Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Barcelona's Lionel Messi, left, gestures next to Real Madrid's Cristiano Ronaldo, right,  during a Spanish La Liga soccer match between Real Madrid and FC Barcelona at the Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, Saturday, Oct. 25, 2014. (AP Photo/Andres Kudacki)

Das Duell zwischen Messi und Ronaldo prägte den Clásico fast ein Jahrzehnt. Bild: AP

Kommentar

Warum der Clásico ohne Cristiano Ronaldo einfach nicht mehr dasselbe ist



3:0 siegte der FC Barcelona gestern im Halbfinal-Rückspiel der Copa del Rey beim Erzrivalen Real Madrid und qualifizierte sich so nach dem 1:1 im Hinspiel zum sechsten Mal in Folge für den Final. Auch sonst bot der 241. Clásico viel Gesprächsstoff. Da waren …

... Ter Stegens Paraden

Angeführt von wieselflinken und technisch versierten Vinicius Junior ist Real Madrid zu Beginn die klar bessere Mannschaft und kommt immer wieder zu Topchancen. Doch Barça-Keeper Marc-André Ter Stegen hält seinen Kasten rein, trotz 14:4 Torschüssen für Real.

abspielen

37. Minute: Ter Stegens Save gegen Benzema. Video: streamable

abspielen

62. Minute: Ter Stegens Save gegen Reguilón. Video: streamable

... Suarez' Tore

Zum Matchwinner avancierte Luis Suarez, der vor und nach dem Eigentor von Raphael Varane für das 1:0 und das 3:0 zuständig war. Es waren in seinem 13. Clásico die Tore Nummer 10 und 11 gegen Real. Damit rückt der Uruguayer auf Rang 9 der ewigen Bestenliste vor. Angeführt wird das Ranking von Lionel Messi mit 26 Treffern.

abspielen

50. Minute: Suarez mit dem 1:0 für Barça. Video: streamja

abspielen

73. Minute: Suarez trifft per Panenka-Penalty zum 3:0. Video: streamja

... Barças «Ausgleich»

Für den FC Barcelona war es im 241. Clásico der 95. Sieg. Damit sind die Katalanen mit Real gleichgezogen, 51 Mal gab's ein Unentschieden. Am Samstag im nächsten Duell gegen den Erzrivalen in der Meisterschaft hat Barça nun die Chance an den Königlichen vorbeizuziehen – zum ersten Mal seit 87 Jahren.

Trotz all dieser Highlights und Statistiken war eines augenscheinlich: Ohne Cristiano Ronaldo ist der Clásico einfach nicht mehr dasselbe. Seit 2009 hatte das Duell zwischen ihm und Lionel Messi auch das Duell der beiden Erzrivalen geprägt. Nicht nur sportlich, sondern auch medial. Real gegen Barcelona – das war automatisch Ronaldo gegen Messi. Oder Gut gegen Böse, je nachdem welcher der beiden fünffachen Weltfussballer einem sympathischer ist. Tage im Voraus und auch im Nachhinein wurde noch über das Geschehen im Clásico diskutiert.

Ein Spitzenspiel wie viele andere auch

Und jetzt? Barcelona hat 3:0 gewonnen, na und – schon geht alles wieder zur Tagesordnung über. Der Sport lebt von Rivalitäten: Ob Federer gegen Nadal, Zurbriggen gegen Girardelli, Crosby gegen Owetschkin, Ali gegen Frazier oder Prost gegen Senna – ihre Duelle faszinierten uns und waren das Salz in der Suppe des jeweiligen Wettbewerbs.

Mit dem Transfer von Ronaldo zu Juventus Turin hat Messi seinen grossen Rivalen verloren. Ramos gegen Pique, Bale gegen Suarez oder Modric gegen Messi – einfach nicht dasselbe. Aus einem Duell zwischen den beiden besten Fussballern der Welt ist wieder ein ordinäres Duell zwischen zwei sich rivalisierenden Fussball-Klubs geworden, wie beispielsweise Liverpool gegen Manchester United oder Bayern München gegen Borussia Dortmund. Immer noch ein wichtiges Spiel, aber eben nicht mehr das Spiel der Spiele.

Barcelona forward Ousmane Dembele, center, controls the ball as Real defender Dani Carvajal, right, and midfielder Luka Modric try to stop him during the Copa del Rey semifinal second leg soccer match between Real Madrid and FC Barcelona at the Bernabeu stadium in Madrid, Wednesday, Feb. 27, 2019. (AP Photo/Manu Fernandez)

Weltfussballer Modric und seine Kollegen bedrängen Barças 100-Millionen-Mann Ousmane Dembélé. Bild: AP/AP

Gestern schien es fast so, als würde selbst Messi seinen Rivalen Ronaldo vermissen. Vom Clásico-Rekordtorschützen war im Estadio Santiago Bernabéu wenig bis nichts zu sehen und es schien mal wieder fast so, als würde sich «La Pulga» ein wenig langweilen.

Nachfolger gesucht!

