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EM 2024: Warum die UEFA das Turnier aufstocken soll – ein Kommentar

Georgia players celebrate with Georges Mikautadze after he scored on a penalty kick during a Group F match between Georgia and Portugal at the Euro 2024 soccer tournament in Gelsenkirchen, Germany, We ...
So macht der Fussball Freude: Georgien sorgte mit dem Sieg gegen Portugal für Momente, die in Erinnerung bleiben werden.Bild: keystone
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UEFA, gib uns die EM mit 32 Teams!

Die kleinen Teams machen an der EM in Deutschland Freude, der Modus nicht. Dafür gibt es eine einfache Lösung. Ein Kommentar.
27.06.2024, 13:4327.06.2024, 14:48
Dario Bulleri
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Als auf das Turnier von 2016 hin die EM von 16 auf 24 Teams aufgestockt wurde, war die Skepsis gross. Kritiker bemängelten zwei Punkte: Erstens wurde befürchtet, die zusätzlichen Teams würden die Qualität des Turniers verschlechtern. Zweitens passte vielen der neue Modus nicht – also dass neu auch vier Gruppendritte den Weg in den Achtelfinal schaffen.

Nach zwei Turnieren und einer weiteren Gruppenphase ist klar: Zumindest die erste Befürchtung war unbegründet. Die zusätzlichen Teams schaden der EM nicht, sie machen sie besser. Werden wir in ein paar Jahren an diese EM zurückdenken, wird kaum jemandem das 0:0 zwischen Frankreich und den Niederlanden oder das 1:0 Spaniens gegen Italien in Erinnerung bleiben.

epa11429469 Players of France and the Netherlands greet each other and the Referees after the UEFA EURO 2024 Group D soccer match between the Netherlands and France, in Leipzig, Germany, 21 June 2024. ...
Grosse Namen, durchschnittliches Spiel: Die Spieler Frankreichs und der Niederlande nach dem 0:0.Bild: keystone

Es werden die Geschichten der Kleinen sein, über die wir auch später noch sprechen werden: Spiele wie der Sieg von Georgien über Portugal und die anschliessenden Feiern in einem Land, das sich endlich auf der grossen Fussball-Bühne beweisen kann. Es sind diese Emotionen, welche Länderspiel-Turniere so schön machen.

Slovakia fans celebrate at the end of a Group E match against Belgium at the Euro 2024 soccer tournament in Frankfurt, Germany, Monday, June 17, 2024. (AP Photo/Darko Vojinovic)
Auch sie durften einen denkwürdigen Moment bejubeln: die slowakischen Fans nach dem Sieg gegen Belgien.Bild: keystone

Nur die «Kleinen» begeistern richtig

Doch es sind nicht nur die seltenen Erfolge Davids gegen Goliath, welche die Spiele der vermeintlich «Kleinen» an einer EM reizvoll machen. So boten an der EM bislang vor allem die Spiele Spektakel, von welchen man es eigentlich nicht erwartete. Das Spiel zwischen der Türkei und Georgien war das bisher wohl attraktivste des Turniers. Aber auch etwa Kroatien gegen Albanien, Polen gegen Österreich und Tschechien gegen die Türkei lieferten beste Fussball-Unterhaltung. Im Gegensatz zu den Spielen Englands, Frankreichs oder Belgien, welche bislang kaum auszuhalten waren.

An English soccer fan yawns as he watches on a big screen the Group C match between the England and Slovenia at the Euro 2024 soccer tournament in Cologne, Germany, Tuesday, June 25, 2024. (AP Photo/M ...
Etwa so erging es allen Fussball-Fans bei den bisherigen England-Spielen.Bild: keystone

Während die Sorge bezüglich Attraktivität also unbegründet ist, macht der neue Modus tatsächlich weniger Spass. So ist dieser schlicht nicht fair – erstens können Teams, die später spielen, bereits ausrechnen, welches Resultat zum Weiterkommen reicht. Zweitens treffen manche Gruppenerste auf einen Dritten (etwa Spanien gegen Georgien) und haben so auf dem Papier eine einfachere Aufgabe als Erste, die auf einen Zweiten treffen (etwa Deutschland gegen Dänemark).

Um nun die Vorteile der «neuen» EM zu behalten und gleichzeitig die Nachteile zu eliminieren, gibt es eine einfache Lösung: Eine Aufstockung von 24 auf 32 Teams.

Der europäische Fussball ist gut genug

Auch hier würden viele Fans befürchten, dass das Niveau des Turniers stark darunter leiden würde. Dabei geht vergessen: Die Leistungsdichte im europäischen Fussball ist aussergewöhnlich hoch.

Die acht zusätzlichen Teams wären also kaum Fussball-Zwerge wie Liechtenstein oder die Färöer. Da wären etwa die Norweger mit ihren beiden Superstars Erling Haaland und Martin Ödegaard. Da wären die Griechen, die 2004 bestens bewiesen haben, wozu die Aussenseiter an einer EM fähig sein können. Vielleicht würden sich die Iren, die Bosnier oder die Waliser mit ihren enthusiastischen Fans qualifizieren. Oder die unbequemen Skandinavier Schweden, Island oder Finnland, die in der Vergangenheit schon für Sensationen sorgen konnten – vor allem Italiener und Engländer werden sich daran erinnern.

epa05395490 Hannes Halldorsson (R), Birkir Bjarnason (2ND R), Birkir Saevarsson and Ari Skullason (3RD L) of Iceland celebrate next to Kyle Walker (L), Joe Hart (4TH L) and Dele Alli (3RD R) of Englan ...
Ein Stück Fussball-Geschichte: Island jubelt nach seinem 2:1-Sieg über England bei der EM 2016.Bild: EPA/MTI

Bei einer Aufstockung auf 32 Teams wäre die EM neu gleich gross wie eine WM und das Niveau kaum geringer. Der Modus wäre derselbe – acht Gruppen, pro Gruppe kommen zwei Teams in den Achtelfinal. Für gute Spiele wäre also gesorgt. Und für noch grössere Emotionen ebenfalls.

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111 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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El Dudo
27.06.2024 14:02registriert März 2020
Ich bin für 64 Teams.
So können Wettswil und Bonstetten allenfalls zwei separate Mannschaften stellen.
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Mari Huhn Ana
27.06.2024 16:41registriert Juni 2019
Giovanni Infantino würde die nächste EM gerne nach Saudi-Arabien holen, die Anzahl Teams ist ihm egal.
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Luzieng
27.06.2024 14:49registriert Januar 2023
Ich denke die Spiele grosser Nationen werden automatisch spannender, wenn nur noch 2 Mannschaften pro Gruppe weiterkommen. Sonst wissen sie genau, dass ein mittelmässiger Sieg und 2 schlechte Spiele reichen, um irgendwie auf 4 Punkte zu kommen.
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