Es ist bloss ein kleines buntes Emoji. Aber eines, das viele Menschen bewegt. Die UEFA benutzte das Regenbogen-Symbol im Sommer vor zwei Jahren, um damit zu betonen, die Euro 2020 werde ein Turnier für jeden Menschen werden:
Proud that #EURO2020 will be a tournament for everyone 🌈 #EqualGame https://t.co/zzNv7CbbX9
— UEFA (@UEFA) August 3, 2019
Das war einfach verständlich. Niemand soll aufgrund der sexuellen Orientierung davon ausgeschlossen sein, als Fan die Fussball-EM 2020 zu verfolgen.
Als ein User auf den Tweet der UEFA die Frage stellte, weshalb man dies überhaupt extra betonen müsse, antwortete der europäische Fussballverband: «Leider gibt es immer noch viele Menschen, und viele innerhalb der LGBTQ-Gemeinschaft, die sich im Fussball nicht einbezogen oder willkommen fühlen. Wir denken, es ist wichtig, sie daran zu erinnern, dass sie absolut willkommen sind. Das ist ein Spiel für alle.»
Unfortunately Jack, there are still lots of people, and many within the LGBTQ community, who don’t feel included or welcome within football. We think it’s important to remind them that they absolutely are. This is everyone’s game.
— UEFA (@UEFA) August 3, 2019
Das Regenbogen-Symbol macht sich offenbar gut in Tweets. Doch wehe, es wird auf dem Fussballplatz getragen. Nachdem Deutschlands Captain Manuel Neuer beim 4:2-Sieg gegen Portugal mit einer Regenbogen-Armbinde auflief, eröffnete die UEFA eine Untersuchung gegen den Deutschen Fussball-Bund (DFB).
Das liess den deutschen Verband kalt. DFB-Sprecher Jens Grittner liess in einer ersten Reaktion verlauten, das Team werde auch künftig von einem Spielführer mit Regenbogenbinde angeführt. «Der Juni steht auch im Sport im Zeichen von ‹Pride›, um sich für mehr Vielfalt stark zu machen. Manuel Neuer trägt bereits seit dem Testspiel am 7. Juni gegen Lettland die Regenbogenbinde. Als Zeichen und klares Bekenntnis der gesamten Mannschaft für Diversität, Offenheit, Toleranz und gegen Hass und Ausgrenzung. Die Botschaft lautet: Wir sind bunt!»
Am Sonntagabend kam dann das Okay der UEFA, welche die Captains der 24 EM-Teilnehmer eigentlich dazu verpflichtet, ein UEFA-Modell am Arm zu tragen. Der Regenbogen verstösst demnach nicht gegen die Regularien und weil er für eine gute Sache stehe, dürfe er weiter gezeigt werden.
Die UEFA hat die Überprüfung der von @Manuel_Neuer getragenen Kapitänsbinde am Sonntagabend per Mitteilung an den DFB eingestellt.
— Die Mannschaft (@DFB_Team) June 20, 2021
In dem Schreiben wird die Regenbogenbinde als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für „good cause“ bewertet. #EURO2020 #GER pic.twitter.com/5DfgAHI2nU
Die Diskussionen um den Regenbogen sind damit wahrscheinlich trotzdem nicht beendet. Heute Montag will die Stadt München entscheiden, ob die Allianz Arena für das dritte Gruppenspiel gegen Ungarn am Mittwoch in Regenbogenfarben leuchten soll. Es wäre ein Zeichen der Solidarität mit der LGBTQIA+-Community in Ungarn. Das Parlament hatte dort unter anderem kürzlich ein Gesetz beschlossen, welches es verbietet, in den Schulen über Homosexualität aufzuklären. (ram)
After the Hungarian parliament passed new anti-LGBT+ legislation this week, Munich councilors have put forward a motion to light up the city's football arena in rainbow colours for Germany's match against Hungary on Wednesday🏳️🌈 #EUROS2020 pic.twitter.com/hzawwUHzUR
— Neville Southall (@NevilleSouthall) June 19, 2021
Zum kotzen.
Und es wäre ja jammerschade um diese potenten Sponsoren.