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epa07393935 Chelsea's goalkeeper Kepa Arrizabalaga (R) reacts as he should be substituted during extra time of the English League Cup final between Chelsea FC and Manchester City at Wembley stadium in London, Britain, 24 February 2019.  EPA/NEIL HALL EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 120 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications

Kepa will einfach nicht vom Platz – da kann auch David Luiz nichts tun. Bild: EPA

«Er sollte nie mehr für Chelsea spielen» – die Reaktionen auf Kepas Revolte gegen Sarri



Der Vorfall

Unfassbare Szenen im Wembley: Der teuerste Torhüter der Welt widersetzt sich kurz vor Ablauf der Verlängerung seiner Auswechslung und der Trainer rastet komplett aus. So geschehen im League-Cup-Final zwischen Chelsea und Manchester City.

«Blues»-Trainer Maurizio Sarri will seinen Torhüter Kepa Arrizabalaga, der im Sommer für die Rekordsumme von 80 Millionen Euro von Athletic Bilbao kam, in der 120. Minute auswechseln und fürs Penaltyschiessen dessen Ersatz Willy Caballero, der im Ligacup-Final 2016 – damals noch im Tor von ManCity – drei Penaltys gehalten hatte, bringen.

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Der unfassbare Nicht-Wechsel von Kepa in voller Länge. Video: streamable

Doch Kepa, der sich zuvor wegen einer Verletzung zweimal hatte behandeln lassen, verweigerte den Wechsel. Sarri winkte ihn heraus und Caballero stand schon bereit, doch Kepa bewegte sich nicht. Er gestikulierte immer wieder, dass er auf dem Feld bleiben wolle.

Sarri nahm das erst gar nicht ernst. Setzte sich noch mal auf die Trainerbank und machte sich Notizen. Mit jeder Sekunde mehr aber realisierte er, dass sich da eine Revolte gegen seine Anweisung anbahnte. Abwehrspieler David Luiz redete noch auf Kepa ein. Vergebens. Sarri sprang irgendwann auf und wütete an der Seitenlinie, doch Kepa blieb stur. Das ungeheuerliche Schauspiel zog sich 1:42 Minuten hin, dann hatte Kepa gewonnen.

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Rüdiger muss Sarri zurückhalten, sonst wäre er auf Kepa losgegangen. Video: streamable

Sarri gab fluchend klein bei und riss wutentbrannt seine Trainerjacke auf. Vor dem Penaltyschiessen, das Chelsea nach «nur» einem von Kepa gehaltenen Elfer 3:4 verlor, musste der «Blues»-Trainer von Antonio Rüdiger zurückgehalten werden. Sonst wäre er wohl auf seinen Keeper losgegangen.

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Das Penaltyschiessen in voller Länge – den Penalty von Agüero müsste Kepa auch halten. Video: streamable

Die Reaktionen der Beteiligten

Von einem Groll gegen Kepa wollte Sarri nach dem Spiel aber nichts mehr wissen. Der nach den vielen Niederlagen der letzten Wochen angezählte Italiener versuchte, den Fall so gut wie möglich herunterzuspielen.

«Es war ein grosses Missverständnis. Ich dachte, er habe Krämpfe, und ich wollte nicht mit einem angeschlagenen Goalie ins Penaltyschiessen gehen. Kepa machte das Richtige, aber auf eine falsche Art und Weise.»

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Sarri beschwichtigt an der Pressekonferenz Kepas Nicht-Auswechslung. Video: streamable

Vincent Kompany (Captain ManCity):

«So etwas habe ich in meiner langen Karriere noch nie erlebt. Aber ich werde es im Hinterkopf behalten – für das nächste Mal, wenn ich ausgewechselt werde.»

David Luiz (Spieler Chelsea):

«Wenn der Coach einen Wechsel will, egal ob wegen einer Verletzung oder etwas anderem, das hat er ja verstanden, dann muss er runter.»

Torhüter Kepa merkte nach dem Spiel wohl auch, dass er mit seiner Revolte gegen Trainer Sarri etwas zu weit gegangen war, und entschuldigte sich für sein Verhalten.

Torhüter Kepa:

«Zu keiner Zeit war es meine Absicht, mich den Anweisungen des Trainers oder seinen Entscheidungen zu widersetzen. Ich glaube, alles war ein Missverständnis in der Hitze der Schlussphase eines Spiels um einen Titel. Der Trainer dachte, ich sei nicht in der Lage weiterspielen zu können und meine Absicht war es nur, ihm zu zeigen, dass ich in guter Verfassung war, um weiterzumachen und um dem Team zu helfen, während der Mediziner, der mich behandelt hatte, auf dem Weg zur Bank war, um ihm diese Auskunft zu geben.»

Doch der Schaden war da natürlich längst angerichtet und Kepas Aufmüpfigkeit DAS Thema des Fussball-Wochenendes.

Die Reaktionen der Experten

Chris Sutton (Experte BT Sport):

«Kepa sollte nie mehr für Chelsea spielen. Er ist eine Schande. Ekelhaft! So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich habe schon Spieler gesehen, die ihr Trikot zerrissen oder ihre Schuhe weggeworfen haben. Aber das geht nicht. Die Spieler kennen ja die Regeln. Zu unserer Zeit hätten wir Spieler wie ihn vom Platz gezerrt.