«Donde está CR7?», sangen die Barça-Fans kurz vor Spielschluss im muxmäuschenstillen Bernabéu: «Wo ist CR7?» Nie traf der in Spanien längst bekannte Spottgesang so sehr ins Schwarze wie gestern Abend und es wurde wohl auch Präsident Florentino Perez hoch oben auf der Tribüne klar, dass Ronaldos Fussstapfen für Bale, Benzema und wie sie alle heissen viel zu gross sind. No Ronaldo, no Party. Zumindest nicht für Real.

Bild

«Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.» bild: twitter

Heisst das jetzt, dass ein allfälliges Duell zwischen Juventus Turin und Barcelona in der Champions League den Clásico als wichtigstes Fussball-Duell des Jahres ablösen könnte? Klar wäre das eine reizvolle Affiche, aber speziell am Duell zwischen Messi und Ronaldo war eben auch, dass die so gegensätzlichen Superstars für die grössten Klubs der Welt mit ihren unterschiedlichen Philosophien spielten. Hier der introvertierte Supertechniker Messi im Tika-Taka-Ensemble von Barcelona, dort die extrovertierte Tormaschine Ronaldo im «Weissen Balett».

Ähnliche Rivalitäten wie die zwischen Messi und Ronaldo sind momentan leider nicht in Sicht. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Was, wenn Neymar zu Barcelona zurückkehrt und Eden Hazard zu Real Madrid wechselt? Was, wenn sich Vinicius Junior weiter so entwickelt und die Katalanen sich Mbappé krallen? Träumen ist erlaubt!

Die wichtigsten Clásicos seit 2000

So protzt Barcelonas 15-jähriger Xavi von morgen auf Instagram

Link zum Artikel

Sie waren vor 10 Jahren unsere grössten Hoffnungen – das wurde aus ihnen

Link zum Artikel

15 Wunderkinder des Weltfussballs und was aus ihnen geworden ist

Link zum Artikel

Woher der FC Basel seine Talente holt und wie er auch Spätgeborenen ihre Chance gibt

Link zum Artikel

Der erste Schritt zum Fussball-Profi: So wählen die Topklubs die jüngsten Talente aus

Link zum Artikel

Diese 30 Sturm-Talente musst du 2018 auf dem Radar haben – auch zwei Schweizer sind dabei

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

21
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • satyros 28.02.2019 19:03
    Highlight Highlight Niemand ist grösser als der Verein. Madrid gegen Barça war schon lange ein Klassiker, bevor Ronaldo oder Messi überhaupt geboren waren. Und er wird es auch noch lange sein, nachdem sie (wie wir alle) gestorben sind. Die beiden Spieler haben zur Geschichte dieses Duells beigetragen, wie dutzende Spieler vor ihnen und wohl auch noch dutzende Spieler nach ihnen. Wer ein solches Spiel mit Federer gegen Nadal oder Zurbriggen gegen Girardelli vergleicht, hat den Reiz des Fussballs nicht ganz verstanden. Der lebt eben von mehr als den noch so schönen Aktionen einzelner Spieler.
  • youmetoo 28.02.2019 18:19
    Highlight Highlight Wir haben ja noch Sergio Ramos als beliebte Hassfigur.
  • DichterLenz 28.02.2019 17:33
    Highlight Highlight Ohne Guardiola fehlt für mich halt ein bisschen der politische "Kick".
  • Micha Schläpfer 28.02.2019 16:53
    Highlight Highlight Gut gesprochen, hab ich auch so gefühlt ☝️
  • mrgoku 28.02.2019 16:39
    Highlight Highlight Hat der Weltfussballer auch gespielt??
    • Michael Scott 28.02.2019 20:47
      Highlight Highlight Unglaublich dass Modric gewonnen hat, im Vergleich zu einem Messi, Ronaldo, Neymar nur Durchschnitt. Wie könnte der damals gewinnen? Waren wohl die GC-Juniorentrainer in der Jury 😏
  • Laeddis 28.02.2019 16:29
    Highlight Highlight dachte auch, dass dieser Clasico zu wenig in den Medien beachtet wurde vor dem Spiel. Ich hätte ihn auch fast vergessen zu schauen. In der Vergangenheit waren die Spiele, egal wie wichtig das Spiel war, tagelang vor und nach dem Spiel ein Thema in den Medien.
    Es gab auch von beiden Mannschaften keine Sticheleien. Kein Reizthema. Nichts. Wie vom Autor erwähnt, war es ein ordinäres Spiel an einem Mittwoch Abend.
  • fandustic 28.02.2019 16:24
    Highlight Highlight Zu Nr. 1: Ter Stegen weltbester Torwart zurzeit. Er hat eine Wahnsinns Entwicklung bei Barça genommen. Chapeau!
    • Pümpernüssler 28.02.2019 16:55
      Highlight Highlight Und trotzdem spielt Neuer in der Nationalmannschaft... Aber ist doch bekannt, dass in Nationalmannschaften nicht nach Leistubg aufgestellt wird
  • Michael Scott 28.02.2019 16:20
    Highlight Highlight Weltfussballer Modric!
  • Der_Infant 28.02.2019 16:14
    Highlight Highlight Generell guter Artikel. Stimme ich soweit zu.

