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Die besten Formel-1-Rennfarben aller Zeiten

Die besten Formel-1-Rennfarben ALLER ZEITEN

Anlässlich des Saisonstarts von Formel 1 hier mal eine Retrospektive ... aus ästhetischer Sicht.
01.03.2024, 20:0818.03.2024, 11:03
Oliver Baroni
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Bevor auch nur ein einziges Rennen der Formel-1-Saison gefahren wird, beginnt für den geneigten Rennsport-Fan die Aufregung bereits mit der Präsentation der neuen Autos. Für 2024 haben alle zehn Teams ihre Rennwagen der Presse vorgestellt.

Nun, das mit den technischen Details und den damit verbundenen allfälligen Siegeschancen und Startvorteilen überlassen wir den fachkundigen Kolleginnen und Kollegen der Sportredaktion. Hier gehen wir mal auf die Ästhetik ein. Genauer: auf die «team liveries», wie es auf Englisch heisst – auf die Teamlackierungen und die Sponsoren-Farbdesigns.

Und heuer hat es einige gehörig gut aussehende Vehikel dabei. Aston Martin, etwa:

Aston Martin AMR24 2024 formel 1 formula one
Bild: formula1.com

Klar, British Racing Green ist per se nie falsch, doch hier hat Aston Martin einen Volltreffer gelandet. Derweil, in Hinwil ZH, entschlossen sich die neuen Partner von Sauber Motorsports für eine markante Designsprache:

Sauber C44 Formel 1 formula one 2024 formula1.com
Bild: formula1.com

Geschmackssache wohl, aber eine Teamlackierung, die bereits jetzt als ikonisch eingestuft werden dürfte.
(Es sieht imfall hammer aus. Just sayin'.)

Womit wir beim Thema wären: ein Rückblick auf die ikonischsten Rennfarben der Formel-1-Geschichte. Wir haben 15 der besten ausgewählt (und, hey, es hätten locker zehn weitere auch noch in die Liste aufgenommen werden können). Los geht's! Von hinten nach vorn – angefangen mit diesem Schmuckstück hier:

Lotus 49 Gold Leaf, 1969

This Is Avant-Garde F1 Aerodynamicist Adrian Newey's Lotus 49B formel 1 gold leaf
https://d2dsc1gf0t80gb.cloudfront.net/wp-content/uploads/2020/02/18104759/Will-Broadhead-Adrian-Newey-Lotus-49B-4 ...
Bild: petrolicious

«Sponsorship Liveries» – Sponsoren-Farbschemas, die von Farben und grafischen Elementen des Hauptsponsors bestimmt sind – existieren in der Formel 1 erst seit 1968. Davor waren die von der FIA vorgeschrieben nationalen Rennfarben Usus (Rot für Italien, Grün für Grossbritannien, Blau für Frankreich, Silber für Deutschland usw. – dazu unten mehr). Team Gunston, ein südafrikanischer Privatier, war das erste Formel-1-Team, das mit Sponsor-Design antrat. Doch es war das erfolgreiche Lotus-Team, das kurze Zeit später in den Farben von Gold Leaf Cigarettes den Standard setzte und die erste international bekannte Sponsorenlackierung schuf. Das Ende von nationalen Rennfarben war besiegelt.

Renault RE30 Elf, 1981

1981 Italian Grand Prix Monza, Italy. 11-13 September 1981. Alain Prost (Renault RE30), 1st position. Ref - 81ITA10. World Copyright - LAT Photographic PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY open-uri2012 ...
Bild: imago

Eine knappe Dekade später waren Sponsorenlackierungen längst untrennbar mit den Konstrukteuren-Marken verflochten. Unvergessen bleiben Renaults Turbo-Monster im Gelb des Mineralölmultis Elf, von Legenden wie Alain Prost oder René Arnoux gelenkt.

Williams FW14 Camel/Elf/Labatt's/Canon, 1991

fw14b williams nigel mansell 1991 formel 1 formula one https://en.wikipedia.org/wiki/Williams_FW14
Bild: wikicommons

Je mehr Sponsoren sich an einem Rennstall beteiligen, umso frickeliger wird das Farbschema. Die Williams-Renaults der späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahre schafften es dennoch, ein prägnantes Farbdesign zu schaffen. Oder ist es einfach Nigel Mansells Erfolg zu verdanken, dass wir uns daran erinnern?

Benetton B186, 1986

wikicommons Benetton B186 BMW Formula 1 formel
Bild: wikicommons

Die Sponsoren wurden zahlreicher und bunter – doch kein Auto war je bunter als die Benettons der Rennsaison 1986.

Jordan EJ11, 2001

Jordan EJ11 jarno trulli formel 1 formula one
https://de.wikipedia.org/wiki/Jordan_EJ11
Bild: wikicommons

Ordentlich viel los da, grafisch, auf diesem Göppel ... Aber das schwarz-gelbe Muster war nun mal ein starkes Statement, und der Wagen hatte zudem noch ein Haifischmaul aufgemalt. Ein Haifischmaul. Wie Jagdflugzeuge des Zweiten Weltkriegs. Wie geil ist das denn?

