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WM 2022: Warum die FIFA strittige Schiri-Entscheide nicht zeigt

Palestinians watch a live broadcast of the World Cup soccer match between Iran and the United States played in Qatar in Gaza City, Tuesday, Nov. 29, 2022. (AP Photo/Fatima Shbair)
Den Fernsehzuschauern werden Wiederholungen strittiger Szenen verwehrt.Bild: keystone

Strittige Schiedsrichterentscheide werden nicht gezeigt: FIFA zensiert unser Fernsehbild

Die FIFA nutzt die Macht der TV-Bilder nicht nur, um leere Tribünen und Flitzer zu verbergen. Sie lässt auch umstrittene Entscheide der Unparteiischen nicht wiederholen.
16.12.2022, 07:1916.12.2022, 07:19
Tobia Gazzotto / ch media

Die «beste WM aller Zeiten» sollte es gemäss FIFA-Präsidenten Gianni Infantino werden. Leere Ränge und kritische Aktionen auf und neben dem Rasen passen da natürlich nicht dazu. Die FIFA möchte ihre Weltmeisterschaft im Fernsehen positiver darstellen, als sie eigentlich ist. Statt leeren Rängen werden lieber feiernde Fans gezeigt. Auch die «Mund-zu-Geste» der deutschen Nationalmannschaft blieb den meisten Zuschauern vor dem Fernseher verwehrt. Das internationale TV-Signal, das von der Schweizer Firma HBS produziert wird, hatte jene Szene nicht übertragen.

Die FIFA kontrolliert das Signal, von dem praktisch alle TV-Sender, darunter auch das SRF, ihre Bilder beziehen. Anders als an anderen Turnieren soll die FIFA aber umgreifender in die Übertragung eingreifen. So soll selbst das Geschehen auf dem Rasen nicht vollumfänglich präsentiert werden. Wie Recherchen der «Süddeutschen Zeitung» belegen, zeigt die FIFA gewisse strittige Situationen nicht in der Wiederholung des internationalen TV-Signals.

England und Portugal in einzelnen Szenen benachteiligt?

Ein konkretes Beispiel: Im Viertelfinal zwischen England und Frankreich ging dem ersten Tor der Franzosen ein mögliches Foulspiel von Upamecano an Saka voraus. Der Franzose eroberte den Ball in der eigenen Hälfte nicht gerade zimperlich und leitete somit den Gegenangriff ein. Der VAR griff nicht ein. Und weil die offizielle Wiederholung des Tores den Gegenangriff Frankreichs nicht von der Balleroberung an zeigte, blieb diese äusserst strittige Szene von der breiten Masse mehrheitlich unbemerkt.

Auch in der Viertelfinal-Partie zwischen Marokko und Portugal spielte sich eine ähnliche Situation ab. Marokko-Verteidiger El Yamiq setzte in der 86. Minute zum Hechtkopfball im eigenen Strafraum an, dabei könnte er den Ball mit der Hand berührt haben. Während der Schiedsrichter sofort abwinkt, toben die Portugiesen und wollen ein Handspiel gesehen haben. Da keine Wiederholung gezeigt wird, ist für den Zuschauer am Fernseher bis zum Schluss unklar, was eigentlich passiert ist.

Mit der Einführung des VAR sollte die aus Fehlentscheidungen resultierende Polemik minimiert werden. Doch auch an dieser WM echauffieren sich nach fast jeder Partie Spieler öffentlich über die Spielleiter. Luka Modric, Bruno Fernandes oder Lionel Messi haben sich bereits beschwert. Bei einigen Entscheide konnte im TV-Bild aber nicht aufgeklärt werden, ob die Kritik berechtigt war. (aargauerzeitung.ch)

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