sein Erfolg mit dem 1. FC Kaiserslautern, mit dem Sforza 1998 als Aufsteiger Meister wurde. Drei Jahre später gewann er mit Bayern München die Champions League.

Alain Sutter

Mittelfeldspieler, 62 Länderspiele (5 Tore) zwischen 1985 und 1996.

Ein Portrait des Schweizer Fussballers Alain Sutter im Dress der Schweizer Fussballnationalmannschaft, aufgenommen im April 1994. (KEYSTONE/Str)

Bild: KEYSTONE

An Sutter schieden sich stets die Geister. Fachlich begründen liess sich die Kritik selten, aber die lange Mähne, seine Meinung («Stop it, Chirac!») und eine esoterische Ader polarisierten. Schon mit 17 Jahren gab das Berner Supertalent sein Natidebüt. Den 4:1-Sieg gegen Rumänien an der WM 1994 leitete er mit seinem Führungstor ein – mit gebrochenem Zeh. Das Spiel gilt bis heute als grösster Erfolg in der Geschichte der Nationalmannschaft.

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Der 4:1-Sieg über Rumänien 1994. Video: YouTube/Hoo47li11gan

Köbi Kuhn

Mittelfeldspieler, 63 Länderspiele (5 Tore) zwischen 1962 und 1976.

Jakob

Bild: KEYSTONE

Wenn es einen Fussballer gibt, der im ganzen Land beliebt war und immer noch ist, dann ist es Köbi Kuhn. Der Regisseur des FC Zürich, für den er rund 400 Spiele absolvierte, nahm 1962 und 1966 an zwei Weltmeisterschaften teil. In Erinnerung blieben dort weniger die Leistungen als vielmehr ein Ausbüxen aus dem Teamhotel («Die Nacht von Sheffield»). Zwischen 2001 und 2008 wurde aus Kuhn «Köbi National», er führte die Schweiz an die EM 2004 und in der historischen Barrage gegen die Türkei an die WM 2006.

Hakan Yakin

Mittelfeldspieler, 87 Länderspiele (20 Tore) zwischen 2000 und 2011.

epa01383693 Swiss Hakan Yakin celebrates his second goal during the EURO 2008 preliminary round group A match between Switzerland and Portugal at the St. Jakob Park stadium, Basel, Switzerland, 15 June, 2008.  EPA/GERRY PENNY  +please note UEFA restrictions particularly in regard to slide shows and 'No Mobile Services'+

Bild: EPA

Wahrscheinlich hat nie ein Schweizer Fussballer mehr Talent besessen als Hakan Yakin. Die Frage, ob er nicht mehr daraus hätte machen müssen, war stetiger Begleiter seiner Karriere. Unvergessen im Nationalteam ist sein Tor gegen Irland, das die Weichen in Richtung Qualifikation für die EM 2004 stellte. Vier Jahre später an der EM im eigenen Land schoss der Linksfuss aus Basel zwar sämtliche drei Tore der Schweiz – dennoch war die Nati schon nach zwei Spielen ausgeschieden.

Josef «Seppe» Hügi

Stürmer, 34 Länderspiele (23 Tore) zwischen 1951 und 1960.

Josef Seppe Hügi Goldfiessli

Bild: zvab.ch

In den Grabstein des 1995 verstorbenen Torjägers ist sein Spitzname eingraviert: «Goldfiessli.» Diesen goldenen Fuss hielt Hügi an der WM 1954 sechs Mal hin, womit er Platz zwei der Torschützenliste belegte. Liest man, was Mike Speidel, einst Mitspieler beim FC Basel, über ihn sagt, so stellt man sich einen kaltblütigen Vollstrecker vor: «Er hat hinten auf die Bälle gewartet und hat sie nicht selber erlaufen. Er wartete auf Flanken von den Halbstürmern in der Tiefe. Schneller als andere Spieler war er meistens nicht, aber wenn er den Ball auf den Fuss bekam, dann hat er sie einfach gemacht.» 1960 gegen den WM-Dritten Frankreich schoss Hügi beim 6:2-Sieg gleich fünf Tore.

Stéphane Chapuisat

Stürmer, 103 Länderspiele (21 Tore) zwischen 1989 und 2004.

Stephane Chapuisat, aufgenommen im April 1994 im Dress der Schweizer National-Mannschaft. (KEYSTONE/Str)

Bild: KEYSTONE

Chapuisats Transfer in die Bundesliga im Januar 1991 gilt als Wendepunkt im Schweizer Fussball: Nach und nach wurden auch weitere Nationalspieler von ausländischen Klubs verpflichtet. «Chappi» wechselte nach einem halben Jahr von Bayer Uerdingen zu Borussia Dortmund, wo er zum Star aufstieg. Er wurde Meister, gewann die Champions League und schoss als erster Ausländer in der Bundesliga über 100 Tore. In der Nati knipste er nicht ganz so oft, doch war er stets eine Stütze und an drei Turnieren (WM 1994, EM 1996 und EM 2004) dabei. 

Alex Frei

Stürmer, 84 Spiele (42 Tore) zwischen 2001 und 2011.

Swiss striker Alex Frei jubilates after scoring the 2-0 during the group G preliminary round match of 2006 FIFA World Cup between Switzerland and South Korea in Hanover, on Friday, 23 June 2006. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)  ** MOBILE/PDA USAGE OUT **

Bild: KEYSTONE

Als Frei nach einigen Irritationen endgültig aus der Nationalmannschaft zurücktrat, machte er das als Rekordtorschütze. Mit den grossen Turnieren stand der Stürmer leider auf Kriegsfuss: An der EM 2004 wurde der Torjäger nach dem Anspucken von Steven Gerrard gesperrt, im Eröffnungsspiel der EM 2008 schied er verletzt aus und kurz vor der WM 2010 verletzte er sich im Training am Fuss und verpasste den sensationellen 1:0-Sieg gegen Spanien. So bleibt das Highlight die WM 2006, an der Frei die Schweiz mit zwei Treffern gegen Togo und Südkorea in den Achtelfinal schoss. Als die Nati dort gegen die Ukraine ausschied, stand der sichere Penaltyschütze nicht mehr auf dem Platz: Trainer Kuhn hatte ihn wenige Minuten vor der finalen Entscheidung ausgewechselt.

Roy Hodgson

Nationaltrainer 1992 bis 1995.

Roy Hodgson, Mitte, Trainer der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, und sein Assistenztrainer Hans-Peter

Bild: KEYSTONE

Der Engländer kam 1990 als Xamax-Trainer in die Schweiz und übernahm nach zwei Saisons in Neuenburg die Nati. Dort führte er die Aufbauarbeit von Uli Stielike erfolgreich weiter. Hodgsons Team begeisterte das ganze Land mit der Qualifikation für die WM 1994: Nach 28 Jahren war die Schweiz wieder an einem Turnier dabei. Er coachte die Nati auch an die EM zwei Jahre später, doch da war er selber schon Trainer von Inter Mailand und die Nati in den Händen von Nachfolger Artur Jorge. Hodgson ist mit mittlerweile 71 Jahren immer noch Trainer, in der Premier League bei Crystal Palace.

Deine Meinung

Die Entscheidung fiel oft nicht leicht, aber es ist wie im richtigen Leben: Es können nur elf spielen. Hättest du die gleichen gewählt? Diskutiere in der Kommentarspalte! Und denk daran: Aktive Fussballer können nicht gewählt werden, das Karriereende muss mindestens fünf Jahre zurückliegen.

Die Nati-Rekordspieler

1 / 20
Die Rekordspieler der Schweizer Nati
quelle: keystone / alessandro della valle
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