Jaguar R1 HSBC/Beck's, 2000

2000 Monaco GP MONTE CARLO, MONACO - JUNE 04: Eddie Irvine, Jaguar R1 Cosworth during the Monaco GP at Monte Carlo on June 04, 2000 in Monte Carlo, Monaco.
Bild: imago

Oho! Das Revival von British Racing Green? Oder war es das Flaschengrün des deutschen Bierherstellers? Egal, um welches Grün es sich hier handelt, ausser Frage steht, dass Jaguar mit einem sehr, sehr gut aussehenden Auto in die Formel 1 Einzug hielt. Ausser Frage steht auch, dass der Erfolg leider ausblieb.

Haas VF-19 Rich Energy, 2019

Haas VF18 Rich Energy Formel 1 formula one https://speedcafe.us/wp-content/uploads/2023/10/REHF1_FRONT_TQ-679.jpg
Bild: speedcafe.us

Schwarz-Gold ist immer eine gute Idee für schnittige Rennwagen (dazu unten mehr), und die Autos von Teamchef Gene Haas sahen nie besser aus als in jener kurzen Epoche, als Energy-Drink-Hersteller Rich Energy Hauptsponsor war. Obwohl die Bezeichnung «HeRsTeLLeR» mit Vorsicht zu geniessen ist. Da die Firma niemals den Beweis für die physische Existenz ihres Produkts liefern konnte und wohl nicht zuletzt deshalb mitten in der Saison 2019 ihr Sponsoring für das Haas-Team urplötzlich über den Haufen warf … ach, es ist eine crazy Geschichte. Aber die Haas-Boliden sahen nie wieder so gut aus wie damals.

Brawn GP Virgin, 2009

Brawn GP virgin Jenson Button 2009 formel 1 formula one https://nl.wikipedia.org/wiki/Brawn_GP
Bild: wikicommons

Es geht ja! Es geht, mit vergleichsweise wenigen Sponsoren und daher einem Farbdesign aus einem Guss. Was auch geht: gleich beim Debüt die Konstrukteuren-Meisterschaft zu gewinnen. Nicht schlecht, Brawn, gar nicht schlecht.

Brabham BT45 Martini, 1976

1976 Monaco GP MONTE CARLO, MONACO - MAY 30: Carlos Pace, Brabham BT45 Alfa Romeo during the Monaco GP at Monte Carlo on May 30, 1976 in Monte Carlo, Monaco. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY Copyri ...
Bild: imago

Martini Racing: Es gab eine Zeit, da war der italienische Spirituosenhersteller omnipräsent im Motorsport. Unvergessen die Martini-Porsches der Sportwagen-Meisterschaft in den Siebzigerjahren. Später, in den Achtzigern, dominierten Martini-Lancias den Rallysport während Jahren. Und in der Formel 1 waren es die Martini-Brabhams, die in unser aller kollektiven Erinnerung bleiben würden.

Brabham BT52 Parmalat, 1983

1983 Nelson Piquet driving the Brabham BT52 formel 1 formula one
Bild: wikicommons

Vielleicht etwas weniger glamourös als Vermouth, gehörten die vom italienischen Milchprodukt-Multi Parmalat gesponserten Brabhams der frühen Achtziger zu den erkennbarsten Autos dieser Epoche.

Ligier JS11 Gitanes, 1980

Jacques Lafitte Ligier JS11 1980 formel 1 formula one https://www.historyracingpedia.com/assets/images/1980-laffite-ligier-js-11.jpg
Bild: historyracingpedia.com

Nationale Rennfarben feierten ab und an gerne mal ein Comeback, besonders wenn sich die Farbe mit dem des Hauptsponsors deckte. Am besten klappte dies beim französischen Rennstall Ligier in den Siebziger- und frühen Achtzigerjahren: französisches Auto, französische Zigaretten, französischer Fahrer und Bleu de France.

Alle Ferraris. In Rosso Corsa. Seit ... jeher

Aintree, Great Britain. 29 April 1962. Giancarlo Baghetti Ferrari Dino 156, 4th position. Ref-3/0461B. World Copyright - LAT Photographic PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY open-uri20121024-4840-rs3p ...
Bild: www.imago-images.de

Ach, wie soll man sich bloss für das beste aller Ferrari-Farbdesigns entscheiden? Ferrari ist seit Urbeginn der Formel 1 in den Fünfzigerjahren ununterbrochen mit dabei. Und Ferraris waren immer rot (ausser kurze Zeit im Jahr 1964, als sich Enzo Ferrari mit der italienischen Rennbehörde verkracht hatte – aber das ist eine Fussnote). Demnach sehen die Vehikel der Scuderia Ferrari per definitionem immer gut aus. Aber am besten damals, als das Rosso Corsa nicht von Sponsoren-Logos verhunzt wurde. Stellvertretend für die Ära hier ein Bild von Giancarlo Baghetti in seinem Ferrari 156 am British Grand Prix von 1962.