Kepa zeigt überhaupt keinen Respekt für seinen Trainer und auch keinen für seinen Ersatzmann Caballero. Was ist das für ein Vorbild für unsere jungen Spieler im Land?

Für Sarri ist dieser Vorfall fatal. Wie soll er nun in der Kabine vor die Mannschaft stehen und erwarten, dass auch nur irgendein Spieler seinen Anweisungen folgt? Den Torhüter nach dem Spiel in Schutz zu nehmen, war falsch. Er hätte ankündigen müssen, dass Kepa bestraft wird.»

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bild: screenshot twitter

Jamie Redknapp (Experte Sky):

«Ich habe noch nie so etwas erlebt, es ist einfach unglaublich. Es ist ein Albtraum. Ich habe Mitleid mit Sarri, wirklich. Das Verhalten gegenüber dem Trainer ist absolut respektlos, einfach unglaublich. Wenn deine Nummer angezeigt wird, gehst du runter. Eine furchtbare und peinliche Situation für alle. Chelsea muss einen harten Strich ziehen. Nach einer solchen Szene könnte es sein, dass Sarri selbst hinschmeisst und zurück nach Italien geht. Dort wird er als Trainer respektiert.»

José Mourinho (Experte DAZN):

«Zum Glück habe ich selbst nie eine solche Situation erlebt. Das war wirklich traurig. Auf der einen Seite will der Torhüter seine Persönlichkeit und sein Selbstvertrauen unter Beweis stellen. Er will zeigen, dass er fürs Penaltyschiessen bereit ist. Das gefällt mir. Auf der anderen Seite gefällt mir nicht, wie er damit die Autorität seines Trainers untergräbt und seinen Goalie-Kollegen in eine blöde Situation bringt.»

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Was hätte wohl José Mourinho an Sarris Stelle getan? Leider verrät er es uns nicht. bild: screenshot dazn

Alan Shearer (Experte BBC):

«Ich glaube nicht, dass sich Kepa und Sarri missverstanden haben – so wie der Trainer zur Seitenlinie gerannt und völlig ausgerastet ist. Er wollte Kepa aus einem bestimmten Grund auswechseln, doch dieser hat seinen Trainer mit der Verweigerung blossgestellt und gedemütigt. Deswegen ist Sarri so ausgerastet. Er hat jedes Recht, in die Kabine zu gehen und Kepa zu zerreissen. Es geht um Respekt. Und Kepa hat aus seinem Trainer einen Idioten vor Millionen von Menschen gemacht.»

Ruud Gullit (Experte BBC):

«Vielleicht hätte der Captain (César Azpilicueta, Anm. d. Red.) Kepa sagen müssen, dass er vom Platz soll. Die Aussagen der beiden nach dem Spiel sind nur politische Antworten für die Zeitungen, damit es am nächsten Tag nicht so viel Aufregung gibt. Aber die Art, wie Sarri an der Aussenlinie reagiert hat, sagt ja alles.»

Alan Pardew (Experte beIN Sports):

«Sarri tut mir leid. Er dachte offenbar, Kepa sei verletzt, und wollte ihn deshalb auswechseln. Doch der Torhüter weigerte sich und alles hat in einem regelrechten Desaster geendet.»

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bild: screenshot bein sports

Angelo Mangiante (Sky Italia):

«Kein Spieler ist grösser als der Klub. Chelsea hat 80 Millionen Euro für diesen Kerl ausgegeben. Der teuerste Torhüter in der Fussballgeschichte. Kein Respekt gegenüber dem FC Chelsea, dem Torhüter, den Teamkollegen, inklusive Caballero. Zum Schämen.»

Jermaine Jenas (Ex-Nationalspieler):

«Auf so einer Bühne offen gegen den Trainer zu rebellieren, ist natürlich ein riesiger Skandal. Der Vorfall zeigt, dass zwischen Sarri und seinen Spielern vieles nicht stimmt derzeit.»

Gary Lineker (Ex-Nationalspieler):

«Oh je, Kepa. Oh je.»

Die Wiki-Witze

Auch bei den Fans wurde der «Fall Kepa» natürlich heiss diskutiert. Viele machten sich nach dem Vorfall einen Scherz daraus, den Wikipedia-Eintrag des spanischen Keepers zu editieren. Meist wurde Arrizabalaga dort kurzerhand zum neuen Chelsea-Trainer ernannt, es gab aber auch «kreativere» Ansätze.

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«Kepa ist das unprofessionellste Miststück der Welt und seine Mutter hat ihm keine Manieren beigebracht.» bild: twitter

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«War der Nachfolger von Maurizio Sarri nach der Niederlage im Caraboa Cup 2019.» bild: twitter

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bild: twitter

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«Kepa wurde während den letzten Minuten der Verlängerung im Caraboa Cup Final 2019 schliesslich Chelsea-Trainer und kassierte in diesem Spiel die erste Niederlage als Trainer.» bild: twitter

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