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Ambris Marco Mueller und Adrien Lauper freuen sich ueber einen Treffer zur 2:5 Fuehrung und die Davoser mit Torhueter Anders Lindbaeck, Claude Paschoud und Marc Wieser, von links, muessen sich geschlagen geben, beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem HC Davos und dem HC Ambri-Piotta am Samstag, 22. September 2018, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Juergen Staiger)

Musste schon mehrmals hinter sich greifen: HCD-Torhüter Anders Lindbäck. Bild: KEYSTONE

Kommentar

Der «Fall Lindbäck» – warum die Charme-Offensive der Hockey-Refs so wichtig ist

Im Schweizer Eishockey gab es im Hinblick auf die neue Saison einige Regel-Änderungen. Schon am ersten Meisterschaftswochenende gab es eine umstrittene Szene, welche für grosse Diskussionen sorgte. Gut, gehen die Schiedsrichter nun punkto Kommunikation in die Offensive.

Marcel Kuchta



Es war ein interessantes Gespräch, welches ich am «Zukunftstag des Schweizer Eishockeys» im August in Langnau führen durfte. Es war eine Diskussion mit einem Schweizer Spitzenschiedsrichter. Thema: Kommunikation. Bis vor kurzem galt hierzulande beim pfeifenden Personal die Maxime: «No comment». Der offizielle Austausch mit den Medien wurde auf einem absoluten Minimum gehalten oder streng kontrolliert. Sehr zum Unwillen der Referees, die oft das Bedürfnis hatten, sich zu erklären – und zwar ohne Zensur.

Der Director Officiating von Swiss Ice Hockey Andreas Fischer anlaesslich eines Medientreffs von Swiss Ice Hockey vom Donnerstag, 13. September auf dem MS Cirrus auf dem Vierwaldstaettersee in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Der neue Schiedsrichter-Chef Andreas Fischer. Bild: KEYSTONE

Nun hat sich unter der Leitung des neuen Schiedsrichter-Chefs Andreas Fischer offenbar ein Kulturwandel vollzogen. Der war auch dringend nötig, wie das erste Meisterschaftswochenende der National League gezeigt hat. Durch die neu eingeführten Regeln war absehbar, dass es eher früher als später strittige Szenen geben würde, die grösseren Diskussionsbedarf nach sich ziehen würden. So geschehen am vergangenen Samstag beim Spiel zwischen dem HC Davos und Ambri-Piotta (2:5).

HCD-Goalie Anders Lindbäck blockierte die Scheibe. Schiedsrichter Andreas Koch befand, dass der Schwede die Scheibe hätte im Spiel halten müssen, so wie es die neue Regel besagt. Der Entscheid war umstritten und führte letztlich dazu, dass Ambri das Spiel im folgenden Powerplay endgültig zu seinen Gunsten entschied.

Was bald folgte, war eine öffentliche Diskussion auf den sozialen Medien. Ein Journalist des «Tages-Anzeiger» stellte die fragliche Video-Sequenz auf Twitter. Die Quintessenz der Debatte? Die neue Regel ist ein klassischer «Gummi-Paragraph» mit viel Spielraum, der sowohl für die Goalies als auch für die Schiedsrichter schwierig interpretierbar ist.

Aber das Schönste an der Geschichte ist die Tatsache, dass Schiedsrichter Andreas Koch selbst die Initiative ergriff, sich beim Journalisten meldete und offen und ehrlich zugab, dass er einen Fehler gemacht habe – und sich auch so zitieren lassen durfte. Etwas, was vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen wäre. Genau so muss es gehen – im Interesse der Schiedsrichter und des Eishockeys im Allgemeinen. Mit einer gesunden Diskussions-Kultur lassen sich viele Missverständnisse ausräumen – und gleichzeitig das Verständnis für alle Beteiligten fördern.

Die Schiri-Zeichen im Eishockey

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