Ja und wenn wir gleich dabei sind:

Lotus 49 in British Racing Green, 1960er

Lotus 49 1967 Jim Clark Ford Cosworth V8 formula one formel 1 auto retro https://nationalmotormuseum.org.uk/wp-content/uploads/2017/11/Lotus-49-C-R3-1967.jpg
Bild: nationalmotormuseum.org.uk

Eines der bestaussehendsten Farbschemas aller Zeiten ist und bleibt die Kombination von British Racing Green und einem Rennstreifen in Norfolk Yellow (so heisst jenes Senfgelb amtlich), wie es die alles dominierenden Lotus-Autos der Sechzigerjahre hatten.

So, nun befinden wir uns schon in der Top-Drei. Ganz klar, dass jetzt das ganz grosse Geschütz aufgefahren wird, etwa ...

McLaren MP4/4 Marlboro, 1988

RECORD DATE NOT STATED 1988 McLaren Honda MP4/4. This car was driven to first and second places by World Champions Ayrton Senna and Alain Prost. From 1983-1988 1.5 litre turbocharged an exhaust driven ...
Bild: imago

Nicht genug damit, dass McLaren mit Marlboro eine der langlebigsten Partnerschaften des Motorsports schuf (von 1974 bis 1996 war der US-Zigarettenhersteller Hauptsponsor des britischen Rennstalls). Nein, sie kreierten damit gleich ein Design, das derart unverkennbar war, dass McLaren sich gezwungen sah, seine Autos weiterhin in rot-weissen Dreiecksmustern zu kleiden, selbst nachdem sich Marlboro aus dem Sport zurückgezogen hatte.

James Hunt 1976 mclaren m23 formel 1 formula one https://imgur.com/hvw7ic0
Bild: imgur

Zwölfmal gewann McLaren die Formel-1-Weltmeisterschaft. Neunmal in der Marlboro-Lackierung.

Okay. Und welche – welche wohl – ist die schönste, ikonischste und schlicht ALLER-ALLERBESTE Teamlackierung EVER (ever, ever)?

Ganz klar ...

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... na, was wohl?
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Lotus 72, John Player Special, 1972

Lotus 72 John Player Special Emerson Fittipaldi formel 1 formula one auto retro https://classicteamlotus.co.uk/en/home/
Bild: classicteamlotus.co.uk

Keine Frage – dies ist und bleibt die schönste Teamlackierung der Formel 1. Und eine erfolgreiche noch dazu. Der britische Rennstall behielt auch ihren ikonischen schwarz-gold-farbenen Look noch weit in die Achtzigerjahre hinein und, ähnlich wie McLaren, auch noch, nachdem sich der Hauptsponsor John Player Special zurückgezogen hatte.

1976 Japanese Grand Prix. Fuji, Japan. 22-24 October 1976. Mario Andretti Lotus 77 Ford 1st position with team boss Colin Chapman in yellow. Ref-76 JAP 13. World Copyright - LAT Photographic PUBLICATI ...
Bild: imago

Dreimal gewann Lotus die Konstrukteuren-Meisterschaft im John-Player-Look; zweimal die Fahrer-Meisterschaft. Und stets waren sie die bestaussehenden Autos auf dem Grid.

Lotus 79 Mario Andretti Reutermann formel 1 formula one 1978
https://en.wikipedia.org/wiki/Lotus_79
Bild: wikicommons

Doch niemals schöner als in der Saison 1972:

Lotus 72 John Player Special Emerson Fittipaldi formel 1 formula one auto retro https://classicteamlotus.co.uk/en/home/
Bild: classicteamlotus.co.uk

Bonus:

Red Bull RB1 Star Wars, 2005

George Lucas USA Star Wars Creator in the Red Bull Racing RB1. Formula One World Championship, WM, Weltmeisterschaft Rd6, Monaco Grand Prix, Monte Carlo, Monaco, 20 May 2005. DIGITAL IMAGE ACHTUNG AUF ...
Bild: imago

Bereits vergessen? Damals, zum Filmstart von «Star Wars III – Revenge of the Sith», hatte George Lucas sich einen Sponsorenplatz beim Team Red Bull für den Grand Prix von Monaco gesichert. Trotz Darth Vader auf der Haube: The Force was not strong with this one. Beide Autos mussten sich aus dem Rennen zurückziehen.

Einverstanden mit der Rangliste?
Gewiss nicht – deshalb gibt's nun ein ...​

Duell: Die besten Rennfarben der Formel 1

RanglisteStand: 21.04.24 – 02:04
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37 Kommentare
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hoi123
01.03.2024 21:01registriert Februar 2014
Fand den Sauber auch immer schön
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Zum Kommentar
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Hans12
01.03.2024 21:56registriert September 2019
Erinnert sich jemand an Simtek?
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