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Auch das «Khalifa International Stadium» im Jahr 2016 wird von Gastarbeitern errichtet.  Bild: shutterstock

Warum die Fussball-WM in Katar jetzt schon ein Skandal ist



Die Ausbeutung von Arbeitern auf Baustellen für die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar ist nach Recherchen von Amnesty International nach wie vor skandalös. Zahlreiche Arbeitsmigranten seien bei den Bauarbeiten für das Vorzeigeprojekt Future City Lusail ausgebeutet worden, an denen die Baufirma Mercury Mena beteiligt war, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Berlin.

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Gastarbeiter aus Indien, Nepal und den Philippinen werden in Katar schamlos ausgenützt.  Bild: shutterstock

Die Firma habe das berüchtigte Sponsorensystem Kafala ausgenutzt. 78 ehemalige Arbeiter aus Indien, Nepal und den Philippinen hätten berichtet, dass es seit 2016 immer wieder zu Verzögerungen der Lohnauszahlungen kam, bis diese 2017 ganz ausblieben, erklärte Amnesty. Demnach schuldet die Firma ihnen bis zu 2470 US-Dollar, ihre Schicksale seien kein Einzelfälle.

Die Katar-Expertin von Amnesty, Regina Spöttl, verwies darauf, dass viele Befragte in ihren Heimatländern hochverzinste Darlehen aufgenommen hätten, um die Vermittlungsgebühren für einen Arbeitsplatz in Katar bezahlen zu können. Als ihre Löhne ausblieben, konnten sie kein Geld nach Hause schicken und die Kreditraten nicht mehr zahlen.

Alle Stadien der WM 2022 in Katar:

«Einige Familien waren gezwungen, Grundbesitz zu verkaufen oder ihre Kinder aus der Schule zu nehmen», erklärte Spöttl. Eine Vielzahl der Arbeitsmigranten sei «mittellos in Katar gestrandet, lebe in heruntergekommenen Quartieren ohne Gewissheit über ihre finanzielle Zukunft und ohne die Möglichkeit, wieder zu ihren Familien zurückzukehren». Da Mercury Mena für sie keine gültigen Aufenthaltsgenehmigungen beantragt habe, seien sie Repressionen der Behörden ausgesetzt.

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In Doha, der Hauptstadt von Katar, werden für WM in 2022 unzählige Hotels gebaut. Bild: shutterstock

Laut Amnesty gab der Geschäftsführer von Mercury Mena zu, dass Löhne angeblich aufgrund von unzuverlässigen Geschäftspartnern zu spät gezahlt worden seien, wies aber die Vorwürfe der Ausbeutung zurück.

Nach Berichten über die sklavenähnlichen Zustände auf den Grossbaustellen für die Fussball-WM 2022 hatte die Internationale Arbeitsorganisation ILO 2014 Untersuchungen eingeleitet. Auf internationalen Druck verkündete der Golfstaat später ein Ende seines umstrittenen «Kafala»-Systems, das ausländische Arbeitskräfte schutzlos ihren Vorgesetzten ausliefert.

Den 2.1 Millionen ausländischen Arbeitskräften im Land wurden Verträge und Mindestlohn versprochen. Amnesty forderte Katar nun auf, dringend Verbesserungen vorzunehmen. (sda/afp)

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Chaos in Katar:

Video: watson/Nico Franzoni

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47Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • toro51 26.09.2018 22:06
    Highlight Highlight Hört doch endlich auf, auf Katar und der WM dort herumzuhacken. Beim Neubau von Zara an der Zürcher Bahnhofstrasse wurden Arbeitssklaven aus Spanien eingeflogen, 5x unterbezahlt - sogar für die Schweiz eher zufällig flog das ganze auf...... Fazit: vor eigenen Türen zuerst wischen, bitte!
  • Sarkasmusdetektor 26.09.2018 13:00
    Highlight Highlight Meine Theorie ist ja weiterhin, dass die Sklaverei eigentlich abgeschafft wurde, weil sie zu teuer war. Den Sklaven musste man ja Unterkünfte, Essen und schlimmstenfalls sogar medizinische Versorgung bezahlen. Die Arbeiter einfach gar nicht zu bezahlen, ist viel profitabler. Und noch besser ist es natürlich, wenn sie sogar noch dafür bezahlen, arbeiten kommen zu dürfen.
  • Joe Smith 26.09.2018 11:44
    Highlight Highlight Und wenn die WM dann da ist, wird sie das SRF übertragen, kein Sportreporter wird ein Wort über diese Zustände verlieren (es geht ja um Sport und nicht um Politik), und alle, die jetzt so empört tun, werden auch diesmal wieder zuhause oder bei einem Public viewing vor der Glotze hocken und sich reinziehen, wie 22 Millionäre und Steuerbetrüger einem Ball nachrennen. War da mal was mit Kindern, die nicht mehr in die Schule durften? Ach hör doch auf, Du Spassbremse!
  • Zerschmetterling 26.09.2018 09:49
    Highlight Highlight Alle die die sich jetzt den Vorsatz nehmen kein Spiel der WM zu schauen... Erstens, war es je anders beim Bau von Stadien für die WM oder den Olympischen Spielen? Werden erst ganz neu in Katar Gastarbeiter ausgenutzt?
    Zweitens: Werdet ihr euch an euren geplanten Boykott erinnern wenn 2022 der Startschuss zur WM fäll?
    Ich wage zu zweifeln...
  • w'ever 26.09.2018 09:20
    Highlight Highlight die morgige vergabe an die Türkei (erdogan, menschenrechte, pressefreiheit) oder deutschland (schon mal ein sommermärchen gekauft), ist genau so ein skandal.
  • Alice36 26.09.2018 08:04
    Highlight Highlight Kommt einem doch irgendwie bekannt vor. Rechnungen nicht bezahlt wegen angeblicher Geschäftspartner - ach ja am Bürgenstock war's genau so.
    Bauherrschaft Araber Katar, scheint System zu haben, irgendwie muss man ja Geld verdienen.
    • w'ever 26.09.2018 11:12
      Highlight Highlight tell me more
  • Spooky 26.09.2018 07:32
    Highlight Highlight Als ob das die Fussball-Millionäre interessieren würde!
  • YvesM 26.09.2018 07:09
    Highlight Highlight Schon alleine die Idee, in Katar die WM zu organisieren, zeugt von grenzenloser Dumheit. Ich werde mir kein einziges Spiel ansehen.
    • MasterPain 26.09.2018 07:30
      Highlight Highlight Du hast Korruption falsch geschrieben.
    • Samurai Gra 26.09.2018 08:44
      Highlight Highlight @EvilBetty: Korruption? Die FIFA kennt Offiziell keine Korruption (mehr) 😇
  • DerRaucher 26.09.2018 06:48
    Highlight Highlight Wird eh die erste WM sein bei der ich nur mal ab und zu reinschauen werde. Abgesehen von den Skandeln passt für mich eine WM absolut null in die Weihnachtszeit. Sep-Feb ist für mich die NFL eh interessanter als Fussball.
    • Eksjugo 26.09.2018 07:03
      Highlight Highlight Wenn du konsequent sein willst, schau gar keine Fussball-WM in Katar.
    • Hallo22 26.09.2018 11:18
      Highlight Highlight Winter is Hockeytime. Schaue mir 10 mal lieber Eishockey an als eine Fussball WM im Winter.
  • Miikee 26.09.2018 06:39
    Highlight Highlight Wir können es weder kontrollieren, noch aufhalten. Es wahr, ist und bleibt dumm in Katar eine WM durchzuführen.

    Wir können den Verantwortlichen auch nur über Geld eins auswischen, das ist das einzige was die interessiert. Kauft also keine Tickets, fliegt nicht dort hin, kauft keine offiziellen Fanartikel und und und

    Am besten die WM mit Freunden in der Bar schauen und das Geld bei der lokalen Bar liegen lassen.
    • MasterPain 26.09.2018 07:07
      Highlight Highlight Nein, die WM gar nicht schauen wäre die Lösung. Aber soooo schlimm sind dann die paar Sklaven/Toten doch wieder nicht, oder?

