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Zu viele Spiele: Rodris Verletzung muss ein Weckruf im Fussball sein

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Rodri galt als unkaputtbar – nun fällt er womöglich für den Rest der Saison aus.Bild: www.imago-images.de
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Genug ist genug!

24.09.2024, 18:0024.09.2024, 18:19

Ausgerechnet Rodri!

Noch in der letzten Woche äusserte der 28-jährige Spanier Kritik am dichten Spielplan und der stetig steigenden Anzahl Spiele. Der Dauerbrenner, der seit August 2023 in 68 Spielen auf dem Feld stand, erklärte gar, dass die Fussballprofis einen Streik in Erwägung ziehen würden. «Wir sind kurz davor», so Rodri.

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Bei Spanien und Manchester City ein Erfolgsgarant: Europameister Rodri.Bild: IMAGO / MIS

Am Sonntag verletzte sich der defensive Mittelfeldspieler von Manchester City dann nach wenigen Minuten gegen Arsenal. Am Montagabend die traurige Gewissheit: Das Kreuzband im rechten Knie ist gerissen, Rodri wird möglicherweise den Rest der Saison verpassen. Dabei gilt der Ballon-d'Or-Kandidat eigentlich als unkaputtbar, verpasste er in seiner Karriere vor dieser Saison doch gerade einmal fünf Spiele verletzungsbedingt. Dass dem aktuell möglicherweise besten Fussballer der Welt ein Jahr seiner Blütezeit geraubt wird, ist eine sportliche Tragödie – sollte aber vor allem als Weckruf dienen.

Es ist zwar nicht klar, ob Rodris Verletzung auf die vielen Einsätze zurückzuführen ist, oder ob er einfach Pech hatte. Klar ist jedoch, dass das Risiko mit höherer Belastung steigt. Das kritisierten neben Rodri zuletzt auch Nati-Star Manuel Akanji, ManCity-Trainer Pep Guardiola oder Real-Madrid-Goalie Thibaut Courtois. Es ist Zeit, auf die Spieler zu hören.

Der hohe Lohn nimmt den Fussballern nicht das Recht, Missstände anzusprechen.

Natürlich verdienen die Stars bei den Topklubs, die am stärksten von der Verdichtung des Spielplans betroffen sind – Manchester City könnte in dieser Saison auf bis zu 75 Partien kommen –, eine Menge Geld. Das nimmt ihnen aber nicht das Recht, Missstände ansprechen zu dürfen und sich Gehör zu verschaffen.

Vergleiche mit Arbeiterinnen und Arbeitern, die in ihren Jobs deutlich länger schuften müssen als die Fussballer mit zwei bis drei Spielen pro Woche und täglichen Trainingseinheiten, greifen da zu kurz. So bewegen sich die Profis körperlich stets an der Belastungsgrenze, freie Tage oder gar Wochen sind rar. Dass sich diese trotz der hohen Gehälter vor Verletzungen schützen wollen, sollte deshalb nicht gleichgültig abgewunken werden.

FIFA und UEFA propagieren immer wieder, wie wichtig ihnen die Gesundheit und das Wohlergehen der Spieler ist. Dennoch werden neue Wettbewerbe wie die im nächsten Sommer erstmals mit 32 Teams stattfindende Klub-WM aus der Taufe gehoben. Ausserdem kommen durch die Modusänderung auch in Champions und Europa League Spiele hinzu. Der Antrieb dafür ist selbstverständlich Geld – die Anliegen der Spieler werden hingegen mit Füssen getreten.

Jeddah, Saudi Arabia, 22nd December 2023: JEDDAH, SAUDI ARABIA - DECEMBER 22: FIFA president Gianni Infantino with FIFA World Club Cup Trophy after Man City win 4-0 the FIFA Club World Cup Final match ...
Immer mehr Spiele bedeuten immer mehr Geld für die FIFA von Gianni Infantino.Bild: www.imago-images.de

Das liegt aber auch an ihren Klubs. Die Aufstockung der europäischen Wettbewerbe war nicht zuletzt eine Reaktion auf die geplante Super League der Topklubs aus England, Italien und Spanien. Ausserdem planen die Vereine immer häufiger Vorbereitungstouren in Nordamerika oder Asien, um neue Märkte zu erschliessen. Noch verrückter ist es, wenn vor der kurzen Winterpause oder zwischen einer kräftezehrenden Saison und der Europameisterschaft in diesem Sommer Reisen auf einen anderen Kontinent geplant werden. Dies geschah zum Beispiel beim FC Barcelona und bei Newcastle.

Die Spieler müssen sich wehren – und dafür auch finanzielle Einbussen in Kauf nehmen.

Damit Klubs und Verbände im Streben nach immer mehr Geld nicht weiterhin immer mehr Spiele planen und den Profis damit immer mehr abverlangen, wäre aber vor allem eines wichtig: Die Fussballer müssen sich wehren, wenn nötig auch durch die von Rodri angedrohten Streiks: Genug ist genug! Rodri sprach von 40 bis 50 Spielen, in denen die maximale Leistung gebracht werden könne.

Damit müssen sie aber finanzielle Einbussen in Kauf nehmen. Bei weniger Spielen würden die Einnahmen von FIFA und UEFA sowie der Klubs sinken und infolgedessen auch die immensen Löhne der Superstars. Nur wenn es den Profis das wert ist, dürften die Verantwortlichen den Gong hören.

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