    Kleine Anmerkung aber:

    "Was, wenn Neymar zu Barcelona zurückkehrt und Eden Hazard zu Real Madrid wechselt? Was, wenn sich Vinicius Junior so weiterentwickelt und die Königlichen sich Mbappé krallen? Träumen ist erlaubt!"

    Dann müsste aber Real Vinicius zu Barca abgeben, was ich nicht glaube. Ersteren könnte eher der Fall sein.
    • PRE 28.02.2019 16:21
      Highlight Highlight Wollte Katalanen statt Königlichen schreiben. Ist korrigiert, danke für den Hinweis.
  • dave1771 28.02.2019 16:10
    Highlight Highlight Die 1. Parade war eine allerwelts Parade die auch David von Ballmoos oder Jonas Omlin locker gehalten hätten... die 2. war Top!
  • Blaugrana 28.02.2019 16:09
    Highlight Highlight Der Clásico war noch nie ein ordinäres Duell zwischen zwei sich rivalisierenden Fussball-Klubs & wird es auch niemals sein. Wer sowas schreibt (und dann noch Bayern-BVB als Vergleichsgrösse anbringt 🙈) hat keinen blassen Schimmer von Fussball in Spanien, sorry.
    Ja, die persönliche Rivalität der beiden weltbesten Spieler hat den internationalen Medienhype noch befeuert. Weshalb jetzt aber nach Ronaldo’s Abgang ein Hazard oder Neymar da zur Brisanz und Bedeutung dieser Duelle signifikant beitragen sollten sehe ich auch nicht ein...
    • icarius 28.02.2019 16:41
      Highlight Highlight Der Clásico wird sicher nie ein ordinäres Duell, klar. Aber als Barça-Fan musst du doch mit mir einig gehen, dass es unabhängig der historischen, politischen und sportlichen Komponente einen Unterschied macht, ob da ein Ronaldo, ein Pepe, ein Figo oder ein Mourinho steht oder ein Raul, ein Reguilón oder ein Vicente de Bosque.
    • Blaugrana 28.02.2019 16:55
      Highlight Highlight @icarius: absolut, das sage ich ja auch in meinem Kommentar. Wie Du richtig erwähnst, ist der Clásico jedoch genau dank der historischen & politischen, nicht nur aufgrund der sportlichen Komponente immer mehr als nur ein Duell zweier Sportvereine - und immer auch mehr als ein Duell zweier Spieler oder Coaches. Ist ja auch nicht so dass ein Duell ARG-POR plötzlich eine tiefere Bedeutung kriegt, nur weil Messi und Ronaldo sich gegenüber stehen. NED-GER z.B. ist dagegen immer ein brisanter Klassiker, sogar wenn die Testspiel-11s auf dem Platz stehen....
    • kupus@kombajn 28.02.2019 18:22
      Highlight Highlight Sehe ich auch so! Für den wahren Fan ist der Verein immer grösser als ein Spieler. Die Rivalität zwischen den Clubs besteht seit Jahrzehnten, die Rivalität zwischen den Spielern vielleicht eines dieser Jahrzehnte.

      Natürlich fehlt im Moment etwas. Man hat sich an den Hype bzgl. CR7 vs. LM10 gewöhnt, aber das ändert wieder.
    Weitere Antworten anzeigen
  • icarius 28.02.2019 16:06
    Highlight Highlight Ist leider so aber innerhalb der Messi-Ronaldo Ära muss man noch zwischen der Mourinho-Guardiola Ära und dem Rest unterschieden. Die Duelle unter Mourinho-Guardiole, insb. die 4 clasicos innerhalb von 10 Tagen 2011 waren vielleicht die Aufregendsten die überhaupt je gespielt worden sind.
  • Fuy Gawkes 28.02.2019 16:00
    Highlight Highlight Ramos gegen Varane?

    Da hat sich Piqué sauber aus der Affäre gezogen :D
  • Noah 28.02.2019 15:55
    Highlight Highlight ramos gegen varane?

Timm Klose: «Ferien waren ein Grund zum Weggehen, zum Saufen und zum Fressen»

Timm Klose tauscht Party in den Ferien gegen Sommertraining, verlängert trotz Verletzung beim Aufsteiger Norwich und verteilt Bussen an die Mitspieler mit Witz. Damit ist der Wechsel zum FC Basel für mindestens ein weiteres Jahr vertagt.

Warum trainieren Sie alleine in Basel und waren nicht mit der Nati in Portugal?Timm Klose: Ich leide seit Dezember an einer kleinen Blessur am Knie mit einer Faszienvernarbung. Das wurde so schmerzhaft, dass es keinen Sinn ergeben hätte, mit der Schweizer Nati zur Nations League zu fahren. Stattdessen mache ich in Basel Reha.

Wie sind Sie mit Trainer Vladimir Petkovic verblieben?Wir haben telefoniert. Ich habe ihm erklärt, dass ich wegen dem Knie wenig gespielt habe und wir haben zusammen …

Artikel lesen
Link zum Artikel