    • YvesM 26.09.2018 07:10
      Highlight Highlight Am Besten die WM ganz ignorieren und Glühwein am Weihnachtsmarkt trinken gehen.
    • The Count 26.09.2018 07:13
      Highlight Highlight Nein, du hast es nicht verstanden. Am TV gucken bringt gar nichts, da auch dafür sehr viel Geld fliesst. Stixhwort Einschaltquoten, TV Sponsoring etc. Die WM komplett ignorieren ist die einzige Möglichkeit den Verantwortlichen eins auszuwischen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Count 26.09.2018 06:38
    Highlight Highlight Warum die Fuessball WM trotzdem. Ein Erfolg wird....


    ... weil ihr diesen Sport weiterhin vor Ort und am TV unterstützt.

    Hört auf damit oder schreibt NIE mehr über die Missstände!
    • AntiCapitalism 26.09.2018 08:28
      Highlight Highlight Nie mehr über die missstände schreiben bringt genau so wenig wie die paar wenigen die diese wm boykottieren werden. Es wird genauso eine erfolgreiche wm werden wie brasilien weil die meisten menschen es schlichtweg nicht interessiert was da alles abgeht. Hauptsache man kann zuhause vor dem tv sitzen und fussball schauen. Ist traurigerweise nicht die erste und wird nicht die letzte solche wm sein..
  • Pana 26.09.2018 06:31
    Highlight Highlight "In Doha, der Hauptstadt von Katar, werden für WM in 2022 unzählige Hotels gebaut."

    Aktuell werden unzählige Hotels gebaut, für einen 30-tägigen Event in 4 Jahren?
    • Donald 26.09.2018 08:09
      Highlight Highlight Ja, ab dem Tag and dem die WM vergeben wurde, wurde Doha und Katar zur Grossbaustelle. Praktisch alles wurde neu gebaut bzw. wird noch neu gebaut.
    • Pana 26.09.2018 17:09
      Highlight Highlight Aber ich wage mal zu behaupten, dass die Hotels nicht nur für die WM gebaut werden.
  • offspring 26.09.2018 06:25
    Highlight Highlight Ab der Sekunde der Vergabe an Katar war die WM ein Skandal, nicht erst ab jetzt. Die Ausbeutung von Gastarbeitern ist bekannt und leider gang und gäbe in diesem Raum.
    • maxi #sovielfürdieregiongetan 26.09.2018 09:15
      Highlight Highlight zwischen kafi &gipfeli hab ich ausversehen auf den blitz gedrückt... sorry✌🏼
  • dudette 26.09.2018 06:19
    Highlight Highlight Ich könnte da nicht mit gutem Gewissen hingehen und werde auch keine Übertragung schauen. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass so etwas nicht möglich wäre wenn alle einfach nicht hingehen würden..
    Aber es geht halt um Fussball, da muss man schon up to date sein und es ist wahrscheinlich bis dann sogar noch cool, dahin zu fliegen um vor Ort gewesen zu sein.
    • The Count 26.09.2018 07:14
      Highlight Highlight Es ist cool? Es ist einfach nur dumm.
    • dudette 27.09.2018 18:06
      Highlight Highlight Ganz deiner Meinung
  • Phonpi 26.09.2018 05:35
    Highlight Highlight Diese Arbeiter werden auch sonst in den arabischen Staaten ausgenutzt und versklavt und nicht nur während des Baus der Stadien!!
    • sikki_nix 26.09.2018 07:20
      Highlight Highlight Das ist richtig. Aber es ändert nicht das geringste daran, dass dies ein riesenskandal bleibt!
  • Gooner1886 26.09.2018 05:27
    Highlight Highlight Eine kleine dumme Frage: Macht Amnesty International auch was? Ich lese immer nur sie "decken auf" und "fordern" aber machen die auch aktiv was?

    Zum Artikel, nichts das man nicht schon grwusst hätte, leider.
    • Amboss 26.09.2018 06:23
      Highlight Highlight Andere dumme Frage: Was soll Amnesty denn machen?
      Amnesty ist nicht Behörde, nicht Geldgeber, nicht Turnierorganisator.
      Ich sehe die Möglichkeiten, "was zu machen" , wie du schreibst, arg eingeschränkt
    • Mitz en place 26.09.2018 06:27
      Highlight Highlight Eime kleine dumme Frage: Wie kämpfst du denn persönlich,oh wissender @gooner1886, konkret gegen Ausbeutung und Sklaverei?
    • bytheway 26.09.2018 06:32
      Highlight Highlight Was sollte AI denn deiner Meinung nach noch tun?
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