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Sam Allardyce: Kaum da, schon wieder weg.
Sam Allardyce: Kaum da, schon wieder weg.Bild: Carl Recine/REUTERS

Nach nur 67 Tagen im Amt: Englands Nationaltrainer Allardyce tritt wegen Transfer-Affäre zurück

Ein Enthüllungsbericht um Englands neuen Nationaltrainer Sam Allardyce hat Folgen. Allardyce tritt nach nur einem Spiel zurück – und kommt damit seiner Entlassung zuvor.
27.09.2016, 20:5228.09.2016, 06:42

Englands Nationaltrainer Fussball-Nationaltrainer Sam Allardyce ist per sofort zurückgetreten. Nur 67 Tage nach seiner Berufung zum englischen Teammanager hatte sich Sam Allardyce durch ein fingiertes Interview mit verdeckten Reportern um seinen Job gebracht. 

Allardyce soll dabei Tipps zur Umgehung von Transferregeln gegeben haben, wie die britische Zeitung «The Daily Telegraph» berichtet. Demnach soll er sich bei zwei Gelegenheiten mit verdeckten Reportern getroffen haben. Im Glauben es handle sich um Vertreter einer ostasiatischen Firma, habe der 61-Jährige erklärt, wie die Regeln des englischen Fussballverbands (FA) zum Besitz von Transferrechten umgangen werden können. Ausserdem soll er einen lukrativen Beratervertrag ausgehandelt haben. Heimliche Filmaufnahmen sollen das belegen.

Die FA bestätigte am Abend den Rücktritt. Allardyces Verhalten als englischer Nationaltrainer sei unangebracht, schrieb der Verband in einer Mitteilung. «Er akzeptiert, dass er einen gewaltigen Fehler begangen hat, und hat sich entschuldigt. Der englische Nationaltrainer befindet sich in einer Position, in der er eine klare Führungsrolle besitzt und jederzeit Respekt für die Integrität des Spiels zeigen muss.» Aufgrund der Schwere der Aktionen sind die FA und Allardyce zum Schluss gekommen, die Zusammenarbeit per sofort zu beenden.

Allardyce war erst Ende Juli zum Nationaltrainer berufen worden. Er folgte auf Roy Hodgson, der nach Englands 1:2 im EM-Achtelfinal gegen Island zurückgetreten war. Die einzige Partie unter Allardyce war das 1:0 zum Auftakt der WM-Qualifikation in der Slowakei am 4. September.

Beratungsvertrag über 400'000 Pfund

Seit 2008 verbietet die FA, eine Teilhabe an Transferrechten von Spielern zu erwerben. Bei solchen Verträgen sichern sich Investoren einen Anteil an künftigen Transfersummen. Auch die FIFA untersagt diese Verträge seit 2015. Auf einem Videoausschnitt, den der «Telegraph» veröffentlichte, ist zu hören, wie Allardyce Wege zur Umgehung dieser Regeln schildert.

Das 1:0 in der Slowakei war Allardyce' einziges Länderspiel.
Das 1:0 in der Slowakei war Allardyce' einziges Länderspiel.Bild: © Reuters Staff / Reuters/REUTERS

Bei den Gesprächen mit den vermeintlichen Geschäftsleuten soll es um einen Beratungsvertrag über 400'000 Pfund (ca. 500'000 Franken) gegangen sein. Allardyce soll sich bereiterklärt haben, bei mehreren Veranstaltungen für potenzielle Investoren in Ostasien als Redner aufzutreten.

Southgate übernimmt interimistisch

Mit der Suche für Allardyces Nachfolger lässt sich die FA offenbar Zeit. Für die verbleibenden vier Spiele des Kalenderjahres berief der Verband den aktuellen U21-Nationaltrainer Gareth Southgate als Interimstrainer für das A-Team. England spielt noch in der WM-Qualifikation gegen Malta, in Slowenien und gegen Schottland und testet am 15. November zum Abschluss gegen Spanien. (pre/sda)

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1 Kommentar
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Scaros_2
27.09.2016 22:25registriert Juni 2015
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